Vielen Dank, Volker!
Menzingers und dein Beitrag zeigen mir, daß ihr noch Interesse habt und gelegentlich mitliest. Das freut mich sehr!
Auch die Zustimmung von mehreren lieben Kollegen zu dem Video hat mich gefreut!
Danke.
Ergänzend zu meinen Ausführungen möchte ich noch erklären, warum ich letztlich wieder bei dem Originalgetriebe der PK gelandet bin, obwohl ich mich schon durch die ganzen Sekundärverzahnungen der modernen Scooter gewälzt habe und auch schon eine engere Wahl getroffen hatte.
Ich hätte mit einem Scootersekundärgetriebe eine unheimliche Auswahl gehabt und natürlich auch eine problemlose Ersatzteilversorgung.
Die Verwendung eines solchen Getriebes wäre im Prinzip die Krönung gewesen für dieses Projekt.
Daß man ohne weiteres neue Lagerstellen generieren kann, habe ich euch ja gezeigt. Das wäre problemlos auch mit anderen Achsabständen gegangen, die Position der Zwischenwelle wäre halt eine andere gewesen. Alles kein Problem. Um das sicher zu stellen, hatte ich ja das Sferagetriebe gekauft. Aus dem hätte ich die Achsabstände rausgemessen und entsprechend in meinem Getriebgehäuse die Lagerstellen dazu generiert.
Jetzt kommt das große "Aber"! Das Problem ist die Wandlerlagerung.
Die ersten Generationen der Wandler in den 90ern hatten innen auf beiden Seiten ein Rillenkugellager mit einem Innendurchmesser von 15 mm und die Getriebeeingangswelle war durchgängig ebenfalls 15 mm stark.
Die Wandlerbaugruppe aus der Sfera 125 auf dem ersten Bild ist so ein Wandler dieser Generation.
Damit wäre es einigermaßen solide geworden. Lediglich die relativ kurzen Lagerabstände innerhalb des Getriebes sind nicht so schön, aber für eine 125er Sfera mit glaube ich 9 PS hat das immerhin gereicht.
Auch eine Sfera NSL 50 hat so einen Wandler.
Irgendwann gab es einen Evolutionsschritt, bei dem die ganzen Wandler auf die Kombination große Nadelhülse getriebeseitig und kleines 12x24x6 mm RiKuLa Kupplungsseitig umgerüstet wurden.
Irgendwann vor 20 Jahren oder so.
Das Problem ist, daß man solche Wandler mit beidseitigen 15mm Lagern halt ebenfalls nur noch gebraucht findet und dann komme ich vom Regen in die Traufe mit der Ersatzteilversorgung.
Den Wandler aus der Sfera mit 15er Lagern hätte ich ja nehmen können, aber es gibt halt auch keine Kupplungen mehr für diese Wandler. Dann bin ich genau bei den begehrten Ersatzteilen für die PK Automatik: Kupplungsbeläge. Weiter hat die Gegendruckfeder für so einen Wandler einen anderen Durchmesser und ist ebenfalls nicht mehr so einfach von der Stange zu kaufen.
Und eben diese Gegendruckfeder könnte noch ein Problem werden, weil sie ein wichtiger Bestandteil der Abstimmung ist mit den Gewichten in der Malossi-Vario zusammen, wenn man meinen Traktormotor sinnvoll über den Riemen auf die Straße bringen will.
Gegendruckfedern für die aktuellen Wandler gibt es zuhauf und die sind teilweise bei den Varios als Beigabe dabei. Von Mario habe ich schon 3 verschiedene, bei dem Malossi-Wandler war eine dabei und natürlich noch die, die in meiner neu gekauften Wandlereinheit integriert ist.
Mir bringt die größte Sekundärgetriebabstufungsauswahl nichts, wenn ich den Dampf in den unteren Drehzahlen des DRs nicht auf die Zahnflanken im Getrieb bringe...:-)
Und eben diese neuen Durchmesserverhältnisse mit 12/17 mm sind halt extrem ungünstig, wenn man den Wandler auf der falschen Seite verbauen will.
Eine Eingangswelle von einem Scooter kann man überdrehen auf 15 mm, kein Problem, aber auf 12 mm runter wird das echt mickrig.
Alternativ kann man an der Stelle des 12x24x6 Lagers im Wandler ein Lager 15x24x5 verbauen, was ich sogar kurz in Erwägung gezogen habe.
Aber das ist ein Dünnringlager und kriegt den vollen Zug des Riemens ab. Und schon das 12x24x6 Lager ist ein Bautteil, das bei modernen Scootern dem Verschleiß unterliegt. Schon ohne, daß daran ein DR 133 mit einer Membranansaugung mit geräumigem Querschnitt daran zerrt.
Das Dünnringlager hätte das nicht lange mitgemacht. Alternative wäre noch ein Gleitlager gewesen, aber dann hätte ich auf der Welle wieder einen Lagerinnenring gebraucht, der dann ebenfalls die Welle geschwächt hätte.
So kam es schließlich, daß ich von dem Gedanken an ein Scootergetriebe wieder abgekommen bin. Die Auswahl an Übersetzungen wäre gigantisch gewesen und ich hätte mir den Betriebspunkt meiner Vespa frei wählen können.
Aber einen alten Wandler nur noch als über 20 Jahre altes Gebrauchtteil zu verbauen wäre Blödsinn gewesen. Dann lieber bei den Zahnrädern auf PK Automatikteile setzen. Die gibt es zwar auch nur gebraucht, aber die gehen nicht kaputt. Nicht wegen einem DR 133.
Der Nachteil ist jetzt halt, ich kann nur zwischen zwei Übersetzungen wählen, die noch dazu recht weit auseinander liegen. Durch Mario habe ich ja dankenswerterweise beide möglichen in einem Topzustand vor mir liegen.
Noch dazu habe ich es so gemacht, daß sie beide ohne Probleme in meiner Konstruktion verbaubar sind.
Aber durch den großen Durchmesser des Eingangsrades und seiner Hohlwelle umschiffe ich die ganze Lagerproblematik des Wandlers, weil ich die rausschmeiße und dessen Lagerung auf einen sehr soliden Durchmesser bringe innerhalb des Eingangsrades und der entsprechenden Nadelhülse im Getriebedeckel.
Ein weitere Preis neben der geringen Auswahl an Getriebeübersetzungen, den ich für diese Entscheidung zahlen muß, ist die etwas komplizierte Konstruktion mit dem Flansch, den ich zum Gegenhalten der frei drehbaren Wandlerwelle brauche. Bei einem Scooter und einem Wandler mit innerer Lagerung reicht es, wenn ich das Hinterrad festhalte. Das geht bei mir nicht mehr.
Aber das ist ja lösbar, dieses Problem.
Wenn ich daran denke, mit welchem Aufwand ich das Getriebegehäuse auf den Kopf gestellt habe, ist das harmlos.
So, ich hoffe, ich konnte mit den letzten beiden Beiträgen etwas Klarheit in meine Gedankengänge bringen, die mich zu der nun vorliegenen Lösung geführt haben und warum ich letztlich wieder bei dem Originalgetriebe gelandet bin. Wenn auch axial an einer anderen Position innerhalb des Gehäuses.
Das hat mich viele Abende gekostet in Summe, bis die Entscheidung gereift ist, Ich hatte schon Sekundärgetriebe im Warenkorb, hatte dann aber doch nicht bestellt, weil mich das Dünnringlager im Wandler abgeschreckt hatte.
Zwischendurch habe ich mir sogar kurze DRT-Primärgetriebesätze aus der Schalt-SF angesehen, ob ich damit die erste Stufe hätte abdecken können. Gesucht hatte ich ein möglichst großes Primärrad, um eine frei drehbare Welle durchzukriegen. Das war alles nix.
Übrigens ist diese Entscheidung für ein PK Automatikgetriebe verhältnismäßig spät gefallen, die Aluglocke in ihrer Größe, Position und auch der 70 mm Ansatz innerhalb des Gehäuses, den ich letztlich weggespindelt habe, waren alles Geometrien, die bis zuletzt beide Möglichkeiten offen gelassen haben.
Die Verwendung eines PK-Getriebes oder das Getriebe eines Scooters.
Aber das ist ja jetzt durch und es geht weiter.
Viele Grüße,
Paddy.
