Kondensator statt Batterie einbauen

  • Moin

    Da die Batterien in meinen Kisten nie lange halten wurde mir gesagt das man auch nen fetten Kondensator einbauen könnte. Da ich mit Strom absolut keinen Vertrag habe mal die Frage an euch. Wie geht das und was brauche ich? Es geht um meine Rally und Sprint. Beide mit 6 V.

    Es gibt fertige Batterieeliminatoren. Aber für 12 V und Sau teuer.

    Das hat doch hier bestimmt schonmal jemand gemacht,oder?!


    Gruß Marco

  • Das Problem mit den 6V -Rollern ist die, daß deren Schwunglichtmagnetzünder nicht gut geeignet sind zum Volladen der Batterien. Auch spielt es eine Rolle, daß die Batterie nur geladen wird, wenn man auch entsprechend viel fährt. Ausserdem entladen sich Bleiakkus pro Tag um ca. 1% ihrer Kapazität, wenn der Roller nur steht..


    Wenn aber deine Batterie richtig tot sind, kann das an einer Tiefentladung liegen. Ursache könnte das Fehlen eines Zündschloßes/ Batterieschalters sein..

    -> Ist nirgends ein Batterietrennschalter vorhanden, findet zusätzlich zur normalen Selbstentladung eine stetige geringe Entladung der Batterie durch den

    Ladegleichrichter (oder Regler mit Laderichter) statt, wenn der Roller abgestellt ist. Ursache: Gleichrichter funktionieren mit Dioden. Dioden haben es leider an sich, daß sie mehr oder weniger (grob gesagt) auch in Sperrrichtung einen geringen Durchlassstrom ziehen.


    Alternative:. Umbau auf 12V Wechselstromsystem (PX Lusso ohne Batterie) und Weglassen der Batterie.

    Willst du die 6 V beibehalten, schafft es deutlich Abhilfe, wenn du Batterietrennschalter oder Zündschloß mit Batterietrennung (PXalt) oder Batterietrennstecker einbaust (Achtung, alles muß ausreichend schaltspannungsfest sein und Stromstärke abkönnen)



    das kann so aussehen:


    oder so:

    60 Ampere Hochstrom-Goldkontaktstecker aus dem RC-Modellbau:


    Und immer schön die Sicherung nicht vergessen (hier ATO-Flachsicherung mit geringem Übergangswiderstand).
    Schreib mir 'ne PN wenn du sowas brauchst.

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    Cindy und Bert, 1970

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  • Umbau auf 12 V ist keine Option!

    Das mit den Trennschalter verstehe ich ja noch. Das mit den Goldkontaktstecker (XT 60 Stecker)

    nicht.

    Wird der einfach nur dazwischen gehängt mit ner Sicherung und feddich?

    Gibt's dann nicht zuviel Strom auf allen Verbrauchern?

  • Das mit den Goldkontaktstecker (XT 60 Stecker)

    nicht.

    wenn du fertig bist mit fahren und deine vespa ihren wohlverdienten nachtschlaf antritt ziehst du den stecker und deine battarie ist komplett getrennt vom bordnetz

  • Zitat

    Das mit den Goldkontaktstecker (XT 60 Stecker)

    nicht.

    Genau, Seb.D.,
    Der Besitzer dieses wenig gefahrenen Rollers hat sich gewünscht, die Batterie ausbauen zu können, ohne daß er die Kabel abschrauben muß. Der macht die Backe ab, klemmt das Batteriegummi los, zieht den Stecker ab und kann die Batterie zum Ladegerät schleppen. Wahlweise mag er die Batterie drinlassen, zieht den Stecker ab, steckt sein passendes Ladekabel dran und lädt die Batterie in eingebautem Zustand (hier ist dann Batterie komplett von der Bordelektrik getrennt, was man ja auch so machen muß).

    Der Roller hat ansonsten ein Lusso Lenkschloß mit Batterieschalter.


    Zitat

    Wird der einfach nur dazwischen gehängt mit ner Sicherung und feddich?

    Nein. Die Batterie wird vom Batterieladeausgang des Kokusan-Reglers, der im Bild zu sehen ist, geladen. Aber grundsätzlich ist jeder Batteriestromkreis mit einer Sicherung zu sichern, und zwar am roten (+) Kabel vor allen Verbrauchern (der Regler gilt auch als Verbraucher). Von der Batterie geht über die Sicherung das rote Kabel direkt zum Batterietrennschalter und von dort zu den von der Batterie betriebenen Verbrauchern (Blinker, Bremslicht, Hupe, SIP Digitacho) -hier ist bei abgeschalteter Zündung alles stromlos, sodaß kein Leckstrom fließen kann.

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  • Danke.

    Jetzt habe ich das schonmal gerafft.

    Und wie werde ich die Batterien komplett los?

    Also Kondensat dazwischen?

    Sorry das ich so doof Frage. Aber Strom ist absolutes Hexenwerk für mich. Sonst würde die Special bestimmt schon laufen....

  • Antworte dir noch, gleich ist Rollerstammtisch...bis später

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  • Also ich ziehe einfach die Sicherung am Kabel gleich hinter der Batterie ab, wenn ich die Vespa länger stehen lasse. Dann keine Entladung über den Stromkreis. Gegen Selbstentladung der Batterie hilft das natürlich nicht.

    Die Idee mit dem Kondensator ist an sich reizvoll, aber auch Kondensatoren entladen sich selbst und Du bräuchtest ein Riesentrumm, um auch nur einigermaßen brauchbare Ladung zu speichern. Und der Regler dürfte auch eher "überrascht" von dem neuen Abnehmer sein.

    Mein Vorschlag: Besorg Dir eine 6V Bleigel-Batterie, mit so um die 5 Amperestunden Kapazität. Keine billige. Die entladen sich selbst sehr langsam. Hab sie in mehreren Motoren verbaut und sowas übersteht auch ein paar Monate ohne Nachladen.


    Gruß Robert

  • Gel batterie hatte ich auch schon im Kopp gehabt als nächstes statt ner normalen flüssigen. Da ich gerne Nebenstraßen fahre durch Bauernschaften und manche Wege wohl zuletzt von grauen Kettenfahrzeugen befahren wurden schwappt die Flüssigkeit munter hin und her. Allein deswegen schon Gel. Bis mir gestern das mit dem Kondensator erzählt wurde und ich das ehrlich gesagt reizvoller finde als schon wieder ne neue batterie zu kaufen. Bzw 2. Sind beide im Sack...

  • Man kann bei geeigneten Bedingungen das bestehende 6V-System etwas optimieren (= 6V mit Batterie behalten).

    Voraussetzung: ZGP mit 2 identischen Lichtspulen. Bordkabelbaum bleibt so. Elektrik ist in excellentem Zustand, Kontakte und Kabel intakt.

    1. Ladegleichrichter gegen Kokusanregler tauschen.

    2. Die 2 Lichtspulen parallel schalten und damit den Regler speisen. Der spuckt geregelten Wechselstrom für den Scheinwerfer und das Rücklicht aus und lädt mit geregeltem Gleichstrom die Batterie (in bescheidenem Maße, aber besser als die Originallösung).
    3. Bremslicht und Lenkerendenblinker mit sparsamen LED Birnen bestücken.
    4. In den Hauptscheinwerfer eine 6V 25/25W Halogenbirne (selbe Leistung, aber mehr Lichtausbeute)

    4. Sparsames vollelektronisches lastunabhängiges Blinkrelais verwenden, nicht den Stromfresser lastabhängiges Hitzdrahtblinkrelais


    Vorteil der Batterie: die versorgt die Signaleinrichtungen zuverlässig mit stets gleichhoher Spannung (= Hupe laut, Blinker & Bremslicht hell). Gute Bleigelbatterie 6V hat 9-12 Ah Kapazität. Für lange Touren ideal, muß man alle halbe Jahr mal laden. Ich kann dir große Batteriehalter für die Dinger anbieten (Kleinserie).


    Will man die Batterie loswerden, baut man das System komplett auf Wechselstrom um.

    Voraussetzung: ZGP mit 2 identischen Lichtspulen. Bordkabelbaum muß geändert werden.

    1. Die 2 Lichtspulen auf der ZGP parallel schalten und an einen Kokusanregler hängen, der alle Verbraucher mit Wechselstrom speist (der
    Gleichstromausgang bleibt ungenutzt)

    2. DC- Hupe gegen Wechselstromschnarre tauschen.

    3. In den Hauptscheinwerfer eine 6V 25/25W Halogenbirne (selbe Leistung, aber mehr Lichtausbeute)

    4. lastabhängiges Hitzdrahtblinkrelais gegen sparsameres lastunabhängiges elektronisches Blinkrelais tauschen.


    Warum hier Kokusanregler?

    Die Dinger sind günstig...werden von SCK mit BGM Label versehen... mach das Label ab, und du siehst die Original Kokusan Kennummer.
    Die Regler haben einen Sense-Eingang, der die vom Regler abgegebene Spannung mit einer Referenz zu vergleichen...den Senseeingang kann man sogar manipulieren, um den Regler dazu zu bewegen, ans Bordsystem eine höhere Spannung abzugeben.

    Nebel zieht in dichten Schwaden übers Moor von Forest Hill.
    Grün gespenstisch glänzt ein Irrlicht. Es ist Nacht in Baskerville.
    Cindy und Bert, 1970

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