Da hast du vollkommen recht, wenn man voraussetzt, daß es sich bei einer Wespe um ein wertvolles historisches Gut handelt, sollte man es gar nicht anfassen.
Das wäre das Pendant zur Archäologie. Die lassen sogar manche Dinge im Boden für unsere Nachfahren.
So.
Nun bewegen wir uns halt nunmal etwas dazwischen und sind in der Realität gefangen. Aktuell erscheint es absolut opportun, den Lack auf Teufel komm raus zu erhalten, aber bei der Technik ertappen wir uns dann schon, das eine oder andere der Bequemlichkeit des 21. Jahrhunderts anzupassen.
Da wird aufgrund des O-Lacktrends das Blech nur mit rosthemmenden Ölen eingeschmiert, der Motor aber auf kontaktlose Zündung umgestellt und eventuell sogar noch stärker verändert.
Wo ist denn da die Grenze? Schon bei einem neuen Gaszug aus dem Zubehör oder erst beim Anpassen der Überströmtaschen für einen anderen Zylinder?
Ist eine Vespa noch original, wenn der Lack mit Museumshandschuhen angefaßt wird, aber am Motor geändert wird?
Also aus meiner Sicht kann Volker den Lack etwas auffrischen mit 1000er Schleifpapier und polieren, jedwede Änderung an der Technik ist da eher unter Bilderstürmerei einzuordnen.
Die stellt das Original mehr auf den Kopf als ein paar Mikrometer entfernter "O-Lack".
Oder man bleibt pragmatisch und stellt eine alte Vespa nicht auf die gleiche Stufe mit einem Bodenfund nahe des Vesuv.
Was ist denn mit einer Vespa, an der geschweißt werden muß? Stell ich die in die Ecke, damit der "O-Lack" durch das Schweißen nicht verbrennt, weil sie statisch nicht mehr sicher ist ohne Schweißen?
Es bleibt letztlich jedem selber überlassen, wie er mit seiner Kiste umgeht und ich begrüße es, wenn es mit Bedacht gemacht wird.
Aber nun den Trend "O-Lack" soweit zu überreizen, daß dessen Oberflächenbehandlung die Geister scheidet, ich weiß nicht...
Meine Meinung.
Gruß Paddy.
