Nach Vollgasfahrt wird Standgas nicht mehr gehalten

  • Zitat

    Eine richtige Fase habe ich allerdings nicht reingemacht, dachte das wäre dann zu viel des Guten. Wieder was gelernt. Werde mich dann an deinem zweiten Bild orientieren!

    oder so: (6 mm sind allerdings zuviel des guten beim DR mit 47 mm Durchmesser):

    Nebel zieht in dichten Schwaden übers Moor von Forest Hill.
    Grün gespenstisch glänzt ein Irrlicht. Es ist Nacht in Baskerville.
    Cindy und Bert, 1970

  • jau okay, ich hätte jetzt son standard 1x45 mit augenmaß reingeschnitzt :-4

    was empfiehlst du an weiterer Bearbeitung des Zylinders? Man sieht da ein paar Spuren, wenn ich mit dem Finger fahre spür ich da aber nicht wirklich was....

  • was für mich auch noch interessant wäre, nur mal zum Verständnis:


    Diese rußige Ablagerung da oben links am Zylinderkopf, ist das "normal"? Wie kommt das zustande?

    Im selben Atemzug:

    Wie kommt dieses Bild zustande, alles Schwarz bis auf einen "Pfad" quer durch?

    Hat da jemand ne Theorie? oder noch besser Fakten? :-3

  • Die Ablagerungen sind normale Verbrennungsrückstände vom Zweitaktöl.
    Dein Zylinderkit ist neu und noch nicht eingefahren, und somit siehst du die Ablagerungen in der Anfangsphase.

    Später wird das alles voller Ablagerungen sein, sodaß du gar kein Muster oder Ungleichmäßigkeiten mehr erkennen kannst.



    Einseitige Ablagerungen (gleichgültig an welcher Stelle) deuten vermutlich auf eine nicht ganz astrein symmetrische Anordnung der Überstromkanäle oder eine einseitig in die Überstromkanäle ragende Zylinderfußdichtung.
    Ich hatte schon Fälle, bei denen z.B. eine abgebrochene Kühlrippe oder ein Klumpen Pferdemist in den Kühlrippen für ähnliche einseitige Effekte im Inneren gesorgt hat.
    Einseitige Ablagerungen am Zylinderkopf können auf eine undichte Stelle zwischen Kopf und Zylinder hindeuten - es würde mich nicht wundern, wenn die Dichtfläche des Kopfes eine undichte Stelle an der korrespondierenden Stelle des Kolbens aufweist.

    Meine persönliche Ansicht...
    Insgesamt ist so ein DR ein ganz feiner Einsteigerzylinder..natürlich nicht der PS-König zum Angeben auf der Customshow, kein Rennzylinder, aber das Material (Grauguss) ist gut bearbeitbar und kann bei Eigeninitiative, Lernwillen und Geduld als Versuchsobjekt dienen und schöne Aha-Effekte erzeugen.

    Nebel zieht in dichten Schwaden übers Moor von Forest Hill.
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  • Danke für die Erklärung!

    Der Zylinderfuß war auf jeden Fall undicht, das konnte man direkt sehen als die Hutze ab war, am Kopf hab ich auf den ersten Blick nichts gesehen, werd ich mal noch nachschauen.

    Noch eine Frage: angenommen ich finde das abgebrochene Stück des Kolbenrings, dann muss ja irgendwo trotzdem noch das aus dem Material rausgebrochene Material rumfliegen. Auch wenns nur sehr wenig ist.

    Ist das vernachlässigbar?

  • Heute nochmal an die ausgebauten Teile gegangen. Siehe da: es klappert im Auspuff. Ist ein Sito Plus. Sehe da so direkt keine Möglichkeit den zu öffnen. Nach 20 Minuten schütteln macht das Stück vom Kolbenring (wenns das denn wirklich ist) keine Anstalten wieder raus zu kommen. Im Zweifel drin lassen? Oder weiter schütteln?

    Schüttelnde Grüße 8o

  • Um zu klären ob es wirklich das Teil ist, Shake ist Baby!

    Oder fest dran glauben, dass alles draußen ist und fahren

    Wenn man ehrlich ist: Im Winter fahren ist nur cool wenn man im Sommer von erzählt!!!!!!!

  • Mööööp, hab jetzt festgestellt, das was da klappert ist nur die Mutter zur Befestigung des Auspuffs rotwerd-) also such ich doch mal im Motor...

  • Würde ich auf jeden Fall auch machen und sonst so, wie jack oben schon beschrieben hat auf die Suche gehen. Nicht das du dir nachher noch die Drehschieberdichtfläche im Motorblock versaust, weil das abgebrochene Ringstück da noch munter Karussell im Kurbelwellenraum fährt.


    Neben neuem Kolben und Ringen kannst du den Zylinder auch "russisch" wieder aufhübschen (habe ich ohne Probleme bei Klemmern/Reibern immer so gemacht). Um den Aluabrieb des Kolben aus der Zylinderlaufnahn wieder weg zu bekommen:


    Ätznatron (gibt´s billig in einer gut sortierten Apotheke um die Ecke) besorgen und kleine Menge 1:1 mit Wasser mischen in einem Glas/Keramik. Achtung: Wird sehr warm bei Reaktion, daher auch schön mit Handschuhen und Brille arbeiten. Die Lösung dann mit einem Pinsel auf die Abriebstellen aufbringen. Nach einiger Zeit bildet sich dann so ein weisser Schaum. Den Vorgang so lange wiederholen, bis es nicht mehr schäumt bzw. Aluabrieb weg. Dann Zylinderlaufbahn gut mit Wasser ausspülen, abtrocknen und mit etwas 2-Taktöl benetzen. Fertig.

  • Jau Danke. Zum Vorgehen mit Ätznatron habe ich hier im Lexikon auch schon die Anleitung gesehen, das werde ich auf jeden Fall mal versuchen die nächsten Tage!

  • Kannst statt Ätznatron auch z.B. Drano Rohrfrei nehmen. Das Zeug hat ne geleeartige Struktur und haftet schön. Vorgehen wie hedgebang schrieb!

  • Backschublade auf und Backpulver Natron Backpulver ist das selbe, Konzentration evtl. vielleicht etwas geringer.

  • Backschublade auf und Backpulver Natron Backpulver ist das selbe, Konzentration evtl. vielleicht etwas geringer.

    Selbst mal probiert? Ich habs gemacht, absolut wirkungslos....

  • Nö, aber mit Gleichstrom geht rost weg...

  • es geht weiter...

    hab heute nochmal Zeit gefunden. Nachdem ich das vermisste Stück vom Kolbenring so ohne weiteres nicht finden kann und der Motor laut Vorbesitzer zuletzt vor 32 Jahren geöffnet war hab ich mich dann doch entschlossen den ganzen Krempel mal zu spalten. Bin jetzt an dem Punkt wo die Hälfte sich eigentlich trennen sollen. Das tuen sie auch bis auf eine Stelle unten an der Ölablassschraube. Da ist ja auch noch so ein Zentrierbolzen, habe das Gefühl dass es an dem hängt. Hab das Ding schon schön mit WD40 eingesaut, aber da bewegt sich garnichts. Muss der denn komplett rausgeschlagen werden? Wenn ja, in welche Richtung? oder bleibt der in einer Motorhälfte stecken und die andere wird abgezogen? Gibts da sonst irgend einen Trick?

  • Kann vorkommen, ist aber kein Grund zu ernsterer Besorgnis; dieser Fixierstift ist wohl etwas festgerostet. Er wird vorsichtig entfernt, man muß aber aufpassen, daß alles heil bleibt.


    Vorschlag:

    Mit dem Heißluftfön warm machen und vorsichtig mit einem Durchtreiber oder (falls zur Hand) Messingtreibdorn raustreiben


    Vorsorglicher Hinweis: bitte NICHT mit dem Schraubenzieher da herumhebeln.

    ;)

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  • Nene, hebeln wollte ich da garnichts. Hab Angst um die Dichtfläche :+2

    Ist es denn egal in welche Richtung der ausgetrieben wird? Kann da auf der Lima-Seite zwar so nen kleinen Absatz über dem Bolzen entdecken, aber so richtig ersichtlich in welche Richtung der raus gehört ist es mir irgendwie nicht. Heißluftföhn halte ich jetzt direkt mal drauf! :-8

  • Nur soviel treiben, bis das Gehäuse sich trennen läßt.
    Ist es getrennt, Bolzen wieder in die selbe Position zurücktreiben und den vermutlichen Rost mit feinem Nylonschleifvlies entfernen und den Stahlstift wieder blank machen (er soll ja wieder unbeeinträchtigt seinen Dienst erfüllen.)


    Wenn er schon mal so fest sitzt, ist die Richtung egal.

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    Einmal editiert, zuletzt von jack o'neill ()

  • Danke jack o'neill ! hat super geklappt mit erhitzen und austreiben. Hälften sind auseinander!

    Das Stück vom Kolbenring ist aber weiterhin verschollen. Ein Teil davon steckt wohl in der Drehschieberfläche:




    Als alles noch zusammengebaut war habe ich mal etwas Zweitaktöl von außen durch die Öffnung für den Ansaugstutzen bei geschlossenem Drehschieber einlaufen lassen. Das stand ne ganze Weile drin ohne abzulaufen, bis ich es dann letztendlich mit nem Tuch "abgesaugt" habe. Dürfte also noch relativ dicht sein. Was mache ich damit? So lassen? was wegnehmen und auffüllen? Ein bisschen beischleifen?

    Was noch so auffällt:



    Da fehlt ja irgendwie was am Material. =O Ist das der Todesstoß für den Motor? :+5


    An der Kupplung hats scheinbar auch ein kleines bisschen was zerfressen:




    Für eine einschätzung der Lage wäre ich sehr dankbar. :wacko::wacko::wacko:

  • Zitat

    Da fehlt ja irgendwie was am Material. =O Ist das der Todesstoß für den Motor?


    Oh, das tut mir leid. Man muß es sachgerecht reparieren.


    Die vom Ringfragment geschrappte Vorverdichterfläche sieht so aus, als ob man den Motor auf einen Membranstutzen umbauen sollte. Ich seh's von hier aus nicht gut, also hängt mich nicht.

    Möglicherweise kann man die beschädigte Partie (bei besser Beurteilungslage) einfach entfernen und hat dann sogar eine größere Einlaßöffnung( und 3 mm längere Einlaßzeit, was gut wäre beim DR 75)

    Die Schäden im Getriebegehäuse...da sehe ich noch keine Ursache, weil du nur Teilansichten gepostet hast. Muss aber komplett zerlegt und penibel kontrolliert werden. Irgendwelche scharfen Grate etc. kann man sachte beischleifen.


    Sicher wird man die Lager tauschen müssen und auch dem Schaltgetriebe genauer auf den Grund gehen. Von hier aus schaut es so aus, als ob der Vorbesitzer kein Fan des gemeinen Getriebeölwechsels war.

    Mach doch bitte alles mal gut sauber, daß man ein komplettes Bild hat...

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