SIP Scootershop | Vespa Tuning & Scooter Parts

Zündzeitpunkt lässt sich nicht perfekt einstellen

  • Hallo,
    Ich fahre eine V50N mit einem V5A2M Motor und einem DR 75 Zylinderkit. Vergaser: SHB 16.16. Zündkerze Bosch W4AC.

    Ich habe die Zündgrundplatte gewechselt und habe jetzt versucht, die Zündung einzustellen. Ich bin wie folgt vorgegangen:

    - OT mit Kolbenstopper gesucht
    - mit Draht Zeiger gebastelt
    - Markierung OTgemacht
    - Markierung 19 Grad vor OT gemacht

    Die 19 Grad Markierung habe ich errechnet: Polradumfang = 59,5 cm, dividiert durch 360, multipliziert mit 19, ergab 3,14 cm vor OT.

    Nun habe ich die Zündung mit einer Stroboskoplampe kontrolliert. Dabei musste ich die Zündgrundplatte soweit gegen den Uhrzeigersinn korrigieren, dass sie mittlerweile am Anschlag steht und ich immer noch 3-4 mm von der Markierung entfernt bin.

    Meine Fragen nun: Ist das normal?
    Was habe ich falsch gemacht?
    Kann ich so fahren?

    Vielen Dank im Voraus für Tipps

  • Hi,
    möglicherweise:
    -19° VZ-Markierung auf Polrad ?Wenn ja, in Drehrichtung nach der OT Markierung angebracht?
    -Uk-Abstand deutlich zu klein. (Falls der Motor UK-Zündung hat.)
    -ZGP nicht 100% identisch zur alten.

  • Hallo,
    Danke für die schnelle Hilfe.

    Die 19° VZ-Markierung auf dem Polrad ist in Drehrichtung, so wie sie auch schon auf der [lexicon='Gradscheibe',''][/lexicon] von Vespaservizio.de vorgegeben ist.

    Den Unterbrecherkontakt habe ich auf 0,4 mm eingestellt. Ist das ok?

  • Passt.
    Dann wird die ZGP nicht ganz identisch sein.
    Bei 3-4mm Abweichung [lexicon='ZZP',''][/lexicon] reicht es wenn Du die Langlöcher etwas verlängerst, sofern genug "Fleisch" vorhanden.
    Solltest Du allerdings noch eine Rechnung besitzen würde ich das Teil umtauschen.

  • Hi,
    Danke für die Tipps. Die Grundplatten waren doch nicht 100%ig identisch. Mittlerweile habe ich alles von der neuen Platte auf die originale montiert, sodass das dann passen sollte.

    Leider hat sich dann ein anderes Problem gezeigt. Nach dem Montieren war das Polrad extrem schwerggängig und der Motor ließ sich nicht starten. Ich habe dann folgende Punkte kontrolliert:

    - Halbmondkeil sitzt sauber in der Nut (auf der Kurbelwelle und in der Nut vom Polrad)
    - alle Elemente auf der ZGP sind da, wo sie sein sollen und berühren das Polrad im Innern nicht

    Da es die originale ZGP ist, und ich vorher noch damit gefahren bin, sollte sie ja passen.
    Das Polrad scheint mit dem Rand am Gehäuse entlang zu schleifen (siehe Bild), so, als würde es zu weit auf der Kurbelwelle stecken. Kann das sein? Habe ich da vielleicht eine Distanzscheibe übersehen?
    Oder kann es gar sein, dass das falsche Polrad auf meinem Motor montiert war? (Durchmesser 18,95 cm auf einem V5A2M Motor) Wieso hat es vorher dann funktioniert?

    Ich wäre dankbar für Tipps, da ich gerade wirklich etwas am Verzweifeln bin.

  • Das Polrad scheint mit dem Rand am Gehäuse entlang zu schleifen (siehe Bild), so, als würde es zu weit auf der Kurbelwelle stecken. Kann das sein?


    Unwahrscheinlich.Lief ja vorher auch ohne zu streifen.

    alle Elemente auf der ZGP sind da, wo sie sein sollen und berühren das Polrad im Innern nicht


    Das würde ich nochmal genau kontrollieren.
    Einfaches ummontieren der Spulen funktioniert i.d.R.ohnehin nicht.
    Du brauchst einen bestimmten (radialen) Abstand zwischen Polrad und Spulenblechpaketen, den sog. Luftspalt.
    Liegt meist bei ca.0,3mm.
    Einstellen mit Fühlerlehre durch die Polradöffnung.
    Wenns dann immer noch streift prüf ob die neuen Bauteile axial zu weit rausstehen.

    PS. Warum wurde die ZGP überhaupt getauscht?

  • Hallo,
    Du hattest doch Recht. Ich habe jetzt wieder die originalen Teile bis auf den Kondensator auf meine alte ZGP gebaut und siehe da, das Polrad drehte wieder normal. Vielen Dank erstmal für den Tipp!

    Ich habe die ZGP getauscht, weil ich immer öfters (später ständig) Probleme hatte, die Vespa überhaupt zum Laufen zu bringen. Nachdem ein Freund, der sich etwas besser auskennt als ich und ich andere Probleme ausgeschlossen haben, sind wir auf die Zündung gekommen. Da ich eine auf den ersten Blick identische und erneuerte ZGP günstig erwerben konnte, habe ich einfach alles getauscht.

    Ich hoffe, dass meine Probleme durch den neuen Kondensator behoben sind und werde in den nächsten Tagen wieder einen Versuch starten, die Zündung einzustellen.

    Fortsetzung folgt und vielen Dank nochmal! :thumbup:

  • So, ich konnte den [lexicon='Zündzeitpunkt',''][/lexicon] millimetergenau einstellen. Dann kam der große Moment der Testfahrt.

    Anfangs lief alles gut, aber so nach etwa 3 km spürte ich einen Widerstand jedes Mal, wenn ich das Gas losließ,so als sei die Bremse gezogen gewesen. Kurz darauf, während ich eine Möglichkeit zum Stehenbleiben suchte, ging der Motor von selbst aus und ließ sich auch nicht mehr starten. Aus den Lüftungsschlitzen kam etwas Rauch, Hitze und es roch nach verbrannter Kupplung. Schieben war angesagt und auch danach ließ der Motor sich nicht mehr starten. Ich hatte noch nicht die Zeit (oder den Mut), unter das Lüfterrad zu schauen.

    Jetzt zu meiner Theorie. Die Kupplung kann ich ausschließen, da sie neu ist und der Zug richtig eingestellt ist.
    Ich habe immer noch den Verdacht, dass das Polrad das falsche ist. Auch, wenn es jetzt allem Anschein nach frei drehte kann es ja sein, dass es immer noch etwas Kontakt zum Gehäuse hatte. Durch die Reibung wurde es immer heißer, dehnte sich aus und rieb immer fester am Gehäuse, was diesen Widerstand verursacht hat. Außerdem konnte ich durch das Fenster im Polrad Metallspäne auf der ZGP entdecken, was ja auch darauf schließen ließe. (ZGP ist wie gesagt wieder die originale mit den Originalbauteilen)
    Wie klingt das?

    Sollte die kreisförmige Rille auf der Innenseite auf der gleichen Höhe sein wie die Kante am Motorblock (halt diese kreisförmige Kante von dem Teil, wo die ZGP drin ist) Das ist bei mir sicher nicht der Fall, denn, wie man auf dem Foto sieht, hat sich diese Kante etwas weiter außen ins Polrad geschliffen.

    So langsam bin ich mit meinem Latein am Ende. Ich wäre dankbar für Tipps.

  • Um den Luftspalt habe ich mich ehrlich gesagt nicht mehr gekümmert, weil ich die alte ZGP mit den alten Spulen wieder eingebaut habe. Ich werde das morgen aber mal nachmessen. Das ist ja der Abstand von der Seite der Blechpakete zum Polrad?

  • Hi Michak,
    Du hattest mal wieder Recht. Nachdem ich das Polrad abmontiert hatte, konnte ich deutlich sehen, wie die Blechpakete das Polrad berührten und abgeschliffen haben. Somit dürfte der Luftspalt bei gleich null liegen. Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht genau, wie ich diesen durch das Fenster messen soll...
    Wie man auf den Bildern erkennt hat sich auf den 3 Kilometern viel Material abgeschliffen und das Polrad hat deutliche Riefen.

    Ist dieses noch zu gebrauchen? Habe ich die Spulen damit geschrottet?

    Und zur großen Frage: Wie konnte das passieren? Ich fahre wieder mit der originalen ZGP mit den originalen Spulen. Wie kann es sein, dass die Spulenkörper jetzt das Polrad berührten, wo sie es vorhin nicht taten?
    Kann man auf den Bildern irgendwas erkennen, was ich falsch gemacht habe?

  • hat die Kurbelwelle villeicht Spiel ? Das würde es erklären...

    Aus Gelben Säcken werden Plastikroller gebaut ...
    Lieber Sehnenscheidenentzündung vom Schalten als nen krummen Daumen vom Starten...
    2Takt Islamist

  • Jep das liegt der Hund begraben , Kurbelwelle muß spielfrei sein !

    Aus Gelben Säcken werden Plastikroller gebaut ...
    Lieber Sehnenscheidenentzündung vom Schalten als nen krummen Daumen vom Starten...
    2Takt Islamist

  • Wenn die KW an dem Polradstumpf nach oben/unten fühlbares Spiel hat sind die Lager hinüber.
    Axiales Spiel ist suboptimal aber nicht so dramatisch.
    Luftspalt die 2.:
    Spulenhalteschrauben lösen so daß sich die Spulen noch leicht klemmend bewegen lassen.
    Polrad montieren.
    Durch Öffnung Fühlerblattlehre 0,3mm zwischen Polradinnenseite und Spulenblechkern fummeln.Zur Not Blatt passend biegen.
    Mit Schraubenzieher Spulenkörper an Polradinnenseite drücken(Blatt ist noch dazwischen), leicht festziehen.
    Das gleiche Spiel mit der anderen Spulenseite, dann mit der 2. Spule.
    Polrad wieder runter, Schrauben richtig festziehen.
    Polrad wieder drauf, kontrollieren.
    Fertig.

  • Hallo,

    Erstmal vielen Dank für die schnelle Hilfe.

    Ein paar Fragen habe ich allerdings noch:

    Zu Kurbelwelle: Also, wenn ich die von oben nach unten bewege, höre ich da dieses Klicken von Metall auf Metall. Zu fühlen oder zu sehen ist da nichts. Dieses Spiel reicht also schon aus, um Ärger zu machen?

    Diesen Winter wollte ich den Motor ohnehin überholen. Die Lager werden so oder so ersetzt. Hat meine Kurbelwelle durch die ganze Aktion keinen Schaden genommen?

    Zum Polrad und der Zündung: Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung! Das mit dem Luftspalt wusste ich nicht. Ich dachte, man schraubt die Spulen fest, und gut ist... Anfängerfehler...

    Was glaubt ihr, sind Polrad und Spulen noch brauchbar oder haben sie zu großen Schaden genommen?

  • KW verkraftet das behaupte ich mal.
    Zu Spulen und Polrad: Wenns nach Einstellen des Luftspalts funkt und leuchtet sind sie noch brauchbar.
    Also probieren.

  • Hallo,
    Leider läuft doch nicht alles wie geschmiert. Ich wollte mich gestern der Vergasereinstellung widmen. Dazu bin ich die Vespa zuerst 10 km warm gefahren. Sie sprang sofort an und lief auch gut.

    Dann stellte ich sie waagerecht hin und versuchte halt den Vergaser einzustellen. Ich versuchte das ziemlich lange (etwa 15-20 Minuten) ohne wirklichen Erfolg. Irgendwann fing der Motor an schlechter zu laufen, obwohl der Vergaser wieder in Originalstellung war (1,5 Umdrehungen raus) und ging schließlich aus. Der Motor ließ sich daraufhin auch nicht mehr starten. Auch mehrmaliges Kicken ohne Zündkerze (weil Motor vielleicht ersoffen?) und abkühlen lassen brachte nichts.

    Habe ich da irgendwas nicht berücksichtigt?