Cosa 200: Bremse lässt sich nicht entlüften?

  • Hallo,


    habe eine Cosa von 1988.
    Die Fußbremse ging immer nur beim 2. mal treten, beim 1. treten ging das Pedal bis zum Boden.


    also wollte ich heute entlüften, Behälter IST dabei leider leer gelaufen.
    jetzt bekomme ich die Luft nicht mehr raus, egal ob Behälter voll oder nicht,
    ich kann das Pedal bei geschlossenem Ventil bis zum Boden treten.
    wie geht man da vor?

  • Hallo Hessenschädel,


    die sicherste und schonendste Methode soll die mit dem Vakuumentlüfter sein.


    Ich verwende immer die Marmeladenglaslösung. Sie sieht so aus:



    7er Ringschlüssel auf das Ventil stecken, dann Entlüftungsschlauch drauf. Jetzt hast du einen stabilen Hebel zum öffnen und schließenn des Ventils.


    - Ausgleichsbehälter mit Bremsflüssigkeit füllen


    dann


    - Ventil um eine Achtel- bis Viertelumdrehung öffnen
    - Bremspedal runterdrücken und halten
    - Ventil schließen
    - Bremspedal loslassen und/oder wieder hochziehen falls es nicht alleine kommt
    - Vorgang zwei bis dreimal wiederholen, dann den Ausgleichsbehälter mit Bremsflüssigkeit nachfüllen


    den ganzen Vorgang solange wiederholen bis saubere hellgelbe Bremsflüssigkeit aus dem Ventil austritt.


    Am Hinterrad geht es leichter wenn das Rad selbst abmontiert ist. Bei montiertem Hinterrad ist es eine enge Frickelei.


    Gruß, Klaus

  • Hallo Klaus,


    So habe ich es auch gemacht. Mein Problem war ja dass ich erst beim 2. mal treten bremsdruck hatte. Jetzt ist es entlüftet hinten und es kommen aus dem Schlauch keine blasen mehr aber:


    jetzt ist ist es wie vorher, ich habe erst beim 2. drücken bremsdruck.
    oder muss ich vorne mitmachen? Liegt es daran?

  • Hallo Hessenschädel,


    klar du musst beide Räder entlüften. Die Fußbremse wirkt immer vorne und hinten zusammen.


    Gruß, Klaus

  • Ich würde mal behaupten, dass dein Problem woanders lag, bzw. liegt. Aber entfüfte, bzw. befülle die Bremse ruhig mal komplett neu. Ist bei der Cosa nur zu empfehlen, dass nicht nur einmal alle zehn Jahre zu machen.


    Ich denke, dass Deine Bremsbacken im Ruhezustand zu weit von der, oder den Bremstrommeln entfernt sind. Mit dem ersten Betätigen bringst Du sie erst näher zur Trommel, mit dem zweiten Treten hast Du dann erst deine Bremswirkung.


    Zum Einstellen popelst Du vorne aus der Bremstrommel den Gummistopfen, dann siehst Du je nach Position der Trommel oben und unten Rendelschrauben auf dem Bremszylinder. Diese Rendelschrauben drehst Du jeweils soweit, dass die Beläge gerade nicht schleifen.


    Hinten hast Du an der Bremsankerplatte an der radabgewandten Seite zwei Schrauben auf ca. drei und neun Uhr. Dort vollziehst Du dann das gleiche Spiel. Hinten ists meist mit einem Bruchteil einer Umdrehung erledigt. Demnach tastest Du Dich beim Einstellen genau an die Schleifgrenze.

  • Servus,
    Mit einer 100ml Spritze geht das Entlüfen sehr gut. Sollte sich der Druck wieder abbauen,
    schau nach Undichtigkeiten am Hauptbremszylinder und am Spoiler. Wenn da Alles trocken ist,
    ist mit großer Sicherheit eine Manschette im Hauptbremszylinder kaputt.



    ciao Rolo

  • Hallo Freunde,


    macht mal die Pferde nicht scheu.


    Die Vorstellung eine schlecht eingestellte Bremse in Position pumpen zu können ist witzig. Ich würde vermuten, dann sind wohl die Rückholfedern kaputt oder fehlen. Und bei einer undichten Bremsanlage muss man wohl in erster Linie vermehrt Bremsflüssigkeit nachfüllen obwohl sie durch diese Undichtigkeiten sicher auch Luft ziehen wird und von Zeit zu Zeit entlüftet werden muss.


    Meine Zusammenfassung wäre:


    Druckpunkt nach pumpen - Bremse entlüften
    später Druckpunkt - Bremse einstellen
    schneller Bremsflüssigkeitsverlust (rote Warnlampe leuchtet schnell auf) - Undichtigkeit suchen (manchmal löst allerdings auch nur ein ausgeleierter Gummibalg den Kontakt aus)


    Gruß, Klaus

  • Hallo Hessenschädel,


    du schreibst:

    jetzt bekomme ich die luft nicht mehr raus


    und:

    flüssigkeit fehlt gar nix und luft ist beim entlüften auch nicht im system.


    ich bezweifle, dass man mit der marmeladenglasmethode sicher erkennen kann ob man luft oder nur bremsflüssigkeit aus dem ventil drückt. wenn du dir die verlegung der bremsleitung am vorderrad mal anschaust müsste dir auffallen das der höchste punkt nicht am entlüftungsventil ist. du musst also die enthaltene luft entgegen der schwerkraft mit zügigem, pausenlosem arbeiten erstmal zum ventil schaffen. unterbrichst du nur kurz blubbert sie wieder nach oben und alle arbeit war umsonst. daher ist die arbeit mit einem vakuumentlüfter oder vielleicht mit einer spritze - wobei ich 100ml für etwas knapp bemessen halte - vermutlich sehr viel einfacher.


    probier's weiter.


    gruß, klaus

  • Hab's heute mit ner Vakuumpumpe gemacht. Daran lag es nicht.


    Es war tatsächlich die Verstellung vom Verschleiß. Wir haben eben alles neu nachgestellt und das Problem ist weg :-D


    bij eben die erste Runde gefahren :-P

  • ....na dann, aber Bremsflüssigkeit 1x im Jahr wechseln.
    Ich würde Dir die ATE dot4 sl6 empfehlen. Die zieht nicht so stark
    Wasser...

  • Moinsen,

    das hätte ich jetzt nicht gedacht! ;)


    ja, genau. das wurde ihm ja nur in zwei beträgen geraten. ist nun einmal keine selbstnachstellende bremse, also immer zuerst einstellen, dann entlüften...

    Toleranz ist das unbehagliche Gefühl, der Andere könnte am Ende vielleicht doch Recht haben...
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