Viertelfinale
Die Tschechoslowakei setzte sich gegen die Schweiz dank ihres sehr gut haltenden Torhüters František Plánička mit 3:2 durch. Die Schweiz konnte lange Zeit das Spiel gegen den Favoriten offen halten. Kurz vor Schluss erzielte der tschechoslowakische Topstürmer Oldřich Nejedlý jedoch den entscheidenden Treffer.
Die Deutschen bekamen es in der Runde der letzten Acht mit Schweden zu tun. Zwei Treffer von Karl Hohmann entschieden das Spiel zu Gunsten der Deutschen. Wie schon im Spiel gegen Belgien war die deutsche Mannschaft auch hier in der zweiten Halbzeit deutlich stärker als in der ersten. Schweden war kaum gefährlich und konnte den deutschen Sieg nie wirklich gefährden.
In der Partie Österreich gegen Ungarn trafen erstmalig zwei Titelaspiranten bei der WM 1934 aufeinander. Österreich setzte sich dabei knapp 2:1 durch. Insbesondere die zweite Hälfte wurde mit extrem viel Härte geführt, so dass gegen den Ungarn Markos der einzige Platzverweis der WM ausgesprochen wurde.
Das Spiel Italien gegen Spanien erhielt besondere Dramatik. Nachdem es nach 90 Minuten 1:1 gestanden hatte, wurde die Verlängerung fällig. Dabei zeichnete sich erneut der spanische Torhüter Zamora besonders aus. Zudem gab es einen Pfostenschuss des Spaniers Lángara (113.) und einen Lattentreffer des Italieners Giuseppe Meazza in der 119. Spielminute. Da das Elfmeterschießen erst 1970 eingeführt wurde, gab es ein Wiederholungsspiel.
31. Mai 1934 Mailand Flagge von Germany 1933 (alternate)Germany 1933 (alternate) Deutschland – Flagge SchwedensSWE Schweden 2:1 (0:0)
31. Mai 1934 Turin Flagge TschechiensCZE Tschechoslowakei – Flagge der SchweizCHE Schweiz 3:2 (1:1)
31. Mai 1934 Bologna Flagge ÖsterreichsAUT Österreich – Flagge UngarnsHUN Ungarn 2:1 (1:0)
31. Mai 1934 Florenz Flagge von Italy (1861-1946)Italy (1861-1946) Italien – Flagge von the Second Spanish Republicthe Second Spanish Republic Spanien 1:1 n.V. (1:1, 1:1)
Wiederholungsspiel:
Nur einen Tag später gab es an selber Stätte das Wiederholungsspiel zwischen Italien und Spanien. Dabei kam es zu einem Skandalspiel. Durch die Strapazen des vorangegangen Spiels setzten die Italiener vier, die Spanier sieben neue Spieler ein, unter den ausgetauschten war auch der spanische Torhüter Zamora. Beim 1:0 für die Italiener wurde der spanische Ersatztorhüter gleich von mehreren Italienern klar behindert, während sich Meazza gar bei ihm aufstützte, um so zum Kopfball zu kommen. Trotz großer Proteste der Spanier wurde der Treffer gegeben. In der Folgezeit fielen die Italiener durch unfaire Aktionen auf, die vom Schiedsrichter in den seltensten Fällen geahndet wurden. Die Spanier hatten gegen Ende der Partie drei verletzte Spieler – Auswechslungen waren nicht gestattet. Im Verlauf der Partie wurden den Spaniern zwei Elfmeter verweigert, in der zweiten Halbzeit gar zwei reguläre Tore.
1. Juni 1934 Florenz Flagge von ITA-1946ITA-1946 Italien – Flagge von the Second Spanish Republicthe Second Spanish Republic Spanien 1:0 (1:0)
Halbfinale [Bearbeiten]
Die Tschechoslowakei konnte ihrer Favoritenstellung gegenüber Deutschland gerecht werden und die erste Halbfinalpartie mit 3:1 gewinnen. Bei den Deutschen fehlte Hohmann, der im Viertelfinale die beiden Treffer für die Deutschen erzielte, verletzungsbedingt, zudem erlebte Schlussmann Willibald Kress einen schwachen Tag. In der damaligen Tagespresse wurden die Tschechoslowaken als "in jeder Phase überlegen" (Reichspost) charakterisiert. Matchwinner war Oldřich Nejedlý, der alle 3 Tore für die Tschechoslowakei erzielte.
Die Italiener schafften es trotz der Zusatzbelastung durch das Wiederholungsspiel, sich gegen Österreich durchzusetzen. Auch entschied letztendlich wiederum eine zweifelhafte Schiedsrichterleitung des Schweden Ivan Eklind, der tags zuvor noch von Benito Mussolini als persönlicher Ehrengast geladen war, über das Weiterkommen der Gastgeber. Das einzige Tor des Spiels fiel in der 18. Minute, als mehrere Italiener den österreichischen Tormann Peter Platzer mit dem Ball in den Händen über die Torlinie stießen. Ivan Eklind griff sogar selbst aktiv ins Spielgeschehen ein, indem er eine Flanke auf den freistehenden österreichischen Stürmer Karl Zischek wegköpfte.
3. Juni 1934 Rom Flagge von ITA-1946ITA-1946 Italien – Flagge ÖsterreichsAUT Österreich 1:0 (1:0)
3. Juni 1934 Mailand Flagge TschechiensCZE Tschechoslowakei – Flagge von Germany 1933 (alternate)Germany 1933 (alternate) Deutschland 3:1 (1:0)
Spiel um Platz 3 [Bearbeiten]
Das Spiel der Halbfinalverlierer ging zu Gunsten der Deutschen aus. Österreich ging, nachdem es im Italien-Spiel unter anderem seine Führungsfigur Matthias Sindelar durch die ungeahndet gebliebenen harten Attacken verletzungsbedingt verloren hatte, sichtlich wenig motiviert in die Partie, so dass es überraschend mit 2:3 verlor. Die letzten Aufeinandertreffen hatten noch 5:0 und 6:0 für Österreich geendet. Eine Kuriosität am Rande: Da es die Heim-Auswärts-Regeln für Trikots noch nicht gab, traten sowohl Deutschland als auch Österreich in weiß-schwarz an. Da die Unterscheidung der Mannschaften schwer fiel, unterbrach der Schiedsrichter nach dem 1:0 für Deutschland das Spiel und loste aus, wer das Trikot wechseln musste. Österreich verlor das Los und in Ermangelung weiterer Trikots mussten kurzer Hand aufgetriebene alte Trikots des neapolitanischen Lokalvereins angezogen werden, die rot waren. Beste Spieler auf Seiten der Deutschen waren Edmund Conen und Ernst Lehner. Die DFB-Auswahl wurde damit unerwartet Dritter, Österreich ebenso unerwartet im negativen Sinne Vierter.
7. Juni 1934 Neapel Flagge von Germany 1933 (alternate)Germany 1933 (alternate) Deutschland – Flagge ÖsterreichsAUT Österreich 3:2 (3:1)
Finale [Bearbeiten]
Giampiero Combi (l.), Schiedsrichter Ivan Eklind (m.) und František Plánička (r.) vor dem Finale
Sieger Italien: Combi, Monti, Ferraris IV, Allemandi, Guaita, Ferrari, vorne: Schiavio, Meazza, Monzeglio, Bertolini und Orsi.
Auch im Finale profitierten die Italiener von der Schiedsrichterleistung. Der schwedische Schiedsrichter Ivan Eklind – der sich bereits in der Halbfinalpartie Österreich-Italien „ausgezeichnet“ hatte – war in der zweiten Hälfte dem teilweise überharten Spiel der Italiener gegenüber nachsichtig und verzichtete auf fällige Feldverweise. Dennoch gelang den Tschechoslowaken Mitte der zweiten Halbzeit der Führungstreffer. 10 Minuten vor Ende konnten die Italiener jedoch den Ausgleich erzielen. In der Verlängerung behielt Italien die Oberhand und gewann die Fußballweltmeisterschaft 1934.