P200E - Problem: Plötzlich greift/ruckt die Kupplung beim Anfahren

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  • P200E - Problem: Plötzlich greift/ruckt die Kupplung beim Anfahren

    Hallo,

    habe mir vor ca. 1 Monat ne P200E (213 Pinasco, Langhub, 28er Dellorto, Malossi Ansaugstutzen) zugelegt und habe ein recht komisches Problem mit der Kupplung wofür ich hier noch keinen passenden Beitrag finden konnte.

    Kurz: Die Kupplung hat fast keine Schleifeigenschaft (Weiß nicht, wie ich das besser beschreiben soll). D.h. wenn ich im 1. Gang bin und aus dem Stand losfahren möchte, Gas gebe und dann ganz normal und langsam die Kupplung kommen lasse, dann ruckt die Wespe plötzlich relativ stark nach vorne, also so als ob ich die Kupplung schon mit einem Schlag und ganz plötzlich löse. Wenn das passiert, dann höre ich auch kurz ein komisches Schleifgeräusch, als ob sich zwei Kupplungsscheiben plötzlich verhaken oder so ähnlich.
    Und jetzt mache ich mir bei jedem mal im Stand fast in die Hosen die Kupplung kommen zu lassen...denn wenn dieses ruckartige "nachvorneruckeln" passiert erschrecke ich mich immer voll...


    Das das natürlich sehr unangenehm ist, kann man sich sicher vorstellen. Besonders schlimm ist es, wenn ich an einem Berg anfahren soll...und dieser Berg ist dann auch noch in der Innenstadt und alle gucken mich dann an, wenn der Roller kurz nach vorne hüpft und ausgeht.

    Meine bisherige Lösung ist, dass ich mit so wenig Gas wie möglich versuche anzufahren...also vielleicht 1000-1500 Umdrehungen...wenn ich mehr Gas gebe...und so langsam und sachte wie möglich die Kupplung kommen lasse, dann hüpft sie kurz stark nach vorne...

    Oftmals ist das auch schon so heftig und schnell gegangen, dass ich nicht mal mehr schnell genug bin die Kupplung zu ziehen, damit der Motor nicht ausgeht..

    Achja...der Verkäufer sagte auch, dass die Kupplung wegen des schon recht umfangreichen Tunings "verstärkt" ist...Die ganzen Tuningmaßnahmen wurden vor ca. 1 Jahr und 1500 km gemacht.

    Würde mich sehr freuen, wenn mir jemand sagen kann, was das ist, und wie ich hier als technisch durchschnittlich versierten Rollerfahrer an die Sache rangehen sollte.

    Grüße

    Heiko

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von laptolap ()

  • Wechsel mal vorsorglich das Getriebeöl, dann würd ich noch den Kupplungszug etwas mehr spannen unten an der Rendellschraube !
    Wir fahren keine Vespa.................... die Vespa erlaubt uns nur einige Ihrer Funktionen zu übernehmen dafür bringt sie uns an unser Ziel.
  • Hey super. Vielen Dank für die rasche Info.

    Das mit dieser Schraube kann ich noch nachvollziehen.
    Heisst das, dass wenn ich das Getriebeöl wechsle auch die Kupplung mit neuem Öl versorgt wird?!
    War immer der Meinung, dass müsste man extra machen und neue Kupplungsscheiben in Öl legen bevor man sie einbaut...
    Also liegt die Kupplung dann vollständig in "Getriebe-Öl"?!

    Naja...wie gesagt...nur durchschnittliches Wissen...;-)
  • Jep... Kupplung liegt im Ölbad und wird beim fahren mit Öl bespritzt, und wird mit dem Getriebeöl mitversorgt !
    Wir fahren keine Vespa.................... die Vespa erlaubt uns nur einige Ihrer Funktionen zu übernehmen dafür bringt sie uns an unser Ziel.
  • Ah...ok...habe vorhin gelesen, dass ich irgendein Öl mit SAE 30 kaufen soll...richtig?
    Und wenn diese beiden Lösungsmöglichkeiten nichts bringen, dann müsste man wohl den Motor öffnen und die Kupplung wechseln, oder?!
    Da ist übrigens eine 3 Scheiben Kupplung drin. Würdest du mir dann gleich empfehlen eine 4 Scheiben Kupplung zu verbauen?!
    Denn ich denke, damit kann man noch dosierter anfahren, sehe ich das richtig?
    Und wenn der Motor dann schon offen ist, dann sollte ich vielleicht auch noch gleich die Übersetzung ändern, oder?! Denn da ist gerade noch die original Übersetzung drin und der Roller schreit dann ganz schön zwischen 100 und 130...
  • Also das öl ist richtig Getriebeöl SAE 30, das ist richtig wenn dann vier scheiben kupplung oder gleich die von der cosa einbauen, und die übersetzung deiner Zylinderleistung anpassen !
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  • Ok...Moskito...nochmals danke für deine schnelle Hilfe...
    Hoffe die beiden ersten Vorschläge lösen das Problem...ansonsten heisst das viel, viel Arbeit für mich...und davor noch ein Vespa Reparaturbuch kaufen, da ich sonst vermutlich die Kupplung vor das Polrad und den Kupplungszug an den Gasdrehgriff baue...;-)
  • So wie sich das anhört ist da leider mehr im argen.
    Hobel auf die rechte seite legen,Hinterrad ab und dann die 3 Schrauben vom Kupplungsdeckel lösen.Kupplung runternehmen(brauchst du den Kronenmutterschlüssel für).
    Ich wette der Vorbesitzer hat auf ne standart Kupplung noch ne vierte Scheibe draufgeklatscht.Das schreibt SCK dazu:

    Eine hohe Motorleistung kann nur dann weitergeben werden, wenn die (Haft) Reibung zwischen den Kupplungsscheiben das anliegende Drehmoment der Kurbelwelle übersteigt. Ist das Drehmoment sehr groß, muß die Reibung ansteigen. Dies geschieht am einfachsten über die Erhöhung des Anpreßdrucks. Daß dabei die erforderliche Handkraft nicht unbedingt sinkt, dürfte jedem klar sein. Daher versucht man die Kupplung auf den jeweiligen Einsatzzweck hin abzustimmen. Die beste Möglichkeit ein gestiegenes Drehmoment zu ‘verdauen’, besteht daher in der Möglichkeit die Reibfläche zu vergrößern. Dabei wird der Kupplung eine vierte Reibscheibe hinzugefügt und damit die Reibfläche z.B. bei einer PX Kupplung kleinen Typs (erkennbar an den sechs Kupplungsfedern) um 40% vergrößert. Damit liegt sie flächenmäßig schon 580mm über dem einer originalen 200ccm Kupplung (großer Typ, 7Federn). Dadurch wird das anliegende Drehmoment besser verteilt und es kommt nicht mehr so schnell zum Durchrutschen der Kupplung. Um mehr Fläche in der originalen Kupplung zu bekommen, bieten wir komplette vier-Scheiben-Belagsets an. Diese enthalten außer den Kork- auch die Metallscheiben (sowie teilweise auch schon härtere Federn). Die Beläge passen aufgrund ihrer geringeren Bauhöhe ohne Modifikation in die Serienkupplung und verhelfen so zu einer deutlich größeren Fläche (beim großen Kupplungstyp um mehr als 800mm²!)
    Werden harte Federn und mehr Reibfläche kombiniert, kann so eine sehr starke Kupplung aufgebaut werden, die auch höchsten Drehmomenten widersteht.
    Probleme können dann nur noch seitens der mechanischen Festigkeit der Kupplung auftreten. Durch die harten Federn (vor allem Malossi) wird der Kupplungskorb sehr stark belastet und es kann bei starken Motoren schnell zum Einreißen der Körbe kommen (natürlich auch ein wenig abhängig vom Fahrstil...). Doch dafür gibt es ja zum Glück die modifizierten Körbe.
    P.S.: Vor der Montage der Kupplungsbeläge empfiehlt es sich die Korkscheiben eine Nacht in Öl baden zu lassen. Dadurch wird vermieden das die beläge beim ersten Starten trockenlaufen und sofort verbrennen.



    Deshalb verkanten sich jetzt die Beläge also kontrollier das mal.
    Ich kann mich Moskitos Tip nur anschließen Cosakupplung kaufen.
    Das ist ja noch alles easy gemacht,falls du richtig Pech hast sind Ruckdämdferferdern zerbröselt.Das SCK hat es kurz und knackig formuliert also wieder Zitat


    Die Primärübersetzung ist als Bindeglied zwischen Kurbelwelle und Getriebe enormen Belastungen ausgesetzt. Dabei werden entstehende Druckspitzen durch die in der Primärritzel /Vorgelegeeinheit eingebauten Ruckdämpfer wirksam unterdrückt. Nach hoher Fahrleistung und/oder extremer Fahrweise sind die Ruckdämpfer, die aus zwei in einander gesteckten Federn besteht, häufig verschlissen/gebrochen. Dies macht sich in einem starken Anfahrrucken (ähnlich wie bei einer nicht sauber trennenden Kupplung die auf einmal voll zupackt) bemerkbar. Ein anderer Defekt äußert sich in lösenden Nieten. Dabei wird häufig Material vom Motorgehäuse durch hervorstehende Nieten weggeschliffen. Daher ist bei Defekt eine Reparatur der Primär unumgänglich. Aus diesem Grund bieten wir einen Reparatursatz an der nicht nur die Ruckdämpfer sondern auch die Deckscheiben und die Nieten beinhaltet.
    Die Reparatur am Primärtrieb bedingt allerdings die komplette Zerlegung des Triebwerks. Erst dann kann der sogenannte Tannenbaum aus dem Motorgehäuse entfernt werden um die Nieten der Deckscheiben zu entfernen. Dabei gibt es mehrere Methoden.Am Einfachsten ist das abschleifen der Nietenköpfe mittels einer Flex und dem darauf folgenden heraustreiben der Nieten mit einem passenden Splinttreiber (Durchschlag). Ist dies nicht möglich müssen die Nieten ausgebohrt werden. Dies geschieht am besten in einer Standbohrmaschine, da die Nieten zwar sehr weich sind, das Primärritzel selbst jedoch sehr hart ist. Dadurch kann bei einer handgeführten Bohrmaschine schnell zum Abrechen des Bohrers kommen. Sind alle Nieten entfernt, können die Deckplatten abgenommen werden und die defekten Federn entfernt werden.


    Hoffen wir mal das es nur die Kupplung ist,sonst ist spalten angesagt plus Hinterrad Welle raus um ans Primär mit Vorgelegewelle zu kommen.

    Cheers Ante
    Weapons of Mass Destruction
  • Hi Fettkimme, danke für die Fortführung. Ich vermute nämlich auch, dass es ein schlimmeres Problem ist...hatte leiderr noch keine Zeit das Getriebeöl zu wechseln...hierzu nochmal ne Frage: Das wird immer zu 250ml angeboten. Ist das auch die komplette Menge, die man auswechselt oder brauche ich da noch mehr?!
  • So...Also Getriebeöl kam heute an...habe das alte Öl abgelassen und voller Schreck feststellen müssen, dass da nur ca. 75 ml rausgekommen sind...ich gehe mal davon aus, dass das nicht sein sollte...Konnte aber auch kein Leck entdecken...Somit kann es natürlich gut sein, dass die Kupplungsscheiben somit fast keine Schmierung mehr erhalten haben und somit wohl zu trocken wurden...Sehe ich das richtig, meine lieben Vespa-Freunde?!
  • Das kann verdammt gut möglich sein. Interessant wären deine Testergebnisse nachdem du den Getriebeölstand wieder richtiggestellt hast!
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  • Ist ja jetzt wieder auf dem richtigen Stand...werde heute dann wohl mal mit dem Roller ins Geschäft fahren...sollte ich mich bis zum Abend nicht gemeldet haben, dann hat es meine Kupplungsbeläge zerschossen und ich liege im Graben mit nem gebrochenem Bein und Arm...;-) bis heute Abend.
  • Hehe...bin wieder da...läuft super. Habe ja Getriebeöl gewechselt und Kupplungszugspannung erhöht...Bisher kein Verhaken der Beläge mehr...Allerdings ist mein Standgas jetzt viel höher...Kann das von der verbesserten Schmierung im Getriebe oder Kurbelwelle kommen?! Taste mich aber erst langsam wieder an höhere Drehzahlen beim Gasgeben ran...denn das hat sich bei mir voll manifestiert...lustig ist aber, dass mir das Scheinwerferglas vor 15 Minuten bei langsamer Fahrt rausgefallen ist... ;(Bei den starken Vibrationen im Lenker eigentlich kein Wunder...Morgen müsste meine Lenkkopfabdeckung kommen, weil meine jetztige nur noch an einem intakten Gewinde hält...jetzt muß ich mir auch noch nen neuen "Inhalt" für die Abdeckung kaufen...wenn das keine Ironie ist... :D
  • Und eventuell wären so Schwingungsdämpfer aus dem Moppedbereich für dich interessant. Gibt's z.B. bei Louis, und die sehen auch mal gar nicht so Scheisse aus!
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  • Tja.&.Xustekuchen...Kupplungsproblem besteht immer noch...da komm ich dann wohl an einer neuen Kupplung nicht vorbei....

    Es wurde eine Cosa-Kupplung empfohlen...Aber was für eine?! Es gibt da ja verstärkte, und und und...Was meint ihr denn was ich mir bei meinem Tuning kaufen sollte?!