Hallo Kollegen,
also, nochmal den Bönsch gewälzt zu dem Thema. Also zu dem von Nick50XL Ansatz, daß eine Überlappung Vorteile beim Gaswechsel im Brennraum bringen kann, schweigt er sich aus. Was jetzt aber nicht heißen soll, daß es dazu modernere Erkenntnisse bei Hochleistungszweitaktern mit Drehschiebersteuerung gibt.
Grundsätzlich ist der Liefergrad im Kurbelgehäuse umso größer, je früher der Einlaß öffnet und je später er schließt. Was ja an sich logisch ist.
Bei sportlicher ausgelegten Motoren gab es durchaus eine Überschneidung mit den Überströmern zu Einlaßbeginn. Dann muß aber die restliche Auslegung ziemlich punktgenau sein, damit sich das auch einigermaßen positiv auf den Liefergrad auswirkt. Tendentiell steigt der Liefergrad einfach nicht, wenn es zu einer steigenden Überschneidung kommt.
Bei meiner Wundertüte mit dem Sito bleibe ich dabei, ich würde es gerne vermeiden. Wenn ich da in ein Band komme, wo der Auspuff mir zu sehr drückt, ist das für den Liefergrad sicherlich kontraproduktiv.
Mit der Fabbri zum Beispiel ist das knapp, aber würde gehen. Der schraffierte Bereich auf meiner Dummywange ist der Bereich, in dem bei dem gemessenen Spülwinkel des Polinis die Überströmer offen sind.
Das geht sich gerade so aus, aber urteilt selber (rein optisch grob beurteilt, mal ein paar Grad hin oder her drauf geschissen):

Wenn man sich die obere Kante anschaut, die den Einlaß wieder verschließt, ist das schon recht spät, definitiv nach OT, die Drehschieberöffnung ist ja so um 40 Grad versetzt zu OT und dauert so 30 Grad. Mal ganz grob.
Da erhöht den Füllgrad nur noch die Dynamik der Gassäule. Da kommt mir aber der lange ASS der Ape ganz gut entgegen.
Wenn wir uns nun mal die DRT anschauen im Vergleich dazu:

Überschneidung nochmal deutlich unkritischer. Aber der Einlaßschluß ist zwar später, aber auch nicht die Welt. 10 Grad vielleicht.
Lustigerweise kann ich durch diese Vorüberlegungen einiges ableiten, ohne eine Kurbelwelle in der Hand gehabt zu haben.
Ich will nicht zu spät schließen, weil dann mein Traktoransatz für den Arsch ist. Je später ich schließe, desto mehr brauche ich Dynamik in der Gassäule, was letztlich Drehzahl heißt.
Solange ich das Einlaßfenster nicht in Richtung später vergrößere (wie man es im Netz oftmals sieht bei extremen Drehschieber, maßgeblich im GSF zu finden, wo von der gesamten Drehschieberfläche nur ein Rand ringsum stehen bleibt), bereitet mir die Fabbri noch keine Kopfschmerzen, die DRT erst recht nicht. Die W1R und die Benelli sind ja ungefähr in der gleichen Liga.
Schau ich mir die andere Steuerkante an, ist die Fabbri und ihre beiden italienischen Cousinen noch kein Problem, was das Thema Überschneidung angeht.
Ich fasse mal zusammen. Die Schließkante des Drehschiebereinlasses fasse ich am Besten nicht an, sonst verschiebe ich mein Band zu sehr nach oben. Das ist jetzt keine bahnbrechende Erkenntnis, dazu braucht man keinen Abschluß und das war schon damals mein Ansatz für den Traktormotor mit dem DR.
Die Fabbri und Co. öffnen so früh als möglich ohne Überschneidung, schließen halt einen Tick später als die DRT, aber noch im Rahmen. Kurz angemalt und geschätzt schließt die Fabbri unter 70 Grad, wobei das Steuerfenster ja auch schon 30 Grad hat, die letzten 30 Grad nimmt der Querschnitt ja schon linear ab.
Sie haben aber so geschätzt 20-30 Grad mehr Einlaßwinkel und damit mehr kommt natürlich auch mehr rein. Auch dafür braucht man noch keine Nobelpreis.
So, aber jetzt erleichtern mir diese Tatsachen alle zusammengefaßt jetzt schon meine Entscheidung, weil ich jetzt nämlich ein geometrisches Problem habe.
Ich kann den Einlaß ja nicht verlängern, weil sonst der Traktoransatz flöten geht. Ich kann ihn nur verbreitern. Was ich auch tun sollte, den mein ASS hat so grob 380 Quadratmillimeter. Mit den 12 mm Breite hat der Einlaß so ungefähr 290 Quadratmillimeter. Auf 14 kann ich ihn bringen, damit komme ich auf 336 Quadratmillimeter.
Mit der leichten Verjüngung kann ich leben, knapp 15 geht auch noch. Aber dann ist halt Schluß.
Was bleibt übrig? Die Fabbri. Oder halt W1R oder Benelli.
So wie deren Steuerwange geschnitten ist, habe ich noch kein Problem mit Überschneidung, Sie schließt noch nicht zu spät, kompensiert mir aber durch die längere Steuerzeit gerade noch so einen je nach Drehzahl einen nicht ganz so hohen Liefergrad durch trotzdem ausreichend absolute Füllmenge, solange ich den Einlaß nur in die Breite ziehe.
Hätte ich diese Dummy-KW schon früher fertig gemacht und das Ganze hier mal bei Zeit gemacht, hätte ich die Fabbri schon längst bestellen können...
Naja, vor dem Baumfest bestelle ich in Italien nix mehr, da warte ich auf Januar. Aber ich kann mir morgen für die Zeit über den Baumfesturlaub ein paar überlange Fräser mitnehmen und dann den Einlaß auf der Maho schonmal öffnen.
Und das Ganze nochmal etwas genauer messen vielleicht.
Das war jetzt viel Geschwafel, bin mal gespannt, ob meinen wirren Gedanken überhaupt jemand noch folgen konnte...
Morgen ist letzter Tag. Kupfer liegt bereit, ich mache morgen, sofern es mir reicht, mal eine Kupferdichtung in 1,6 mm für den Kopf.
Gruß Paddy.