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Festgefressene Riemenscheibe - PK50 XL2 Automatik

  • Hallo zusammen,

    auch wenn ich den Automaten-Motor in- und auswendig zu kennen glaube, stehe ich auch noch vor Herausforderungen, die ich nicht lösen kann. Mein Problem: Die untere Riemenscheibe (die über der Kupplung) will ums verrecken nicht von der Antriebswell gehen. Ich hab's schon mit allen möglichen Mitteln versucht. Leider habe ich keinen Schweißbrenner um den Rand um die Antriebswelle herum mal so richtig heiß zu machen.

    Hat einer von euch noch eine Idee, wie man eine festgerottete Verbindung dieser Art mit Hobbywerkstatt-Mitteln lösen kann?

    Beste Grüße,

    Automatix

    "Erfahrung ist der Name, den die Menschen ihren Irrtümern geben." Oscar Wlde

  • Ja, leider. Sonst wäre es kein größeres Problem die Well aus der Scheibe zu treiben. Aber leider ja, der Motor ist noch zusammengebaut. Letzte Lösung ist natürlich die Antriebswelle getriebeseitig auszuhängen aus dem Lager rauzuziehen und dann die Welle gezielt aus der Scheibe zu treiben. Aber eigentlich habe ich kein Lust das ganze Getriebe zu demontieren.

    "Erfahrung ist der Name, den die Menschen ihren Irrtümern geben." Oscar Wlde

  • ...hast Du's vielleicht mal mit meinem Heissluftfön (oder einem Wattstarten Standardfön) probiert? Oder einem 3-Arm Klauenabzieher (so ein "billiges" Dings kost knapp 10 Euro bei Louis, funktioniert aber für einfache Aufgaben)?
    Jetzt überlege ich gerade wie ich das letztes Mal genau gemacht habe...gibts da nicht einen speziellen Abzieher dafür? Oder täusche ich mich jetzt...? Ich geh mal in den Keller schauen...

    "Earth is full - go home!"

  • Um Gottes Willen nie aber auch wirklich nie mit nem Klauenabzieher an eine Riemenscheibe. Kannst Du dir vorstellen was das für ein Fahrgefühl ist mit einer eirigen Riemenscheibe? Dann reite doch lieber ein Känguru. Das Problem, Du kannst den Abzieher nur am Rand der Scheibe ansetzen und die verbiegt sich dann wie Sau.

  • Stimmt, der Abzieher/Abdrücker war oben für das Polrad. Aber wenn sich die Scheibe so festgefressen hat, dann wird das wahrscheinlich sowieso nicht gut für die Riemenscheibe ausgehen...

    Automatix: Kannst ja mal berichten, ob der Ausbau von der anderen Seite aus problemlos und ohne Gewalt funktioniert.

    "Earth is full - go home!"

  • harple, das ist dann ganz einfach, Du ziehst den Stift raus und die Feder fällt dir entgegen. Dann kannst Du die Welle mit der halben Riemenscheibe zur anderen Seite rausschieben. Schonbacken in den Schraubstock Scheibe auflegen (nicht festspannen), dann eine Mutter auf das Gewinde und mit nem Kupferhammer drauf kloppen.
    Aber das weiß AUTOMATIX auch.

  • Danke für die rege Teilnahme. Habe natürlich mit dem Zucker-Kandierbrenner meiner Perle die Riemenscheibe fast zum Glühen gebracht ;-), leider ohne Erfolg.

    Ich werde es so machen, wie Klaus das nicht hätte besser beschreiben können. Ist - bis auf die Siff-Arbeit mit dem ganzen Öl - die einfachste Variante ohne wirklich etwas kaputt machen zu müssen. Die 3-Klauen-Abzieher Methode habe ich für mich von vorneherein ausgeschlossen, da die Riemenscheibe zu schnell nachgeben würde und dann - schlimmstenfalls - unbrauchbar wäre.

    Werde berichten, wenn die Riemenscheibe endlich unten ist.

    Beste Grüße,
    Automatix

    "Erfahrung ist der Name, den die Menschen ihren Irrtümern geben." Oscar Wlde

  • Kann Vollzug melden: Habe mir doch die Mühe gemacht und das Getriebe aufgemacht. Dann die Felder ausgehängt, die Antriebswelle mit samt der Riemenscheibe rausgezogen und die Welle dann am Schraubstock mit gezielten Schlägen auf einen großen Durchschlag ausgetrieben. Fazit: Ich hätte das Ding mit einem Schweißbrenner zum Glühen bringen können und es wäre sicher nicht mehr gegangen. Grund: der Wellenkeil war abgeschert und hatte sich zwischen Welle und Keil-Nut verquetscht. Problem ist gelöst. Welle wird geflickt und wieder verbaut.

    Beste Grüße,
    Automatix

    "Erfahrung ist der Name, den die Menschen ihren Irrtümern geben." Oscar Wlde

  • Machbar - da gebe ich Klaus recht - ist alles.
    Die Pfuschvariante: Mit einem Körner am Rand der Nut gezielt Körnpunkte setzen, um die Nut wieder "auf Maß" zu bekommen.
    Die Profivariante: Auf der gegenüberliegenden Seite der alte (defekten) Nut eine neue Nut einfräsen (Nachteil: Du benötigst eine Profi-Fräsmaschine und die entsprechenden Werkzeuge.
    In der Regel lohnt der Aufwand nicht. Soll ja aber auch Leute geben, die einen Werkzeugmacher in der Familie oder zum Kumpel haben. Dann liegt der Aufwand zwischen einem und einem Kasten Bier :-2

    "Erfahrung ist der Name, den die Menschen ihren Irrtümern geben." Oscar Wlde