Endgeschwindigkeit PV

  • Darf ich mich hier an diesen Thread kurz mit einer Frage anhängen.


    Meine PV tut sich bei Vollgas oft schwer auf rd. 80 km/h zu kommen (ca. 65-70 km/h laut Navi). Bei Windstille oder in Tunnels dreht die Nadel aber auch mal problemlos auf 90 km/h (ca. 80 km/h laut Navi).


    Jetzt hatte ich hier was von Zündzeitpunkt gelesen. Bei meiner Vespa ist ein VMA2M Motor, ein 19.19 Vergaser und eine Piaggio-Banane verbaut. In Sachen Bedüsung bin ich aktuell überfragt, aber der Choke-Test bringt auch bei mir keine Veränderung.


    Daher jetzt meine Frage, gilt das mit dem Zündzeitpunkt auch für Roller mit mechanischen Zündunterbrechern oder nur für elektronische.

  • Der Zündzeitpunkt ist auch für Deine Zündung relevant. Wie die Zündung herbeigeführt wird unterscheidet sich, wann genau bleibt aber als Kernfrage.


    Welchen ZZP hast Du denn momentan gewählt?


    Davon unabhängig: eine Rennmaschine ist die PV einfach nicht. Wenn sie mit Gegenwind zu kämpfen hat, kommt nicht mehr raus.

  • Erst mal danke für die ehrliche Geschwindigkeitsangabe und einen Live Vergleich zwischen dem Tendenzmesser Tacho und real gemessener Geschwindigkeit. Da können sich andere eine Scheibe abschneiden. Find ich gut!

    Der Roller liegt mit der GPS- Geschwindigkeit in dem Bereich, in dem er bei originalem Motor, der schon ein par km auf der Uhr hat, sein soll.

    Der Zündzeitpunkt sollte so sein wie er original vorgesehen ist. Wird hieran etwas verändert, ändert sich die Leistungsentfaltung, weil der Treibstoff eben nicht mehr in dem Augenblick gezündet wird, in dem der Kolben das Gemisch aus Treibstoff und Luft im Brennraum auf das Maximalmaß komprimiert hat (dann wäre die Leistungsausbeute am höchsten für einen solchen Motor)

    Bei deiner PV soll der ZZP 25° vor OT betragen. Damit wird ein originaler und in übrigen Aspekten intakter Motor immer anständig laufen.

  • Vielen Dank für diese wertvollen Tipps. Ich habe aktuell keine Ahnung, wie der Zündzeitpunkt eingestellt ist und werde hier dann wohl besser meine Vespa in die Werkstatt bringen, bevor ich hier an etwas rumschraube, wovon ich zu wenig Ahnung habe. Oder kann man das leicht einstellen?


    Wenn der Motor altersbedingt etwas an Leistung verloren hat, würde dies dann bedeuten, dass sich hier mal wieder eine Revision ankündigt. Wie viel der Motor schon gelaufen ist, weiß ich übrigens nicht. Meine PV war mal eine Spezial und ich habe sie mit einem gebrauchten und revisionierten Motor vor über zwanzig Jahren umgebaut.

  • Wenn du dir deinen letzten Beitrag mal ansiehst wirst du merken, daß das Wort "Zündzeitpunkt" blau hervorgehoben ist. Beim Klick auf das Wort geht der Lexikoneintrag zu dem Begriff auf und du erhältst eine Beschreibung, wie man den Zündzeitpunkt einstellt.


    Ich rate aber aus eigener Erfahrung dazu, daß man als Anfänger das zusammen mit jemandem Erfahrenen, der auch die Ausrüstung besitzt, durchführt.

    Es gibt da einige Sachen, die kann man als Einsteiger einfach nicht wissen oder erkennen, und wenn schon mal das Polrad demontiert ist, kann der Fachmann auch mal einen Blick darunter werfen.
    Und man selber lernt's dann eben von Anfang an richtig.



    Zitat

    ch habe sie mit einem gebrauchten und revisionierten Motor vor über zwanzig Jahren umgebaut.

    Allgemeine Anmerkungen zum Begriff "Revision". Es bedeutet "Aufmachen & Nachsehen". Die Konsequenz aus einer Revision ist die Instandsetzung, das ist manchen nicht klar.

    Oft werden "Motorrevisionen" für billig Geld angeboten...die sind dann aber auch nur genau das, weil hier der Motor nur aufgerissen und dann so verdreckt wie er war, lediglich mit neuen (Billig-) Dichtungen und Simmerringen und den alten verknaddelten Gehäusebolzen und -Muttern wieder zusammengekloppt wurde. Maximal noch ein neue Schaltklaue und die Kugellager kalt reingeprügelt.
    Sie nennen das dann "der Motor wurde zum Laufen gebracht"; kein Kompliment; der Motor soll ja nicht nur laufen, sondern längerfristig wieder funktionieren.

    In der Regel tut ein Motor nach einer nachhaltigen Instandsetzung (ohne billige "Schrauber"-Tricks, Dilettantismus & Profitmaximierung) mindestens wieder das was er soll (oder etwas besser), selbst wenn der Motor nicht frisiert wurde.
    Man muß dabei akzeptieren, daß ein runtergerockter Motor nach 20.000-30.000 km einen gewissen Teilebedarf hat und eine lang haltbare Erneuerung eben nicht für ne müde Mark machbar ist.

    Und daß eben jeder Motor individuell betrachtet werden muß - es kann bei jahrzehntealten Oldtimern kein automatisierbarer/industriell rationalisierter vereinheitlichter Vorgang sein.

  • Ok., ZZP werde ich wohl besser machen lassen, auch wenn mir das Prinzip jetzt klarer wurde.


    Bei Revision dachte das sei wie beim Uhrwerk einer Armbanduhr, dass hier alles zerlegt, gereinigt und sämtliche defekte Teile ersetzt werden. Und das eine solche Arbeit Zeit und damit auch entsprechend Geld kostet, kann ich gut nachvollziehen. Wenn ich mich recht erinnere ist es schon weit über zehn Jahre her, dass an dem Motor auch nur die Simmerringe gewechselt wurden.


    Tendenziell habe ich bisher von allem was direkt zu Motorblock gehört die Finger gelassen. Und auch so hatte ich ja noch genügend Bereiche, wo ich selbst schrauben konnte ;-)


    Dir vielen Dank für diese ausführliche Hilfestellung.

  • Zitat

    Und auch so hatte ich ja noch genügend Bereiche, wo ich selbst schrauben konnte

    Das empfinde ich auch als klugen Ansatz. Man kann sich dann langsam hocharbeiten.

    Dazu eines der Zitate meines alten Berufschullehrers: "Das is' wie Klöße essen meine Herren, immer einer nach dem andern und nicht alle auf einmal ins Maul".

  • @ Jacki "Oft werden "Motorrevisionen" für billig Geld angeboten...die sind dann aber auch nur genau das, weil hier der Motor nur aufgerissen und dann so verdreckt wie er war, lediglich mit neuen (Billig-) Dichtungen und Simmerringen und den alten verknaddelten Gehäusebolzen und -Muttern wieder zusammengekloppt wurde."


    ich meine mal gelesen zu haben, dass es eine sogenannte Revisionsklappe gibt ^^

  • Das empfinde ich auch als klugen Ansatz. Man kann sich dann langsam hocharbeiten.


    Du machst mir zwar Mut, aber ich habe schon meine Bedenken, dass ich nach dreißig Jahren mit meiner Vespa wirklich noch zum perfekten Schrauber werde. Ich bin schon froh, wenn ich den Vergaser nach dem Zerlegen wieder richtig zusammen und eingestellt bekomme ;-)

  • Kleines Feedback, meine Vespa war offenbar ein echter Spätzünder, was sich stark auf die Endgeschwindigkeit und die Beschleunigung ausgewirkt hatte. Sie hat jetzt wohl nicht genau 25° vor OT, läuft aber richtig gut und macht jetzt auch noch mehr Spaß.


    Vielen Dank nochmals allen, für die Fehlerdiagnose.