@2phase, Studie:
Ja, die Studie ist valide. Es ist seit Jahren die wohl beste "Angststudie" für Deutschland (Es wird alles offengelegt, Ergebnisse, Methodik, etc. findet man hier: r+v studie). Allerdings sagt Angst vor etwas rein gar nichts über eine mögliche Begründung selbiger aus - und darauf wollte ich eigentlich hinaus, sie ist mMn vielmehr eine Folge polpulistischer Maßnahmen - und nicht umgekehrt.
Das Problem in meinen Augen ist, dass Politiker mittlerweile nur Strohfeuer entfachen um dann andere, meist bürgerfeindliche Interessen/Projekte duchzusetzen - und das ist bedenklich, da unsere Vertreter uns wohl nicht mehr vertreten.
Dabei haben hier einen Berg wirklicher, ernster Probleme. Eine klitze kleine Auswahl, sonst wrid der Beitrag hier ein Buch:
Gesundheitssystem: Unter der Prämisse das alle Bürger gleich sind - wozu brauchen wir zwei verschiedene Gesundheitssysteme? Wozu brauchen wir in den zwei System hunderte Krankenkassen die alle das gleiche Leisten und, nebenbei bemerkt, ein System erfordern, dass das Rückverfolgen von Zahlungsströmen im Detail nahezu unmöglich macht - und somit Betrug Tür und Tor öffnen?
Wozu haben wir zuletzt Dank des Gesundheitsfonds ein Krankenversicherungungssystem zementiert in dem es für alle Beteiligten außer dem Bürger interessant ist das man möglichst schwer krank ist? Man mitunter Untersuchungungen über sich ergehen lasse,n muss die sich abrechnen lassen - und nicht die, die wirklich notwendig sind?
Heilung wird momentan in keinster Weise belohnt und wird lediglich getragen von einem Restfunken an Moral. Wäre es nicht sinnvoller eine Grundversicherung für alle zu schaffen, mit der Möglichkeit sich "Luxus"-Behandlungen seperat zuzusichernn? Wäre es nicht vernünftig und sinnvoll ein Anreizsystem zu schaffen das einen Arzt belohnt und nicht (finanziell) bestraft wenn er jemanden heilt?
Wenn man die Ausgaben der Deutschen in Relation setzt zum Krankenstand / Gesundheitszustand und das mit anderen westlichen Industrienationen setzt, dann muss man doch sehen, dass es auch anders gehen kann. Aber warum hat keiner die Eier das mal anzugehen? Warum werden stattdessen Regelungen geschaffen, die den Bürgern nur Schaden können? ZB in dem man die Aufsichtsbehörde für Medikamente jetzt nicht mehr nach wissenschaftlichen Kriterien besetzt, sondern nach politischen. Macht das Sinn? Cui bono?
€: wie's der Teufel will kommt auch gleich heute wieder ein tolles Beispiel: wenns nicht so ernst wäre....
Finanzsystem:
Es ist noch nicht lange her da musste das gesamte Volk einzelne Institute unterstützen, weil sie angeblich "systemrelavant" seien. Das kann doch nur eine Lüge gewesen sein. Denn die in meinen Augen einzige volkswirtschaftlich sinnvolle Reaktion darauf wäre, solche Institute zu zerschlagen um einen zukünftigen, derartigen volkswirtschaftlichen Schaden abzuwenden - davon höre und lese ich nun nichts mehr, stattdessen wird die Fusion von Deutscher Bank und Postbank beklatscht, macht das wirklich Sinn? Wo bleiben die verschärften Regelungen für Banken, die damals groß´angekündigt worden sind. Wo bleiben die Regelung eines Marktes der momentan dank Derivaten, Swaps, und wie sie alle heissen faktisch nichts anderes macht als volkswirtschaftliche Werte zu vernichten. Und das alles nur um eine Gier zu befriedigen. Warum passiert da nichts? Cui bono?
Es passiert meines Erachtens momentan nichts, um den Bürgern im Kern irgendwie zu unterstützen. Stattdessen werden Strohfeuer gezündet die ablenken, wie in letzter Zeit zB. Google Street View, dem (einmaligen) fotografieren von Häuserfassaden, de facto ein harmloses Unterfangen, mit dem sich drei Minister in der Öffentlichkeit profilieren und Dinge wie SWIFT, easycash, ACTA oder sonstige wirkliche persönlichkeitsrechtliche Probleme werden faktisch überhaupt nicht erwähnt. Cui bono?
Mir fällt nichts, wirklich kein einziges politisches Thema der letzten Zeit ein das irgendwie den Status der Bürger im allgemeinen verbessert hat - und das stimmt einen traurig bis wütend - und endet irgendwann in einer Resignation.
Versteht mich nicht falsch, ich bin froh in Deutschland geboren, aufgewachsen und gebildet worden zu sein. Ich Leben und arbeite gerne hier. Ich bin von Demokratie und sozialer Marktwirtschaft überzeugt, aber unsere Politk ist mittlerweile nichts mehr als ein reiner Witz. Als ein Marionettentheater in dem ich den Eindruck habe es werden ausschließlich Interessen verfolgt, die persönlicher, monetärer oder machtpolitscher Natur sind.
Und das wird noch eine Weile so weitergehen, denn noch geht es den Leuten im allgemeinen zu gut um Bereitschaft zu zeigen, sich mit dem großen Bild als ganzen wirklich zu beschäftigen. Solange Dinge wie "vom Staat", "von der Versicherung" im Kopf noch "von anderen" sind und nicht das eigene wird sich wenig ändern.
PS: Um den Bogen zu 2phases Beitrag zu spannen, da machen Bedenken über vermeintlich notwendige innenpolitsche Instrumente durchaus Sinn, denn faktisch handelt es sich dabei nur um Maßnahmen die helfen können den Bürger im einzelnen unter Kontrolle zu halten. Denn wenn man seine Macht nicht mehr durch Kompetenzz verteidigen kann es nicht Schaden andere Mittel an der Hand zu haben. In diesem Kontext finde ich es schon wichtig die Notwendigkeit innenpolitscher Sicherheitsinstrumente zu hinterfragen und ggf. zu verhindern.