Anlassermotor

  • Hallo, hab da mal eine Frage. Man hört immer wieder mal das der Vespa- Motor ursprünglich als Anlassermotor in einem Jagdflugzeug gedient haben soll. Hat jemand eine Ahnung was für ein Flugzeug das genau gewesen sein soll ????? Gruß

  • Hi, das stimmt nicht, richtig ist, daß PIAGGIO Flugzeuge gebaut hat, aber die Vespa ist eine Neuentwicklung gewesen.


    Das ist in dem Buch "Vespa Motorroller2 von Schrader-Motor-Chronik im Schrader Verlaug ausführlich beschrieben. hir mal ein Auszug der betreffenden Stelle;


    So zahlreich sind hübsche Mädchen abgebildet,


    die sich in den reizvollsten Posen auf ihrer Vespa räkeln


    oder die neueste Mode für Vespa-Fahrerinnen präsen-


    tieren. Was bei den Damen auch besonders ankam, war


    die sehr bequeme Sitzhaltung auf der Vespa. Man ritt


    nicht auf ihr in wenig damenhafter Manier, sondern man


    nahm Platz und saß, während die Landschaft an einem


    vorbeizog.



    Hatte dies alles Enrico Piaggio etwa gewußt, als er 1945


    zusammen mit seinem Bruder Armando beschloß, einen


    Motorroller zu bauen, der den vom Zweiten Weltkrieg


    schwer angeschlagenen Individualverkehr in Italien wie-


    dererwecken sollte? Vor dem Krieg hatte Piaggio mit



    beinahe 12 000 Beschäftigten als eines der größten Un-


    ternehmen seiner Art große Fahrzeuge wie Eisenbahn-


    waggons, Oberleitungsbusse und sogar Flugzeuge her-


    gestellt und war zu internationalem Ansehen emporge-


    stiegen, Der Krieg hatte fast alle Werksanlagen zerstört


    und die Belegschaft in alle Winde verstreut. Die Gebrü-


    der Piaggio standen vor der Resignation oder einem


    neuen Anfang - man ging den zweiten Weg.


    Inspiriert durch rollerartige Zweiräder, die deutsche und


    amerikanische Fallschirmjägerwährend des Krieges be-


    nutzt hatten, festigte sich in Enrico die Überzeugung, dass


    so etwas ähnliches das richtige Fahrzeug sei, um die


    Massen wieder zu motorisieren. Die Autoindustrie würde


    noch Jahre brauchen, um den Bedarf an Fortbewe-


    gungsmitteln zu decken, und andererseits waren die


    Straßen in einem erbärmlichen Zustand, was die Benut-


    zung eines Zweirades als vorteilhaft erscheinen ließ.



    Dritter im Bunde war glücklicherweise der Ingenieur und


    Luftfahrtpionier Corradi no d'Ascanio, der sogleich daran-


    ging, einen kleinen, anspruchslosen und einfachen Mo-


    tor zu konstruieren, der das Hinterrad antreiben sollte,


    und zwar direkt. Die Brüder Piaggio hatten sich außer-


    dem überlegt, das Fahrzeug mit einem bequemen


    Durchstieg auszustatten, der es auch Frauen leichtma-


    chen würde, den Roller zu bedienen, und der zudem flie-


    ßend in einen breiten, gewölbten Schmutzfänger über-


    ging, der den Fahrer vor dem Gröbsten bewahren sollte.


    Der Antriebsblock wurde mit reichlich Blech in beliebt


    stromlinienförmiger Art verkleidet, und die Verlängerung


    dieser Verkleidung bildete zugleich die Basis für den gro-


    ßen weich gepolsterten Motorradsattel. So saß der Fahrer


    bestens geschützt vor der lärmenden und heißen Maschine


    und konnte die Beine in angenehmer Haltung unterbringen,


    wobei die Füße auf großen Trittbrettern ihren sicheren Halt


    fanden.