Beiträge von jack o'neill

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    Kann man die nicht auch wechseln?

    Theoretisch schon.
    Die Achse muß mit einer "zig"- Tonnenpresse herausgeholt und ebenso wieder eingepresst werden. Dabei kann man auch die Lager wechseln.

    Allerdings halte ich den Erfolg einer solchen Aktion was die Zuverlässigkeit und Stabilität betrifft sehr zweifelhaft.

    Ich persönlich nehme von so etwas Abstand, obwohl mir ein Dienstleister mit einer Presse weiterhelfen könnte.

    Nochmal:
    das kann noch so toll aussehen wie auf deinen Bildern.
    Was sollen wir damit -> Ausschlaggebend sind der Zustand der Achse und der Schwingenlager.
    Wenn die nicht ok sind kannst du das Ding in die Tonne treten.

    Die letzten Bilder zeigen nicht die relevante Achse auf die es sehr drauf ankommt. Außer einem verdreckten runtergerpckten Lenkrohr sehe ich nix.
    Interessant wäre auch der Zustand der Schwingenlager.
    Das kann man nur prüfen wenn man alles zerlegt und jemand, der Ahnung davon hat, an der Schwinge dreht (und so versucht einzuschätzen ob die beiden festverpressten Nadellager darin noch ok sind).

    In acht nehmen sollte man sich auch vor Lenkrohren, die jemand mit Felgensilber "verschönert" hat. Das Lenkrohr auf den Bildern mit dem gelben Hintergrund sieht ganz so aus, sollte ich mich nicht irren. Es ist das Modell der PK/S, wo der Zug mittels Klemmnippel befestigt wird. Deien PK XL hat wahrscheinlich einen anderen, aber das muß man sehen - passen tut dieses Lenkrohr, nur den Zug muß man ggf. anpassen.

    Im übrigen ein ernst und gut gemeinter Tip:
    "PNP" sind gebrauchte Lenkrohre niemals, schon gar nicht, wenn dir hier nette (und sicherlich erfahrene) Leute aufgrund "nur" von Bildern irgendetwas empfehlen sollen- wir haben alle keien Kristallkugel.
    Wenn ich so ein Lenkrohr kaufe, wird es nicht "PNP" auf gut Glück und aus der Hüfte geschossen eingebaut, sondern vorher instandgesetzt, neu gelagert (Radlager, Nadellager in der Bremsgrundplatte, Dichtunge und Steuerlageratz) und vor allem gründlich gereinigt.


    Eine schöne Abhandlung und praktische Vorführung zum Thema "alter Sprit".
    Für diejenigen, die es nicht glauben und stattdessen lieber den Roller kaputtbasteln im Glauben, daß Sprit nicht zündunwilig werden kann:



    Die Schwingachse sieht angerostet und eingelaufen aus.
    (Dein Foto ist allerdings auch unscharf und nicht aussagekräftig).
    Die muß picobello und tiptop sein - das darf nicht durch die Nadelager eingelaufen sein.

    Schaden und Verschleiß an dieser Stelle sind ein "No Go".
    Also bitte erst mal ein genaues Bild, bevor man dir hier eine realistische Einschätzung geben kann



    Das Foto hier ist zwar auch kein Meisterwerk, zeigt aber gut erkennbar eine Schwingenachse, für die (ich jedenfalls) Geld geben würde:

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    1. Wir haben DC Zündung verbaut.

    2. Spannungregler ist verbaut.

    1. Habt ihr nicht.
    2. DC bedeutet Gleichstrom. Aber ich sehe da einen Spannungsregler mit 2 gelben Kabeln - folglich ist es AC (Wechselstrom)



    Was bedeutet es, daß SIP scheinbar 2 verschiedene Zündungen (AC oder DC) verkauft?
    Es sind sogar 4. Die Anlagen bestehen aus dem Zündungsteil und dem Bordnetzteil, die unabhängig voneinander operieren.
    Entsprechend kann man jeweils frei aus 2 Möglichkeiten des Zündzeitpunkts wählen (variabel oder fest) und aus 2 Möglichkeiten beim Bordnetz (AC oder DC).


    Die eigentliche Zündung besteht aus dem "Basiskit" ZGP + Polrad + Blackbox (aka Elektronikzentrale).
    Bei der Blackbox kann man 2 Versionen wählen:
    "ROAD" (Festzündzeitpunkt, wie original).
    "SPORT" (variabler Zündzeitpunkt).

    Je nach dem, wie man die Bordelektrik aufbauen will, bietet SIP 2 unterschiedlich ausgestattete Kits an:
    (Merke: den Unterschied macht nur die Ausstattung, die ZGP ist immer die gleiche).

    "DC" für den Aufbau eines Gleichstrom- Bordnetzes. Hier ist das Basiskit enthalten PLUS ein Gleichrichter, der zum Laden einer Batterie benötigt wird. Die Batterie versorgt das Bordnetz mit 12-14V Gleichstrom (Das Bordnetz wird i.d.R. nicht direkt an den Gleichrichter gehängt). Der Kabelbaum muß genau abgestimmt werden + es wird eine 12V DC Hupe benötigt.

    "AC" für den Aufbau eines Wechselstrom- Bordnetzes (wie original). Hier ist dem Basiskit ein Spannungsregler beigelegt, der parallel zu den Verbrauchern geschaltet wird und der überschüssige Spannung auf 12-15 V herunterregelt. Es wird eine 12V AC-Schnarre benötigt.


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    wenn ich zb Den Lichtschalter an mache geht die Vespa aus.

    Dann habt ihr die Verkabelung einfach nicht korrekt angeschlossen. Hier hilft es, die SIP-VaPe Anleitung und den Kabelbaum durchzugehen & zu verstehen + ein Multimeter mit Durchgangspiepser. Das ist kein Hexenwerk, aber auskennen sollte man sich schon. Im Zweifel (bevor man Kurzschlüsse verursacht oder den Roller abfackelt) lieber jemand vor Ort hinzuziehen, der sich auskennt. Wenn ich auf den Bilden den ganzen Kabelquetsch- und Isolierbandknorz sehe, (scusi, aber das kann ich nicht anders sagen, das ist gefährlich) muß man davon ausgehen daß man da jemanden braucht, der es korrekt macht.

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    Die Qualität des grünen Kabels ist nicht schlechter als die anderen.

    Sorry, dem muss ich widersprechen. Ich weiß nicht welches Kabel du meinst, aber ich rede von dem grünen Kabel zum Zündschloß bei der Vespa PK/PX (und keinem anderen Modell). Und ich habe weißgott schon genügend dieser Modelle zerlegt und kann dir absolut versichern daß es so ist.





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    Wenn das grüne Kabel so ein spezielles hitzebeständiges Spezialkabel wäre, dann ist diese Idee von Luigi aber ganz schön nach hinten los gegangen.

    Wenn man berücksichtigt, wie es ursprünglich gedacht war ist es nicht nach hinten losgegangen, denn Luigi hat die Kabelbäume nicht für eine Lebensdauer von 20-plus Jahren ausgelegt.
    In der Fahrzeugindustrie werden generell Komponenten nur für eine bestimmte Lebensdauer angelegt. Und unsere alten Vespas haben ihr Verfalldatum schon lange (oft doppelt & dreifach) überschritten.
    Zum Isolationsmaterial der ZGP-Kabel und des grünen Kabels kann man sagen, daß es heute bessere Isolationsmaterialien gibt (z.B. ein "SIFF" LAPP Ölflex Heat 180, das ich selbst für meine ZGP-Verkabelungen verwende)

    Entsprechend der Anforderungen für Verkabelungen...
    ... hat man im Bordnetz meist maximal 80 °C Temperaturanforderung und eine bestimmte mechanische und chemische Beständigkeit. Diese Kabeltype (kennt man unter dem Code "FLRY") hält aber die Bedingungen auf der ZGP nicht lang genug aus, deswegen hat man ein PVC ummanteltes Kabel genommen, Weichmacher und ein Flammschutzmittel dran. Das hält höhere Temperaturen aus, altert aber anders als das normale Kabel - wobei aber immer die Mindestlebensdauer (z.B. 7 Jahre) eingehalten wird.


    Warum geht nun also das grüne Kabel vom Motor zum Zündschalter bei manchen Rollern früher kaputt als bei anderen?
    Antwort: Es hat nichts mit der Stromstärke zu tun beim Ausschalten, sondern mit dem Weichmacher und mit Umgebungsbedingungen, die dazu führen, daß der Weichmacher sich aus dem Material verflüchtigt.
    Das kann passieren, wenn der Roller ungeschützt lange draussen steht .... aber umgekehrt wird speziell das grüne Kabel auch brüchig, wenn der Roller lange extrem trocken steht. Ich habe Fälle in den Pfoten gehabt, wo Roller in trockenen Heizungskellern standen und alles, was an weichmacherhaltigen Materialien verbaut war, zerbröselt ist (z.B. Gummiteile). Das war bei einem meiner eigenen Rollern so, den ich aus einem Heizungskeller heraus gekauft hatte, ebenso bei einer V50N, die 1976 sage und schreibe mit einem KM Stand von 11.000 km eingemottet wurde und dann 2012 wieder ans Tageslicht gezerrt wurde - Lack extrem geil und exorbitant rostfrei, aber alles aus Gummi/Kunststoff war Zwieback.


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    verfolge mal das grüne Kabel, das ist an mehreren Stellen im Kabelbaum zerfressen. Das war bei mir auch so, sogar zum Zündschloß. Ich habe daraufhin den ganzen Kabelbaum getauscht, dann hast Du Ruhe.

    Deswegen den ganzen Kabelbaum zu tauschen finde ich erfahrungsgemäß recht überzogen.

    Das grüne Kabel von der ZGP führt zum Zündschloß und hat bei PX/PK ein anderes Isolationsmaterial als der übrige Kabelbaum.

    Es ist das selbe Material, mit dem die ZGP verkabelt ist. Dessen einziger Vorteil ist, daß es hitzebeständiger ist als das übliche FLRY Kabel, das für den Rest des Kabelbaums verwendet wird. Leider ist dieses Material bei weitem nicht so alterungsbeständig, da darin mutmaßlich Flammschutzmittel (wahrscheinlich ATH ) und vor allem Weichmacher enthalten ist, der im Laufe der Zeit verfliegt und das Kabel dadurch steif und brüchig wird.

    Bevor man den ganzen Roller auseinanderreißt, um den Kabelbaum zu wechseln, lieber prüfen ob es nicht mit dem einen grünen Kabel getan ist.

    Die Qualität der Reprokabelbäume finde ich nicht so prickelnd, es sei denn man kauft die hochpreisigen von SIP aus österreichischer Fertigung.





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    Bist Du Dir sicher, dass es nicht an den Zügen liegt? Zu fest/zu schwach?

    Hatte auch mal das Problem und konnte es so lösen.

    So mach ich das auch...
    Sämtliche hochwertigeren Tuningklauen (speziell auch die DRT PK-Stretta) mögen es nicht, wenn die Züge zu stramm gespannt sind.
    Zusätzlich die Schaltradpackung auf 0,2-0,3 mm ausdistanzieren.
    Züge sollten leichtgängig in Hüllen mit PTFE (TEFLON) oder PE (Polyethylen)-Innenrohren laufen.

    Am Ende macht es Spaß, so eine präzise Schaltung zu haben...

    Auch obligatorisch: so gut wie möglich trennende Kupplung (wir haben ja immer einen restschlupf).
    Da sollte der Kupplungsmechanismus freigängig sein (speziell Riefen im kleinen "inneren" Kupplungskorb lassen das ganze beim Kuppeln verknaten/klemmen)

    Das Thema wiederholt sich öfters, sodaß eigentlich die Suchfunktion genug dazu ergibt.
    Aber dennoch in Kürze:


    Rechtliche Situation
    Um den Roller in Deutschland strassenlegal zu machen, braucht er eine deutsche ABE (Allgemeine Betriebs Erlaubnis) und keine Zulassung.
    Um die ABE zu erlangen, muß der Roller technisch in einwandfreiem Zustand sein und den Bedingungen entsprechen, die zur Erlangung einer ABE nötig sind.

    Vorgehensweise:
    1) Bei der zuständigen Behörde ABE beantragen.
    2) eine Vollabnahme (TÜV-Prüfung) nach §21 STVZO durchführen lassen. Das wird nur einmal gemacht zur Erlangung der ABE, danach nicht mehr.

    3) ABE in Empfang nehmen

    4) Roller versichern und losknattern.
    Dies ist mit weiteren Kosten verbunden. Die Kopie einer ABE ist hier nutzlos da eh eine §21 nötig ist.
    Zur TÜV Vorführung muß der Roller entweder dorthin transportiert werden oder ein rotes Kennzeichen haben.

    Vorsorgliche Bemerkung:
    Fährst du ohne ABE herum, so hast du keinen Versicherungsschutz und keinen legalen Nachweis bei einer zufälligen Polizeikontrolle, daß du überhaupt der Besitzer bist
    Es kommt vor, daß Versicherungen ohne Vorweisen einer gültigen ABE ein Versicherungskennzeichen aushändigen und man es an den Roller schraubt in dem Irrglauben, der Roller sei versichert. Aber falls dann etwas passiert, wird sie mit Verweis auf die Vertragsbedingungen (Roller muß gültige ABE besitzen!) nicht zahlen.

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    Die Oberflächengüte der mehr oder weniger vorhandenen Presspassung ist nur bedingt relevant.

    Das sich die Teile ja später selbst quetschen.

    An die unvoreingenommenen Mitleser, die jetzt "hurra, eine Presspassung!" denken:
    Es ist keine "Presspassung" im Sinne von "Wir pressen mit einer hydraulischen Presse Lager in Stahlteile", sondern wir schrumpfen thermisch Lager in Alugehäuse- Der technisch passendere Begriff hierfür ist "Übermaßpassung".

    Nochmal (falls es vergessen wurde): wer Lager kalt kloppt/presst etc. ruiniert die Lagerpassung im Alugehäuse.

    Sorry für die semantischen Spitzfindigkeiten aber wir wollen doch verhindern daß irgendwer in jugendlichem Leichtsinn und in falschem Glauben an das scheinbar einfachere Rezept in die Autohobbymietwerkstatt rennt und sich dort für 10 Euro die Lager kalt rauspressen läßt (SIC!)
    Ich erlebe es unabhängig von der aktuellen Diskussion nicht zum ersten Mal (erleben heißt: ich hab die Brocken vor mir) , daß Leute ihre Gehäuse durch die falsche Vorgehensweise ruinieren und dann das Heulen und Zähnklappern anfängt. Das muß doch nicht sein, ist doch schade.
    Immer zu empfehlen: im Zweifel vorher fragen oder sich besser noch "live" mit jemand Erfahrenem zusammentun.

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    Danke, wieder was gelernt, dachte die Lagersitze sind gehärtet.

    ein Vespamotorengehäuse ist aus Gußaluminium... daran wird in diesem Fall nichts gehärtet.


    Bei Motorgehäusen aus Alu ...
    Die Lagerpassungen werden nach dem Gießen in die Gehäuse gefertigt...man nennt das auch Präzisions-Ausspindeln. Die Lagerpassungen werden sehr genau gefertigt, wir reden hier je nach Anwendungsfall im Bereich wenige Hunderstel bis einige tausendstel mm im Durchmesser.
    Was wie genau gemacht werden soll, sagt Leuten, die damit befasst ist, z.B. das Tabellenbuch für Metall aus dem Europa-Verlag (der obligatorische Begleiter eines jeden, der eine Berufsausbildung im Metallbereich genießt - Hier schlägt man das Kapitel mit den ISO-Passungen auf).


    Auch die Oberflächenrauhigkeit ist ein Thema...wenn ich Lagerpassungen auf Hochglanz poliere, erzeugt das genau den gegenteiligen Effekt... je glatter die Fläche ist, desto mehr kann der Adhäsionseffekt (Anhaftung!) zum tragen kommen...Also wird dem TE vermutlich folgendes passiert sein: er poliert die Lagerpassung, dadurch klemmt das Lager bei Raumtemperatur in der Passung und läßt sich schlecht raustreiben...Aber er hat andererseits Material abgetragen und die Passung vermutlich zerstört... und somit sitzt das Lager bei Betriebstemperatur vermutlich nicht mehr sicher in der Passung.
    Der Dienstleister soll hier bitte nicht drauf reinfallen, sondern die fragliche Lagerpassung mit ner Dreipunkt-Innenmeßschraube nachmessen und die zulässige Toleranz in seinem Tabellenbuch nachschlagen, anstatt im Kaffeesatz zu lesen...