So Kollegen,
alles tiptop. Die Kupplung tut was sie soll, sie trennt mit guten Druckpunkt und bringt ohne ein Zupfen und Rupfen den Roller nach vorne. Alle Gänge lassen sich einwandfrei schalten. Die heute Testfahrt war einfach nur super.
Ich will nachfolgend die Schritte nochmal zusammenfassen, was ich getan habe:
Folgende Teile wurden auf Verdacht erneuert:
- alle Kupplungsbeläge, alle Federn und alle Reibscheiben (hier sind ein paar Euro mehr für eine TOP-Qualität sicherlich eine gute Entscheidung)
- die Messinganlaufscheibe und die Messingbuchse (die neue Buchse hat eine eingefräste umlaufende Ölnut)
- der Messingpilz im Kupplungsdeckel (der alte hatte, wenn man genau hinsah tatsächlich Abtragungsspuren auf der Innenseite). Beim ersten Tausch hatte ich den alten Pilz wieder verwendet, da ich mir nur die Druckseite zur Kupplung angeschaut habe und diese war TOP. Die Innenseite, auf die der Kupplunghebel im Deckel drückt dagegen war sichtbar abgenutzt, ohne dass ich es beachtet habe.
- eine neue Kupplungsdeckeldichtung und neues Getriebeöl 250ml
- eine neuen Halbmondkeil ( der alte hatte zwischenzeitlich runde Kanten und evtl, dadurch leichtes Spiel zwischen Welle und Korb (ist aber nur eine Vermutung von mir, wurde aber vorsorglich getauscht)
- eine neue Mutter mit Federscheibe für die Befestigung der Kupplung auf der Kurbelwelle
Folgendes wurde bei der Montage beachtet:
- die dünne Messinganlaufscheibe mit dem Kragen in Richtung Getriebe montieren
- die Messingbuchse muss bis auf Anschlag auf den Hals aufgeschoben bzw. nach Erwärmen vorsichtig aufgeschlagen werden (dies geht gut mit einer passenden Nuss oder mit der alten Buchse). Die Messingbuchse muss etwas niedriger sein, als der Hals des Kupplungskorbes . Dies scheint wohl der Fall zu sein, wenn die Buchse bis auf Anschlag anliegt ....dies solltet Ihre aber auf jeden Falle vor Einbau prüfen!
- dann habe ich die 7 neuen Federn auf dem Korb positioniert und das Kupplungsinnenteil aufgesetzt und mit dem Kupplungskompressor vorgespannt. Dabei ist es wichtig, dass alle Federn sowohl unten wie auch oben in den dafür vorgesehenen Vertiefungen sitzen. Durch die Löcher könnt Ihr mit einem kleinen Schraubenzieher jede Feder in die richtige Position bringen. Die Federn klicken hörbar, wenn Sie die richtige Position eingenommen haben.
- beim Zusammenbau darauf achten, dass das Loch unten im Kupplungskorb mit dem Loch des Kupplunginnenteils (dies ist das Teil mit der Messingbuchse) fluchtet. Beide Löcher müssen übereinander liegen.
- dann folgt der Einbau der Kupplungsbeläge und Reibscheiben in der Reihenfolge, wie ausgebaut. Ich hatte die neuen Beläge vorher 1,5 Tage im alten Getrieböl liegen lassen.
- beim Einbau der Beläge und Scheiben habe ich darauf geachtet, dass das Lochbild der Beläge und Reibscheiben möglichst immer übereinander fluchtet (kann aber sein, dass die nicht von Bedeutung ist). Jedesmal habe ich noch etwas Öl zwischen die Scheiben gegeben.
-achtet darauf, dass der große offene Spannring, welche die Kupplung im Korb am Ende des Zusammenbaues zusammenhält nicht im offenen Bereich des Kupplungskorbes abschließt, sondern, dass die beiden Enden des Spannringes im inneren Bereich liegen und so sicher geführt sind.
- dann wurde die komplettierte Kupplung auf die neue Passfeder geschoben.Die Passfeder muss bei der Lusso im hinteren Bereich in die Aussparung der Zahnscheibe für die Ölpumpe eingreifen. Die Passfeder habe ich dann mit der Zange tief in die Nut gedrückt und nach vorne flach auf die Kurbelwelle auslaufen lassen. In dieser Position kann die Kupplung dann auf die Passfeder aufgeschoben werden.
-damit ich die Position der Passfeder und die Nut im Kupplungskorb besser abschätzen konnte, hatte ich die Position auf der Kurbelwelle mit einer weißen Eddingmarkierung versehen. So konnte ich die Kupplung einfach passgenau auf die Feder aufschieben.
- Die Kupplungsmutter wurde dann mit dem Drehmomentschlüssel mit 45Nm angezogen.
- danach Kupplungsdeckel mit neuem Messingpilz (diesen mit Fett klebend einsetzen) und neuer Dichtung montieren.
- Bremstrommel drauf und diese Mutter ebenfalls mit dem Drehmomentschlüssel mit 110NW montieren.
- Auspuff montieren, Rad montieren und fertig!
Warum die Kupplung nun nicht mehr zupft, kann ich nur vermuten. Ich gehe davon aus, dass bei meiner alten Kupplung die beiden unteren Löcher nicht zentriert waren, evtl. nicht alle Federn in der kompl. richtigen Position standen, der Messingpilz und die Passfeder abgenutzt war und ich die Kupplung damals ohne Drehmomentschlüssel zu fest angezogen habe. Aber auch die Radzentralmutter war damit mit Bärenkräften und ohne Drehmomentschlüssel montiert worden.
Ich habe Euch sehr umfangreich meine Arbeitschritte aufgelistet. Vielleicht hilft es einem von Euch, wenn er die gleichen Probleme hat.