Moin,
wenn ich mir als Schweißer das ganze so ansehe, kann ich daran nichts aussergewöhnliches finden.
Meiner Meinung nach handelt es sich bei diesem "Spezialdraht" einfach um ein Weichlot.
Verwendung findet dieses Verfahren schon seit langem,
Meistens werden Teile in Wärmetauschern oder Klimaanlagen damit verlötet.
Aufpassen müsst ihr nur bei der Auswahl.
Grundsätzlich unterscheiden wir zwei Haupttypen von Loten.
1. Das Kapillarlot:
Dieses wird verwendet, um Haarrisse in Bauteilen zu verschließen, oder zwei Bauteile mit geraden Kanten zu verbinden.
Auch Rohrleitungen werden damit gerne bearbeitet.
Die Hauptvorteile liegen in seinen guten Flieseigenschaften, seiner Dünnflüssigkeit und seiner Fähigkeit über die Kapillarkraft auch in die kleinsten Ritzen zu kriechen.
2. Das Reibelot:
Dieses wird verwendet um Ausbrüche, Ausbröckelungen und andere gröbere Schadstellen aufzufüllen, auszubessern oder Bauteile mit gröberen Kantenunterschieden zu verbinden.
Die Hauptvorteile liegen in seiner Zähflüssigkeit und seiner Modelierbarkeit.
Ungeeignet ist dieses Lot allerdings um Haarrisse aufzufüllen.
Verarbeiten lässt sich dieses Lot mit einer handelsüblichen Gaslötlampe oder einer alten Benzinlötlampe.
Wichtig ist, dass die auszubessernden Teile vor der Verarbeitung gründlich sauber, und mittels einer Drahtbürste von der Oxidschicht befreit werden (blank machen)
Ebenfalls wichtig zu beachten ist das vorwärmen der Bauteile.
Hier kommt es zu den meisten Problemen.
Wenn das Lot in der Gasflamme schmilzt, was relativ schnell passiert, wird es kleine Kügelchen bilden und vom Werkstück laufen. Hier werden die meisten Fehler gemacht.
Merke: Das Lot wird immer von der Wärme im Werkstück aufgeschmolzen und nicht von der Flamme an sich. Diese dient nur zum erwärmen des Werkstückes und zum verlaufen lassen!
Wenn man`s kann, kann man auch ein defektes Gewinde zulöten und neu schneiden.
Dieses ist annähernd so stabil wie das Original.
Ich hoffe, ich habe euch mit diesem Beitrag etwas Licht ins Dunkel bringen können.
Beste Grüße
der Heinz