Klingt jetzt zwar böse, aber ich glaube, wenn jemand mit 55 Jahren nach 10 Jahren Arbeitslosigkeit ein Praktikum macht, sind die Chancen auf einen neuen Job trotzdem sehr gering. Hilft eigentlich nur der ARGE für die Vermittlungsstatistik, weil er in der Praktikumszeit nicht als arbeitslos gezählt wird.
Solche Vögel gewöhnen sich mit der Zeit die Geisteshaltung an, dass alle anderen -nur nicht sie selbst- an der Situation schuld sind. Das Amt, das keinen Job mit mindestens 2.500 brutto anbieten kann, weil drunter lohnt sich arbeiten nicht. Die Arbeitgeber, die alle Ausbeuter sind und keine Rücksicht auf die persönlichen Bedürfnisse nehmen. Nur erkennen sie leider nicht, dass Verhalten wie Furzen im Büro und Pöbeleien beim Kunden nicht tragbar ist. Wenns dann nicht mit dem Job klappt, wird die Schuld garantiert nicht bei sich selbst gesucht.
Aus psychologischer Sicht ist so ein Verhalten schon nachvollziehbar, weil sich wohl keiner ernsthaft mit der Erkenntnis abfinden möchte, dass er ganz alleine schuld an der Situation ist, weil er 10 Jahre lang seinen Arsch nicht hochbekommen hat. Dann wird halt verdrängt und die Schuld bei anderen gesucht. Das ist die typisch deutsche Vollkaskomentalität - irgendwie soll irgendwer gefälligst für mein angenehmes Leben sorgen. Geht ja schon in der Schule los. Wenn ich keinen Schulabschluss schaffe, sind die Lehrer und das Schulsystem dran schuld. Wenn ich dann keinen Ausbildungsplatz bekomme, weil ich keinen geraden deutschen Satz herausbekomme geschweige denn Dreisatz rechnen kann, sind die Arbeitgeber schuld, die sowieso spießige Ansichten haben. Bei Schulden hilft Peter Zwegat, bei Erziehungsproblemen die Super Nanny oder Annegret Noble, wenn die Bude total runtergekommen ist, kommt irgendeine dicke Frau namens Tine oder Vera zum aufräumen und renovieren. Und so weiter, bis ich dann 55 Jahre alt bin. 