SIP Scootershop | Vespa Tuning & Scooter Parts

Vespa VNB1T aus dem Jahr 1960

  • Motorseitig würde ich noch einen Schritt weitergehen, als Du beschrieben hast. Eine 200er Übersetzung und einen am Fuß abgedrehten 177er Polini. Den gibts mittlerweile sogar fertig zu kaufen. Die Übersetzung ist sehr wichtig, weil die Verkürzung durch die 8Zöller nicht zu unterschätzen ist. So bist Du wirklich elegant und leichtfüßig unterwegs nach meiner Erfahrung.

    Danke für den Tipp. Gehe mal auf die Suche nach einer passenden Übersetzung.

  • Allein den Drehschieber wieder zu reparieren hätte 200-400€ gekostet. Also keine falsche Entscheidung 👍 Hab auch noch den gammelingen originalen T4 Motor, hoffe das der nicht genau so Aussicht 🙄

    Ich habe im GSF Stefan Teutrine gefunden als Dienstleister für die Drehschieberreparatur. Der ist bei mir um die Ecke. 10 min von meiner Schwägerin entfernt.
    Laut Preisliste da kostet das 165 bis 175 Euro.

  • Ich habe im GSF Stefan Teutrine gefunden als Dienstleister für die Drehschieberreparatur. Der ist bei mir um die Ecke. 10 min von meiner Schwägerin entfernt.
    Laut Preisliste da kostet das 165 bis 175 Euro.

    Mit Stefan hat ein Kumpel aus Bayern sehr gute Erfahrungen gemacht. Ich hab auch noch nen Motor zu machen, wenn Hannes ausgelastet ist, wäre das auch meine zweite Alternative

  • Zum Einordnen mal meine VNA mit 200er Motor: eingetragen ist sie mit 100 km/h nach Fahrversuch rotwerd-)

    Mit der originalen 23/65 aus dem 200er fährt sie bei GPS 90 km/h im angenehmen Drehzahlbereich. Ich habe dann auf 24/65 umgeritzelt. Das macht es nochmal schöner, weil sie selbst mit der eigentlichen Übersetzung noch recht sportlich übersetzt ist. Mit der 24/65 fährt sie bei knapp 100 ruhig und in angenehmen Drehzahlregionen. Ob man wirklich 8Zöller 100 fahren muss, darf man gerne diskutieren. Ich versuche halt immer Landstraßentempo unterhalb der Maximaldrehzahl zu erreichen. Dann kann man schön dahingleiten und hat noch Reserven, falls mal was gehen muss.

    Mit der Instabilität von abgedrehten Zylindern, wie Automaticadett es beschreibt, bin ich zu unerfahren. Das wird schon so sein, dass man sich damit Probleme einhandeln kann. Gegen Freihandspindeln spricht in meinen Augen aber auch nichts.

  • Denke werde dann das Gehäuse auf „schwer russische Art“, wie das hier im Forum mal benannt war, „aufspindeln“. Das sollte ja recht einfach machbar sein.

    Ja entweder muss der Roller richtig langsam fahren oder entspannt Landstrassentempo. Wenn bei 90-95 die Luft ausgeht, ist das blöd, wenn man wem im Nacken hat.

  • Der Ersatzmotor ist heute eingetroffen. Hatte in bisschen Bedenken, weil er als Paket über Hermes versendet wurde. Der Verkäufer hat sogar das Öl drin gelassen. Ist aber scheinbar alles gut gegangen. War wohl schwer genug, dass das Paket nicht einfach durch die Gegend geschmissen wurde.

    Besorge mir jetzt ein bisschen Öl und dann schaue ich morgen, ob der so läuft.

    Dann mache ich mir Gedanken, was ich zylindertechnisch mache. Kupplung und 200er Gangräder und Nebenwelle liegen auch schon hier. Ebenso 24 er Primärritzel.


  • Heute hab ich den Motor angeworfen. Lief soweit.

    Dann gleich zerlegt. Der Motor war ja revidiert. Zwar schon 2-3 Jahre her. Aber trotzdem wundert es mich, dass man alle Schrauben erneuert und dann die Kabel der ZGP nur ein bisschen mit Isolierband überwickelt. Naja, wahrscheinlich Angst vor Strom und so.



    Der Drehschieber weist ein paar feine recht oberflächliche Riefen auf. Hab das hinterher noch mal zusammengesteckt und Zweitaktöl in die Ansaugöffnung gekippt. Das ist innerhalb von 4 Minuten ca. 2 mm abgesunken. Sollte damit ausreichend dicht sein oder?







    Als ich die Antriebswelle rausgekloppt habe, ist der große Simmerring am Kurbelgehäuse gleich mit rausgeflogen.

    Der Kolben wies auch ein paar Klemmspuren auf. Der Zylinder allerdings sah unauffällig aus.

  • Hmmmh, hab gerade noch mal Zweitaktgemisch in den Einlass gekippt. Das saust nahezu ungebremst durch den Drehschieber durch 🙄

  • Hmmmh, hab gerade noch mal Zweitaktgemisch in den Einlass gekippt. Das saust nahezu ungebremst durch den Drehschieber durch 🙄

    Das ist ja auch sehr dünn. Die tatsächliche „Dichtung“ erfolgt dynamisch, nicht statisch

    Mess mal mit ner Fühlerlehre, unter 0.10 würde ich mir überhaupt keinen großen Kopf machen. Ein wenig mehr so bis 0.15 geht auch meist noch gut zu fahren. Wenns drüber ist, muss man sich Gedanken machen, vorher nicht.
    Mein revidierter Motor wurde auf enge 0.05 gebracht, aber da ist auch die KuWe perfekt…

  • Das geht dann schon noch ok. Würde ich ein wenig davon abhängig machen, ob da was gesteckt wird, oder viel Aufwand betrieben werden soll.

    Mit so nem Drehschieber fahren sicher 100e von PX und nem 177er rum, deren Besitzer da nicht einen Gedanken verschwendet haben.

    Bringt ja auch wenig, wenn ne nicht 100% laufende KW sofort wieder anschlägt.

    Mein Motor wurde auf 0,08 gefräst und dann mit einem industriellen Gleitlack versehen, so dass da am Ende 0,05 bleiben. Der Hannes macht das so, damit ne anlaufende KW nicht gleich wieder alles zerstört und der Lack kann erneuert werden.

    Es gibt ja auch die Varianten mit UHU Endfest 300 oder JB Weld.

    Bei nem 80er Motor, der viel Leistung bringen soll, muss man eh ran, weil die Anti Tuning Fräsungen (die Unterbrechungen) keine großen Änderungen der Steuerzeiten erlauben. Da kann ich dann den Hannes oder Stefan Teutrine sehr empfehlen.

    Und dann sollen ja scheinbar von SIP auch Wellen zu bekommen sein, die leicht größer sind.

    Man kann sich da jetzt viele Gedanken machen oder man baut den Motor einfach zusammen, mit der entsprechenden Sorgfalt, und fährt den einfach mal.

  • Danke, das macht mir etwas Hoffnung. Hatte mir gestern ne Kurbelwelle bestellt von Mazuchelli. Grössere Kurbelwellen sind mir bei Sip gestern gar nicht ins Auge gesprungen. Gucke nachher noch mal.
    Die neue KW packe ich erstmal rein mit neuen Lagern und messe dann noch mal.

    Zylinder ist auch unterwegs. Der normale Polini, nicht abgedreht. Hab ja so ne einfache Fräsmaschine hier stehen die bisher mehr als Tischbohrmaschine genutzt wurde. Hab gestern bemerkt, dass ich den Fräskopf auch 90 Grad drehen kann. Dann müsste die Zylinderaufnahme eigentlich ohne Riesenaufwand zu spindeln sein. Mal gucken.

    Schraube dann wahrscheinlich tatsächlich erstmal alles zusammen und gucke wie es läuft. Wenn ich noch mal zerlegen muss, egal, mittlerweile hab ich den Motor in ner halben Stunde oder weniger in alle Einzelteile zerlegt 😆.

  • Hab die neue Kurbelwelle eben mal reingezogen. Damit passt die 0.1 mm Fühlerlehre nur noch sehr schwer überhaupt da rein. Werde den Drehschieber dann so lassen.

    Am Wochenende werde ich mir mal Gedanken machen, wie ich das Gehäuse spanne und die Zylinderaufnahme größer spindele.

  • Hab den Motor mal auf den Frästisch gelegt. Keine Chance da so mit dem Fräser dranzukommen. Entweder ich bastel mir nen Aufspannwinkel oder die Zylinderaufnahme wird doch „schwer russisch“ mit Fächerschleifer erweitert 🤔

  • Mit dem Aufspannwinkel hat nicht geklappt. Meine Fräse ist zu klein. Kann man bestenfalls als Spielzeug bezeichnen.

    Also dann händisch mit Fächerschleifer:




    Hand einwandfrei funktioniert, hat aber doch etwa 20 min gedauert. Der konventionelle Polini 177 passt bündig rein.

  • Wieviel hat den da jetzt gefehlt im Durchmesser?

    Gruß Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...

    Übrigens, wenn man den sogenannten "O-Lack" aufbereitet (abschmirgeln und in Wachs ersäufen), muß man vorher den "O-Dreck" entfernen und den "O-Rost" owatrolisieren.