Vespa 50L; Neuer Zylinder, Kopf und Zylinderkopf und immer noch zu wenig Kompression

  • Zylinder, Kolben und Zylinderkopf sind bereits getauscht (orig. Piaggio 50cmm ) und sie liefert trotzdem bei "Vollgasstellung" nur ca. 4bar Kompression. Kolben ist richtig rum eingebaut (Pfeil Richtung Auslass), Kolbenringe sitzen auch richtig.

    Weil Er diese wie ER OBEN SCHREIBT, alle schon erneuert hat

  • Kein Argument um die Kompression zu beeinflussen.


    Sogar die Vollgasstellung ist der Kompression buggie.


    Ein schiss neues Zylinderset hat idR sowieso weniger Kompression wie nach 100km.

    Mal davon abgesehen das man nie die effektive/fiktive Kompression messen kann beim 2Takter. Schon gar nicht bei kaltem Motor.

    Aber nichts desto trotz sollte er mit dieser Methode ca 6bar bringen.


    Wir sind ja glaube noch beim 2Takter ohne Auslaßsteuerung.

    Einlass offen

    Auslass offen

    Kompressionsbereich ohne Motorlauf oberhalb Auslass bis OT.

    messbarer Bereich.


    Meß doch mal den Ringstoß.


    Vielleicht hast du einen Montagszylinderset mit etwas mehr Spiel oder halt maßhaltig am Limit.

  • Ankicken kann ich sie nicht. Anschieben geht, läuft dann auch solange ich fahre. IM Stand geht sie dann aus.


    Die Kurbelwelle ist auch noch relativ neu. Hatte ich im Rahmen einer Drehschieber Reparatur im Sommer getauscht.

    Die gemessene Kompression kann ich mir da auch nicht wirklich vorstellen

    Aber das der Motor im Stand immer ausgeht deutet schon auf den Drehschieber und wenn dieser nach der Reparatur zu viel ausgedreht wurde passt dass zum Bild mit dem Ausgehen im Stand... Mit nochmal ausmessen kann Tom R nichts kaputtmachen ... Der Zylinder muss ja dann, wenn deine Diagnose passt, sowieso runter

  • Bei 4bar ist idR sowieso das Fehlerbild weit gestreut.

    Da wird im Umkehrschluss genauso wenig Vorverdichtung erzeugt wie Kompression.

    Fehlerbild fast wie Drehschieber nur ohne schwarze Gülle im Luftfilterkasten.


    Pfeift am Ende alles am Kolben vorbei.

    Bzw Ringstoß zu groß und drückt es da durch.

  • Jetzt mal ohne Verschwörungstheorie, Egal: Übermässiger Ringstoss und/oder Montagsprodukt bei einem neuen Zylindersatz - daran glaubst du doch selbst nicht.


    Und bei der Gleichsetzung von schlechter Kompression und schlechter Vorverdichtung verwechselst du Ursache und Wirkung.


    Mal abwarten, was Tom noch beiträgt...

  • Na klar glaube ich daran.


    Wer soll schon gut saugen können wenn er kaum blasen kann. 🤷‍♂️


    Für fehlende Kompression bei einem neuen unbeschädigten Zylinderset gibt es nunmal nicht viele Möglichkeiten.

    Entweder das Kolbenspiel ist zu groß oder grenzwertig bzw der Ringstoß ist zu groß.

    Sonst noch krummer verzogener Kopf.

  • Für fehlende Kompression bei einem neuen unbeschädigten Zylinderset gibt es nunmal nicht viele Möglichkeiten.

    Entweder das Kolbenspiel ist zu groß oder grenzwertig bzw der Ringstoß ist zu groß.

    Sonst noch krummer verzogener Kopf.

    Vielleicht hat er die Zylinderfußdichtung vergessen.

  • Was hat der Zylinderfuß mit der Kompression zu tun?

    Da du meinen Text damit in Verbindung bringst.

    Weil der Kolben nach OT über die Überstromkanäle den Brennraum speist. Ist die Fußdichtung defekt , geht ein Teil vom Gemisch schon vor erreichen vom OT verloren. Weniger Gemisch weniger Kompression. Ist meine Theorie, wenn falsch , bitte verbessern.

  • Dann hat dein Motor einen Turbo oder Kompressor sowie ein Auslassventil das verhindert das diese zugeführten Gase auch im Zylinder bleiben?


    Hol doch mal ein altes Set raus und mache einen Versuch zu deiner Theorie.

  • Hallo Leute,

    Zylinder, Kolben und Zylinderkopf war für mich auch die erste Erklärung. Hab an der Stelle aber ziemlich alles ausprobiert (denke ich zumindest).

    Neuer Kopf, neuer Zylinder, neuer Kolben, neue Kolbenringe.

    Der alter Zylinder sah auch eigentlich noch ziemlich gut aus (keine Riefen oder Kratzer). Kolbenringe hab ich auch schon zweimal getauscht und Stoßspiel gemessen (war bei 0,15mm). War für mich auch der Grund euch nach Tipps zu fragen. Ich bin gerade ziemlich ratlos.


    Zur Drehschieberreparatur: Der Drehschieber war vom Vorbesitzer verbreitert worden und hatte vor der Reparatur seitlich zu wenig bzw. keine Dichtfläche mehr. Die "Dichtfläche" war teilweise sogar ein Spalt von 0,2mm. Hatte ziemlich viel Blow-Back und der Roller ist auch mehr schlecht als recht angesprungen. Bei der Reparatur wurde daher seitlich was aufgeschweißt. Vielleicht muss ich an der Stelle noch wieder etwas mehr Material weg nehmen und die Öffnung ist Momentan für eine gute Füllung zu klein. Daher hatte ich weiter vorne nach der Breite der Drehschieberöffnung gefragt. Ich werde es einfach mal ausprobieren und die Drehschieberöffnung so bearbeiten, dass seitlich 2mm Dichtfläche stehen bleiben. Die sonstige Drehschieberfläche ist nach der Reparatur ziemlich dicht und hat einen Spalt von um die 0,05mm.


    Für mich klingt der Zusammenhang zwischen schlechter Vorverdichtung und schlechter Kompression nicht ganz unabwägig. Es müsste ja eigentlich einen Unterschied machen, ob die Kompression bei 1bar oder 1,2 bar anfängt. Ganz vereinfacht (ohne Berücksichtigung Kompressibilität, Temperatureinfluss, Leckage am Zylindervorbei..) ist bei einem Verdichtungsverhältnis von 7,1 ja das Ergebnis 1bar --> 7,1 bar und 1,2bar --> 8,5bar. Oder lieg ich da komplett daneben?

  • Also noch mal, Kompression kann der Zylinder nur aufbauen , wenn Ein und Auslass geschlossen ist.Kommt zu wenig nach,weil schon etwas verloren geht (Fußdichtung) wird der Brennraum schlechter geflutet. Somit entsteht ein Hubverlust. Da braucht man keine Ventile.

  • Aha.

    Du hast also einen Zylinder der beim Weg zum OT den Ein sowie Auslass verschließt?


    Cooles Teil.

    Will ich auch haben.


    Aber wenn beides geschlossen ist (ohne Ventile) bei dir Richtung OT zur Kompression.

    In welchem Einfluss steht dann die Dichtung am Zylinderfuß?

    Oder hat dein Zylinder nach jedem Weg zum UT einen Luftleeren Raum?


    Will dich nicht veräppeln.

    Nur will ich deine Theorie verstehen.

  • Den hast du, wie jeder, der einen 2-Takter hat.

    Du hast es doch selbst korrekt beschrieben: Erst ab dem Zeitpunkt, ab dem auf dem Kolbenweg Richtung OT Auslass- und Spülkanäle geschlossen sind, beginnt die Kompression, die man als Überdruck messen kann.


    Genau darin liegt die Ursache, dass beim 2-Takter der Kompressionsdruck deutlicher als bei 4-Takter hinter dem nach dem Verdichtungsverhältnis zu erwartenden Druck zurückbleibt.


    Und da du freigiebig mit Experimentempfehlungen bist:

    Nimm mal deinen Vergaser ab, setz an seiner Stelle einen dichtschließenden Stopfen und miss dann dien verbleibenden Kompressionsdruck...

  • Wie du siehst, hast du hier eine rege Debatte ausgelöst, Tom.


    Unabhängig von der Qualität des Aufschweissens und der Nachbearbeitung und etwaigen Einflüssen auf den messbaren Kompressionsdruck halte ich deinen Motor für eine eher unglückliche Kombination von Originalzylinder und mehrfach bearbeitetem Drehschiebergehäuse.


    Und auch wenn Egal anderer Meinung ist - ich sehe hier die Ursache, nicht in einem "Montagszylinder"...