"Ölwechsel" sinnvoll?

  • Grüß Gott in die Runde,

    nicht zuletzt angeregt durch die Debatte um Zweitakt-Öle beim parallel geführte Thema "Leistungsverlust bei Vollgas" habe ich da eine Frage, die mich schon länger beschäftigt. Also:

    Seit gut 5 Jahren und etwa 4oookm fahre ich meinen gemisch-geschmierten DR135 "Traktor", gesteckt auf einen 80er PX Motor. Den fahre ich auch eher traktormäßig, was er mir durch anspruchslose Zuverlässigkeit dankt. Ich spendiere ihm seit jeher mineralisches Zweitaktöl, allerdings Markenware, soweit ich das sehen kann: ROWE heißt der Hersteller.

    Frage: Bringt ein Umstellen auf -teurere- halb- oder vollsynthetische Ware was? Bezüglich Haltbarkeit, Verschleißminderung? Leistungssteigerung erwarte ich nicht, noch brauche ich sie... Oder riskiere ich durch eine Änderung gar etwas: mehr Ablagerung, Schichtenbildung, wasweißich??


    Danke im Voraus und beste Grüße - Robert

  • Oh, ich dachte nicht, daß ich offenbar einen ruhenden Glaubenskrieg neu zu entfachen im Begriff bin.

    Unbedingt...

    Und ich empfinde das auch als sehr wichtig in der heutigen Zeit in der Diskussionen stets mit hysterischem Ernst geführt werden und bereits nach wenigen Sätzen aufeinander losgegangen wird...


    Ich in jedem Falle nutze ausschließlich vollsynthetische Öle die bei Vollmond von einem Schamanen besungen werden und erfahre dadurch gewaltige Leistungssteigerungen..


    Nee, Quark, ich bevorzuge zwar tatsächlich vollsynthetische Öle, aber unserer Treckermotoren würden wahrscheinilich auch mit Salatöl laufen. Nimm was dir richtig erscheint und was du für angemessen hälst.

    In des Daseins stillen Glanz platzt der Mensch mit Ententanz.

    F. Küppersbusch

  • Alte Technik bzw Zylinder Öle benutzen die auf dem damaligen Stand der Dinge waren. Reicht.

    Moderne Hochleistungszylinder benötigen auch besseres modernes Öl.

    FÜR VERDREHTE FOTOS ÜBERNEHME ICH KEINE HAFTUNG

  • Mineralisches Öl soll mehr Ablagerungen im Zylinderkopf und Auspuff verursachen, deshalb fahre ich Vollsynthetik, weil es rückstandsfreier verbrennen soll. Geprüft habe ich das jedoch nie.

    Frühes vögeln stärkt den Wurm :+2

  • Ich fahre auch nur Vollsynthetik (bekomme es aber auch sehr günstig ), genau aus dem Grund, wie es DXR85 beschreibt... Aber es stinkt wie billig Deo, mineralisches dagegen duftet wie Parfum top-)

  • Bitte mal drüber nachdenken, daß 2T Motoren eine Verlustschmierung haben und das beigemischte Öl möglichst so gut und sauber wie machbar mitverbrennen soll. Je mehr an einem Öl (wie z.B. Mineralöl) Substanzen sind, die nicht mitverbrennen oder zusätzlich unnötig Schadstoffe erzeugen, desto schlechter.


    Mineralisches Öl wird, wie der Name sagt, aus Erdöl hergestellt. Das reinigt & bereitet man gerade so zu, daß es den geringen Anforderungen für solche Öle genügt. Sie enthalten alle möglichen Beimengungen + Verunreinigungen, die man aus Kostengründen/vom Aufwand her nicht wirtschaftlich aus dem Öl herausbekommt. Dafür ist es billig.
    Heutzutage ist mineralisches Öl die letzte Wahl, weil es von dem was es kann, zu hinterst steht;
    Qualmverhalten, Ablagerungsbildung (Ölkohle im Motor), unerwünschte Beimengungen wie Schwefel usw. usf.

    Rowe z.B. bietet solches Öl soviel ich sehe in Baumärkten für den Einsatz in Gartengeräten an.

    Vollsynthetische oder teilsynthethische Öle sind da wesentlich besser.
    Sie werden z.B. nicht direkt aus "dreckigem" Erdöl hergestellt, sondern mithilfe von Bausteinen (Leichtbenzine, Ester, Additive). Grob gesagt werden sie aus dem Chemiebaukasten maßgeschneidert mit der Vorgabe, daß darin nur die Bestandteile landne sollen, die dort benötigt werden, und vielleicht noch biologisch besser abbaubar sind als mineralölbasierende Produkte.


    Wichtig:
    Man wechselt nie zwischen verschiedenen Ölen, sondern bleibt immer bei einer Sorte/Hersteller.

    Kosten
    Brauchbare halb- und vollsynthetische Öle haben Anbieter wie z.B. SIP oder SCK unter ihrer Eigenmarke im Angebot, jeweils für um die 8 und um die 14 Euro der Liter. Diese Öle erfüllen oder übererfüllen alle gängigen Normen.
    Für diese Preise möchte doch wirklich niemand von zu hohen Kosten jammern, oder?



    Persönliche Erfahrungen

    Wenn ich einen Motor instandsetze, entkoke ich grundsätzlch Zylinderauslaß, Kopf und Kolben, ggf. poliere ich das sogar. Bekomme ich das Aggregat später vielleicht wieder in die Finger, weiß ich, welche Ablagerungen sich seit meiner Behandlung gebildet haben.

    Das tue ich seit 30 Jahren (wo viele Vespafahrer noch an der Gemischsäule getankt haben, einige aber auch schon mit dem guten alten nach Ziegenpisse duftenden Casttrol TTS selbst gemischt haben), und es ist über diese Epochen hinweg sehr aufschlußreich zu beobachten, wie es je nach Ölsorte, Fahrverhalten und Motorabstimmung ein unterschiedliches Maß an Ablagerungen und Motorhaltbarkeit geben kann.

    Nebel zieht in dichten Schwaden übers Moor von Forest Hill.
    Grün gespenstisch glänzt ein Irrlicht. Es ist Nacht in Baskerville.
    Cindy und Bert, 1970

    6 Mal editiert, zuletzt von jack o'neill ()

  • Zunächst mal Allen danke für die Hinweise.

    Man wechselt nie zwischen verschiedenen Ölen, sondenr bleibt immer bei einer Sorte/Hersteller.


    Wenn ich das und die anderen Informationen beherzige, dann bleibe ich beim Mineralischen.

    Nach einer künftigen Überholung , also Entkoken von Auslaß, Kopf und Kolben, kann ich dann zum Synthetischen wechseln.

    Richtig?

  • Wichtig:
    Man wechselt nie zwischen verschiedenen Ölen, sondenr bleibt immer bei einer Sorte/Hersteller.

    Du glaubst gar nicht wie oft ich die Dosenreste zusammenschütte und in meinen getunten Kisten fahre ;) ... ist jetzt kein Rat, aber ich bin da ziemlich schmerzbefreit !

    Ansonsten fahre ich natürlich nur vollsynthetisch, die 2-4 Euro auf 1000km sollten es jedem Wert Sein

  • Da ich aufgrund der Anzahl von Fahrzeugen und der bescheidenen Freizeit eher wenig fahre, verwende ich immer Markenöle in Vollsynthetischer Qualität.

    Meistens hab ich bis jetzt die Shell Variante verwendet, da die Tanke fast um die Ecke ist. Im Moment hab ich aber grade das Eni (für mich Agip) im Einsatz, da mich das nostalgisch an die frühen 90er Jahre Ferrari F1 sentimentalisiert ;):love:


    Vom fahren her wie beim Rauch / Duft merke ich null Unterschied! Preislich weiss ich gar nicht...


    Früher hab ich immer darauf geachtet, dass das Öl rötlich ist, damit man es im Mischöltank Schauglas besser erkennt.

    Jetzt fahr ich nur noch selbstgemischt, da spielt die Farbe keine Rolle.

    Vespa 50 Special (CH Modell), Vespa ts 125 (CH Modell mit Getrenntschmierung), Ape P500V (CH Modell), Moto Guzzi V7 Classic

  • Zitat

    Nach einer künftigen Überholung , also Entkoken von Auslaß, Kopf und Kolben, kann ich dann zum Synthetischen wechseln.

    Japp. aber schnellstmöglichst in Angriff nehmen. Der Winter steht ja vor der Tür.
    :);)

    Nebel zieht in dichten Schwaden übers Moor von Forest Hill.
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    Cindy und Bert, 1970