Hallo Kollegen,
wie immer danke für die Rückmeldungen!
Vorgestern hatte ich Langeweile und habe mal die Dummykurbelwelle, Kolben, Spacer und Zylinder mal auf die große Hälfte gesteckt und wollte mal von innen schauen, wie mein Anschluß vom Motorgehäuse über den Spacer zu den Überströmern des Polinis paßt.
Gleich vorneweg, ich gehöre zu denen, die glauben, daß man da viel rein interpretieren kann, was sinnvoll ist und was nicht, wenn man das Gehäuse an die Überströmer anpaßt.
Ich denke einfach, der Querschnitt sollte nach Öffnen der Überströmfenster noch einigermaßen passen zum Querschnitt der Überströmer selber im Zylinder.
Deshalb hatte ich ja das Motorgehäuse nur so leicht bearbeitet und angepaßt, als würde ein normaler Steckzylinder drauf kommen und den Querschnittsübergang von den kleinen Taschen im Gehäuse zu den großen Überströmanschlüssen im Zylinder quasi innerhalb des 8 mm Spacers realisiert mal so als Wurf. Das sah dann so aus:
Unten quasi Ori-Fußdichtung, oben Anschluß zum Polini mit seinen geräumigen Kanälen. Jetzt schau ich da unten rein ins Kurbelgehäuse und noch bevor der Kolbenboden die Kanten von den Spülfenstern freigibt, fängt unten an der Kolben die Polinidichtkante zu überfahren und den Anschluß zu den Überströmern innerhalb von wenigen Kurbelwinkelgraden auf den Querschnitt der kleinen Taschen im Gehäuse zu verjüngen. Plus den kleinen Spalt, der halt bei einer 58er Bohrung noch bleibt.
Wenn man es nur geometrisch betrachtet, erscheint das jetzt nicht so wild, eher nur unschön. Es gibt aber beim Bönsch so schöne Diagramme mit gemessenen Drücken. Und wenn man das mit einbezieht, sieht das Ganze schon etwas anders aus.
In der Realität ist beim Öffnen der Spülfenster der Druck vor dem Kolben noch höher als hinter dem Kolben. Zunächst schiebt es zurück in die Spülkanäle bis sich das entschärft hat.
Das kann aber bis zu 30° KW dauern. Und 30° später war bei meinem ersten Wurf nur noch etwas mehr als die Hälfte an Querschnitt da vom Kurbelgehäuse zu den Überströmern und Stützkanälen. Der Boostport aber völlig ungehindert.
Das wäre sicherlich ein Ungleichgewicht zwischen Boostport und Spül-/Stützkanälen geworden und ich war der Meinung, dort noch etwas zu ändern, ohne das Gehäuse massiv zu bearbeiten.
Ich habe mir das dann in aller Ruhe angeschaut, was am besten zu realisieren wäre, ohne in das Gehäuse zu stark eingreifen zu müssen und weitestgehend bei der Standard-Dichtungsgeometrie zwischen Spacer und Gehäuse zu bleiben. Vorab mal der Spacer, wie er dann geworden ist und eine Standarddichtung darunter, damit man sieht, daß sich dort nicht zuviel ändert:
Ich habe eigentlich nur die Ecken an der Anschlußgeometrie zum Gehäuse anders verbunden und das dann mit einer Schlüsselfeile verzogen.
Im Gehäuse konnte ich dann das konisch nach unten verlängern und mit den etwas vergrößerten Taschen verbinden. Bei der Geometrie gibt es keine Gefahr zu einem Durchbruch:
Jetzt habe ich kein Bild davon, wie zugeschnürt das vorher wurde ab 50° vor UT und ich bin mir nicht sicher, ob das auf dem Bild überhaupt rüber kommt. Aber so halte ich es einigermaßen passend, was den verbleibenden Querschnitt angeht über den Kurbelwinkel aufgetragen.
Es wirkt etwas albern, aber die etwas versierteren Tuner hier kennen ja die größeren Anschlüsse der Überströmer bei solchen Zylindern im Vergleich zu den Stecktuning-Teilen. Da ist man schon bei rund dem doppelten an Querschnitt für die Überströmer. Und wenn dann beim realen Spülstart, der später als der geometrische Spülwinkel ist, nur noch die Hälfte des Querschnitts da ist, dann ist das einfach nicht so der Renner für einen ausgewogenen Spülvorgang, bei dem die Austarierung der einzelnen Kanäle noch einigermaßen hinhauen sollen.
Gruß Paddy.
