Vermutlich würde beim Ausbilder meine Argumentation nicht verfangen....
So Männer,
heute war Endspurt beim Diff, das es in dieser Ausführungsform mit seinen Details wohl nicht so oft gibt in der Ape 50.
Ich habe natürlich die zweite Buchse dann abgestochen und beide an der Abstechseite noch überdreht und angefast. Dann waren die Hülsen fertig:


Ich habe sie dann mit einem 2-K Kleber eingeklebt, weil ich bei meinem anderen Differential vor einigen Jahren mit Loctite Welle/Nabe etwas ins Schwitzen gekommen bin damals.
Der Klebespalt ist ja nur 3-4 Hundertstel oder so und da fängt der Loctite schnell an zu beißen. Eine Buchse ist mir damals kurz festgefroren und ich sah mich schon, sie mit dem Heißluftfönn wieder zu lösen. Es ging damals noch gut, heute wollte ich es entspannter.
Beide eingeklebt und im Ofen ausgehärtet. Hatte den Nachteil, daß sie 1-2 Hundertstel enger geworden sind, weil der Klebstoff bei 80 Grad etwas quillt. Ein Wellenende mußte ich danach mit der Leinwand auf der Drehbank nochmal etwas abziehen, aber jetzt paßt es. Fast ein Tick zu satt...
Dann habe ich tatsächlich noch Muttern und Schrauben in 12.9 gefunden. Die Schrauben mußte ich auf 22 abdrehen, dann war es perfekt:


Den Zahnkranz habe ich mit etwas Welle/Nabe geklebt vor dem Schrauben. Die entfetteten Schrauben und Muttern dann noch mit Loctite Gewindesicherung hochfest. Damit sollte das halten.
Alex (Toni Alessandro) hat mal in einem seiner Filmchen auf YT ein mit einem Dexter-Zahnkranz ertüchtigtes Hauptzahnrad verbaut und da haben dann die Schrauben an einer Rippe im Diff angeschlagen.
Daran habe ich mich erinnert und ich habe mir das angeschaut:

Knappe Kiste. Bei mir hat es nur deshalb nicht gehakt, weil meine Schrauben ja exakt auf Maß abgedreht sind. Wenn man ein fertiges Hauptrad mit Dexter-Kranz kauft, sind die Schrauben von der Stange und etwas länger.
Ich wollte trotzdem etwas Platz schaffen. Gehäuse auf die Fräsmaschine und die Rippe mit einem Radiusfräser etwas zurückgesetzt:

Jetzt sind 4 mm Platz zwischen Schrauben und Rippe, so schläft es sich besser.
Dann kam noch ein Detail, das ich in meinem verbauten Differential nicht gemacht habe. Das Hauptzahnrad hat an den Lagerflächen kleine Schlüsselflächen, die das Öl im Lagerspalt verteilen sollen. Irgendwo auf den bisherigen Bildern sieht man die.
Nur sollte dahin halt auch Öl kommen. Im Gehäuse gibt es dazu Ausnehmungen im Alu. Die sind mit meinen neuen Bronzelagern halt verdeckt.
Also habe ich beide Gehäusehälften auf die Fräsmaschine genommen, grob ausgerichtet und mit einem langen Hartmetall 6er Fräser ebenfalls Ausnehmungen in die Hülsen gefräst.
Die tiefe Hälfte hat zwei Felder:

War eine knappe Kiste trotz lang ausgespanntem Fräser und ausgefahrener Spindel:

Dann etwas entspannter die andere Hälfte:

Jetzt kann das Öl nachfließen. Ob es notwendig ist, kann ich euch sagen, wenn ich den neuen Motor in die Ape baue. Dort haben die Bronzelager seit 2020 ca. 4000 km gesehen, bin schon gespannt auf deren Verschleiß.
Dann war alles soweit fertig:

Ich bin zufrieden. War zwar jetzt echt etwas länglich das Ganze und es waren ein paar nervige Details dabei, aber jetzt gefällt mir das Ganze ziemlich gut und ich denke, das Differential ist mit diesen Modifikationen ganz gut geeignet, ein paar Pferde mehr zu verarbeiten.
Schlechter als die Originalausführung ist es sicher nicht.
Viele Grüße,
Paddy.