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Mehr Gußeisen für die Keksdose

  • Ja, schauen wir mal, was ich mit der Aprilia noch erreiche. Fahrprüfungstermin war nächste Woche keiner mehr frei, sie ist zum 16.09 angemeldet.

    Bis dahin habe ich noch Zeit und zuerst wird sie mit der PK Automatik fahren. Mit der mache ich mit ihr auch die Übungen auf dem Feldweg und mit der kommt sie gut zurecht. Dann wird abends Aprilia geübt, das ist schon noch eine andere Hausnummer.

    Meine Automatik ist ja wieder von dem Eigenbaumotor 130 Kubik auf den 75er Sinalco und 18er FHBB zurück gerüstet, die ist moderat und läuft so etwas über 60 mit gutem Antritt. Macht ihr auch Spaß, deutlich mehr als der Plastikeimer von der Fahrschule.


    Aber, zurück zur (teil-) hydraulischen Bremse. Ich habe aus einem Messingstopfen mit Bund einen ohne gemacht und vorne eine 120 Grad Spitze angedreht. Habe dann mal tuschiert mit Edding und der Konus trägt:

    Links sieht man die Ausgangsschraube, rechts mein angepaßter Stopfen:

    Jetzt kann sich keine Luftblase mehr bilden und ich habe den Stopfen mit Loctite Gewindedicht eingedreht.

    Dann mal im Schraubstock zwei Nuten gefräst mit 13 mm Breite, 3 mm Tiefe und 50 Länge. Magneten eingesetzt und im Ofen den 2K-Kleber ausgehärtet:

    Für die dritte Nut mußte ich wieder an der Schräge anschlagen:

    Wieder eingeklebt, in den Ofen und dann sah das so aus:

    Ein kleines Thema hatte ich noch. In der Bremspumpe hält eine geschlitzte Scheibe den Kugelkopf der Koppelstange. Deren Innendurchmesser hat den Winkel eingegrenzt und ich habe sie um einen Millimeter ausgedreht:

    Die beiden Kugellager an der Einstellschraube noch mit Loctite fixiert und mal alles kurz angeschraubt. Über die Magneten ein transparentes Isolierband. Die drei Magneten sind nicht mehr ganz so aggressiv wie der 6er Pack zusammen, aber es reicht:

    lmao Geile Sache, hält sehr gut an dem Werkzeugschrank...

    Ich habe dann alles gefettet, die Staubschutzkappe wieder an die Cosa-Pumpe gemacht und dann wieder an das Steuerrohr angeschlossen, befüllt und entlüftet:

    Sieht jetzt echt chic aus. Gewinnt keinen Schönheitspreis, ist aber solide und größtenteils aus Alu und VA und damit rostfrei. Das alte Blechband, das in der Ape den Behälter fixiert, habe ich etwas gereinigt und mit einer längeren Schraube gespannt.

    So, jetzt zur Wirkung. Man merkt, daß die Luftblase fehlt in dem zweiten Schlauchanschluß, das war erfolgreich. Ein Teil der Elastizität ist raus.

    Auch der Pfosten vom Drehpunkt und die Lagerung selber ist jetzt hart. Ich habe dann viel rumgestellt, Koppelstange verlängert, Zug eingestellt und viel hin und her gespielt.

    Man kriegt Dampf auf die Backen, aber der Weg, den die Backen machen müssen in der Trommelbremse ist schon lang und der Weg des Handbremshebels ist begrenzt. Viel Vorspannen darf man nicht, sonst ist die Rücklaufbohrung zu.

    Der Zug ist halt noch etwas elastisch, aber der wird ja noch kürzer, eventuell tausche ich noch gegen den dickeren Vorderradbremszug der Ape, da der ja bald frei wird.

    Ich laß das jetzt so und plane mal das Wochenende für den Umbau des Steuerohrs ein.

    Ich muß noch meine zwei Druckstücke für das Lenkkopflager, die ich schon gedreht habe, auf eine Gewindestange anpassen, dann sollte ich alles haben.

    Wie ich die Ape vorne hoch pumpe, muß ich noch kucken. Bin schon gespannt.klatschen-)

    Gruß Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...

    Übrigens, wenn man den sogenannten "O-Lack" aufbereitet (abschmirgeln und in Wachs ersäufen), muß man vorher den "O-Dreck" entfernen und den "O-Rost" owatrolisieren.

  • Hallo liebe Kollegen,

    ich konnte heute erst gegen halb drei anfangen, deshalb wurde es nicht ganz fertig. Hat sich alles etwas gezogen. Zuerst habe ich den Kotflügel abgenommen und mal den Dreck etwas rausgespritzt:

    Etwas in die Jahre gekommen und das untere Gummi vom Stoßdämpfer ist auch ziemlich ausgenudelt. Hier mal der Blick auf den etwas "ursprünglichen" Lenker der Ape:

    Bei dem neuen Steuerrohr war ja die untere Lagerschale dabei, die wollte ich dann gleich mit tauschen. Dazu zwei kleine Druckstücke gedreht, das obere mit M10 Gewinde, das untere mit Durchgangsbohrung:

    Nach dem Rausnehmen des alten Steuerrohrs dann gleich die neue Schale eingezogen:

    Im Stall dann mal beide Steuerrohre nebeneinander. Der Trommeldurchmesser des Alten ist echt albern....Sieht man da nicht, ist auf der Rückseite:

    Dann an das Rad den neuen Adapter geschraubt und Probe gesteckt:

    Mit haufenweise neuem Fett dann die 20 8 mm Kugeln unten und oben die kleineren Kugeln (28 St.) eingesetzt und montiert:

    Dann hatte ich noch ein elendes Gefummel mit der Stahflexleitung, hab noch einen Fitting kaputt gemacht, weil ich vergessen hatte, daß der auch schon geklebt war und naja, mich auch teilweise etwas doof angestellt mit dem Hydraulikscheiß...

    Jetzt ist unten mein Alternativfitting dran, der um ein paar Grad geneigt von der Trommel weg steht. Nicht so ideal, aber jetzt muß das erstmal funktionieren.

    Innen blieb es beim alten, die Druckleitung paßt von der Länge:

    Und draußen habe ich den Schlauch halt einigermaßen so verlegt, daß er nirgends hängen bleibt:

    Viele TL6T wird es nicht geben mit so einem Steuerrohr aus der C81, irgendwie cool.

    Morgen werde ich mal den Zug einbauen und befüllen/entlüften. Wenn es dann hoffentlich genauso funktioniert wie an der Werkbank, dann sollte es einigermaßen bremsen.

    Ich berichte,

    Gruß Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...

    Übrigens, wenn man den sogenannten "O-Lack" aufbereitet (abschmirgeln und in Wachs ersäufen), muß man vorher den "O-Dreck" entfernen und den "O-Rost" owatrolisieren.

  • Vielen Dank, liebe Kollegen!

    So, heute morgen bei Zeit aufgestanden und nach dem Frühstück zur Ape. Zug rein gemacht, befüllt und entlüftet.

    Der Zug liegt jetzt wie schon angedeutet ein einem schönen Bogen vor der Lenkstange um 180 Grad vom Radhaus hoch zum rechten Lenkerende:

    Den Zug habe ich mal lang gelassen und um die Bremspumpe der Cosa gelegt:

    Lustigerweise paßt durch den schrägen Angang jetzt doch wieder mein Heizungsschlauch hoch zur Scheibendüse:

    Wenn ich die Bremse ziehe, berührt der Edelstahlhebel den Schlauch leicht, aber kein wirkliches Problem.

    Tja auf dem nächsten Bild ist es jetzt so, wie ich es mir gewünscht habe. Man sieht nix. Das liegt zum einem an der zu dunklen Aufnahme und zum anderen, daß das ganze Konstrukt schön mit dem normalen Originalhebel der Ape auskommt:

    Schon bevor die Box und die Bienen wieder in der Ape waren, habe ich ein Probefahrt ohne Kotflügel vorne gemacht. Zu Beginn war die Bremswirkung beschissen. Ich dachte schon, Oh Gott, das kann ich wieder zurück bauen.

    Aber nach ein paar Bremsungen wurde es besser und die neuen Beläge haben sich so langsam an die Trommel angelegt.

    Ich habe dann wie ein Depp außerhalb vom Dorf im 3. Gang immer wieder bis 50 beschleunigt (eigentlich lustig, so viele Api gibt es nicht, mit denen man bequem im 3 Gang bis 50 beschleunigt...lmao) und nur mit der Vorderbremse abgebremst. Schritt für Schritt wurde es besser.

    Als die Ape wieder komplett beisammen war, habe ich das wiederholt. Ob ich nun das Maximum erreicht habe, weiß ich nicht, zum Schluß bin ich dann einigermaßen normal gefahren und habe immer weniger gebremst.

    Also, an der Scheibe klebt man nicht, das kann ich auf jeden Fall sagen. Sie bremst besser als vorher, aber das ist kein Quantensprung. Alles andere wäre gelogen. Ich hätte mal gesagt so um 30-50 % besser als mit der kleinen Trommel. Wobei ich jetzt nicht weiß, ob ich das nicht auch mit hochwertigen Bremsbelägen, die es in allen Farben für die V50 gibt, nicht auch erreicht hätte. Ich hatte nie so Malossi oder Newfren für 30 Euro montiert. Zu solchen Bremsbelägen fehlt mir der Vergleich.

    Das Problem ist halt der große Weg, den die Bremsbacken in der Trommel machen müssen. Für den Weg geht mir halt Weg am Bremshebel am Lenker verloren, den ich eigentlich für eine bessere Übersetzung nutzen könnte, wenn der Leerweg der Beläge nur ein paar Zehntel wären wie bei einer Scheibenbremse.

    Man merkt schon, daß die Bremse eigentlich für ein Fußpedal ausgelegt ist.

    Aber was ein deutlicher Fortschritt ist, die Bremse erlahmt nicht mehr wie die alte V50 Bremse. Wenn man an der mehrmals stark gezogen hatte, ließ das echt deutlich nach. Die war und ist mit dem großen Gewicht der Ape einfach überfordert.

    Die neue Bremse hat einfach mehr thermische Masse und steckt wiederholte Bremsungen deutlich besser weg.

    Jetzt mal kucken, ich bremse das jetzt noch eine Weile ein und dann stelle ich die Koppelstange noch etwas kürzer, um einen größeren "Kniehebeleffekt" zu kriegen. Das macht aber nur Sinn, wenn die Backen komplette anliegen.

    So, die große Frage, hat es sich gelohnt?

    Naja, der Spaß hat jetzt dann doch 900 Euro oder so in Summe gekostet. Für das mehr an Bremsleistung ist das viel Geld. Also wirklich gelohnt hat es sich nicht, aber es fühlt sich besser und solider an und ich habe immerhin ein fast neuwertiges Steuerrohr.

    Und das Gebastel hat Spaß gemacht und ich habe wieder was dazu gelernt.

    Ich habe jetzt ein altes Steuerrohr übrig zum Basteln. Da kann ich mal ein Winterprojekt draus machen und mir doch noch das Thema "Bremsscheibe" anschauen. Die TPH-Bremspumpe habe ich ja noch (deren Hub sollte für eine Scheibenbremse reichen).

    Bis dahin lasse ich das so und freu mich über das neue Steuerrohr und die doch um einiges angenehmere Bremse.

    Gruß Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...

    Übrigens, wenn man den sogenannten "O-Lack" aufbereitet (abschmirgeln und in Wachs ersäufen), muß man vorher den "O-Dreck" entfernen und den "O-Rost" owatrolisieren.

  • Paddy! Jetzt baue doch schon einen Bremskraftverstärker (da gibt es doch so kleine 12V elektrische)ein! Wenn es einer schafft, dann du mit deinem Werkzeug und Geschick jubel...