mit den PXen kreuz und quer durch die Alpen

  • Tag 1
    Schwetzingen - Rottweil -Überlingen
    Wie starten unsere Tour Richtung Alpen bei schönster Wettervorhersage. Geplant ist keine bestimmte Route, einfach wieder Richtung Alpen. Evtl. Gardasee, Lago Maggiore, mal sehen, ähnlich dem letzten Jahr. Recht kurzentschlossen haben wir ein paar Werkzeuge zusammengesucht, das Zelt ausgemottet, die Roller gepackt. Mädschn-Handschuhfach:



    Wir fahren wieder mit zwei original 200er PXen, Tante Flip und Schneewittchen, in Punkto Zuverlässigkeit lass ich niemals was auf die Beiden kommen.
    Das ipone zeigt, so weit man schauen kann, nur Sonne an, wir sind guter Dinge. Bei strahlendem Sonnenschein entschließen wir uns, über den Schwarzwald zu fahren. Wie üblich erwarten uns in Deutschland wieder jede Menge Umleitungen. Dieses Mal führt uns eine davon mitten in ein Radrennen im Nordschwarzwald. Das Wetter ist genial, der Schwarzwald wunderschön - zusammen mit den Radsportlern erklimmen wir eine Anhöhe bei Enzklösterle und fragen uns, ob wir überhaupt bis in die Schweiz weiter müssen bei diesem Panorama :love:



    Ohne Probleme (na gut, das Navi fällt schon in Karlsruhe aus, aber Herr Ramzamzam findet auch so an den Bodensee) fahren wir nach Überlingen. Es ist unfassbar, wie kurzweilig ein Weg bei Sonne sein kann, im Mai kam mir die (kürzere) Strecke bis Stockach noch endlos vor, heute hätte ich direkt in die Schweiz weiterfahren können. Wir grillen gemütlich bei Mo und genießen "unser Ferienhaus" mit Bodensee-Blick.



    Tag 2
    Überlingen - Schaffhausen - Überlingen
    Heute wollen wir es endlich mal schaffen, die Rheinfälle zu sehen. Mittlerweile waren wir schon ein paar Mal am Bodensee, hatten allerdings fast immer Pech mit dem Wetter oder Besseres zu tun (Stockach....) Heute wollen wir das endlich abhaken. Es ist morgens und es regnet...... yipppiehajeeeeeh Schweinebacke.... warum regnet es eigentlich immer, wenn ICH am Bodensee bin? Oder regnet es da einfach immer??! Wenig motiviert gammeln wir herum, um dann zu Mo zu Vollgas zu fahren. Überraschenderweise kommt die Sonne raus und wir nutzen die Wolkenlücke und starten durch zu den Rheinfällen mit Zwischenstop in Stein am Rhein.



    Wir nehmen uns eine kurze Touri-Auszeit, um dann bei Fast-Sonnenschein wieder nach Überlingen zu fahren. Wir holen Mo zum Feierabend ab, und Herr Ramzamzam kommt nicht über Tims Schwerlastgepäckträger-Angebot hinweg, kauft und wechelt noch schnell Gepäckträger. Wir gehen in eine Pizzeria direkt am See, genießen den Abend und freuen uns auf morgen.




    Tag 3
    Überlingen - Furkapass - Binntal
    Da wir keinen speziellen Plan haben, wie wir eigentlich fahren und was wir sehen wollen, empfiehlt uns Mo eine Route am Vierwaldstättersee entlang, über den Furkapass und ins Binntal nahe Andermatt. Dort campt sein Vater und sehnt sich nach dem Ersatzteil für seine Kaffeemaschine. Wir entschliessen uns, den Besuch bei meiner Mutter im Domleschg einen Tag zu verschieben und über das Wallis Richtung Graubünden zu fahren. Wir packen die Roller, nehmen die Fähre von Meersburg nach Konstanz und freuen uns, weil wir übersehen werden. (und wann tut man das schon mal als Zweiradfahrer? :rolleyes: )



    Überqueren die Grenze und direkt im Kreuzlinger Kreisverkehr streikt Schneewittchen. Ich vermute, es liegt daran, dass Ramzamzam ihr versprochen hat, dass sie mit DIESEM Motor nicht nochmal über die Alpen muss. Eigentlich hatte er ihr eine Revision versprochen, aber wie es immer so ist: plötzlich war dann Sommer. Ich vermute, vor Schreck, dass wir über die Grenze sind, hat sie sich spontan verschluckt..... nunja, das ist Mädchen-Logik ;) Fakt ist, dass der Zündfunke weg ist. Praktischerweise fällt das Zündkabel uns fast aus der CDI entgegen. Das kann man wohl nicht als ernsthafte Panne werten. Wir fahren auf einer wunderschönen Strecke direkt am Vierwaldstättersee entlang, über den Furkapass (bei strahlendem Sonnenschein hat man ja echt ne tolle Sicht auf so einem Pass.......)



    nach Andermatt und von dort ans Ende der Welt ins Binntal. Dort werden wir schon erwartet. Wir geben das Ersatzteil ab, bauen das Zelt auf, grillen gemütlich, stellen noch fest, dass sich Schneewittches Hinterrad beginnt, selbständig zu machen (ups) und gehen in einer saukalten Vollmondnacht auf 1800m Höhe in den Schlafsack. SCHEISSE es ist so kalt! 3 Grad, und das nach dem endheissen Juli und dem Bodenseeklima, ich bin mir ziemlich sicher zu erfrieren.




    Tag 4
    Binntal - Gotthard - Tomils
    Wir haben tatsächlich überlebt ;)
    Auf der Toilette finde ich das Tagesmotto :D



    Der Himmel ist blau, wir bekommen noch ein lecker Frühstück, packen die Roller und fahren los. Erledigen den Nufenenpass



    und treffen auf der Passhöhe auf 3 Italiener mit PXen. Die freuen sich wie wahnsinnig, dort oben was anderes als Motorräder zu sehen, können aber leider weder englisch noch deutsch, wir kein Italenisch. Also winken wir uns wild zu, lachen und fahren weiter. Auf Anraten von Mo über den alten Gotthard. Wir fragen einen Motorradfahrer nach der alten Strasse. Der guckt uns ungläubig an: "Die ist aber schlecht?!" hm, unser Fahrwerk ja irgendwie auch. Er hilft uns aber nett weiter und ich kann nur jedem empfehlen, da hochzufahren! Die Strasse besteht großteils aus engen Kehren und Kopfsteinplaster, es macht einen Riesenspass da Kopfsteincross hochzudüsen.



    Auf der Passhöhe wieder die selben Motorradfahrer und die 3 PX-Italiener, in den Alpen ist die Welt klein :) Pass runter, zurück nach Andermatt und direkt in eine Werkstatt zum Drehmoment-Schlüssel ausleihen (ein Maserati steht auf der Hebebühne, hier sind wir richtig ;) ) Während Herr Ramzamzam die Hinterradmutter wieder mit dem richtigen NM-Wert anzieht, gröhlt gegenüber eine Motorradfahrer-Gang. Einmal möchte ich sehen, wie was an ihrem Motorrad kaputtgeht, ich wette, da kommt direkt der ADAC.... Eigentlich haben wir aber viel Spass mit Motorradfahrern. Es gibt kaum neutral, entweder sie sind begeistert oder entsetzt, viel dazwischen gibt es nicht :+7
    Wir fahren über den Oberalppass (der ist echt unspektakulär) den Voderrein entlang. Im Geschwindigkeitsrausch verpasse ich die Abzweigung ins Rheinaulta..... Wir nehmen den UmRückweg von 6km in Kauf und fahren zurück, das lohnt sich. Ich kenne die Strasse, und es ist einfach ein toller Blick auf die zerklüfteten Felsen.
    Ausserdem fahren wir durch Carrera - hallo? ist das geil oder was? :D
    Ankunft bei meiner mum im Domleschg, wieder ein Bett, und das auf 800m, es besteht eine realistische Chance, diese Nacht nicht zu erfrieren ;)



    Tag 5
    Domleschg - Chiavenna - Domleschg
    Chiavenna ist immer einen Ausflug wert. Erstens Italien, zweitens super Eis, drittens genialer Cappuccino, viertens über meinen Lieblingspass und so weiter und so fort. Also los zum Eisdielenrun. wir fahren über den Splügen. Die Auffahrt ist schön und typisch Schweizer Straße, wir passieren die Grenze, die Aussicht ist toll, die Abfahrt spektakulär. Die Straße ist plötzlich italienisch, mit winzigen Serpentinen, schlechtem Asphalt, die Naturtunnel einspurig, ich weiß ich wiederhole mich, aber: ich liebe diesen Pass!



    Vor einem Krankenwagen fahren wir ins Tal (man möchte da oben echt keinen Notfall erleben) schlendern durch die Stadt, kaufen ein Eis, freuen uns, dass bei der Abfahrt eine PX neben uns parkt (im Gegensatz zu vor 5 Jahren scheinen die Vespas hier nun endgültig aus dem Stadtbild verschwunden zu sein: vermutlich war Borletti hier ?( ) und fahren wieder über die Grenze und über den Malojapass. Gegen den gewaltigen Splügen ist der kleine Maloja eine Art Schluckauf :)



    Vorbei am Silvaplana-See und Sankt Moritz (was wollen alle nur mit dieser furchtbar hässlichen Stadt?) fahren wir auf den Albula. Flip kann ihn einfach nicht leiden. Obwohl es lange nicht der höchste Pass ist, beginnt sie das Stottern. Im Leerlauf bei der Abfahrt geht sie aus. Sie findet den Albula blöd blöd blöd. Ich lasse sie rumzicken, im Tal hat sie sich abgeregt und springt wieder an. Letztes Jahr hat Schneewittchen hier genau die Zicken gemacht, sie mögen den Pass nicht - wir habens dann jetzt verstanden.
    Auf dem Heimweg haben wir kurz WLAN - die Wettervorhersage verspricht nichts Gutes. Eine Regenfront von Italien bis zum Bodensee. Doof. Umkehren? Weiterfahren? Wir entscheiden uns gegen eine Weiterfahrt an den Gardasee und wollen das Wetter im Domleschg aussitzen.



    Tag 6
    Domleschg - Juf - Domleschg
    Das Wetter am morgen ist grau. Wir beschliessen, nach Juf zu fahren, das höchstgelegene, ganzjährig bewohnte Bergdorf Europas. ich mag das Tal sehr und man kann toll Murmeltiere gucken (ahhhhh, ich liebe Sie :love: ) In Juf ist es stockenfinster. Wir laufen eine Stunde durch das Tal, kommen zurück zu den Rollern und es fängt an zu schütten und zu hageln.



    Wir warten unter einem Hausdach und essen Kuchen. Irgendwann schmeissen wir uns dann in Regenklamotten und Warnwesten und machen uns auf den Heimweg. Ich hasse nasse Strassen..... Wir passieren den letzte Tunnel an der Viamala-Mala Schlucht, kommen in Thusis raus und: die Sonne scheint! Manchmal hasse ich diese Täler......



    Tag 7
    sitzen wir bei Regen in Chur aus

  • Tag 8
    Domleschg - Feldis - Domleschg
    Eigenlich wollen wir Richtung Livigno starten, doch die Wolken hinter dem Tal sind rabenschwarz. Wir überlegen hin und her und gerade, als wir die Roller beladen wollen, geht der Regen los. Wir entschließen uns, nicht zu fahren. Stattdessen fahren wir auf die "Cazis Tuning-Days" und amüsieren uns ein bisschen ^^ Dort drücken sich mehr Tuning-Begeisterte rum als erwartet. Als die Sonne rauskommt, fahren wir kurzentschlossen den Berg mit Blick aufs Domleschg hinauf. Von dort hat man an diesem Abend eine schöne Aussicht auf das "Wolkenloch", das typisch ist für diese Region und einem viel Regen erspart.



    Leider ist man dann quasi in seinem Schönwetterloch gefangen, denn an den Bergen hängen die Wolken fest. Bei sonniger Aussicht ärgern wir uns ein bisschen, morgens nicht nach Italien aufgebrochen zu sein.



    Tag 9
    Domleschg - Stilfser Joch - Livigno
    Das Wetter ist schlecht, die Vorraussage ist weiterhin schlecht, unser Urlaub geht langsam zu Ende: Scheiß aufs Wetter, wir fahren los! Im Trockenen starten wir Richtung Davos. Die Wolken verheißen nichts Gutes. Wir fahren in kompletter Regenmontur, es ist trotzdem scheiße kalt. Der erste Pass ist der Flüela. Mit Sicherheit ein schöner Pass, wenn man denn was sehen würde.... Bis auf die Passhöhe regnet es. Das Passhaus hat zu, erfahrungsgemäß kein gutes Zeichen, die kennen sich aus mit Wetter. Netterweise ist es auf der Abfahrt trocken. Wir tauen ein bisschen auf und fahren direkt weiter auf den Ofenpass. Der macht seinem Namen alle Ehre und versucht, mit ein bisschen Sonne zuversichtlich zu stimmen. Leider soll es heute der einzig trockene Pass bleiben. Der Kiosk auf der Passhöhe hat offen. Die nette Besitzerin erzählt uns, dass gestern Schnee lag. Hm, jetzt sind wir doch ganz froh, gestern nicht gefahren zu sein..... Vom Ofenpass fahren wir weiter Richtung Müstair und biegen kurz vorher ab auf den Umbrail. Auch dieser Pass mag im Trockenen sehr schön sein, doch mit Beginn der unbefestigten Straße setzt der Regen ein.
    Wir fahren einfach nur in einer riesigen Wolke herum. Auf der Passhöhe ist es saukalt. Wir überqueren wieder die italienische Grenze, der Blick zum Stilfser Joch ist mehr als bescheiden: Schnee, Wolken, Nebel. Ach, egal! So hoch waren wir noch nie mit den Rollern: über 2700m. Wir beißen die Zähne zusammen und fahren in den Graupelschauer :pinch:



    Leider können wir keine schöne Aussicht genießen, und so bleibt uns auch leider eine ganz besondere Attraktion der Alpen verwehrt :D



    wer findet sie? Kleiner Tipp: die Familie scheint es in vielerlei Hinsicht hoch hinaus geschafft zu haben...


    Die paar Motorradfahrer auf der Passhöhe berichten zwischen Schneeresten nur von Regen, egal aus welcher Richtung sie kommen. So bleiben wir bei unserem Plan, nach Livigno zu fahren und begeben uns an die Abfahrt Richtung Bormio. Es regnet und regnet. Wir stechen in den nächsten Pass: Passo di Foscagno. Mittlerweile ist mir die Passhöhe scheissegal. Kleine Flüsschen laufen die Straße hinunter, Schneewittchen zickt mit Zündaussetzern, Flip bleibt tapfer. Etwas anderes kann ich auch gerade nicht gebrauchen: Vor Kälte kann ich meine Finger nicht mehr bewegen. Ich fahre rechts ran, weil ich nichtmal mehr bremsen kann. Finger kneten, Zähne zusammenbeißen und ab ins Tal nach Livigno. Dort kennen wir eine super Apres-Hütte, die wir erst mal ansteuern und uns Cappuccino bestellen. Die erste Tasse eigentlich nur zum Finger auftauen. Uns ist klar, dass wir hier HEUTE nicht zelten wollen (wir sind wieder auf 1800m.....) Wir suchen uns ein Hotel. In der Tiefgarage steht eine PK Red-Bull-Crosser mit Parma-Kit, das werten wir als gutes Zeichen und verzeihen den Italienern, dass sie nachts unsere abgeschlossenen Roller herumrücken. Nach so einer Tour ist ein Hotelzimmer schon toll, wenn es eine heiße Dusche gibt: das Hotel ist suuuuper ;) Wir gehen Pizza essen, bekommen statt einem Glas direkt die ganze Flasche Limoncello auf den Tisch gestellt und sind mit dem Tag versöhnt.



    Tag 10
    Livigno - Julier - Domleschg
    Morgens schauen auf wir auf Wolken, die quasi auf der Straße liegend übernachtet haben. Wir frühstücken schnell und fahren mit den bepackten Vespas zum Supermarkt in der Fussgängerzone (Livigno ist steuerfrei :+7 ) Während Ramzamzam uns diverse "Nervennahnrung" organisiert, entwickeln sich unsere Roller zur kleinen Attraktion. Ein kleiner Italiener stürmt aus seiner Bar und erzählt mir mit Händen und Füßen einen italienischen Roman. Leider sind wir immer noch nicht weiter wie auf dem Gotthard: er kann weder englisch noch deutsch, ich kein italienisch. Der Sinn seiner Worte ist mir aber klar: irgendwas mit bellissima, grande, bravo, italienische Vespa - super Technik!!!
    Quasi eine italienische Ode an die Vespa (vermutlich gehörte seinem Vater auch die 750ccm Vespa und dem Opa die sehr rare PX50 ;) ) Er möchte uns gerne zu einem Capuccino einladen, aber mit Fingerzeig zu den schwarzen Wolken lehnen wir dankend ab. Als wir losfahren, meint Ramzamzam lachend, ich hätte ihm mal klar machen sollen, dass die Karosserie zwar italienisch sein mag, die zuverlässige Technik aber reinster Ruhrpott ist :D
    Wir fahren im Regen den Forcola di Livigno hinauf und auf der anderen Seite hinunter ins Valposchiavo. Es regnet. Irgendwo hier soll es sehenswerte Gletschermühlen geben. Das Navi zeigt einen Weg von 20min in die Berge. Es regnet immer noch. Ich habe keine Lust mehr, irgendwas mit Wasser anzuschauen. Wir drehen um und fahren den Bernina hinauf. Die Straße macht einfach Spaß. Hinter uns fährt ein Bus, die Kehren sind eng. Ich "presche" im zweiten Gang vollbepackt die letzten engen Kurven vor dem Bus hinauf, erreiche das Passschild, schieße mit hochgereckter Faust vorbei, fahre links ran und breche gackernd über dem Lenker zusammen. Drehe mich zur Seite und sehe den Busfahrer, der sich ebenfalls bald bepisst vor lachen. Wir winken uns zu. Dafür macht man sowas, oder? ^^



    Auf der anderen Seite des Berninas klart der Himmel auf. Unsere Laune steigt noch mehr. Wir fahren wieder über Sankt Moritz, tauen auf und fahren die erste Steigung zum Julier hinauf. Es beginnt wieder zu regnen, yieeehhaw....wir fahren mal wieder bei Regen über die letzte Passhöhe unserer Reise. Für diesen Urlaub hab ich die Schnauze voll von Passhöhen. Auf der Abfahrt erwischen wir ein kurzes blaues Loch am Marmorera-Stausee und picknicken. Wir fahren wieder durch den letzten Tunnel vor Thusis uuuuund....auf der anderen Seite schüttet es. Ich HASSE diesen Tunnel. Die letzten 10 Km schüttet es wie aus Kübeln, Schneewittchen schmeißt das Handtuch. Ramzamzam verbaut eine Taschentuchverpackung als CDI-Dichtung und wir können weiterfahren. Zu Hause versuchen wir die Klamotten zu trocknen. Wir wollen an den Bodensee! Morgen! Egal was kommt, Schwimmhäute haben wir eh schon.



    Tag 11
    Domleschg - Überlingen
    Kopfweh! 3 Personen, 3/4 Flasche Limoncello. Schön wars trotzdem. Der Morgen begrüßt uns mit Regen. "Schnürlesregen" nennt man das bei uns im Süddeutschen. Was solls. Wir haben gar nichts anderes mehr erwartet. Letztes Jahr hatten wir auf der Heimfahrt das gleiche Wetter: vom Domleschg bis auf die schwäbische Alb ununterbrochen Regen. Dieses Jahr wollen wir nur bis Überlingen, wir sind entspannt. Ich drohe dem Regen mit meinem Einweg-Regenkostüm, das scheint zu wirken. Wir laden im Regen, starten und: der Regen hört auf! Fast ein bisschen unheimlich..... Wir kommen super voran. Fahren durch Lichtenstein, erreichen Österreich, tanken nochmal voll, passieren die Grenze und machen Pause im MC in Lindau. Entspannt starten wir Richtung Überlingen. Wir kommen gut voran, fahren gemütliche 90 hinter einem LKW auf der Landstraße, müssen in Immenstaad abbiegen und die Spur wird kurz zweispurig. Wir überholen den LKW, da passiert es: Bei Schneewittchen reißt im vollen Beschleunigen der Zug. Vor uns bremst ein Auto, hinter uns fährt der LKW, links der Gegenverkehr und rechts ich.... Bremst mal eine 200er im Beschleunigen mit ihrem Bremsschen...... Ramzamzam entscheidet sich rechts für die Einfahrt, dazwischen bin halt ich. Während ich auf den Kinnschutz meines Integralhelms knalle und auf dem Visier den Schotter entlangrutsche, bin ich ziemlich dankbar, Jethelmen noch nie getraut zu haben. Flip macht das, was sie am besten kann: sie fällt auf ihre alten Kampfspuren. Nur der St. Pauli Aufkleber überlebt es nicht.



    Wie heißt es so schön: Aufstehen,(neuen Kupplungszug einziehen), Krone gerade rücken, weiterfahren ;) Schutzkleidung ist schon was Tolles.
    Bei Vollgas beseitigen wir die letzten Kampfspuren, sammeln Mo ein, holen Pizza und machen Feierabend.
    P.S. man munkelt am Bodensee treibt neuerdings Borletti sein Unwesen 8|


  • Tag 12
    Überlingen - Schwetzingen
    Der Bodensee begrüßt uns mit Sonne. Ich kann es kaum glauben: sowas gibts hier???? Wir frühstücken schnell, packen zusammen, fahren noch schnell über Vollgas, um uns von Mo zu verabschieden, und wollen los. Da stelle ich an der Tanke fest, dass mein Tacho nicht mehr geht. Die Schraube, die sich gelöst hat und seit einem Jahr munter unter meinem Tachoglas mittanzt, hat es endlich geschafft und sich in der Kilometerstands-Anzeige eingelocht. Dort hat sie sich geschickt unter der Tachonadel eingeklemmt und blockiert nun alles. Es ist früh, das Wetter ist gut und wir gönnen uns den Luxus, den Tacho aufzubördeln (ich bin etwas sentimental mit meiner Kilometeranzeige rotwerd-) ) Zwischendurch versöhne ich mich mit den Bodensee-Bewohnern: ein netter Motorradfahrer sieht uns Schrauben und gibt uns den Tipp, daß Vollgas ums Eck ist. Ich finde es nett, zumal, weil nach dem Sturz am Vortag KEIN EINZIGER angehalten hat :huh: . Wir schrauben Flip wieder zusammen und fahren über den Schwarzwald nach Hause (yeeeeeeeijjjj, wir sind in Deutschland, die kilometerlangen Überlandumleitungen sind wieder da.... da kürzen wir diesmal doch lieber über den Radweg ab :whistling: ), in direkter Einflugschneise zu unserem Lieblings-thai.


    Wir sind über 2000km gefahren und haben 15 Alpenpässe überquert.


    aufgrund des Wetters hab ich nicht alle Aufkleber erwischt :/
    Nächstes Jahr fahren wir dann vielleicht doch an den Gardasee, und wir nehmen Vechs : mit, damit wir auch mal bei Sonne fahren :hurra: Danke für die vielen Einladungen für Unterwegs, irgendwann schaffen wir es vielleicht doch mal, den Weg bei dem Ein oder Anderen vorbeizufahren :-2

  • Danke für die tolle Beschreibung. Ich habe direkt das Mineralwasser weggestellt ;)

    Es ist immer komisch wenn der Satz nicht so endet wie man es Kartoffel.


    Früher hieß es "Iss deinen Teller leer, dann scheint die Sonne!" - Heute kämpfen wir mit Übergewicht und Klimaerwärmung.


  • mimimi.. nehmt mich gefälligst nächstesmal mit :D


    nichts für Heulsusen die wegen jedem € herum heulen ^^

    Q uando il tempo è bello prendo la vespa
    U na vespa al giorno toglie il medico di torno
    O tto ore di vespa al giorno sono un buon riscalmento
    T re vespe sono meglio di due
    O la va o la vespa


    SUCHE V50 SITZBANK!!!

  • ....Respekt!!!!!!
    ganz tolle Leistung und gewaltiger Bericht!!
    ...nächstes Jahr mit der Rally dann wird das Ganze noch mehr zu einer Rally :whistling:


    lg
    Andreas

  • :love:


    Ipone stellt also nicht mehr nur Öl her...
    St.Pauli Aufkleber kümmer ich mich. Dänemark finden Viele schön, vielleicht treibt´s Euch ja mal in nördliche Gefilde.
    Wir überlegen nächstes Jahr auf die IoW zu fahren (wenn´s stattfindet). Ihr seid herzlich eingeladen...

    Die Geschichte der Seeräuber, auch Likedeeler (Gleichteiler) oder Vitalienbrüder genannt, ist eng mit dem Namen von Klaus Störtebeker verbunden.
    Von ihm wird gesagt, daß er einen Teil der Beute gerecht an arme Leute verteilte (lik deelte).


    The bitterness of poor quality remains long after the sweetness of low price is forgotten.

  • Susi! Toller Bericht und danke dafür! Und freut mich zu hören, dass Dir bei dem Sturz nichts Schlimmes passiert ist !!!!! :thumbup: Gibt mir, bei meiner Jet-Helm-Fahrerei, echt zu denken.... :whistling:

  • Hi,


    schöner Bericht, auch wenn das Wetter manchmal nicht so toll war.


    Wie viel Kilometer schafft man denn so an einem Tag ohne sich kaputt zu machen?


    Ausfälle hattet ihr ja wohl nur untergeordnet zu verzeichnen. War das Glück oder besondere Vorbereitung?


    Ich finde das Klasse.


    :thumbsup::thumbsup::thumbsup:


    Gruß aus Hessen


    Steffen

  • ...,die zuverlässige Technik aber reinster Ruhrpott ist


    beste stelle :love:


    toller bericht und schön das dir nichts ernstes passiert ist :thumbup:


    und natürlich das du mit dem werten Herrn Ramzamzam gut rum- und heimgekommen bist 8)

  • danke danke ^^ (Hubi :love: )
    falls die Rally denn mal fertig wird darf die sicher mit :rolleyes: dann gibts ne Tour mit gs3 und rally 200 :love:
    Ich glaub wir haben weder Glück noch Vorbereitung - ich fahr meine PX quasi täglich (abgesehen vom Winter) und die hatte noch nie was.
    (Liegt vielleicht auch an dem guuuten Ruhrpott-Motor, worüber max sich grad freut :-2 )
    Wir sind letztes Jahr schon um den Lago Maggiore und den Comer See, und da hatten wir auch gar nix. Seit dem hab ich ein neues Hinterrad montiert und die HD eine Nummer kleiner, weil Flip auf den Pässen etwas Atemnot hatte - das wars. Die Vorbereitung besteht eigtl immer nur aus Gepäckträger (und Vigano :-3 ) montieren und evtl. Karte kaufen.
    Ich würd als Tagestour immer so um die 300km planen. Wir sind auch schon über 400 gefahren, das ist aber schon recht viel. Ein Alpenpass dauert länger als Landstrasse, bei Regen schafft man weniger als bei Sonne (ich auf jeden Fall :D)
    Im Schnitt kann man sagen, 50km in der Stunde. Klingt wenig, aber ist realistisch bei Landstrassenfahrt über Ortschaften und mit den Tankstopps.


    Likedeeler : was ist IoW? 8| Vielleicht ist im Norden mal Sonne, einen Versuch wärs ja wert :D (P.S. wer ein "h" für Phone findet, darfs behalten.... ;) )


    Und Holgi, nächstes Jahr die Alpdays-Crew auf Tour? das wär doch was :love:

  • respekt für eure tour würd ich auch gern mal machen.
    leider kommt immer irgendwas dazwichen.



    Susi! Toller Bericht und danke dafür! Und freut mich zu hören, dass Dir bei dem Sturz nichts Schlimmes passiert ist !!!!! :thumbup: Gibt mir, bei meiner Jet-Helm-Fahrerei, echt zu denken.... :whistling:


    ich trag mitlerweile nur noch mein klaphelm das ich beim fahren geschlossen bin.
    ne freundin von mir hat vor ein parr wochen von 50 runter mit dem gesicht gebremst und da ich jetz weis wie das aussieht fahr ich nur noch geschlossen.

  • Die Geschichte der Seeräuber, auch Likedeeler (Gleichteiler) oder Vitalienbrüder genannt, ist eng mit dem Namen von Klaus Störtebeker verbunden.
    Von ihm wird gesagt, daß er einen Teil der Beute gerecht an arme Leute verteilte (lik deelte).


    The bitterness of poor quality remains long after the sweetness of low price is forgotten.

  • arni?
    Regnets in GB nicht immer? :D


    meinste das kehrt sich dann um wenn wir kommen? :+6


    apropos helm hedge: uns hats beide gelegt, nur passiert ist quasi "allen 4" nichts ;)
    das war jetzt mein dritter sturz, aber der erste, der so radikal auf den kopf ging. im fallen probiert man ja immer noch sich "schön" hinzudrehen, klingt blöd, weiß aber jeder, den es hin und wieder hinschmeißt (ich bin jahrelang geritten, da hat man sturzerfahrung :-4 ) aber wenn man übers beinschild geht, landet man auf dem kinn :S (lass dir mal geschichten von chup4 : aus der zahnklinik erzählen.... :whistling: )