Das Problem ist, dass Ethanol bei niedrigeren Temperaturen etwas schlecht zündet, lässt sich aber durch ein fetteres Gemisch kompensieren. Braucht nur zum starten mehr Sprit.
Würde da 2 Sachen vorschlagen: Erstmal mit dem normalen Choke testen, obs damit klappt. Alternativ ne größere Choke-Düse verbauen(ist die beim Si austauschbar?) oder halt mit ner Düsenreibahle aufreiben.
Zu dem besser rennen im Winter: Das liegt dadran, dass bei geringeren Temperaturen sich die Gase die in der Umgebungsluft enthalten sind zusammenziehen. Blabla, allgemeine Gastheorie, blabla Avogadro, blabla *doofsabbel* *keineninteressierts* ^^. Auf jeden Fall bekommst du damit bei der gleichen Ansaugmenge mehr Sauerstoff rein. Dadurch verbrennt das ganze besser.
Liegt wohl schlichtweg dadran, dass deine Vespa normal zu fett läuft. Bei hochgezüchteten Motoren muss man teilweise schon bei Schwankungen von 4-5° Umdüsen, von der Luftfeuchtigkeit mal ganz zu schweigen!
Wenn man ne Kampfbedüsung fährt, sollte man im Winter in jedem Fall neu bedüsen, da das Gemisch abmagert durch das beschriebene Phänomen.
Und jetzt nochmal ein kleiner Roman zum E85:
Ganz wichtig ist, alles Dichtungsmaterialien die aus Gummi sind, sollten aus Viton sein oder aus Viton besorgt werden. Simmerringe sind in der Regel aus Viton, bei O-Ringen ist das so ne Sache, die kann man sich aber mit etwas Internet-Recherche sehr leicht bestellen.
Auch sehr wichtig: Man darf keine Zink-Teile im gesamten Gemischkreislauf haben. Verzinkte Teile sollte man vorher mit einer geeigneten Säure von der Zink-Schicht befreien, Teile aus Zink-Druckguss sind halt sau blöd. Es wird da von einer Schicht wie Keramik gesprochen die sich überall drüber zieht. Ob das aber eher auf lange oder kurze Sicht geschieht weiß man nicht, hat ja noch keiner getestet, sondern vorher schon ausgetauscht ^^. Evtl. wäre es ne Alternative, die Zink-Teile zu verchromen, da Chrom garkeine Probleme macht.
Zu den Fakten für die Motoreinstellung:
- Es muss ne Ecke fetter bedüst werden, also etwa 20-30% als Richtwert, man muss halt die Feineinstellung selber finden. Wenn man die Bedüsung nicht anpasst ist mit einem kapitalen Kolbenfresser zu rechnen der wenigstens noch den Zylinder, wahrscheinlich auch die Kurbelwelle mit über den Jordan nimmt. Die Bedüsung muss über den gesamten Drehzahlbereich fetter werden! Also nicht nur die HD, sondern auch ND, Standgasgemisch, Nadelclip usw. einstellen!
- Die Zündung ist leicht früher einzustellen, wobei der Vorreiter im Automatik-Bereich über den ich meine Infos beziehe mittlerweile irgendwie doch wieder bei dem Hersteller-Wert für den Benzin-Betrieb der Zündung angekommen ist. Soll heißen, man dreht einfach den normal frühesten Wert der so empfohlen wird und tastet sich dann langsam an mehr Vorzündung ran und schaut ob es was bringt oder nicht. Da gibt es halt schlichtweg noch kaum/keine Erfahrugnswerte die richtig repräsentativ sind.
- Man muss ein spezielles Öl fahren, welches sich mit Ethanol bzw. E85 lässt sich leider nicht mit den normalen Ölen mischen, bildet dann eine Emulsion. Soll zwar auch klappen, aber ich wills nicht ausprobieren an meinem Schätzeken ^^. Empfohlen werden da zb. Aerosynth3, Aerosynth-Competition oder Aerosave, hier die Herstellerseite: . Im Zweifelsfall ganze einfach zum örtlichen Modellbauguru gehen und sich dort Öl holen was sich mit Methanol mischen lässt, Ethanol und Methanol sind ja beide aus der chemischen Gruppe der Alkanole. Mischungsverhältnis dürfte dann gleich zu dem normalen gehn. Im Rennsport wird dann halt so 1:30 bis 1:40 gefahren, was aber auch mit Benzin meist der Fall ist.
- Die Schläuche muss man auf Beständigkeit mal testen, Silikonschläuche sind das non-plus-ultra, aber normale Gummishcläuche tuns in der Regel auch, härten zwar dann gerne mal mehr oder weniger aus, aber nicht sonderlich tragisch. Ich würde aber in jedem Fall einen Benzinfilter verbauen, wobei ich das generell in jedem Benzinkreislauf mache, es kann immer mal was in den Tank fliegen, was man nicht im Motor haben möchte.
- Die Drehzahl kann gleich sein wie bei Benzin, sinkt aber auch gerne mal ab. Für die richtigen Tüftler empfiehlt sich da ein Abgastemperaturmesser. Gemessen wird 100mm vom Auslassschlitz entfernt im Krümmer des Auspuffs(mittig). Man rutscht mit Ethanol sehr leicht in nen fetten Bereich ab, das kann man mit dem Abgastemperaturmesser halt überprüfen. 650-670° sind die obere Grenze für 2Takt-Motoren. Würde da aber bei nem Straßenmotor eher in Richtung 600° oder weniger gehen, Safety first! Wenn man das ganze jetzt mit ner Resonanzauspuffanlage betreibt empfiehlt es sich, den Krümmer mit Hitzeschutzband zu umwickeln, unterstützt den Auspuff in seiner Funktion, da man mit nem leicht fett abgestimmten Motor halt ne niedrigere Abgastemperatur hat als vorgesehen. Ich würde aber behaupten, das ist für uns nicht sooooo relevant.
- So denn die technischen Möglichkeiten vorhanden sind, kann man noch die Kalotte anpassen bzw. eine neue basteln, da man mit Ethanol aufgrund der deutlich höheren Klopffestigkeit eine höhere Verdichtung fahren kann (Im Rennbetrieb 18:1 bis 20:1). Unbedingt nötig ist das nicht. Man kann allerdings sehr leicht noch etwas rauskitzeln. Einfach die Quetschkante etwas runtersetzen, kriegt man ja über dünnere Dichtungen leicht hin und bringt dann etwas Leistung.
Das war so alles was mir dazu eingefallen ist, die gesamte Entwicklung von dem Krempel kann man auch hier nochmal auf einigen Seiten nachlesen:
Ich fasse es nochmal ganz kurz zusammen was man beachten sollte:
- O-Ringe und Gummiteile auf Verträglichkeit prüfen(Viton oder Silikon ist gut)
- Verzinkte Teile "entzinken", Zinkdruckguss austauschen oder irgendwie galvanisieren(am besten Verchromen)
- Spezielles Öl verwenden (Aerosynth-Produkte)
- Bedüsung über das gesamte Drehzahlband 20-30% fetter einstellen
- Zündung langsam in Richtung mehr Vorzündung vom frühesten Wert für Benzinbetrieb aus verschieben und die Laufkultur und Leistung beobachten
(- Mit einem Abgastemperaturmesser die Abgastemperatur kontrollieren und die Bedüsung anpassen, Maximalwert 650-670°C 100mm vom Auslassschlitz mittig im Krümmer)
(- Quetschkante etwas runtersetzen oder sogar Kalotte neu drehen/fertigen lassen)
Ich unterstütze da jeden Umbau und stehe mit Rat und Tat zur Seite, wenn jemand da Hilfe braucht und im Umkreis von Münster wohnt, helfe ich liebend gerne, kann da ja auf Erfahrungen aus der Automatik-Scooter Scene zurückgreifen.
Hoffe ich krieg keine Sehnenscheidenentzündung bei dem Roman 
'n gruß
hannes