Vielen Dank, liebe Kollegen!
So, heute habe ich den alten HBZ von der Ape komplett zerlegt und im Sprudelbad gereinigt. Das kam mir dann irgendwie bekannt vor:

In einem anderen Beitrag hier im Forum (man möge es mir verzeihen) hat ein lieber Kollege einen Cosa-HBZ zerlegt gehabt:

Mir kam der Guß-Körper des Cosa-HBZ schon irgendwie so ähnlich vor, aber nun ist es klar. Den haben die Jungs aus Pontedera aus dem HBZ der Ape abgeleitet, der sich ja seit Ende der 60er Jahre in der Keksdose bewährt hat, um 2 handnachgestellte Bremszylinder parallel anzusteuern.
Der Kolben aus der Ape ist auf der Hebelseite etwas länger und tiefer gebohrt für die längere Druckstange, der wesentliche Rest auf der hydraulischen Seite ist gleich. Auch die Nut im Kolben, in die ein Bolzen eingreift, ist gleich. Nur bei der Ape ist es tatsächlich ein Bolzen, in der Cosa ein Tellerchen mit einem Zylinder dran. Ich würde mich wundern, wenn die Innereien nicht austauschbar wären.
Nochmal gemessen, entgegen der Schätzung in die Bohrung ist der Kolben nicht 18, sondern 19 mm.
Dann ich habe ich beschlossen, diesen alten Zylinder wieder für einen Grundsatzversuch zu ertüchtigen. Etwas kugelstrahlen an den entsprechenden Stellen und bürsten und einen Adapter drehen, damit an den hinteren Anschluß eine Hohlschraube mit M10x1 geschraubt werden kann.
Das Gewinde in dem Ape-Zylinder war irgendetwas anderes. M10x1,25 war es nicht, ich dachte es war 3/8"". Mit dem habe ich dann aber auch noch Späne gemacht, also keine Ahnung, was das ist. Der Adapter hat auch 3/8" bekommen und das ganze ist mit Gewindedichtmasse verklebt:





Die Stahlbusschraube habe ich am zweiten 6-Kant auf 9,5 abgedreht, damit sie an die Ankerplatte paßt:

So, dann habe ich mal die Plörre aus dem System gelassen, den ganzen Käse mit ATE-Paste zusammen genagelt und das alte Pedal der Ape irgendwie falsch herum montiert, damit ich drücken kann. Den alten Vorratsbehälter noch drauf und fertig.
Der Zylinder hat in der Ape geleckt, aber für den Versuch reicht es:

Jetzt sieht es etwas anders aus. Die Backen machen ausreichend Hub, damit die automatische Nachstellung nachrasten kann.
Bei montierter Bremstrommel und komplett zurück gestellter Nachstellung gehen die Backen nach 6 mm Hub an der Bremspumpe auf Druck. Wieviel davon der Weg für das Schließen der Ausgleichsbohrung ist, weiß ich nicht. Ist aber eigentlich wurscht, weil auch den Weg muß ich ja jedes Mal überwinden.
Jetzt ging dann die Messerei los....Wenn ich meinen alten Bremshebel mal soweit drücke:

macht der Zug einen Weg von 13 mm. Lege ich jetzt mal das Hebelverhältnis meines Edelstahlhebel (20/31 für die äußere Bohrung) zugrunde, brauche ich 9,3 mm am Seilzug, um die Backen an die Trommel anzulegen. Es fehlen also noch 3,7 mm um die Postion des Bremshebels auf dem Bild zu erreichen.
Das erscheint mir genug Spielraum, damit ich immer die Backen an die Trommel angelegt bekomme, selbst wenn noch etwas Elastizität im System vergaben ist. Besonders viel Kraft konnte ich ja nicht auf das Pedal an der Werkbank bringen, weil der Ape-HBZ in dem putzigen Proxxon-Schraubstock gespannt war.
Ich würde mal sagen, so sollte einigermaßen funktionieren. Ggf. muß ich mir einen anderen Hebel machen, was natürlich schmerzhaft wäre nach der aufwendigen Anfertigung des Edelstahlhebels. Aber gut, das ist verkraftbar. Ein neuer Hebel würde dann eventuell geometrisch etwas einfacher ausfallen, weil er nicht 1:1 in die TPH-Pumpe passen muß.
So, jetzt schaue ich nochmal in die Ape, ob der etwas größere Bremszylinder da ebenfalls unterbringbar wäre und dann schaue ich nach einen Angebot für einen neuen Cosa-Hauptbremszylinder.
Was jetzt natürlich generell die Frage ist, wie groß wird die Verbesserung der hydraulischen Bremse am Schluß wirklich sein. Ich verbrate einen nicht unerheblichen Anteil der Übersetzung dafür, daß ich mindestens den Hub der automatischen Nachstellung überwinden kann. Wäre die Bremse manuell nachstellbar wie an der Cosa oder an der Hinterachse der alten Ape-Bremsen, könnte ich eine größere hydraulische Übersetzung fahren und hätte mehr Dampf auf der Trommel.
Mal schauen, was rauskommt, wahrscheinlich ist der Umbau für'n Arsch...
Gruß Paddy.
P.S.: Denkt dran, wer eine günstige neue TPH-Pumpe haben will, einfach melden. Gekostet hat sie bei SC glaube ich um die 90 Euro. Ich gebe sie gerne für ca. die Hälfte her. Kommt dann mit dem originalen Hebel. Ansonsten lege ich das Ding auf Lager zum Spielen.