Vollsynthetisch würde ich niemals fahren!
Das verbrennt auf derart niedrig drehenden Motoren einfach nicht vollständig und gibt Ablagerungen am Kolbenboden, in der Kalotte und im Auspuff. Wenn man Pech hat, lösen sich solche Ablagerungen und verursachen nen Kolbenfresser(sehr selten, aber schon vorgekommen). Vollsynthetisch fährt man vll. auf Motoren die 13.000 Umdrehungen aufwärts drehen beim Ausdrehen, sonst nicht.
Im übrigen ist es ziehmlich unproduktiv, beim Einfahren fetter zu Bedüsen. Das Einfahren hat bei Graugusszylindern nunmal was mit nem gewissen Materialabtrag zu tun. Das sind jetzt nicht enorme Mengen, aber es wird halt was abgetragen.
Wenn man nun das ganze wie bekloppt schmiert, verhindert man das ganze.
Dementsprechend das normale Gemisch fahren, evtl. fürs gute Gewissen ne Kappe Öl innen Tank noch mit reingeben. Bedüsung auch genauso wie sonst. Natürlich keine Kampfbedüsung, aber eine normale mit der man später auch tausende Kilometer fahren möchte.
Das mit der Zündkerze stimmt nicht ganz, das [lexicon='Zündkerzenbild',''][/lexicon] ist allerdings relativ ungenau. Nichtsdestotrotz hatte ich mit meinem Rennmotor bei Ultimate 100 mit Stihl Bio HT Plus Öl(für luftgekühlte Kettensägenmotoren die absolut kranke Drehzahlen machen) ein vernünftiges ZK-Bild. War dann schon ganz gut in Richtung weiß, also recht hellbraun, sprich absolute Kampfbedüsung, damit die Materialschlacht losgehen kann(son Kolbenring hält 1 Treffen mit ca 10 Runs auf 150m).
Was wesentlich aussagekräftiger ist, ist das Kolbenbild, da kann man wirklich sehr gut Erkennen was Sache ist. Das braucht aber bisschen was um sich zu bilden.
Wenn Bedarf besteht, kann ich mal nen Link rauskramen zu ner Seite mit netten Bildern, wie man das Kolbenbild zu deuten hat.
Ich würde zum Einfahren bei nem luftgekühlten Motor das Teil immer einfahc ne ganze Zeit erstmal im Stand warmtuckern lassen. Der heizt sich da ja auf ne vernünftige Betriebstemperatur auf. Also innen Hof stellen, ankicken, drinnen noch was futtern/trinken, Klamotten anziehen und dann langsam mal rausgehen. Beim luftgekühlten kann ja nichts passieren, bei nem LC ohne Lüfter muss man aufpassen.
Danach halt erstmal langsam losfahren, die ersten km aufpassen und dann kann man loslegen, die Drehzahlen halt nach und nach steigern. Wichtig ist, wie schon gesagt, dass man nicht lange auf einer Drehzahl hängen bleibt, sondern immer wechselnde hat.
Nach ner kurzen Schonfase, kann man auch ruhig kräftig beschleunigen. Wichtig ist halt, dass man nicht ewig und drei Tage auf Vollgas hängen bleibt, also die Drehzahlen variiert.
Gerade beim Graugusszylinder muss ja doch etwas mehr Material abgetragen werden. Bei Aluminiumzylindern ist dies nicht wirklich der Fall, da müssen sich nur die Kolbenringe anpassen, da die Zylinder eine Nikasil Beschichtung haben, welche sehr hart ist und eigentlich nicht nachgibt. Darauf ist möglicherweise auch das von motoman bezogen, die Zylinder in eigentlich allen aktuellen 4-Taktern sind ja aus Leichtmetallen wie Aluminium und Magnesium mit Laufbahnbeschichtungen. War mir jetzt gerade erst aufgefallen. Beim Graugusszyli passen sich sowohl die Laufbahn, als auch die Kolbenringe an, das dauert etwas länger. Gerade da hilft das Entgraten dementsprechend enorm, da keine Grate mehr "abgetragen" werden müssen.
Im übrigen kann man so einen Zylinder auch prima mit WD40 und dem Sprühschlauch der dabei ist von Spänen befreien, qualmt dann beim ersten mal Anschmeißen einmal schön blau und fertig.
Tschuldigung für den Roman, aber mir fällt zu dem Thema irgendwie soviel ein
