Kollegen,
mein Wandler mit Kupplung und Glocke ist gekommen.

Der Wandler mit seinen Scheiben entspricht exakt dem Wandler von Mario bezüglich den relevanten Abmessungen und ebenso dem der ET4.
Ergo bleibt wie erwartet meine Übersetzung auch exakt gleich mit der neuen Malossi-Vario.
Langsam muß ich mich aber einem Thema stellen, das ich etwas vor mir her geschoben habe.
Ich weiß jetzt nicht, wie tief der einzelne hier in Teilen einer Variomatik der Plastik-Roller ist.
Daß das Ding bei mir verkehrt herum eingebaut werden muß, habe ich ja schon öfters erwähnt.
Jetzt ist es so, daß so eine Wandlereinheit in einem Scooter auf der Getriebeingangswelle mit einer Nadelhülse und einem Rillenkugellager gelagert ist, Kupplung außen links.
An der Stelle sitzt auch das Kugellager mit einem kleineren Innendurchmesser als die Nadelhülse am anderen Ende, die praktisch direkt am Getriebe sitzt.
Baut man so ein Teil anders rum ein (wie ich), hat man den größeren Lagerinnendurchmesser außen.
Das ließe sich ja prinzipiell mit einer Hülse lösen, wenn nur bei den aktuellen Wandlereinheiten das Rillenkugellager nicht einen Inneringdurchmesser von nur 12 hätte, die Nadelhülse 17.
12 ist halt etwas mager, die Funktionslänge ist ca. 60 mm plus Befestigungsgewinde.
Nun gibt es theoretisch auch die erste Generation von Wandlern mit 2 Rillenkugellager, Innendurchmesser 15. Schonmal etwas solider.
Auch der Wandler der ET4 ist aus dieser Zeit. Das Problem ist halt nur, daß diese Varianten so gegen Ende der 90er von der Type mit Nadelhülse und Lager abgelöst wurden und nun neu auch nicht mehr wirklich zu kriegen sind.
Damit käme ich ja vom Regen (Ersatzteile PK Automatik) in die Traufe.
Theoretisch könnte ich ja den ET4-Wandler nehmen und eine kleiner Kupplung drauf machen. Aber die Kupplungen für die alten Wandler sind halt auch rar.
Ich meine, ich will diesen ganzen Aufwand ja nicht dafür treiben, daß ich in die nächste Ersatzteil-Notsituation reinkomme, bevor der Giga-Aufwand beendet ist.
Vorne am Varioadapter kann ich später alleine mit der Länge des Varioadapters steuern, welche Massenvario ich draufmachen kann. Mit nur einem einzigen Drehteil! Alles andere bleibt gleich und axial habe ich noch Luft selbst für eine ausladende modere Piaggio-Vario.
Die Rechnung geht aber nur auf, wenn ich an der Getriebeeingangsseite die Wandlerscheiben an der exakt gleichen Position halte.
Und das mache ich lieber mit aktueller Massenware als mit umgestrickten Mangelwarenteilen, die über 20 Jahre alt sind und schlecht zu bekommen.
Wenn da was fehlt, kann ich den ganzen Getriebeeingang neu stricken und dann läuft es ohnehin auf die aktuellen Wandlerkonstruktionen raus.
Lange Rede, kurzer Sinn, das will ich nicht, obwohl ich bis auf die Kupplung alles vor mir liegen hätte, halt gebraucht.
In zwei Jahren suche ich dafür Teile ebenso bei Ebay wie aktuell die Vespa Automatikteile. Dann geht der Scheiß von vorne los, früher als mir lieb ist.
Die Wandler mit Nadelhülse sind heute noch aktuell und absolute Massenware.
Momentan schwanke ich noch etwas:
a) die Wandlereinheit mit dem Ori.Lager zu verbauen und eine 12er Welle in Kauf nehmen
b) die Wandlereinheit öffnen und anstatt dem 12x24x6 RiKuLa ein 15x24x5 Dünnring-Rikula zu verbauen. Bißchen Lagerausgleichscheiben und fertig.
c) den Wandler komplett auf den Kopf stellen und Lager nach Wunsch einbauen inklusive ausdrehen neuer Lagersitze im Rahmen der Geometrie, die das Ding vorgibt.
Ich tendiere gerade zu b). Das putzige Lager ermöglicht eine 15er Getriebeingangswelle analog zu den Generationen bis Ende der 90er, mit der immerhin auch die großen Roller unterwegs waren.
Die radiale Belastung ist auf Höhe der Riemenscheiben höher und da sitzt die 17er Nadelhülse, lediglich auf der Kupplungsseite säße das Lager mit den kleinen Kugeln.
In dem Moment, wo die Kupplung keinen Schlupf mehr hat, sieht es nur noch quasistatische Last aus der Dynamik der Drehzahl und der nicht zu vermeidenden Unwucht (naja, bei kleinen Kugeln auch nicht der Renner).
Ich müßte aber keine Lagersitze nachbearbeiten und könnte zur Not das Lager öfters tauschen.
Es bleibt jede Lösung ein Kompromiß. Halt wie der ganze Umbau selber.
Im Prinzip sollte ich die Lager tauschen (Nadelhülse gegen Rikula und RiKuLa gegen Nadelhülse), aber Kugellager und Nadellager haben unterschiedliche Standarddurchmesser, dann kommt wieder die Bearbeiterei.
Und einen Preßsitz in 60 mm Tiefe in hartes Material zu bearbeiten ist auch so seine Sache. Da drückt es den Meißel weg, er wimmert und flattert und es kommt irgendeine Passung raus.
Und die sitzt dann auch noch so ungeschickt tief, daß mit einem Lagersicherungskleber kaum sicher gearbeitet werden kann...
Es wird vermutlich b). Ich baue wahrscheinlich nächste Woche mal den Wandler von Mario auf das Dünnringlager um und schau mir das mal an, bevor ich den nagelneuen umbaue. Immer gut, wenn man Material zum Testen hat, bevor ich das neue Zeug zum experimentieren nutzen muß.
Und wenn es nicht kaputt geht, kommen die Teile auf Lager als Ersatz.
Die Kupplungsglocke sitz normalerweise auf einer Verzahnung, die den kleinsten Durchmesser einer Getriebeeingangswelle hat und logischerweise kurz vor der Mutter kommt.
Geht hier natürlich auch nicht. Die werde ich an einen Flansch schrauben mit angedrehtem Zentrierdurchmesser wie den Varioadapter und fertig. Dafür muß ich sie nur ausdrehen und auf dem Teilapparat 6 Löcher setzen. Fertig.
Ist alles nicht sooo einfach. Und letztlich alles nur deshalb, weil bei der Wespe alles auf der falschen Seite sitzt aus Sicht eines modernen Rollers.
Ist schon noch Arbeit...Und es hängt halt gerade am CNC-Drehen....
Ergo werde ich wohl am Samstag das Messingröhrchen für die Sickerbohrung setzen. Zumindest es mal versuchen.
Ich berichte....
Gruß Paddy.