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Variogebastel für einen Zweitmotor PK XL 50 Automatik

  • Vielen Dank, liebe Kollegen,

    Klaus Fischer Kommt zuweilen vor, die Ersatzteile für die Scooter sind halt alle nicht sooo teuer, da geht auch mal was schief.

    Tja, heute kamen die Hülsen vom Drahtschneiden. Die mußten außen überdreht werden:

    Ich hatte ja zwei Hülsen machen lassen, einmal mit der Verzahnung auf Null zu der Messung auf dem Meßmikroskop, einmal mit 2 Hundertstel Aufmaß auf der kompletten Verzahnung.

    Dann habe ich an beide Enden eines 20er Rundmaterial die entsprechenden Durchmesser gedreht und einen Teil der Hülse überdreht auf 17,6 mm. Nach dem Härten kann ich dann auf Fertigmaß 17,5 drehen. Bei einer 20er Variohülse muß das auf 17,0.

    Danach habe ich den Dorn auf dem Teilapparat ausgerichtet, morgen kommen die beiden Schlüsselflächen dran wie im Original 15 mm:

    Dann mal Probe stecken. Die auf Null sind etwas zu eng, die mit plus zwei Hundertstel passen satt:

    Jetzt muß ich mal schauen. Ich drehe morgen noch eine Innenfase und strahle die Innenverzahnung mal. Die ist noch mit Drahterodierstruktur, was ungefähr so ist wie eine Nagelfeile.

    Dann kommen mal an je zwei die Schlüsselflächen dran und es geht ab zum Härten. Was danach ist, werden wir sehen. Das wird manchmal enger, manchmal weiter. Irgendeine wird danach schon passen.

    Bin gespannt...

    Gruß Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...

    Übrigens, wenn man den sogenannten "O-Lack" aufbereitet (abschmirgeln und in Wachs ersäufen), muß man vorher den "O-Dreck" entfernen und den "O-Rost" owatrolisieren.

  • Danke Kollegen,

    puh, ist schon mühselig, das Ganze...

    Ich habe ja in Summe je 4 Hülsen mit Innenverzahnung, einmal mit 0-Maß der Innenverzahnung, einmal mit 2 Hundertstel größerer Verzahnung.

    Ich habe dann mal je drei davon mit dem identischen 15er Zweikant gefräst, der auch an der originalen PK-Variohülse dran ist:

    Je eine davon habe ich dann innen und außen gefast und die Inneverzahnung kugelgestrahlt:

    Außendurchmesser ist immer noch 17,6, also ein Zehntel größer wie der Zentrierdurchmesser an der PK-Variohülse. Die beiden sind jetzt beim Härten. Der Härteofen hatte heute Service. Wenn alles klappt, kriege ich sie morgen nachmittag zurück, wenn nicht, dann erst Montag.

    Geplant sind Einhärtetiefe zwei bis 4 vier Zehntel und runde 700 HV. Dann auf 17,5 hart überdrehen und es wäre fertig. Ob die Innenverzanhnung dann paßt, muß man dann mal sehen. Leider waren die Kerne vom Drahtschneiden bereits mit dem Schrott weg. Die hätte ich nehmen können, um die Innenverzahnung mit Läppaste wieder etwas größer zu schleifen, aber gut. Warten wir es ab, wie die Teile rauskommen.

    Dann habe ich mir eine Hülse genommen, ebenfalls gefast und gestrahlt, außen bei 17,6 gelassen, damit die auch mal gehärtet werden könnte. Ich brauche eine Garnitur, um mich an den axialen Aufbau heran zu tasten, bevor ich die 22er Variohülse von einer Morini-Variomatik final ausdrehe und einkürze. Quasi ein Probesatz, der dann auf der Kurbelwelle den finalen Verhältnissen entspricht.

    Deshalb habe ich mir eine 22er Dummy-Variohülse gedreht, in die diese weiche Hülse paßt:

    Wenn ich die dann zusammenstecke und neben die originale Variohülse der PK stelle, kann man erkennen, daß das langsam Form annimmt. Links meine zweiteilige Probier-Variohülse, rechts die originale PK-Hülse:

    Durchmesser und Zweikant sind quasi identisch, nur meine Hülse ist kürzer. Und wird noch kürzer werden:

    Auf die Kurbelwelle gesteckt sieht man, daß meine Hülse gerade so an die Polradnabe heranreicht. Zwischen Polrad und meine Hülse muß ja später noch die Steigscheibe der neuen Vario. Bei allen modernen Scootern ist die Steigscheibe ja ein Blechteil und schließt die Vario zum Motor hin ab.

    Bei der PK ist das auf das Polrad aufgenietete Aluteil ja quasi die Steigscheibe. Und das entfällt bei mir dann.

    Aktuell ist die Dummyhülse noch 40 mm lang. Laut den Angaben im Internet ist eine Morini-Hülse 38 oder so lang. Vermutlich wird zum Schluß etwas mit 35-36 rauskommen bei meinen Verhältnissen. Aber da kann ich mich jetzt rantasten.

    Die billige Test-Vario für einen Morini-Motor hat es jetzt in 3 Tagen gerade mal bis in ein Verteilzentrum in meiner Nähe geschafft. Ich hoffe mal, sie kommt morgen, damit ich am Freitag grob abschätzen kann, ob es mit einer vernünftigen Morini-Vario hinhaut.

    Habe heute mit SC telefoniert, sie schicken eine neue Riemenscheibe, die krumme darf ich behalten. An der habe ich jetzt mal die Bearbeitung etwas probiert.

    Der Zahnkranz ist scheiße hart, im Nabenbereich ist sie weich. Muß mal kucken, wie gerade die neue ist. Zum Überdrehen werde ich sie wohl im Härteofen weichkochen müssen. Wie gut die dann noch ist, werden ich dann sehen.

    Wenn alle Stricke reißen, mach ich halt eine eigene Riemenscheibe aus dem Vollen. Ich haue morgen mal die krumme Scheibe in den Ofen und schau, ob ich sie weich kriege...Vielleicht finde ich im Netz auch noch was anderes ohne Starterkranz, mal kucken.

    Schon zäh, die ganze Kiste...Wenn ich nachher der einzige bin, der auf eine PK einigermaßen sinnhaft eine Scooter-Vario gebastelt gekriegt hat, kann ich das langsam nachvollziehen, das ist abartig aufwendig...Das zieht sich noch etwas...

    Gruß Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...

    Übrigens, wenn man den sogenannten "O-Lack" aufbereitet (abschmirgeln und in Wachs ersäufen), muß man vorher den "O-Dreck" entfernen und den "O-Rost" owatrolisieren.

  • Das ist wieder mal so geil (Sorry).

    Und dann siehste im echten Leben, was man als Ausbilder von Fachkräften so bekommt und was jemand einstreicht, der bissi labert und sich Coach nennt.

    Magst Du nen Adoptivsohn oder Lehrling ü50 haben? 😂

  • Danke Automaticadett !

    Ich sag ja immer, "Das kannst du nicht lernen..."lmao

    Fantine Es hört sich ähnlich an, ist aber schon ziemlich anders. Bei dem großen Motor laufen Vario und Wandler aus den Scootern auf der anderen Motorseite asl bei einem Scooter, aber gleich gerichtet.

    Hier benutze ich den Original-Wandler plus Ori-Kurbelwelle und die Scooter-Vario ist ebenfalls auf der falschen Seite, allerdings zum Motor hin richtig orientiert. Schon etwas anders.

    Den großen Motor kann ich eh erst wieder in knapp 3 Jahren verbauen, meine Tochter wechselt fleißig zwischen Aprilia und Vespa.

    Deshalb auch der Ersatzmotor, weil sie in 2 Monaten mehr Kilometer auf die Vespa macht als ich in den letzten 10 Jahren...

    Tja, weiter geht's. Die neue Riemenscheibe von SC ist unterwegs, aber irgendwie habe ich die Lust etwas verloren. Ich habe eine Scheibe EC80 rausgekramt und mal plangezogen und eine Auskesselung ausgedreht.

    Die nehme ich dann auf einen Dorn und überdrehe außen auf 100 mm. Dann werde ich mal probieren, die Mitnahmekontur mit den zwei Flächen und dem 17,5er Durchmesser einzufräsen. Die Schräge Keilriemenfläche kommt dann danach.

    EC80 kann ich dann auch einsatzhärten, dann wäre das solide.

    Die Hülsen habe ich vom Härten zurück. Beide sind im Durchmesser 2 Hunderstel enger geworden. Die größere davon habe ich dann innen zuerst mit Korund gestrahlt, dann mit Glaskugeln innen und außen. Jetzt paßt sie wieder satt auf die Kurbelwelle:

    Die Billig-Vario ist gekommen. Die hat jetzt auch einen Fettring:

    Das Ding ist im zusammengefahrenen Zustand 4 mm höher als die Piaggio-Variante. Dafür ist das natürlich sehr bequem mit dem 22er Durchmesser.

    Außendurchmesser liegt bei 96 oder so, die mitgelieferte Riemenscheibe auch. Ansonsten sieht sie für 15 Euro nicht so wurschtig aus wie die beiden anderen 15 Euro Varios.

    Die 4 mm mehr kann ich jetzt noch nicht so richtig einordnen. Die Hülse ist nur 2 mm länger als die der Piaggio. Die vier Millimeter selber findet man recht leicht:

    Wenn ich bei der Morini die Höhe der Rollen so messe im Vergleich zu der Piaggio (gelbe Rollen), sehe ich sie ziemlich genau. Das heißt, es ist quasi die Wandstärke des Aluminium zwischen Vario-Rollen und Riemenlauffläche.

    Ich muß die morgen mal etwas besser vermessen, zwei Ringe drehen, mit denen ich die beiden Maximal-Positionen simulieren kann und ins CAD gehen.

    Dann schiebe ich das ein bißchen hin- und her und vergleiche dann das mit der PK selber. Kann schon sein, daß der Riemen dann nicht mehr exakt fluchtet. Kommt jetzt drauf an, wieviel das wird und was mir da so noch einfällt, aber momentan gebe ich diese Vario noch nicht auf.

    Die ganzen Durchmesserverhältnisse machen halt vieles einfacher und solider. Mal schauen,


    Gruß Paddy.

    Bilder

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...

    Übrigens, wenn man den sogenannten "O-Lack" aufbereitet (abschmirgeln und in Wachs ersäufen), muß man vorher den "O-Dreck" entfernen und den "O-Rost" owatrolisieren.