Hallo zusammen,
um Inquisitionsprobleme künftig zu vermeiden habe ich mich nochmal mit den beiden vermutlich problematischsten Parametern des GSF-Dyno bei Straßenmessungen mit einem MP3-Player oder ähnlichem beschäftigt.
Dazu möchte ich zuerstmal einen Fehler machen und den Parameter "Lima/Micro-Signale pro Umd" für eine Straßenmessung unsinnig hoch auf "6" setzen. Damit zeigt uns das GSF-Dyno beispielhaft mal das ganze Aufnahmespektrogramm im Bearbeitungsfenster:

Man sieht hier ein Bild auf dem man 13 Beschleunigungskurven zumindest "erahnen" kann. Die richtige ist die unterste, die jetzt, da ich 6 Signale pro Umdrehung angegeben habe nur noch bis ca 1000 U/min reicht - sie wurde entsprechend herunter gerechnet. Bei mir ist sie auch insgesamt die stärkste, man kann aber auch sehen, dass manche "Oberwellen" in Teilbereichen stärkere Signale enthalten als die Originalwelle. Das ist vermutlich mit den Mikrofoncharakteristiken zu erklären, wobei ein Mikrofon in verschiedenen Frequenzen unterschiedlich gut aufnimmt und daher eine eigentlich schwächere Oberwelle auch stärker aufgenommen werden kann. Sehr bald werden jedoch die Oberwellen zu schwach und auch die bessere Aufnahmeeigenschaft des Mikros in der entsprechenden Frequenz nimmt die Störsignale nicht mehr wahr - wir wollen sie normalerweise auch gar nicht. Eine Ausnahme könnte sein, wenn eine Oberwelle in einem abstimmungskritischen Drehzahlbereich deutlich bessere Signale hätte.
Zurück zur richtigen Einstellung "Lima/Micro-Signale pro Umd" = "1" für die Straßen/Micro-Aufnahme:

Da ich hier den Frequenzbereich nicht schon vorweg auf für mich sinnvolle 8000 U/min beschnitten habe sehen wir die beiden ersten Wellen. Die richtige, untere dreht bis ca 7000 U/min, die 1. Oberwelle bis 14000 U/min. Es ist klar dass es die Oberwelle nicht sein kann. Aber man erkennt auch die besseren Signale im Bereich von ca 6000 U/min - wenn das interessiert, könnte man die Oberwelle herunter rechnen lassen indem man "Lima/Micro-Signale pro Umd" = "2" setzt. Ich werde das im Diagramm mal gegenüberstellen.
Im hier folgenden Bild sieht man jedoch erstmal den erheblichen "Radieraufwand" den man hat wenn man den Frequenzbereich nicht schon vorweg auf ein sinnvolles Band beschränkt hat:

Nun zum Diagramm:

Ich habe hier als blaue Kurve die Originalwelle und als rote Kurve die herunter gerechnete 1. Oberwelle dargestellt. In meinem Fall unterscheiden sie sich kaum, ich würde den Roller aber auch als gut eingestellt betrachten. Die Kurven wurden mit einer "Filterlänge" = "4" geglättet. Diese Glättung ist erforderlich um Messungenauigkeiten, von denen es viele gibt (Mikrofonqualität, äußere Störgeräusche etc), auszuschließen und einen Rollenprüfstandscharakter zu bekommen.
Zum Vergleich habe ich zusätzlich in das Diagramm noch eine braune Kurve mit "Filterlänge" = "0.1" aufgenommen. Diese Kurve zeigt jede Einzelmessung und verdeutlicht damit die auftretenden Störungen. Hat man jedoch den Verdacht, diese Schwankungen kommen nicht aufgrund von äußeren Störungen zustande sondern sind durch eine fehlerhafte Abstimmung des Rollers bedingt, kann man diese auch mit einer kürzeren Filterlänge versuchen zu untersuchen. Ob das jedoch erfolgreich ist muss man dann im Einzelfall sehen.
Gruß, Klaus