Es ist schon so, wie Mario schreibt.
Irgendwie kriegt man das beste Gefühl für die Geschichten, wenn man mit Dingen konfrontiert wird, bei denen das nach Lehrsschema gelernte nicht so richtig weiterhilft.
Ich selbst hatte keine Lehrausbildung in dieser Richtung. Ich war auf dem technischen Gymnasium und hatte das da so in Grundzügen.
Analog dazu in meinen dualen Studium, auch Lehrwerkstatt 6 Wochen lang, ein Bruchteil dessen, was der normale Mechaniker hat.
Und immer nur die typischen Übungsstücke, an denen halt von allem alles dran ist und am Ende hast du einen kleinen Schraubstock.
Aber da zeigt dir keiner, daß man mal etwas kreativ sein muß beim Spannen, sich mal einen Dorn drehen muß, wenn man etwas aufnehmen will. Oder vielleicht mal mit dem Abstechstahl eine Geometrie fertig drehen muß, weil man sonst umspannen müßte, damit es zueinander läuft.
Da zieht man mal was eben und geht hinterher auf die Diskus, damit es paralle wird. Oder bei harten Sachen fummelt man sich mal so vorwärts mit verschiedenen Plättchen, bis man in einen vernünftigen Eingriff kommt.
Ne Passung bescheißt man auch mal irgendwie hin mit Leinwand oder nagelt sich alle Lagerstellen mit gedrehten Buchsen rein, die man klebt.
Hauptsache es tut.
Alles weit weg von den ganzen Übungsstücken. Da läßt man auch mal die Drehbank falschrum laufen und zwirbelt außen etwas mit dem Innenmeißel dran, wenn es besser paßt.
Da dreht man nicht zwingen zwei Teile nach Zeichnung fertig, sondern dreht die in einer Reihenfolge vor und stimmt sie dann aufeinander ab, unter Umständen im zusammengeschraubten Zustand.
Wenn man ein bißchen über die Reihenfolge nachdenkt, paßt das nachher besser als höchst präzise jeweils einzeln fertig gedreht.
Bei Fräsen an so Gehäusen lernt man, wie man sicht behilft. Meine Spannvorrichtungen für das ganze Zeug sind allesamt sehr simpel, aber es paßt alles. Und ich ändere sie ständig ab nach Bedarf.
Ich habe bei meinen ganzen Speziellen Sachen 10mal soviel gelernt durch ausprobieren und überlegen wie in der Lehrwerkstatt.
Mein Lehrmeister wäre ganz sicher mit meinem Motorumbau überfordert, weil der in seiner eigenen Welt lebt, dafür aber immer den Vorschub und die Drehzal gemäß Tabellenbuch richtig hätte....
Wobei für diesen Umbau es dann doch ganz gut ist, wenn man schon ein paar mal etwas Verrücktes auf der Drehbank oder der Fräsmaschine gemacht hat...:-). Obwohl ich auch hier wieder unheimlich viel dazu gelernt habe durch ausprobieren...
Und eins gebe ich zu, ohne 3D-CAD wäre es ein Riesenrotz gewesen, das Getriebe wieder so herzustellen.
Da würde man sich schwer tun ohne, es ist eine Riesenhilfe. Da kommt halt doch vieles zusammen mit den ganzen Ebenen, die ich verschoben habe. Das auf Papier und mit Taschenrechner....Puh...
Wer alles komplett mitgelesen hat, wird es nachvollziehen können, wie hilfreich das war/ist.
Wenn der Wandler fertig drin ist, brauche ich wieder kein CAD mehr. Nur für das Polrad bis zur Vario und das Getriebe.
Ah, doch, für den Ansaugstutzen wieder, da brauche ich 3D Daten für den ASS.
Aber wenn du mit dem Gedanken spielst, dir was anzuschaffen, mach es. Du siehst, was selbst mit meiner 70 Jahre alten Maho geht, wenn man ein paar Kompromisse macht...
Das Zeug ist nur ziemlich teuer, wenn es in einer angenehmen Größe ist. Das will jeder haben. Bei der Drehbank warte ich immer noch auf eine gute Gelegenheit, weil es mich unendlich nervt, nur abends im Geschäft drehen zu können.
Anschluß dafür (Druckluft und Strom) ist alles bereit, aber es sollte halt bisher nicht sein...
Was soll's, kommt noch. Irgendwann wird mal eine frei...
Gruß Paddy.