Vespa Pk 50 Xl hört sich komisch an

  • Hallo zusammen,


    habe meine Vespa Pk 50 Xl letztes Frühjahr neu aufgebaut. Neue Lager, Bgm Kurbelwelle, Polini 50ccm, neue Simmerringe etc. Lief danach problemlos und fährt knapp 60 auf gerader Strecke.

    Nun zum Problem...

    Wenn ich den Motor starte, wenn er kalt ist hört man immer in unterschiedlichen Zeitabständen eine metallisches Klackern. Sobald er warm ist hört man davon nichts mehr. Weiteres Problem ist, wenn ich die Gänge voll ausfahre, hört man (egal in welchem Gang) ab mittlerer bis hoher Drehzahl ein lautes "Ansauggeräusch" und eine starke Vibration vom Motor als würde dieser doppelt Zünden.


    Ps. Neue Zündkerze sowie eine neue Zündgrunplatte hab ich schon verbaut, leider ohne Erfolg.:pinch:


    Ich hoffe, Ihr könnt mich bei der Fehlersuche unterstützen.


    Beste Grüße

    Julius

  • Leider besagen deine Infos nicht viel.

    Sie können die unterschiedlichsten Ursachen haben, von "Polradblech nicht richtig festgeschraubt" über falsch gespannte Schaltzüge über kaputtes Pleuellager über gebrochene Kolbenringe bis hin zu bis falsch herum eingebauten Schaltzahnräder usw. usw. usw.

    Hast du den Übung und Erfahrung mit der Instandsetzung von Vespamotoren?

    Es wäre das beste, mit dem Fahrzeug bei einem Fachmann vorstellig zu werden, der damit eine Proberunde fährt und mal versucht, die genaue Herkunft des Geräuschs zu lokalisieren.

  • Danke für Deine schnelle Antwort.

    Habe die Vespa in einem Betrieb mit einem Kfz Mechaniker zusammen neu aufgebaut. Ein YouTube Video habe ich dabei zur Hilfe genommen.

    Das Klakern ist, wie gesagt, nicht mehr zu hören sobald sie warm ist und die beschriebenen Geräusche bei fahren treten erst auf, wenn sie warm ist.

  • Nun gibt es aber trotz KFZ Mechaniker (mit Vespakenntnissen?) ein Klackern, das er dir nicht erklären kann. Schlecht.


    Und Youtube Videos sind zwar recht unterhaltsam (ich habe sie mir zuweilen auch schon aus akademischem Interesse oder aus Langeweile angesehen), gehen aber oft nicht auf relevante Details ein.

  • Geräusche beschreiben und aus der Ferne Tipps zu geben ist doppelt schwer.

    Die Frequenz - geschwindigkeitsunabhängig gleich / ansteigend / gangabhängig hilft manchmal.


    Interessieren würde mich: Was verbirgt sich an erneuerten Teilen hinter "etc." ?


    Und: Hat sie einen Kickstarter ? Wenn ja: Wurden Teile erneuert ?

  • Hallo Fantine,


    danke für deine Antwort!

    Das laute Ansauggeräusch und das "doppelt Zünden"(so klingt es jedenfalls) tritt unabhängig von der Geschwindigkeit auf. Es ist Drehzahl abhängig. ab dem mittleren bis hohen Drehzahl Bereich ist es zu hören. Besonders markant im 4. Gang ab ca. Tempo 42.


    Was zu den neu Teilen noch hinzukommt wäre eine neue Schaltklaue.


    Die Vespa hat einen Kickstarter.


    Ps. Das Klakern ist nur beim Kaltstart im stand zu hören. Sobald er warm ist, ist es nicht mehr zu hören im Standgas wenn er steht.


    Beste Grüße

  • Neue Schaltklaue - du hast also den Getrieberadsatz abnehmen müssen.


    Hast du alle Räder wieder in derselben Position aufgestzt ?


    Und: Ist die neue Klaue die Richtige ?


    Den Zusammenhang mit Zunahme des Klackern bei Erwärmung kann ich nur mit dünner werdendem Öl zu erklären versuchen, auch wenn mich das selbst nicht völlig überzeugt..

  • Alles wieder richtig zusammengesetzt. Die Schaltklaue ist von BMG vom Scootercenter. Müsste dort laut Beschreibung passen. Außerdem ist das Klackern erst seit einer Weile vorhanden. Nach dem Zusammenbau war es noch nicht zu hören.

    Das Klackern ist nicht mehr da sobald er warm ist!


    Beste Grüße

  • Sorry...aber bei einer PK mit Originalausstattung braucht man die Zündung nicht extra abzublitzen. Es reicht völlig, die Zündgrundplatte ("ZGP") auf Originalmarkierung zu stellen. So wurden die Fahrzeuge damals ab Werk auch ausgeliefert. Ein Vespamotor ist kein solcher hochgezüchteter Spezialmotor, bei dem man das bräuchte.


    Die Ursache für das "Klackern" ist die intakte, auf Werksmarkierung stehende original-ZGP nicht.

    Wurde eine Nachbau-ZGP verbaut, stellt man die allerdings nicht "PI mal Daumen" ein.


    Will man die Zündung prüfen, kommt eine 5 min dauernde einfache Sichtprüfung des Zündfunkens in Frage; erst wenn die ein irreguläres Ergebnis zeigt, braucht man mehr Zeit reinzustecken:

    • Motor warmlaufen lassen, sodaß er von allein vor sich hintuckert.
    • Motor ausschalten
    • Zündkerzenstecker abziehen und vom Zündkabel schrauben
    • Zündkerzenkabel an die eingebaute Zündkerze/Kerzenende halten
    • Motor ankicken
    • nun wird, wenn man das Kabelende vom Kerzenende wegbewegt, ein Überschlagfunken sichtbar (VORSICHT ELEKTRISCH! SICHERSTELLEN; DAS MAN KEINE GEWISCHT BEKOMMT)
    • Kabel ein paar mm von Kerzenende weghalten und Funken beobachten. Etwas Gas geben:
      - Der Funke sollte bei jeder Drehzahl kontinuierlich überschlagen + weißlich-bläulich -kräftig sein.
    • Zeigt der gleichmäßige Funkenschlag bei irgendeiner Drehzahl Aussetzer oder überschlägt der Funken keine 10-14 mm Funkenstrecke in der Luft, bevor er erlischt, ist eine der beiden Komponenten auf der ZGP (Pickup oder Erregerspule) oder die Elektronikzentrale futsch.
    • Pickup und Erregerspule kann man mittels Ohmmeter von aussen ohen Zerlegungsarbeiten durchmessen um grob sagen zu können, welches Bauteil hier der Übeltäter ist.


    Nochmal von mir der Rat, einen Fachmann vor Ort hinzuzuziehen, weil alles bisher Mutmaßungen waren und keiner von uns hier die Möglichkeit hatte, das Geräusch live zu hören und zu lokalisieren.

    Ein wie auch immer gearteter Fachmann kann folgendes tun:
    Motor warmlaufen lassen, ihn ausschalten und den Roller gerade so hinten hochbocken, daß das Rad in der Luft schwebt. Mit einem Einmachgummi o.ä. Kupplungshebel in gezogener Stellung fixieren. Ein Kumpel dreht nun gleichmäßig langsam am Hinterrad, während du vorsichtig die Gänge langsam durchschaltest und dabei sehr langsam Spannung am Schaltgriff aufbaust, bis die Gänge einrasten. So klappert man jeden Gang vorsichtig durch. Ist eines der Schalträder falsch herum eingebaut, kann man hier ggf. ein Klackern lokalisieren.

    Was in dem ganzen Thread übrigens noch nicht erwähnt wurde: ist das Getriebe auch neu ausdistanziert/zumindest ausgemessen worden (mit der Getriebmeßlehre oder 2 Fühlerlehren)?
    Wie viel KM hat der Motor auf der Uhr?

    3 Mal editiert, zuletzt von Pierre Lavendel ()

  • ich denke, daß das "klackern" eine mechanische Ursache hat und nicht in der Zündung zu suchen ist. Dafür spricht, daß es im kalten Leerlauf auftritt und sich dann in warm gefahrenen Zustand in höhere Drehzahlbereiche verschiebt. Also, denke ich, wird da was warm, dehnt sich aus und das zusätzliche Volumen des Bauteils reicht bei niedrigen Touren, um das vorhandene Spiel zu schließen.

    Also doch: Getriebe...?

    Gruß Robert

  • Wieviel Spiel hatten denn die Gangräder gehabt?

    Wenn die Spiel haben klackern die auch mal. Und das schalten geht hackelig

    FÜR VERDREHTE FOTOS ÜBERNEHME ICH KEINE HAFTUNG

  • Wieviel Spiel hatten denn die Gangräder gehabt?

    Wenn die Spiel haben klackern die auch mal. Und das schalten geht hackelig

    Schalten geht tatsächlich sehr hackelig. Vor allem zurückschalten oder wenn man im zweiten hängen geblieben ist kommt man oft nicht im stand in den Leerlauf.

    Müsste man den kleinen nochmal aufmachen.

    Beste Grüße

  • Vielen Dank für Deinen Hilfe!


    Werde die Punkte mal der Reihenach abarbeiten. Habe das Getriebe nicht ausgemessen. Der Motor hatte vor dem Umbau 9000km. Jetzt bin ich bei 10500, sprich 1500km mit dem neuen Aufbau.


    Beste Grüße

  • Zitat

    wenn man im zweiten hängen geblieben ist kommt man oft nicht im stand in den Leerlauf.

    Das ist aber normal...unsere Vespa haben sogenannte Ziehkeilgetriebe.

    Ein solches Getriebe muß, unterstützt durch den Restschlupf der Kupplung, immer leicht in Drehung befinden, damit man von einem Gang in den anderen bzw. in den Leerlauf kommt.
    Andenfalls ergibt sich etwas, das man "Sperrstellung" nennen kann.

    Oft beobachte ich Vespafahrer die das nicht wissen, die an der Ampel stehen, den Leerlauf nicht reinbekommen und meinen, mit beiden Händen brutalst am Schaltgriff rumroppen zu müssen weil sie meinen dass der "Gang klemmt"...dadurch gehen aber höchstens die Züge etc. kaputt...

    Ziehkeilgetriebe sind sehr einfach aufgebaut und haben anders als Z.B. Getriebe an KFZ keine Synchonisierung (d.h. keine Extramechanik im Getriebe, die den Gangwechsel unterstützt).

    Die Abhilfe heisst hier Zwischengas geben...und vor allem beim Ausrollen vor einer roten Ampel schon in den Leerlauf schalten. Das weitere Geheimnis ist eben die intakte, wie vorgesehen funktionierende Kupplung (Restschlupf!) und das passende Getriebeöl...

  • Wenn ich lese "muss noch mal aufmachen", befürchte ich, dass du bei Wechsel der Schaltklaue die Luft zwischen den Losrädern nicht gemessen hast.


    0,15 mm ist gut, 0,4 mm Verschleißmaß. Messen immer mit zwei Spionen gegenüberliegend.