Doppelbild beim Abblitzen der Unterbrecherzündung

  • Hi Leute;


    Hätte mal eine Frage an die Vespa Profis hier. Hab noch ein wenig Probleme mit meiner Vespa GTR 125 Bj 1972. Und zwar dreht das Ding nicht mehr hoch und fängt bei höheren Drehzahlen an zu stottern. Bis zu dem Drehzahlbereich in dem sie stottert, dreht sie sauber hoch, ohne Auffälligkeiten.


    Was ich bis jetzt alles gemacht hab:

    Zündkerze neu

    Vergaser im Ultraschallbad gereinigt

    Standgasschraube & Gemisch-Schraube eingestellt

    Ohne Luftfilter gefahren

    Wenn sie zu stottern angefangen hat, den Choke gezogen

    Neue Zündspule verbaut

    Zündzeitpunkt kontrolliert (21° vor OT)

    Zünd-Unterbrecher ein wenig geöffnet und Zündzeitpunkt erneut auf 21° eingestellt


    Lediglich das Einstellen des Zündunterbrechers hat ein wenig Besserung gebracht, aber richtig laufen tut sie immer noch nicht. Normalerweise wird der Zündunterbrecher ja auf 0,4mm eingestellt, allerdings bekomm ich dann keinen Zündfunken mehr. Ich kann den Zündunterbrecher max. auf 0,2mm einstellen dass ich noch einen Funken bekomme.


    Nun aber zu dem Problem das mich ein wenig stutzig macht. Wenn ich den Zündzeitpunkt ablichte, ist bei Standgas alles normal - also die Markierung, die ich beim Polrad beim oberen Totpunkt des Kolbens gemacht habe, fluchtet genau auf 21° vor OT. Wenn ich jetzt allerdings ein wenig Gas gebe, dann sehe ich Doppelbilder, welche ziemlich genau 180° versetzt sind. Das erkennt man gut daran, dass die Öffnung am Polrad/Lüfterrad bei höherer Drehzahl doppelt zu sehen ist, wenn ich mit der Zündlichtpistole abblitze.


    Da ich sonst eigentlich relativ wenig mit Unterbrecherzündungen zu tun hab, würde ich euch gerne mal fragen, ob dieses Verhalten normal ist oder ob man daraus schließen kann ob ein Teil defekt ist.

  • Weder die Doppelbilder alsauch die Tatsache das du nur bei 0,2mm Kontaktabstand einen Funken bekommst ist normal. Die Doppelbilder können eigentlich nur durch eine zweite Zündung erzeugt werden. Oder, aber da bin ich mir nicht sicher, durch eine späte zweite Entladung des Kondensators.

    Dein Ursprungsproblem, schlechtes Hochdrehen und Stottern bei hohen Drehzahlen deutet m.M.n. sowieso auf einen defekten Kondensator hin. Wenn sie dann im warmen Zustand auch noch schlecht anspringt umso deutlicher.

    Fotowettbewerbsbilder einfach per PN an Fotowettbewerb

    Jeder will alt werden, aber keiner will alt sein.

  • Der Kondensator ist ein regelmäßig auszutauschendes Verschleißteil. Bei dem ganzen Aufwand, den du betrieben hast, fehlen (mir jedenfalls) neben der Zündspule der Kondensator und Unterbrecher.

    Der Unterbrecher kann (neben der Abnutzung seiner Kontakte) auch anderweitig verschleißen. Er wackelt dann seitlich, was man einfach feststellen kann.
    Die Blattfeder des Unterbrechers kann zeemürben. Beim Austausch sollte man einen Unterbrecher mit doppelter Blattfeder nehmen, nicht den billigen mit nur einer Feder (low-budget Unterbrecher neigen dazu, daß der Motor viel früher zu stottern anfängt, da die schwächere Einzelfeder anfängt, abzuheben oder zu flattern und bei höheren Drehzahlen somit nicht mehr richtig arbeitet - was aber eine gealterte doppelte Blattfeder auch irgendwann tut).


    Der Unterbrecherabstand von 0,2 mm ist zu wenig...üblich wären 0,3-0,4 mm bei intaktem Kondensator und Unterbrecher.


    Bitte beachte beim Kondensatorwechsel (ich beobachte), daß die Qualität der Dinger unterschiedlich ausfallen kann (er fällt dann eventuell frühzeitig wieder aus) . Da hilft auch das Nachmessen der Kapazität nichts (falls man ein dafür geeignetes Multimeter besitzt), was ich selber schon bemerken mußte.

    Nebel zieht in dichten Schwaden übers Moor von Forest Hill.
    Grün gespenstisch glänzt ein Irrlicht. Es ist Nacht in Baskerville.
    Cindy und Bert, 1970

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