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Vespa V50 restaurieren! Wie fange ich an?

  • Hallo liebe Vespa-Gemeinde,

    ich bin durch Google auf diese Forum gestossen, welches ich bisher auch ganz toll finde.
    Seit meiner Jugend, die mittlerweile 20 Jahre her ist (werde bald 35) ist eine Vespa V50 mein Traum. Leider hatte ich bosher nie die nötige Zeit und den Platz.
    Ich bin Betriebsinformatiker und habe keinerlei handwerklich Erfahrung in den benötigten Bereichen.

    Nun meine eigendliche Frage an Euch. Ich möchte meine alte Vespa restaurieren:

    • Wie fange ich überhaupt an?
    • Was braucht man an Werkzeug und Co?
    • Sollte ich vorher einen Schweisskurs besuchen?
    • Oder soll ich es lieber gleich lassen?
  • 1. suchst du dir eine Vespa :)
    Wenn du vor hast, eine Vespa komplett zu restaurieren, solltest du dir im Klaren sein, daß du am Ende mehr Geld reinsteckst, als wenn du Dir eine in einem akzeptablen, fahrbereiten Zustand anschaffst. Es sei denn, Du hast das Glück, jemand in deiner Verwandschaft hat noch eine im Keller eingelagert und überläßt sie Dir zum Freunschaftspreis.
    Bei Ebay bekommst du eine Rundlicht v50 kaum unter 1000€


    2. brauchts eigtl. nicht viel Spezialwerkzeug, eher das Übliche: Schraubenzieher, Ratschenkasten, Zangen und so übliches, wenns an den Motor geht, evtl. Kupplungs- und Polradabzieher, sowas ist aber nicht teuer.

    3. Ob Du einen Schweißkurs besuchen mußt, kann Dir keiner sagen - das kommt ganz auf den Zustand der Basis an, die Du Dir anschaffst. Es gibt Rahmen, an denen muß gar nichts geschweißt werden, bei anderen ist es besser, das ganze Trittblech auszutauschen.

    4. ich finde schon, daß Du ohne Plan anfangen kannst, allerdings solltest du Zeit haben, keine 2 linken Hände und immer damit rechnen, daß dein Budget eh überschritten wird ;)
    Für Arbeiten wie sandstrahlen, lackieren und schweißen kannst du dich ja auch an Leute halten, die sowas gelernt haben,
    Denn für eine Vespa lohnt die Anschaffung wie Kompressor fürs Lackieren und Schweißgerät etc. wirklich nicht.

    Wenn Du hier in "Optik und Restaurationen" ein paar Threads durchliest, bekommst Du einen Überblick, wie unterschiedlich die Basis sein kann und was so alles auf Dich zukommen kann.

    Elektrik ist ein Arschloch

  • Wenn du bislang keinerlei Erfahrung mit Zweirädern und den im Zuge einer Restauration nötigen Arbeiten hast, solltest du dich in der Tat darauf einstellen, in der ein oder anderen Form Lehrgeld zu zahlen. D. h. das Vorhaben wird auf jeden Fall teurer als geplant. Immer.

    Zweiradmechaniker, Karosseriebauer und Lackierer sind nicht umsonst Lehrberufe, deshalb wäre es erstaunlich, wenn ein Laie nach dem häufig gehörten Motto "kann doch nicht so schwer sein, so eine alte 50er Vespa zu restaurieren" auf Anhieb ein perfektes Ergebnis erzielen würde.

    Ich möchte dir dein Vorhaben auf keinen Fall madig machen, aber du solltest dir schon klar darüber sein, dass bei einem momentan nicht unrealistischen Anschaffungspreis von ca. 1.000 Euro für ein durchschnittlich erhaltenes Basisfahrzeug bei einer qualitativ vernünftigen Komplettrestauration am Ende die 3.000 Euro Marke nicht mehr in allzu weiter Ferne liegen wird.

    Für das Geld kann man aber auch schon sehr sehr gut erhaltene V50 Rundlenker im Originallack bekommen. Das ist auf Dauer allemal wertbeständiger als die x-te "Restauration" in cremeweiß mit brauner Sitzbank und Weißwandreifen. Und du hast dabei noch Zeit und Nerven gespart und kannst "sofort losfahren und den Sommer mit dem unvergleichlichen Vespa-Feeling genießen" (wie es bei ebay immer so schön blumig heißt).

    Deine Mudda erkennt Geschlechtskrankheiten am Geschmack.

  • Man könnte auch knapp sagen:
    krempel dein Leben um,
    such dir eine Garage,
    meld dich schon mal zum großen Führerschein an,
    leg dir nen hohen Dispo zu,
    stell Dich darauf ein, Familie und Freunde in den Wahnsinn zu treiben
    und hab Spaß

    :D

    Elektrik ist ein Arschloch


  • Genau so sieht´s aus. ;):D:thumbup:

    Über Spritverbrauch spricht man nicht. Man hat ihn.

  • Glückwunsch zu dem Vorhaben. Zeit und Ausdauer sind die wichtigsten Ressourcen. Also das, was man am wenigsten hat, wenn man Familie und einen anspruchsvollen Job hat ;)

    Die Teile gibt es fast alle neu, und gebraucht sind die meisten zu erstehen. Eine detaillierte [lexicon='Reparaturanleitung',''][/lexicon] ist hilfreich (gibt es zur Rundlicht-Vespa) und die zahlreichen YouTube-Vidoes der Experten, die großzügig (ernst gemeint) ihr Wissen mit der Community teilen.

    Natürlich brauchst Du auch etwas Geschicklichkeit, aber als Informatiker hast Du ja zumindest im Prinzip mehr mit Technik zu tun als ein Kaufmann. All das lässt sich zudem lernen.

    Das Spezialwerkzeug summiert sich vielleicht auf 150 EUR (Abzieher, Blitzpistole usw).

    Aus Erfahrung kann ich Dir aber sagen: Die wahre Motivation ist, irgendwann zu fahren. Und wenn Du zwei Jahre benötigst (je nach persönlicher Verfügbarkeit), dann rückt das Ziel sehr weit weg und man hat keine Lust mehr. Am besten daher: Kauf Dir eine zum Fahren und Studieren der Mechanik und restaurier' eine zweite Vespa. Das funktioniert sehr gut. Außerdem ist der Kontakt zu anderen Vespenfahrern einfacher herstzustellen.

    Finanziell ist das gar nicht schlimm, denn eine Vespa hat einen guten Werterhalt. Wenn die restaurierte Vespa fertig ist, kannst Du das Alltagsgerät wieder verkaufen.

    Viele Grüße aus Frankfurt
    Jan

  • Vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Mir ist klar, das die Restauration teurer kommt als eine gut erhaltene zu kaufen, es geht ja schließlich auch um das Erlebnis und die Motivation sie selber hergerichtet zu haben.
    Ich will auch ersteinmal nur den Rahmen kaufen und diesen top in Schuss bringen.
    Jetzt habe ich Angst den Rahmen zu versauen.
    Zum Lackierer werde ich Ihn auf alle Fälle bringen, aber die Blecharbeiten würde ich gerne selber machen.
    Nur wie gesagt, wie fange ich am besten an? Sollte ich vielleicht eine schlechte Basus zum Üben kaufen, und eine zweite gute zum "echten" Restaurieren.
    Wie habt Ihr Euer erstes Projekt gestartet?

  • Zitat

    aber die Blecharbeiten würde ich gerne selber machen.

    gerade als laie sind die Blecharbeiten ziemlich heikel , beim schweißen wen man keinen dau hat verziehts dir ganz schnell das Blech , beim Spengeln ists ähnlich da verliert das blech schnell an spannung

    Blecharbeiten würd ich als laie nur den Fachmann geben ,die zwischenarbeiten also spachteln, schleifen + füllerschleifen kannst selber machen , eventuell noch endarbeiten von Lackierer machen lassen weil so perfekt wies ein Lackier gerne hat kannst es selber eh nicht machen

    Zitat

    Sollte ich vielleicht eine schlechte Basus zum Üben kaufen, und eine zweite gute zum "echten" Restaurieren.

    besorg dir als Übungsobjekt ne PK50s die sind günstig zu bekommen und als "Meisterstück" kannst dir dann später ne V50 oder dgl kaufen

    der Trend geht sowieso zum 4. bzw 5 roller :D

    Zitat

    Ich will auch ersteinmal nur den Rahmen kaufen und diesen top in Schuss bringen.

    Davon rate ich dir als Noob grundsätzlich ab , da unterschätzt man schnell die Kosten und den aufwand

    und später wenn Du mal Erfahrung hast kannst auch sowas restaurieren !!!

    Member of "Rogue Unit SC"

    Geschwindigkeit kostet Geld. Wie schnell willst du zahlen?

    Der Teufel hört Techno

    Einmal editiert, zuletzt von rally221 (May 23, 2012 at 13:45)