Sattel aufarbeiten:
Nachdem mir der Sattel aber ganz gut gefallen hat, wollte ich den eigentlich behalten und auch auf aufarbeiten
lassen. Da mir der GSF Sattler nicht richtig angesprungen war, weil er die Ansicht vertrat, die Satteldecke
ist nicht mehr zu retten, musste ich selber aktiv werden. Als erstes war wieder das Reinigen der Teile angesagt.
Alte poröse Satteldeckeneinlage rausgeschnitten. Wenn man selbst nicht über die Werkzeuge eines Sattlers
verfügt, so gestalten sich Reparaturen an der Decke doch ein wenig schwieriger. Ich habe mich konzentriert
die aufgegangenen Nähte von der Innenseite zu fixieren (kleben). Der äußere desolate Zustand sollte beibehalten
werden. Die Satteldeckeneinlage, Sattelfedern mit Verbindungsplatte (leider ohne Befestigungsklammern) und
die Federn gibt es als Ersatzteile im Nachbau zu kaufen. Die Federn habe ich mir bestellt, allerdings für den Preis
sehr schlampige Ausführung. Die Haken der Federn waren gemein gefährlich und nachdem die an der Satteldecke
reiben, musste ich alle händisch entgraten bzw. abrunden. Bei der Satteldecke habe ich dann eine selbstklebende
Industriefilzeinlage in der Stärke von 7mm genommen und als dämpfende Zwischeneinlage Moosgummi in der Stärke
von 2mm.
GSF user Vesperazzo aus der Schweiz hat mir dann noch zwei orig. intakte Sattelfedern,einen Gepäckhaken und den Chokehebel
zur Verfügung gestellt. Somit steht einem erneuten Einsatz nichts mehr im Wege. Die Feder gab es in verschiedenen Aus-
führungen. Verchromt bzw. dunkel lackiert. Bei meinem Modell wären dunkle original verbaut gewesen, da es aber mit ziemlicher
Sicherheit ein orig. Zubehörsattel der damaligen Zeit ist, war mir das egal. Die Satteldecke sollte eigentlich bündig vorne ab-
schliessen, aber das Material ist über die lange Zeit geschrumpft, ist ja bei uns auch nicht anders
...und wie ich dann fertig war, meldete sich mein Sattler er wäre doch daran interessiert den Sattel zu restaurieren....
Jetzt fehlt mir nur noch ein orig. Haltebügel, dann wäre der Sattel vollständig.
Natürlich werden auch fertige Satteln im Nachbau angeboten, die sind aber bis auf ein paar Ausnahmen, zum
Vergessen, weil qualitativ einfach absolut schlecht gemacht. Wenn man Material und Zeit hochrechnet, dann hätte man mit ziemlicher Sicherheit einen gut gebrauchten Sattel um dieses Geld bekommen, aber nur wenn du solche Sachen
einmal selbst gemacht hast, ist dir klar, warum ein Sattler für das Fertigen von solchen Geschichten einen sichtbaren
Betrag verlangt.
