Oh Männer,
hab vorhin mal den Deckel auf die Maschine gespaxt und meinen anderen Klappkompjuter geholt mit dem CAD drauf.
Dann habe ich mir den Freilauf hingelegt, um zu messen, wieviel mich das axial in Richtung Wandler kosten würde.
Auf jeden Fall habe ich im CAD zwischendurch mal gemessen, wie tief ich morgen in den jetzt zu hohen Lagerdom der Zwischenwelle rein muß.
Ich wollte mir alle relevanten Maße auf Selbstklebezettel schreiben und an die Koordinatenanzeige heften.
Tja, was soll ich sagen. Meine Lagerhülse endet null auf null in dem Raum der Trommelbremse....

Von aussen auf ein 30er Endmaß gemessen:

Etwas kopfkratzend habe ich dann noch ein paar mal hin- und her gemessen, wo genau ich etwas falsch interpretiert hatte. Ich ging die ganze Zeit davon aus, daß da noch zwischen 3 und 5 mm Wandstärke stehen bleiben. Fragt mich jetzt bitte nicht, warum...
Egal, jetzt habe ich drei Möglichkeiten:
Entweder ich schweiße auf der Trommelbremsenseite so ungefähr 3-5 mm auf morgen als erstes, damit ich genug Fleisch an der Stelle habe. Das wäre in dem Bereich, wo ich zur Erkennung die Lagerhülse draufgelegt habe:

Oder ich setze an der Zwischenwelle die Schulter um 3 mm zurück, das käme auf das Gleiche raus:

Jetzt ist es halt so, daß am Lagersitz der Zwischenwelle vor der Schulter natürlich ein Freistich kommt.
Dann laufen die Nadelrollen über diesem Freistich. Erschwerend kommt hinzu, daß solche Wellen auch durchaus einsatzgehärtet sein können.
Heißt, ich habe nur eine Randschichthärte und das überdrehte Material könnte weich sein.
Irgendwie nicht so prickelnd in Summe...
Die dritte Möglichkeit wäre, ich breche einfach durch, klebe meine Lagerbuchse ein und verwende eine Nadelbuchse mit Boden.
Das ist ja eine bewährte Methode bei der Automatik. Die Lagerstelle, die durch das Ausspindeln für die große Aluglocke gestorben ist, war eben genauso gestaltet. Dort war von außen der Boden der Nadelbuchse zu sehen.
Also die Welle abändern schließe ich gerade aus, weil mir das nicht zusagt technisch gesehen.
Wenn es bei der Automatik nicht ein erfolgreiches Beispiel dafür gäbe, daß man eine Nadelbuchse durchbrechen lassen kann, würde für mich nur Aufschweißen in Frage kommen.
Ich muß da heute Nacht mal drüber schlafen und entscheide morgen.
Aber im Grunde finde ich die Situation lustig. Es ist nicht das erste Mal in diesem Projekt, daß mir die geometrischen Umstände eine Entscheidung abnehmen.
Da ich jetzt meinen Puffer an der eingeschweißten Aluplatte nicht ausnutzen kann und sie morgen auf die im CAD festgelegte Dicke von 12 mm abfräsen muß, weil ich sonst immer weiter in die Bremsankeplatte eintauche, hat sich die Wiederverwendung des Freilaufs nahezu erledigt.
Fraglich wäre ohnehin, ob ich zumindest mit der 50er Übersetzung und einer zusammengefahren Malossi-Vario den DR 133 überhaupt anschieben hätte können.
Das ist heute schon zäh mit dem 75er Sinalco und ich male erst mal einen Strich mit dem Reifen. Mit meiner gewählten Variomatik und Riemen übersetze ich im Stillstand um die 20 Mal ins Schnelle beim Anschieben.
Das Ganze zieht sich durchs Projekt.
1.: Die Nähe des Polrades zum Zylinder mach eine Verwendung eines 97er Pleuels nahezu unmöglich, ergo bin ich gezwungen, ein 105er Pleuel zu nehmen und das gibt es nur in Verbindung mit 51er Hub.
2.: Durch die Postion der Variomatik auf der rechten Seite des Motors einer PK Automatik muß ich die Wandlereinheit aus Scootersicht verkehrt herum einbauen
3.: Das zwingt mich dazu, die Vario ebenfalls verkehrt herum zu montieren
4.: Der Platz zu der Backe, der Wunsch nach der Verwendung der Ori-Riemenabdeckung und diverse physikalische Tatsachen zwingen mich dazu, so nahe mit dem Riemen am Polrad zu bleiben wie möglich und alles herauszuholen in dieser Richtung, was bei meinen Schraubverbindungen an diese Stelle nicht einfach war.
Als Abfallprodukt bleibt der Polradtopf an der gleichen Stelle und ich kann den Anlasser ohne Änderung verwenden.
5.: Punkt 4 zwingt mich dazu, mit der Aluglocke sehr tief in das Getriebe einzutauchen zu lassen und wirbelt mir einiges durcheinander.
So nur mal die gröbsten Dinge.
Was ich damit sagen will, die Aufgabe aus der Überschrift dieses Beitrags läßt bei genauerer Betrachtung eigentlich nicht viel anderes zu als das, was sich so langsam vor mir herauskristallisiert.
Es gabe letztlich nicht viel Spielraum für andere Lösungen.
Und alles letztlich geometrisch bedingt.
Ich finde das witzig....
Ich halte euch auf dem Laufenden. Bis morgen.
Gruß Paddy.