100vmc

  • Lustig, wenn ich so sehe, was du dir da so zusammenstellst und deine einzige Frage ist, wer eine Idee zur Bedüsung hat.

    Und das ohne jedwede Details, was denn so der Luft auf dem Weg zur Verbrennung im Weg steht.


    Also, ich kenne diesen Vergaser nicht und ich habe keine Ahnung, wie er sein Gemisch aufbereitet.

    Sollte er jedoch einigermaßen an einem ganz normalen Vergaser angelehnt sein und sein Gemisch nicht wie manche Dellorto über gefühlt 17 Wege abhängig von diversen Schieberstellungen zubereiten, gilt grundsätzlich:


    D-Benzin = D-Luft x (0,05...0,053)


    So, das gilt ohne Luftfilter. Mit jedem Hindernis für die Luft vor dem Gaser wird es ein klein wenig magerer, aber nicht wirklich viel.

    Wenn der Gaser irgendwie oval ist, mußt du dir über die Querschnittsfläche einen Ersatzluftdurchmesser ausrechnen.

    Und dann langsam in Richtung magerer abdüsen.


    Also mal als Überschlag würde ich mal bei deinem 26er Gaser eine 130er HD einsetzen und schauen, was der Motor macht und ob er drosselt. Wenn er drosselt, magerer.

    Zum Einfahren ruhig etwas fetter unterwegs sein, das schadet nicht.

    Ich fahre grundsätzlich was den ZZP angeht etwas später ein, aber daran scheiden sich die Geister.

    Bei mir klemmt auch nie was, komisch, gell? Irgendwie scheint es doch einen kausalen Zusammenhang zwischen Verbrennungstemperatur und Klemmen eines noch sich einschleifenden Motors zu geben...


    Was genau hast du eigentlich bisher so an Motoren zusammengebaut, wenn deine erste Frage bei dem Setup von der Düsengröße handelt?

    Nicht soviel, oder?


    Gruß Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...


    Übrigens, wenn man den sogenannten "O-Lack" aufbereitet (abschmirgeln und in Wachs ersäufen), muß man vorher den "O-Dreck" entfernen und den "O-Rost" owatrolisieren.

    Einmal editiert, zuletzt von Scharnhorst ()

  • @vespa102


    Sehr edle und auch teure Komponenten, die ich auch nicht gerne ruinieren würde.


    Paddy, ich nutze die Gelegenheit und bitte um eine Erläuterung deiner Berechnungsempfehlung, am besten mit einem Rechenbeispiel für einen SHB 19/19.


    Als Dyskalkulist traue ich mich zu fragen:


    Was ist D - Benzin ? Was ist D - Luft ?


    Vielleicht weiß vespa102 schon bescheid, vielleicht hilft ihm aber eine Erläuterung genauso wie mir.


    Wenn ich 19 mm Durchmesser des 19/19ers mit dem Faktor multipliziere, ist das Ergebnis 0,095 - aber was sagt das aus ? Und welches Maß ist bei echten Vergasern mit Venturi maßgeblich ?

  • D-Luft einfach der Durchmesser des Vergasers in dem Bereich, in dem der Sprit zerstäubt wird.

    D-Benzin der Durchmesser der Hauptdüse.

    Für einen Vergaser mit 19 mm also 19 x 0,05 = 0,95 mm, ergo eine 95er HD.


    Wenn ein Vergaser oval ist, muß man sich einen äquivalenten Durchmesser ausrechnen.


    Wenn ein Vergaser wie der SHB sein Gemisch noch zusätzlich über Umwege anreichert oder abmagert, stimmt das nicht ganz, weshalb bei den SHBs gerne etwas kleinere HDs letztlich richtig hinhauen.


    Baut man der Luft vor dem Gaser viel in den Weg, wird die HD tendentiell auch etwas kleiner, aber das kennst du ja.

    Auch bei kleineren Hubräumen und gleichem Gaser wird die HD eher kleiner, weil der Volumenstrom durch den Gaser kleiner wird und die Formel nicht mehr in ihrem normalen Bereich liegt.

    Das ist der Grund dafür, warum bei Stecktuning immer etwas größer bedüst werden muß. Die HD-Empfehlungen bei Stecktuning mit größerem Hubraum nähert sich dieser Formel.


    Ergo 26er Gaser bedeutet für den ersten Wurf mal 130er HD, sofern der Gaser nicht auf ganz komische Weise sein Gemisch aufbereitet.

    Wenn da noch ein Lufi davor ist, würde ich mal mit Mitte 120 anfangen und magerer werden.


    Die Formel haut übrigens auch ganz gut selbst bei meinem Drosselklappen FHBB hin. Ein völlig anderer Gaser.


    Gruß Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...


    Übrigens, wenn man den sogenannten "O-Lack" aufbereitet (abschmirgeln und in Wachs ersäufen), muß man vorher den "O-Dreck" entfernen und den "O-Rost" owatrolisieren.

  • Habe schon einige motoren gebaut wolte nur ne grobe bedüsung wissen da ich noch nie etwas mit polinivergaser gemacht habe

  • Ich habe jetzt mal gegoogelt und eine 26er Polini gefunden.

    So wie der aussieht, mischt der auch noch über eine Nebendüse zu, was die 105er HD im Auslieferungszustand (zumindest bei dem 26er Polini, den ich auf die Schnelle gegoogelt habe) erklärt.


    Ich kenne jetzt deinen Lufi nicht, aber sicher wirst du dir bei den anderen Komponenten keinen rausgesucht haben, der der Luft unnötig viel in den Weg stellt.


    Da 26 mm für 100 Kubik doch etwas groß ist, sofern du nicht gerade mit 12.000 1/min unterwegs bist, würde ich mal so mit 115 Größenordnung anfangen und schauen, wie der Motor reagiert.


    So mal als Empfehlung.


    Gruß Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...


    Übrigens, wenn man den sogenannten "O-Lack" aufbereitet (abschmirgeln und in Wachs ersäufen), muß man vorher den "O-Dreck" entfernen und den "O-Rost" owatrolisieren.

  • Zur Ergänzung noch, Fantine.


    Ein Kollege von mir bastelt viel an RDs rum, auch mit anderen Gasern. Da hatte er mal japanische Düsen dabei, deren Zahlenangabe laut seiner Aussage nicht für den Durchmesser stehen, sondern irgendwie für die Querschnittsfläche.

    Da wird es mit der Formel natürlich schwierig....:-)


    Naja, letztlich gilt diese Formel, die ja nichts weiteres als Stöchiometrie ist, für einen einigermaßen ausgewogenen Motor, bei dem der Volumenstrom im Gaser in einem vernünftigen Bereich landet.

    Abweichungen davon sind letztlich nur fluidmechanische Einflüsse.

    Extrema wie ein 50 Kubik Ape Motor oder eine extrem hochdrehender Renner weichen davon ab.

    Wobei der Renner näher dran liegt als die Ape.

    Für 50 Kubik und moderate Drehzahlen ist ein Durchmesser von 16 mm eher zu groß. Deshalb ist dort gepaart mit dem doch etwas astmathischen Ansaugtrakt im Original etwas um die 60 drin oder gar 58.


    Bei meinem 19er auf der Ape mit meinem etwas auf weniger Widerstand getrimmtem Ansaugsystem harmoniert die 95 ganz gut, einen Tick zu fett und ich fange die Drehzahl etwas ein.

    92 läuft perfekt.


    Die alten deutschen Mofas mit ihren 10er Gasern kamen im Original oft mit Düsen um die 60 daher.


    Deshalb auch der Spruch für die erste Tuningmaßnahme: "Ich habe eine kleiner Düse reingemacht".


    Die 60er HD in einem 10er Zylinderschiebergaser ohne Nebengemischaufbereitung war ein zuverlässiges Drosselmittel für die Drehzahl.


    Jetzt habe ich ganz diplomatisch viel offen gelassen, warum meine Formel nicht immer hinhaut bei entsprechender Komponentenauswahl...:-) Aber es bleibt letztlich Physik, und die gilt einfach immer.


    Viele Grüße Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...


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  • vielen Dank paddy

  • Danke, Paddy.


    Das diese Berechnung das Verhältnis Vergaserquerschnitt / Hubraum nicht berücksichtigt, sehe ich als echten Nachteil.


    Ein POLINI-Beipackzettel listet z.B. für den 16/10er HD-Empfehlungen von 52 - 53, bei einem 16/16er von 62 - 63 und bei einem 19/19er von 78 - 80. .


    Alle Empfejlungen beziehen sich auf den 50er POLINI mit Luftfilterung.

  • Hmm, im Prinzip könnte man das einfache Verhältnis ja simpel über den Volumenstrom noch erweitert, der sich durch den Hubraum ergibt.

    Aber es bleibt ja immer die Grauzone mit etwaigen Zumischungen von Gasern wie des SHBs in unterschiedlichen Abhängigkeiten von Schieberstellung und Drehzahl.

    Dann "ausgewogen" als Variable, die ja etwas abhängig davon ist, wohin man den Motor auslegt.


    Unterm Strich braucht es immer noch das bißchen Gefühl, aber allein das Wissen, daß bei voll aufgerissenem Hahn ohne Nebeneffekte das Gemisch paßt und nur etwas zu fett sein kann, egal was noch reinspuckt, ist viel wert in meinen Augen.


    Wie gesagt, beim selbergestrickten FHBB 22.18 mit seinem fast etwas zu großen Durchmesser für den moderat ausgelegten Sinalco 75, den Querschnittsverlust der Drosselklappe grob in einen anderen Durchmesser umgerechnet hat mich relativ schnell zum Ziel gebracht. Ich war mit der zweiten Düse praktisch durch. Das für einen Gaser, den es eigentlich garnicht gibt...

    Aber jeder Gaser und Motor ist halt etwas anders.


    Ich finde es besser mich mit der Rechnung und etwas Gefühl grob zu orientieren als darauf zu hoffen, daß jemand genau mein Setup schonmal mühevoll bedüst hat.

    Bei dem Zeug, das ich mir zusammenbaue, ist das eh unwahrscheinlich....:-) (21.21, DR 133, elends langer ASS, Anti-Asthma-Ansaugtrakt ala Paddy...) 8o


    Und bei dem Automatikprojekt jetzt wird das nicht besser....:-)


    Gruß Paddy.


    P.S.: Der Polinigaser ist sogar ein richtig Schöner mit Nadel, so wie Gott das für Vergaser wollte und kein auf Verbrauch optimierter SHB mit Schlürfloch, Nebenloch und Cutout.

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