Zum Thema Schrauben, Muttern etc...
Das sind Normteile...und das mit Absicht. Sie sollen bestimmte Zwecke erfüllen.
Wichtige Merkmale sind hier Werkstoff (Festigkeit!), Elastizitätsverhalten und Oberflächenbehandlung.
Das führt zu folgenden Notwendigkeiten (Grob gesagt!)_
Festigkeit und Elastizitätsverhalten
Genormte Schrauben und Muttern haben eine Festigkeitsklasse, die jeweils eingeprägt sein muß!
Die eingeprägten Zahlen sind leicht zu begreifen (und werden durch eine Formel aus tatsächlichen physikalischen Kennwerten des Werkstoffs errechnet).
Die Festigkeitsklasse einer Mutter bestimmt, wie fest man sie maximal anziehen darf, bevor sie sichtbar oder unsichtbar geschädigt ist. Die Festigkeitsklasse bestimmt auch, welche Festigkeit die passenden Schrauben/Stehbolzen haben sollen, die man mit einer solchen Mutter verwendet.
Man wird nie eine zu schwache Mutter mit einer zu festen Schraube verwenden. Es ist doch logisch, daß das nicht gut hält und man die Mutter beim Anziehen mit der empfohlen Kraft zu schnell ruiniert (das Gewinde ausreisst oder deformiert wird),
Beispiel: Zu Muttern der Klasse 8 gehören i.d.R. Schrauben der Festigkeitsklasse 8.8 (oder 10.9)
Bei Schrauben geben die beiden Zahlen Zugfestigkeit und Streckgrenze an.
In der Praxis:
Gewinde funktionieren aufgrund physikalischer Gegebenheiten. Deshalb müssen die Gewinde immer zueinander passen. Aber auch Dreck, Öl, Fett und anderer Unrat gehört nicht zwischen die Gewindeflanken, denn daß ein Gewinde sich nicht löst, wird maßgeblich durch die durch das Anspannen erzeugte Haftreibung (=Adhäsionskraft) zwischen den Gewindeflanken von Schraube und Mutter bestimmt.
also:
- Immer alles penibel saubermachen vor der Montage.
- Benutzte Gewinde sind immer suspekt, daher im Zweifel immer neue Schrauben/Muttern
verwenden - das sind "Cent"- Artikel (wenn man sie klug einkauft)!
- Bitte (!!) Keine Grabbelkisten-Baumarktschraubensortimente kaufen - diese sind oft aus zu weichem
Material, haben ungenormte Köpfe, zu dünnen Korrosionsschutz.
- Edelstahl hat andere Materialeigenschaften und eignet sich zu wenig dazu, sicherheitsrelevante
Verschraubungen durchzuführen, die zwingend eine bestimmte Spannung & Vibrationsfestigkeit
erfordern. "Normaler" Edelstahl hat zudem einen zu gering spannenden Streckgrenzenbereich,
sodaß hier noch mehr die Notwendigkeit bestünde, einen Drehmomentschlüssel zu verwenden (und
wer macht das schon?)
Warum sind Schrauben, Mutter, U-Scheiben, Federringe usw. verzinkt?
Dieser Aspekt bezieht sich auf den Korrosionsschutz. Korrosion ist ein elektrochemischer Prozess. Bringt man ein im Sinne des elektrochemischen Potentials edles Metall mit einem unedlen Metall zusammen, ergibt sich eine sogenannte Bimetallkorrosion, aufgrund der das unedle Metall oxidiert.
-> Das hat wirtschaftlich-technisch große Relevanz. Wenn ihr mal mit einem Ozeandampfer fahrt, lasst
euch über das Schiff führen und euch die Opferanode zeigen - das ist ein riesengroßer Block aus
reinem Zink, der über Massekabel mit dem Stahlrumpf verbunden ist und der das elektrochemische
Potential abfängt und somit die Korrosion stark mindert.
In der Praxis heisst das:
Man verwendet verzinkte Schrauben & Muttern, weil man möchte, daß sich das Zink "opfert", und nicht zwischen Schraube und z.B. Stahlblech des Vesparahmens Korrosion stattfindet (der Rahmen ist nämlich punktgeschweisst, und zwischen den Blechteilen bietet sich viel Angriffsfläche für Korrosion).
Aus dieser Sicht ist es ziemlich unüberlegt, am Roller überall Edelstahlschrauben - und Teile zu verbauen, wenn sie nicht vom unedlen Stahlblech des Rahmen zu 100% isoliert sind.
Das kapiert leider nicht jeder, der meint, seinen Roller mit "persönlichen" Akzenten versehen zu müssen.