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Beiträge von pkracer

    Beim Öl musst du auf die Viskosität achten. Mag sein, dass dein Kumpel mit dem Castrol Öl gute Erfahrungen bei Ölbadkupplungen an irgendeinem Motorrad gemacht hat. Kann aber auch sein, dass dort Beläge aus anderem Material verwendet werden und die Vespakupplung mit diesem Öl rutschen würde.

    Zusätzlich Dichtmasse neben der Papierdichtung zu verwenden oder nicht ist eine Glaubensfrage. Original wird keine verwendet. Ich benutze aber immer hauchdünn (!) aufgetragene schwarze Silikondichtmasse von Würth zusätzlich zur Papierdichtung und hatte seitdem keinen tropfenden Motor mehr. Vorteil ist auch, dass die Dichtung dadurch bei der Montage fixiert ist und nicht verrutscht.

    Die SS wurde in gar nicht so geringen Stückzahlen hergestellt, ist aber heutzutage eines der begehrtesten Modelle überhaupt und kostet als Original auch mal locker 6.000+ Euro. Deshalb werden auch Replikas dieser Modelle angeboten auf Basis von normalen V50 Rahmen.

    Ersatzteilversorgung ist bei V50 überhaupt kein Problem, von einigen Spezialitäten der 1. Serie oder Elestartmodellen mal abgesehen. Wenn es aber nicht 100% original sein muss, kann man auch Teile anderer V50 Baureihen problemlos verbauen. Es sind wirklich alle Teile bis zur kleinsten Schraube noch verfügbar, zwar häufig als Repro, aber besser als gar nichts.

    Die V50 wurde ab 1963 gebaut, die sog. Erste Serie mit kleinem Seitendeckel und weiteren spezifischen Details gab es 1963 und 64, ab 1965 war der Seitendeckel größer, aber die Rahmen und damit der Radstand immer noch 1,5 cm kürzer als ab 1968. Erkennbar sind die kurzen Rahmen anhand der viereckigen Prägung an der Kaskade für das alte Piaggiologo. Ab 1968 wie gesagt mit neuem 6-eckigen Logo und längerem Radstand. Ab 1972 oder 73 gab es die V50 Special mit trapezförmigem Lenker und angeschraubter Plastikkaskade, zuerst mit 3 Gängen, später auch mit 4 Gängen. Parallel wurde weiterhin die Ausführung mit rundem Lenker und angeschweißter Blechkaskade angeboten. Die Bauzeit endete 1983 mit Einführung des Nachfolgemodells PK 50 S.

    Es gab noch diverse Spezialitäten in geringen Stückzahlen wie z. B. 50 SR, 50 R, Elestart usw., die meistens recht teuer sind. Ansonsten sind die Erstserien mit am begehrtesten und deshalb am teuersten, gefolgt von den späteren Rundlenkermodellen. Specials mit Trapezlenker sind am günstigsten.

    Preislich geht das bei ungefähr 4-500 Euro für Specials mit schweißbedürfigen Rostschäden am Trittbrett und nicht fahrbereit los, für eine Rundlenker im gleichen Zustand sind schon 2-300 Euro mehr zu investieren. Für restaurierte Fahrzeuge kann man auch mittlerweile schon bis zu 3.000 Euro ausgeben. Wobei die Qualität der Arbeiten immer kritisch zu hinterfragen ist, es gibt jede Menge Blender auf dem Markt, weil sich damit aufgrund der extremen Nachfrage ein schneller Euro machen lässt. Schnäppchen sind natürlich auch immer drin, wenn z. B. ein Nachbar oder Bekannter noch sowas in der Garage stehen hat. In eine ordentlich durchgeführte Restauration fließen locker 1.500 - 2.000 Euro, wenn Fremdarbeiten wie z. B. Lackierung nötig sind.

    Viele Fahrzeuge kommen auch aus Italien und haben keine deutschen Papiere, deren Beschaffung nochmal einen gewissen Aufwand mit TÜV und Zulassungsstelle darstellt. Erkennbar sind italienische Fahrzeuge daran, dass sie keine Herstellerplakette am Rahmentunnel in der Nähe des Bremspedals haben. Serienmäßig ist bei diesen auch kein Tacho vorhanden und sie haben meist 9" Räder statt 10" wie alle deutschen V50.

    20 Jahre Schaltrollerhobby und der Besitz einer Lambretta DL hinterlassen halt Spuren. :-3

    Ich finde, die Slimstyle (Serie 3) Lambrettas gehören zu den designtechnisch gelungensten Schaltrollern überhaupt, die GP/DL hat Herr Bertone schließlich persönlich entworfen. Auch technisch waren sie den Vespas damals weit voraus. Z. B. war die Lambretta TV 175 III Anfang der 60er Jahre das erste motorisierte Serienzweirad überhaupt (ja, auch vor Motorrädern) mit einer serienmäßigen Scheibenbremse vorne.

    Glaube nicht, dass die für 700 weggeht. Wenn Wasser durch den Einlass eingedrungen ist, ist allemal die Kurbelwelle fest (unteres Pleuellager festgerostet) und wahrscheinlich auch der Zylinder ohne mindestens zu Honen nicht mehr zu gebrauchen. Evtl. auch auf Übermaß schleifen inkl. neuem Kolben. Das summiert sich dann schon, und der übliche unbedarfte, aber zahlungskräftige Frühlings-Vespakäufer mit dem Wunsch nach sommerlichem Citycruising zur Eisdiele wird deshalb von diesem Fahrzeug die Finger lassen. Zudem keine deutschen, sondern nur Schweizer Papiere. Da die Schweiz nicht zur EU gehört, ist für den hochoffiziellen Weg zu deutschen Papieren auch noch ein Verzollungsnachweis erforderlich. Insgesamt also ein ziemlicher Aufriss.

    Nein, ist eine Lambretta, 3. Serie. Die Seitendeckel sind vom Modell GP/DL - halte es aber für nicht ausgeschlossen, dass diese an einem anderen Modell (LI, SX, TV) montiert wurden. Leider sieht man von den hierfür relevanten Teilen wie Kotflügel, Kaskade und Lenker zu wenig auf dem Bild. Die abgebildete Lambretta hat mindestens 125 ccm, also nix für Autoführerscheinbesitzer, es sei denn, dieser wäre vor dem 01.04.1980 erworben worden. Hier gibts (auch optische) Details zur GP/DL.

    Die Lambretta 50er sehen anders aus, sind in Deutschland recht selten und auch optisch meines Erachtens weniger gelungen als die Pendants von Vespa.

    Im GSF gibts ein großes Koso-Topic. Fazit war meine ich, dass die Dinger ohne Nacharbeit nicht vernünftig einstellbar sind. Würde daher vielleicht doch zum Vorbild/Original von Keihin greifen, die sind in Deutschland zwar sehr teuer, aber über ebay aus USA wesentlich günstiger zu haben.

    Weiß jemand zufällig ob die Vespen mit kurzem Radstand und 4- eckemblem Gummi- oder Alutrittleisten serienmäßig hatten?


    Vollgummitrittleisten, wenn jede Menge relativ große Löcher im Trittbrett sind, wo die Gumminöppel an der Unterseite der Leisten zur Befestigung durchgezogen werden.

    Aluleisten mit Gummieinlage, wenn es deutlich weniger (4 oder 5 pro Leiste) und kleinere Löcher sind, wo die Nieten zur Befestigung durchgesteckt werden.

    Die genaue Anzahl der Löcher für jede Trittleistenart kann ich morgen mal nachzählen.

    Wie gesagt besteht das Teil aus einem Metallkern mit der nach außen hin sichtbaren Gummiummantelung, d. h. du musst es schon komplett entfernen. Pack es mal beherzt mit einer Zange an und rupf den Ring einfach raus. Oder klopf entlang der innerhalb der Dichtfläche der Bremsankerplatte stehenden Kante des Simmerrings mit entsprechendem Werkzeug, bis er komplett rauskommt.

    Naja, trotzdem ein schönes Teil, wenn auch keine ganz frühe spanische SX, die noch mit italienischen Teilen wie Seitenhauben und Scheibenbremse ausgestattet waren. Wie stehen die Chancen, dass der Besitzer doch frühzeitig aufgibt?

    Mit David als 2. LCD Vorsitzenden und einer Schwäche für Servetas hättest du doch einen kompetenten Ansprechpartner, wenn die Mofa deine würde.

    Der Wellendichtring besteht aus einem gummiummantelten Metallring, der ihm Stabilität zum äußeren Sitz (Bremsankerplatte) hin verleiht, diese Gummiummantelung umfasst weiterhin eine Dichtlippe mit innenliegender runder Feder, die ihn entlang der abzudichtenden Welle auf Spannung hält. D. h. du kannst ihn ruhig mit einigermaßen roher Gewalt (großer Schraubendreher, Zange o. ä.) rauspopeln, aber dabei möglichst nicht den Sitz des Wellendichtrings an der Ankerplatte berühren bzw. beschädigen. Einsetzen eines neuen Dichtrings klappt am besten mit einem einigermaßen zum Außendurchmesser des Dichtrings passenden runden Metallteil wie z. B. einer entsprechend großen Nuß (aka Steckschlüsselaufsatz), mit dessen Hilfe du den Ring vorsichtig in seinen Sitz klopfst.

    An dieser Stelle sei mir altem Mann noch ein kleiner pathetischer Exkurs erlaubt:

    Deshalb sage ich auch nicht wenn jemand explizit nach Tuningtips Ausschau hält. Aber es stört mich immer noch das die Meinung vorherrscht das jeder nach spätestens 2 Wochen seine Vespa sowieso illegal schneller machen will. Unsere Vespae sind Jahrzehnte alt und die Tatsache das es immer noch welche mit Orginal-Set-Up gibt zeigt doch das dem nicht so ist.

    Genau das ist der Punkt: Wir bewegen uns mit jahrzehntealten Fahrzeugen im modernen Straßenverkehr. Zur Zeit, als z. B. V50 noch neu erhältlich waren, erfreuten sich Telefonzellen und Schreibmaschinen noch regen Alltagsgebrauchs. Auch war man damals mit einem 100 PS Fahrzeug noch ziemlich an der Spitze der durchschnittlichen PKW-Motorisierung und für die Nichteinhaltung der Gurtpflicht wurde damals erst ein Bußgeldtatbestand eingeführt. Heutzutage nutzt man Handys und Computer inkl. Internetforen, die genannte Motorleistung ist bei PKWs eher unterdurchschnittlich, Airbags, ESP und ABS sind selbstverständlich. So gesehen hat sich das Leben insgesamt beschleunigt, um da noch einigermaßen mithalten zu können, sind heutzutage halt Motorupgrades auf 75 ccm quasi überlebensnotwendig, wenn man nicht gerade in einem Dorf mit einer einzigen Ampelkreuzung wohnt und auch nicht plant, dieses mit dem Roller zu verlassen.

    Danke, aber verscheißern kann ich mich selber. Außerdem habt ihr doch alle ein gutes Gewissen dabei illegal herumzufahren. Es geht eher um ein ruhiges Gewissen wenn man angehalten wird.

    Es ging dabei nicht ums verscheißern, sondern nur darum, dass du ziemliche Ausdauer darin beweist, immer wieder auf die möglichen Folgen illegalen Tunings hinzuweisen. Das ist nicht weiter verwerflich, dennoch sollte man annehmen dürfen, dass sich jeder der Illegalität seines Tuns bewusst ist. Ob man dann im Falle einer Kontrolle des illegal getunten Rollers mit nervösen Schweißausbrüchen reagiert, ist nur eine Frage der Übung. Autogenes Training soll angeblich dabei helfen, auch in Stresssituationen gelassen zu bleiben. :D