Beiträge von jack o'neill

    Zitat

    Habe ja schon einige Oldtimer (Autos und Motorräder) besessen aber soviel Aufwand wegen einer Hupe

    habe ich noch nie erlebt.

    Das ist kein Aufwand ... mag schon sein, daß du es nur noch nicht erlebt hast. Es ist ein guter Kompromiß zwischen Praktikabilität & Effizienz. Vergleichen wir mal den unterschiedlichen Aufwand der Bordelektriktypen mit und ohne Batterie bezüglich der Gleichstromhupe:


    Mit Batterie:
    Regler mit Gleichstromladefunktion UND Wechselstromausgang + Sicherung + Batterietrennschalter + Batterie + Batteriehalter + separate Verkabelung für alle Gleichstromverbraucher.

    (mit E-Starter wird's noch aufwendiger)

    Ohne Batterie:
    normaler Wechselstromregler + Hupengleichrichter + lediglich 2 Kabel zur Hupe.


    Nicht vergessen:
    unsere Vespas haben Schwunglichtmagnetzünder, die beim Tritt auf den Kicker soviel Spannung produzieren, daß der Motor davon anspringt (sie brauchen keine Lichtmaschine, die über einen Regler erst eine Batterie lädt, die dann wiederum alle Verbraucher einschl. Anlasser und Zündung bedient). Wenn man keinen E-Starter braucht, ist das, was eine Vespa ohne Batterie kann, wesentlich kostensparender, wartungsärmer und vor allem leichter.

    Wir haben heut die Möglichkeit, alle (SIC: alle!) alten Vesparoller auf eine moderne Zündung umzubauen, die sowohl dem Motor gut tut als auch die Bordelektrik auf ein zeitgemäßes Niveau hebt.

    Nur...wer A sagt, sollte auch B sagen... wenn ich schon eine tolle Zündung in den Roller pflanze, gehört ein vergammelter Kabelbaum, der seine Lebensdauer schon um das vierfache überdauert hat, auch in die Tonne. Das passende Gestrippe dazu kann man als "Conversion" kaufen (oder wie ich selbst bauen. Wieso tu ich mir das an? Erstens: Ich bin so! Und zwotens: Mir macht's Spaß!).

    Daß das möglich ist, hat man den vielen vielen Leuten zu verdanken, die Vespa fahren und die es einigermaßen profitabel machen, nicht nur schlechte Reproteile (leider) zu fertigen, sondern auch Komponenten neu zu entwickeln, die das Fahrzeug modernisieren, aufrüsten & aufwerten.

    Du möchtest für zwei reparaturbedürftige PKs mit 1000 Euro pro Stück schon ein anständiges Geld...

    Da erwarte ich hübsche O-Lackkisten, die lediglich technisch instandgesetzt werden müssen (was ich in der Vergangenheit schon öfters getan habe - daher weiß ich, daß es durchaus im Rahmen der Möglichkeit sein kann, noch ein paar Hunderter drauflegen zu müssen, bis ich die Kisten mit gutem Gewissen weitergeben kann.

    Da wird man doch nach dem übrigen Zustand (Bildern) fragen dürfen. Es wird auch nicht klar, welche PK Typen du verkaufen möchtest, oder sind das die PK XL1 und die PK XL Automatik, die du in deinem Profil als deine Fahrzeuge angibst?


    Ich fahre für Phantome oder eine XL2 jedenfalls nicht durch halb Deutschland in den tiefsten Süden der Republik (so schön ich es auch da finde)

    Zitat

    Danke für den Schaltplan. Ohne den Gleichrichter würde aber eine "normale" Hupe auch funktionieren,oder?

    Nö.
    Das erklärt die Notwendigkeit des Hupengleichrichters, der zu diesem Behufe seit ca. 1983 in Standard-Vespamodellen verwendet wird, wenn sie keine Batterie haben.*

    Wir haben zum einen "richtige" "normale" gleichstrombefeuerte Hupen (wie man sie überall her kennt), die drehzahlunabhängig LAUT TÜÜÜT! machen.
    Um in der Vespa an Gleichstrom zu kommen UND ihn in passender Leistung zur Verfügung zu haben ist entweder Batteriebetrieb oder ein Hupengleichrichter nötig.

    Zum anderen (bei schlechter ausgestatteten Vespas ohne Batterie, Hupengleichrichter oder Spannungsregler) gibt es wechselstrombetriebene "Schnarren". Deren bescheidener, eher leise Ton, (den man als Autofahrer in seiner Blechhütte kaum hört), klingt so etwa wie "örrel-örrel" bis hin zu "quääk!" und ändert Tonhöhe und Lautstärke, wenn man Gas gibt (ist also drehzahlabhängig).


    Du hast in deinem Roller doch eine schöne laute Gleichstromhupe!? Mit dem Hupengleichrichter soll das doch auch ohne Batterie so bleiben, oder? Ich kenne niemanden, der freiwillig auf so ein meckerndes Donald-Duck Schnarrendings downgraded...




    * Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß es bei Vespamodellen anderer Länder/Sparmodellen in Ausnahmefällen auch neuere Typen gibt, die mit Schnarre ausgestattet sind (aus Profitgründen).

    Doch, da hängt alles an der gleichen Masse. Dort am Originalkabelbaum mit der Originalelektrik schon.


    aber...
    wenn du eine vollelektronische Vape (oder eine Ducati Zündung von der PX) mit Hupengleichrichter haben willst, ist der Knackpunkt das Massezeichen am Hupentaster. So wie an einem Originalkabelbaum geht das dann nicht mehr - der Hupentaster muß isoliert sein.

    Was dir vllt. nicht transparent ist: der Hupengleichrichter ist kein bloßer 2-Weg Brückengleichrichter. In dem Sonderbauteil befinden sich neben einer Ladeschaltung auch dicke Kondensatoren, die eine ausreichende Ladung zwischenspeichern, damit die Hupe beim Betätigen des Tasters gleich laut loslegt. Anders kann man eine DC Hupe hier ohne Batterie nicht betreiben.

    Es muß so aussehen (wie bei der PX Lusso/PK-S /PK XL1+2).
    (Separat betrachteter Hupenstromkreis):


    Zitat

    warum Lichtschalter und Bremslichtschalter ändern? Dachte da kann man die Kabel übernehmen.



    Bei dem Lichtschalter geht es um den darauf befindlichen Hupentaster. Bei Batteriebetrieb schließt der Taster einfach nur den Hupenstromkreis auf Masse (infolgedessen hupt's).

    Mit dem Hupengleichrichter schafft man indes einen eigenen Gleichstromkreis allein für die Hupe. Der Rest der Verbraucher läuft auf Wechselstrom direkt vom Spannungsregler.
    Vom Hupengleichrichter gehen ein separates Plus- und ein separates Minuskabel zu Hupe und Taster...da darf es keinen Masseschluß auf den Rahmen geben wenn man den Taster betätigt.


    Insofern muß der Hupentaster, sofern es die Type ist, die Masseschluß erzeugt, auf massefrei umgebaut oder ausgewechselt werden.

    Beim Bremslichtschalter (ein Taster) muß du drauf achten, daß es die Type ist, die bei Treten des Bremspedals den Stromkreis schließt (der Taster ist hier vom Typ "Öffner", weil er in uneingebautem Zustand geschlossen ist...am Einbauort am Pedal ist ein Nocken, der den Taster bei nicht getretenem Pedal auf "geöffnet" hält und der nocken den Taster freigibt (er daraufhin schließt), wenn das Pedal getreten wird.

    Wenn in dem Roller noch der 45 Jahre alte Originalkabelbaum ist, spricht sowohl das Alter als auch einige notwendige Änderungen für den 12V Betrieb dafür, ihn auszuwechseln. (ich persönlich lasse mich nicht darauf ein, einen vorhandnen Kabelbaum umzustricken - es ist für mich weniger Arbeit, das neu zu machen - inkl. individuell gezeichnetem Schaltplan dafür).



    Zitat


    das hört sich schonmal gut an, muß mal schauen ob ich einen passenden Abzieher habe und wenn das Polrad ab ist kann ich die Komponenten dahinter auch gleich überprüfen.

    Nö. Das Polrad sollte seinen eigenen Abzieher haben, der bei dir wohl fehlt. Es ist ein simpler Seegerring, der vor die Polradmutter eingesetzt sein sollte. Und der sichert nicht nur die Polradmutter gegen losdrehen.
    Wie geht das mit dem Polradabziehen hier? Beim Herausschrauben des Polrades drückt irgendwann die Mutter (sie hat deswegen den breiten Bund) gegen den Seegerring, dreht man sie weiter, drückt es das Polrad herunter.

    Du sprichst von "das Lager"...also wurde nur ein Lager getauscht, nicht beide?
    Die Kurbelwellenlager muß man immer beide tauschen - nie nur eines. Sie stellen ein Paar dar, das gemeinsam geboren wird und genauso sterben muß.

    Und sie müssen durch Erhitzen des Motorblocks aus- und wieder eingeschrumpft werden (Heißluft, Heizplatte oder Ofen) - nie kalt. Das nur als vorsorgliche Bemerkung.

    Hm...in 500 m Höhenunterschied sehe ich noch kein Problem, das sich so deutlich zeigt.

    Die Polradschraubengewinde kann man reparieren, indem man größere reinschneidet - der Polradträger ist hier dick genug.


    Eine Vape ist unbedingt zu empfehlen - man braucht aber besser einen neuen Kabelbaum und einen neuen Lichtschalter und Bremslichtschalter...etc.

    Habe die schon ein paar mal verbaut inkl. eigenem Conversionkabelbaum.

    Drehzahlbegrenzend sind eher ein überalteter Zündkondensator und eine schwach gewordene Unterbrecherblattfeder. Oder ein verschlissener (eingelaufener) Polradnocken.
    Und wenn der Roller wie beschrieben bei hoher Luftfeuchte Probleme hat, dann ist das doch schon ein deutlicher Hinweis darauf, die komplette Zündung nochmal genauer in Augenschein zu nehmen und instandzusetzen.

    Ich fürchte, ohne daß da jemand mit mehr Ahnung drübersieht und den Motor falls nötig ggf. nochmal zerlegt, wird das nichts.


    Kurbelwellenlager einschrumpfen zu lassen für 100 Euro sind leider kein Schnäppchen (wenn ich das recht verstanden habe)


    Darf man erfahren, aus welchem Ort du bist?

    Ich rate dir dringend, damit nicht zu fahren, bis der Fehler behoben ist.

    Mögliche Ursachen und Ausblick

    Wenn es nicht

    • an einem defekten Auspuff,
    • einer klappernden Ständerfeder,
    • einer falsch eingestellten Schaltung,
    • einer versetzt sitzenden Zündgrundplatte, an der innen das Polrad lang schrappt,
    • einem unrund laufenden Polrad, das am Polradblech schleift,
    • an einer gerissenen und dadurch schröcklich vibrierenden Rahmenstrebe im Motorraum

    liegt,

    (mehr fällt mir an von aussen zugänglichen Ursachen grad nicht ein), muß der Motor wieder zerlegt werden - diesmal von einem richtigen Fachmann, der vielleicht anhand von Schleifspuren oder Macken im Motorinneren oder an den Getriebeteilen ergründen kann, woran es liegt.

    Nicht nur die Tachowelle sondern auch der Tacho ist (oft vergessen) Gegenstand von Wartung.
    Darin befindet sich Fett, das im Laufe der Zeit altert und zusammen mit Abrieb eine feste zähe Masse ergibt, die dem Tacho schadet.

    DA HEILT SICH NIX SELBST- Ich denke, dein Tacho sollte mal instand gesetzt werden.


    Zur Funktion der mechanischen Tachos
    Im Tacho selbst treibt die Tachowelle zwei Funktionen an, einmal den über magnetischen Wirbelstrom funktionierenden Geschwindigkeitsmesser, und zum anderen über eine Zapfwelle das Streckenzählwerk. Dessen Ziffernwalzen und deren Vorgelegerädchen können dabei je nach Modell aus Kunststoff oder Zinkdruckguß sein.
    Die aus Zink können auf ihrer Achse festkorrodieren und klemmen, die aus Kunststoff werden mit der Zeit spröde und schrumpfen etwas, was deren Tod ist, weil sie dann nicht mehr funktionieren und durchrutschen.


    Aspekte der Tachoreparatur

    Die Reparatur ist für einen erfahrenen Feinmechaniker (ich habe solche Tachos im mittleren 2stelligen Bereich instandgesetzt) lediglich eine Frage der Ersatzteilbeschaffung, denn ausser Tachogläsern (manchmal zweifelhafter Qualität), deren Rahmen, Dichtungen und schlecht passenden Ziffernblättern gibt es NICHTS neu. Man ist drauf angewiesen, einen anderen Tacho zu schlachten und intakte Teile daraus zu entnehmen. Natürlich kann man Teile auch neu fertigen lassen, aber das kostet beträchtlich Geld. Zur Not poliere ich Originalgläser auch lieber auf.


    Neue Repro-Tachos - eine Alternative?
    Neu angebotene mechanische Tachos sind immer aus Indien. Deren Preisspanne geht mit ca. 30 Euro als Direktimport direkt aus Neu-Delhi los. Man bekommt den selben Tacho mit dem indischen Standardlaufwerk (wird in vielen anderen Indienmopeds verbaut) aber auch für über 200 Euro in der Piaggio-Tüte (ich hatte das Vergnügen, einen solchen Tacho instandsetzen zu dürfen und konnte die Augen gar nicht weit genug aufreißen, als ich das Laufwerk sah - einziger Unterschied zwischen der 26,- Euro Direktimportvariante und dem Piaggiotütenmodell: das Rechtecklogo auf dem Ziffernblatt war bei der Direktimportvariante nicht vorhanden).

    Ich persönlich setze lieber auf das Instandsetzen des alten Tachos, wenn möglich. Hier ist die Ersatzteilsituation aber extrem dürftig, weil zum einen Tachos aus diesem Grund von vereinzelten Personen aufgekauft werden - vielen Verkäufern ist auch bewußt ist, daß man auch defekte Tachos zu Geld machen kann, es auch kaum günstige defekte Exemplare mehr gibt.

    Dir ist schon klar, daß wenn der Roller ab Werk mit einer 4-fach-Blinkanlage ausgestattet ist, dieser auch 4 Blinker haben muß, oder?

    Persönlicher Kommentar
    "...ich fahre seit 32 Jahren Vespa, habe ca. 180.000 km hinter mir, (auch im Pulk mit anderen Vespafahreren) und kann aus eigener Erfahrung sagen, daß ich es für hochriskant halte, nur mit Lenkerendenblinkern zu fahren, weil man die von hinten kaum sieht - speziell heutzutage, wo im Strassenverkehr ein Kräftemessen stattfindet & oft intelligenzretardierte Vollhohlblocker auf's Händy zwischen den Beinen glotzen statt auf die Strasse."


    Zurück zum Thema

    Dann benötigst du entweder einen Kabelbaum für "PX Lusso ohne Batterie mit Blinkern (den du aber im Lenkerbereich stark modifizieren musst) oder einen für PX alt mit Ducati-Zündung, ohne Batterie und mit Blinkern (den du für den Betrieb mit Hupengleichrichter modifizieren musst)

    Erläuterung, wissenswert bei Weglassen der Batterie bei "PX alt"-Modellen:

    Von der Batterie wurden bei der PX alt Hupe/Bremslicht/Blinker mit Gleichstrom (DC) gespeist -der Bordstrom läuft hier 2-gleisig mit DC und AC (letzteres fürs Fahrlicht/Rücklicht).


    Wenn die Batterie wegfällt, benötigt man zusätzlich zum neuen Kabelbaum:

    • Spannungsregler GGM (Buchstaben bedeuten: 3 Anschlüsse, davon 2x gelb, 1x schwarz (Masse)
    • Blinkrelais für Wechselstrom
    • Hupengleichrichter (damit die vorhandene Hupe weiter verwendet werden kann). Achtung, hier braucht man zwingend das vorgesehene Sonderbauteil!)
    • einen passenden Lichtschalter oder den vorhanden sachgerecht modifizieren
    • einen Blinkerschalter mit 3 Anschlüssen (bitte prüfen, ob schon vorhanden)
    • Lenkerendenblinker Typ HELLA/repro-SIP - benötigen eine Distanzhülse und sauber aufgeschnittene Gummigriffe (wasserdicht!). Für gute Masseverbindung sorgen!

    Erfahrungswerte

    Ich habe zuletzt im Frühjahr eine PX alt auf Betrieb "ohne Batterie" umgebaut, wobei ich Lenkerendenblinker verbaut habe, aber die Blinker in den Seitenhauben weiter verwendet werden.
    Bei der Kabelbaumqualität hadere ich, entweder sie sind grottenbillig (definitiv KEINE Empfehlung) - die teuren von SIP sind viel zu lang, die verwendeten Kabel haben eine zu dicke Isolierung, sodaß sie an Engstellen wie z.B. dem Übergang zwischen Rahmenkopf und Lenker zu stramm laufen - somit gehen sie durch Betätigung des Lenkers viel zu schnell kaputt.


    Das endete bei mir damit, daß ich die Verkabelung anpassen mußte und teilweise kürzen mußte, damit das alles oben unter den Lenkerdeckel passte (inkl. neue Stecker sachgerecht draufcrimpen).
    Scheißarbeit, das nächste Mal baue ich den selbst (so wie meine eigenen Conversionkabelbäume)

    Als Lenkerendenblinker wurden für eine wenigstens einigermaßen akzeptable Sichtbarkeit die Hella (Repro SIP) verwendet, wie sie auf Rally/Sprint/V50 Spezial verbaut sind.

    ...aus der Abteilung "Popel aus der Nase ziehen" nun die nächste Frage (frei nach dem Motto: "Hart aber Herzlich!")

    Schön, der Motor hat nun diese ZGP mit 5 Kabeln.
    Aber in welchen Roller soll er denn nu genau eingebaut werden? Da gibt es Varianten mit und ohne Batterie, und auch die PX "alt" oder die PX Lusso, und somit von Seiten des Bordkabelbaums aus ebenso verschiedene Möglichkeiten.

    Ihr merkt's schon: Wir wechseln von der Glaskugel zum Kaffeesatz. Und ich werde schon wieder etwas frech.
    8)

    Zitat

    ab noch eine DR102 in der Halle liegen, also dann lieber den, statt Geld fürn 85iger auslegen, 3.00 Primär, Banane, (Renn-)Welle. Wie wird der mit 16.16 laufen ?

    NEIN.
    Die 3.00er ist zu lang... damit geht dem 102er am Berg die Puste aus.

    Und dann muß die Einsicht kommen, daß man von einem gut trainierten Marathonläufer nichts erwarten kann, wenn man ihm einen Lungenflügel blockiert.
    Nebenbei bekommt der größere Zylinder nur soviel Schmierung/Kühlung, wie ihm durch das Sprit-Öl-Gemisch zugeführt wird.
    Sicher wird ein 16/16er Vergaser "laufen", aber wir wollen doch, daß es nicht nur "läuft", sondern gut funktioniert, Leistung entfaltet & haltbar ist.. Soviel zum 16/16er Vergaser in Verbindung mit 102 ccm.


    Je nach dem, was man von dem Motor will (alltagstauglicher Stadtroller, der auch mal für Überlandstrecken benutzt werden kann...oder eher ein Tourenroller für lange Strecken ... oder einen nervig zu fahrenden Racer der auf Drehzahl baut...etc.), baut man diesen Motor um die Kurbelwelle herum auf.
    Die schönste Motorcharakteristik bringt indes nix, wenn man sie völlig ignoriert und die falsche Primärübersetzung nach dem Motto "viel hilft viel" wählt...und sich nachher heulend wundert, warum man an der Ampel von einem gut gemachten DR75 stehen gelassen wurde.

    Falls das irgendwie nicht transparent ist: die Kurbelwelle einer SF/LF-Vespa ist nicht nur ein rotierendes Dingsbums, das den Kolben mit dem Getriebe verbindet. Dieses eine profane Teil hat wichtige Aufgaben bezüglich der Motorsteuerung und der Laufkultur des Motors...

    Empfinde ich nicht als schlüssige Zusammenstellung.
    Ich würde weder 85 ccm noch eine 3.00er Primär verbauen.
    Denke dran daß all die Graugußzylinder keine Drehzahlkönige sind. Der Polini will das zwar, wenn man entsprechenden Aufwand treibt, hält dann eben nicht besonders lang. Der DR ist grundsätzlich ein Traktor, der dich bei passendem Umfeld schön durchs Gelände zieht, und das zuverlässig und langlebig, wenn du alles richtig machst (einschließlich deinem Verhalten ihm gegenüber)

    Hier meine Vorschläge:


    75 ccm
    - DR 75 ccm

    - 16/16er Vergaser mit Originalluftfilter

    - Rennkurbelwelle mit etwas längerer Steuerzeit und strömungsgünstigeren Wangen
    - 3,72er Primär

    - Originalauspuff

    Ergibt einen souverän laufenden Roller mit nicht zu übertriebener Leistung (ca. 65 km/h).

    102 ccm

    - Pinasco Alu 102 ccm
    - 19/19 er Vergaser mit Originalluftfilter
    - Rennkurbelwelle mit etwas längerer Steuerzeit und strömungsgünstigeren Wangen
    - 3.30er Primär

    - SIP Road Zigarrenauspuff
    Ergibt einen ähnlichen Motor wie mit 75 ccm, nur mit höherem Geschwindigkeitsniveau 75-80 km/h (je nach Fahrergewicht) und guter Haltbarkeit, Vollgasfestigkeit und Langlebigkeit.


    Schlußendlich...in einen Roller vor Baujahr 01/1989 läßt sich das beides eintragen (nicht nur der Auspuff - das ist doch Mumpitz...mal ehrlich)

    OK, der Gasschieber.

    Der hängt nicht ohne erkennbare Ursache, du hast sie nur noch nicht gefunden.

    Ich versuchs mal zu erklären, denn ich habe das schon häufiger erlebt.

    Wenn so ein im Druckgußverfahren hergestellter Vergaser nach langer langer Zeit ausgebaut wird (vielleicht wurde er seit der Endmontage im Werk noch nie ausgebaut, wer weiß?), können Spannungen im Materialgefüge des Vergasergehäuses freiwerden...dann verzieht es sich. Die Lauffläche des Gasschiebers befindet sich in Nähe einer der dicken Vergaserbefestigungsmuttern - und hier liegt der "Hase im Pfeffer"
    Dort wirst du eine Engstelle finden, wo das Material des Vergasergehäuses nach dem Ausbau/dem Entfernen der Haltemutter/bzw. der Inbusschraube "gearbeitet" hat und wo der Schieber nach Wiedereinbau klemmt.
    Die Engstelle kann man mit gutem Auge und Taschenlampe sehen.
    Und manchmal sitzt der Gasschieber ganz schön fest.


    Abhilfe:
    mit einer scharfen guten Schlüsselfeile die Lauffläche des Gasschiebers nacharbeiten, bis er auch in eingebautem Zustad wieder läuft.

    Der Kondensator ist ein regelmäßig auszutauschendes Verschleißteil.
    Bei dem ganzen Aufwand, den du betrieben hast, fehlen (mir jedenfalls) neben der Zündspule der Kondensator und der Unterbrecher.

    Der Unterbrecher kann (neben der Abnutzung seiner Kontakte) auch anderweitig verschleißen. Er wackelt dann seitlich, was man einfach feststellen kann.
    Ebenfalls Gegenstand der Zermürbung ist die Blattfeder des Unterbrechers. Beim Austauschen sollte man einen Unterbrecher mit doppelter Blattfeder nehmen, nicht den billigen mit nur einer Feder.

    Solche low-budget Unterbrecher neigen dazu, daß der Motor viel früher zu stottern anfängt, da die schwächere Einzelfeder anfängt, abzuheben oder zu flattern und bei höheren Drehzahlen somit nicht mehr richtig arbeitet (was aber eine gealterte doppelte Blattfede auch irgendwann tut).


    Der Unterbrecherabstand von 0,2 mm ist mir auch zu wenig...üblich wären 0,3-0,4 mm bei intaktem Kondensator und Unterbrecher.


    Bitte beachte beim Kondensatorwechsel, daß ich beobachte, daß die Qualität der Dinger unterschiedlich ausfallen kann (er fällt dann eventuell frühzeitig wieder aus) . Da hilft auch das Nachmessen der Kapazität nichts (falls man ein dafür geeignetes Multimeter besitzt), wie ich in diversen Testreihen bemerkt habe.

    Hallo Jochen,

    Dieser SIEM Scheinwerfer ist identisch mit dem Bosatta-Plastiknachbau...


    Hallo Valentino777...auf der von dir genannten Webseite finde ich keinen V50- Kabelbaum, bei dem im Lenkerkopf diese Kombination an Kabeln (wie bei Jochen zu sehen) landet:
    Stecker A: 2 graue Kabel (oder dreckiges weiß)
    Stecker B: 2 schwarze Kabel
    Stecker C: 1x grünes +1x braunes Kabel