1982er Vespa PX 80 mit 134 er Zylinder

  • Moin zusammen,


    nachdem ich jetzt im Laufe des letzten Jahres drei Motoren zerlegt und revidiert habe und ansonsten nur ein paar Kleinigkeiten getauscht habe, habe ich jetzt beschlossen, mal etwas mehr zu wagen.


    Habe mir gestern eine Vespa PX 80 mit eingetragenem 134er Zylinder Bj. 1982 besorgt. Die Vespa stand jetzt seit 2009 abgemeldet in einer Halle, der Vorbesitzer wollte sie eigentlich mal selbst fertigmachen, ist aber doch auf irgendwelche KTM Motorräder umgestiegen.


    Nach erstem Blick drüber müsste alles soweit komplett sein. Am Rahmentunnel links das oberste Blech ist auf jeden Fall durch, etwas Rostfraß reicht auch bis hinter die Motoraufhängung.

    Was unter diesem Blech ist, muss ich mal schauen, ganz durch scheint das alles noch nicht zu sein. Rechts sieht es besser aus, aber etwas Rost ist auch da hinter der Motoraufhängung und da wo das Blech vom Rahmentunnel am Trittbrett verschweisst ist.


    Motor ist ganz gut durchgeölt, dreht aber auf jeden Fall. Radlager vorne scheint ok, hinten ist ordentlich Spiel. Mal schauen, ob es am Lager der Antriebswelle liegt, Vielleicht ist auch die Verzahnung hinüber oder einfach die Mutter nicht richtig fest.

    Verbaut ist ein Sito Plus. Der Originalauspuff ist noch dabei.


    Mit dabei waren ein paar Ersatzteile wie neue Bremsbeläge, neue Kupplung und eine gebrauchte neue Seitenbacke. Der Vorbesitzer hat sich auch einen neuen Tacho geholt mit Tankanzeige und dazu einen gebrauchten Tank mit dem entsprechenden Geber. Allerdings hat der Tank Getrenntschmierung. Ich denke ich werde eher den alten ausspülen, so schlimm sieht der innen nicht aus. Mit der Getrenntschmierung kann ich ja eh nichts anfangen.


    Im Gesamtwohlfühlpaket ist noch ein zweiter Spenderrahmen mit dabei, der sieht besser aus, nur über dem Mittelsteg wo die Gummimatte drauf ist ist moderat Rost. Aber den werde ich wohl kaum zerschneiden, um die Roststellen zu flicken. Da gibt es ja vorgeformte Bleche zu moderaten Preisen. Mal schauen, was ich mit dem Rahmen dann mache.

    Hab mich letztes Wochenende zum ersten mal richtig ans Schweißen gewagt. Das war erstmal ein Wagen für das Schweißgerät. Das hat gut geklappt. Jetzt muss ich noch mal ein bisschen an dünneren Blechen üben, aber die ersten Versuche haben schon mal funktioniert, ohne die Bleche zu löchern.


    Das Ganze Projekt wird mich sicher etwas länger begleiten, so oft komme ich nicht zum Werkeln.


    Hab mir heute mal ein Angebot für das Sandstrahlen des Rahmens geholt. Jemand in der Nähe schätzt das auf 150 Euro ein. Das ist heutzutage wohl ein gängiger Preis, oder?


    Eigentlich hatte ich auch überlegt, den Roller spaßeshalber selber zu strahlen. Entsprechender Kompressor ist vorhanden, nur zu Hause nicht wirklich Platz. Ggf. könnte ich mir bei meinem Schwiegervater auf dem Hof eine provisorische Kabine zum Strahlen basteln, dann muss ich nur den 150 kg Kompressor zwischendurch mit rüber transportieren. Mal gucken, da bin ich noch unschlüssig.

    Wenn es denn Fortschritte gibt, werde ich berichten.


    Gruß, Bernd


     

  • Sehr schön !

    Ich würde das Strahlen machen lassen, 150 Euro sind gut angelegt dafür.

    Bin gespannt auf deine Fortschritte !

  • Ja, ich hab mir heute Nacht auch überlegt dass ich das machen lasse. Sonst hab ich da so viel rumstehen wenn ich mir selber ne Kabine baue.

    Kann dann immer noch für das Motorgehäuse und Kleinteile ne kleine Kiste zum Strahlen bauen.

  • Sehe ich auch so.

    Der ganze Akt mit Kabine bauen, Kompressor hin und her, der Dreck, die Zeit, das ist echt viel Aufwand. Würds auch machen lassen. genug anderes gibts ja auch noch zu tun, während der Rahmen weg ist..

  • N'abend.


    Eigentlich wollte ich in der letzten Woche, in der ich Urlaub hatte, die Vespa zerlegen und strahlfertig haben. Wie meistens hatten andere Leute, in diesem Fall mein Schwiegervater, genug andere Arbeit für mich, so dass ich im Urlaub zu fast nichts kam.


    Zum Glück fanden sich heute ein paar Stunden Zeit, so dass ich den Rahmen komplett entkernen konnte. Wie man sieht, ist der Rahmen bereits irgendwann mal überlackiert worden.


    Die Durchrostungen links am Rahmentunnel scheinen überwiegend nur das obere Blech zu betreffen, das darunter - denke ich - kann man erhalten. Rechts werde ich wahrscheinlich nichts einschweissen müssen, mal gucken wenn der Rost runter ist.


    Ein weiterer neuralgischer Punkt ist das Blech in dem auch der Stoßdämper festgeschraubt ist. Die Stoßdämpferaufnahme selber ist in Ordnung, allerdings ist das Blech mittig porös.


    Ansonsten sind ein paar Anbauteile verhuddelt. Am Lenkkopf sind 3 von 4 Schraubenbefestigungen nicht mehr da, der muss also neu. Kaskade ist gesplittert und eine Schraubenaufnahme weggebrochen, muss auch neu.


    Die Blinkerkontakte für die Seitenhauben konnte ich nur mit Gewalt aus dem Rahmen zwingen, dabei ist nicht mehr viel von ihnen übriggeblieben. Ich hab eben schon mal eine Liste gemacht, was ich alles neu brauche. Die Blinkerkontakte finde ich bisher nirgends für die PX 80 alt. Es gibt nur die, die auch für die Lusso geeignet sind, die sind laut SC größer als die, die ich brauche. Mal schauen, vielleicht findet sich noch was, sonst muss ich die Löcher größer machen.


    Als nächstes werde ich jetzt erstmal die Rostnester mit CSD Scheiben freilegen um zu gucken, was wirklich neu muss.


    Ich hab letztens ein Youtube Video von Blechgefährten gesehen. Jetzt überlege ich auch, ob ich nach den Schweissarbeiten die Vespa chemisch entlacken und entrosten und anschließend KTL beschichten lasse, anstelle vom Strahlen. Die Firma, die in dem Video genannt ist, sitzt in Bönen, das ist nicht weit von mir.


    Wenn ich mal weiterkomme, werde ich berichten.




  • Das riecht nach Arbeit!


    Bild Nummer 10, ist das Stuck?


    Gruß Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...


    Übrigens, wenn man den sogenannten "O-Lack" aufbereitet (abschmirgeln und in Wachs ersäufen), muß man vorher den "O-Dreck" entfernen und den "O-Rost" owatrolisieren.

  • Bild Nummer 10, ist das Stuck?


    Gruß Paddy.

    Das fällt mir jetzt erst auf dem Foto so richtig ins Auge. Keine Ahnung ob da ab Werk mit der Dichtmasse etwas übertrieben wurde ...?

  • Ach das ist Dichtmasse. Ich kenne die PX nicht und dementsprechend die Stelle auch nicht.

    Sah so aus, wie Stuck, der von dir beim Zerlegen angeschliffen wurde.

    Nix für ungut.

    Manche lackierte Wespe ist ja ordentlich vergipst worden, deshalb dachte ich, du hast da eine Sünde freigelegt.


    Gruß Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...


    Übrigens, wenn man den sogenannten "O-Lack" aufbereitet (abschmirgeln und in Wachs ersäufen), muß man vorher den "O-Dreck" entfernen und den "O-Rost" owatrolisieren.

  • Ja ich auch. Tut sich aber noch nichts... ?(

    Musste gestern erst die Ölpumpe bei der Pk50 plurimatic stilllegen. Vielleicht hab ich nächste Woche etwas Zeit. Multitool zum Aussägen der Stoßdämpfer Aufnahme hab ich schon mal besorgt ...

  • Bin grad an nem ähnlichen Projekt und hab meine chemisch entlacken lassen. Strahlen mit Sand/Glas so ne Sache. Du solltest darauf achten, dass du den Druck regulieren kannst sonst läufst du Gefahr dass das Blech Dellen bekommt. Beim thermischen entlacken im Ofen ist es ähnlich, kommt auf die Substanz an. Dort kann sich das Blech verziehen.


    Wenn du sie aufbereiten lässt empfiehlt sich mit Zinn anstatt mit Spachtel zu arbeiten weil wegen Rumpelbude ;)


    Tip: Hohlraumversiegelung für die Karosse und die Gabel. Beim „S“ in der Gabel prüfen ob es „Spalten“ gibt. Diese ebenfalls mit Zinn versiegeln. Durch den Kapilareffekt zieht dir sonst Wasser dort rein. Kein Muss aber wenn du eh dran bist machen ;)

  • So, hatte eben doch noch ein bisschen Zeit, da hab ich mal mit der kritischten Stelle angefangen und erstmal die Stoßdämpferaufnahme rausgeschnitten.


    An einer Seite hatte ich einen Schweisspunkt übersehen und mit dem Trennmeißel etwas zu enthusiastisch draufgehauen, da bin ich dann durchs Außenblech. Aber egal, da war eh ein Schweißpunkt rostpickelig, so dass ich da eh ein Stück ausschneiden wollte.


    Jetzt sieht man auch die "Stuckarbeiten", da war tatsächlich Zentimeter dick Dichtmasse.


    Eigentlich hatte ich vor, nur in der Mitte das Blech in dem Kasten auszuschneiden und was neues einzusetzen. Aber ich glaube ich trenne die beiden Bleche jetzt doch erst, denn im Übergangsbereich brodelt der Rost , da komm ich ja sonst gar nicht dran.


  • Heute ist von Sip das Reparaturblech für den Rahmentunnel gekommen


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    Im Gegensatz zur Abbildung ist da doch eine Bohrung. Aber nicht da wo sie sein sollte. Dadurch ist das Blech vorne zu lang (was nicht so schlimm ist), aber hinten bald einen Zentimeter zu kurz. Daher geht das gleich mal retour.

    Da werde ich mir dann doch was selber biegen..

  • N'abend!


    Habe mich heute noch ein bisschen mit der Stoßdämpferaufnahme beschäftigt.

    Erst mal die Schweißpunkte zwischen den beiden Blechen aufgebohrt, dann den Lochfraß getrennt.


    Aus dem Kasten dann das marode Blech ausgesägt. Ein entsprechendes Ersatzblech in 1,5 mm Stärke ausgeflext, eingepunktet, noch 4 Löcher vom Schweißpunktbohren zugeschweisst und dann verschliffen.


    Der Kasten liess sich dann über die Schrauben vom Tank und der Sitzbankverriegelung provisorisch fixieren. Das Metall liegt da trotz meiner Schweißarbeiten noch an den ehemaligen Schweißpunkten bündig an und kann dann bald eingeschweißt werden.


    Das Verstärkungsblech im Radhaus hab ich auch komplett neu ausgeschnitten, das alte war zu sehr zerfressen. Das alte Blech ließ sich aber, nachdem ich es plattgekloppt hab, noch gut zum abzeichnen nehmen.

    Wenn ich seitlich am Rahmen nun noch ein neues Blech eingesetzt hab muss das Verstärkungsblech im Radhaus noch seitlich etwas geformt werden, aber sonst legt es sich schon mal recht gut an.




    Gruß


    Bernd




  • Wenn du sie aufbereiten lässt empfiehlt sich mit Zinn anstatt mit Spachtel zu arbeiten weil wegen Rumpelbude ;)

    Das werde ich auf jeden Fall machen, alleine um das mal auszuprobieren.


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    Da ist das schön gezeigt, sollte machbar sein.

  • Sauber, Bernd!


    Und es macht auch Spaß, wenn nicht nur ich detaillierte Berichte schreibe!


    Weiter so. Ich finde es auch herrlich, mit Blech rumzumodellieren, das würde mir auch Spaß machen. Aber meine Wespe ist da wie neu beim Blech.


    Aber bei deiner Kiste ist ja echt Pampe verarbeitet, ohne Worte...Ist das normal bei einer Vespa? Meine habe ich fertig pulverbeschichtet in Einzelteilen gekauft, deshalb hatte ich nichts zu tun damit und weiß es nicht.

    Oder haben die nur die PX so zugegipst?


    Gruß Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...


    Übrigens, wenn man den sogenannten "O-Lack" aufbereitet (abschmirgeln und in Wachs ersäufen), muß man vorher den "O-Dreck" entfernen und den "O-Rost" owatrolisieren.

  • Aber bei deiner Kiste ist ja echt Pampe verarbeitet, ohne Worte...Ist das normal bei einer Vespa? Meine habe ich fertig pulverbeschichtet in Einzelteilen gekauft, deshalb hatte ich nichts zu tun damit und weiß es nicht.

    Oder haben die nur die PX so zugegipst?


    Gruß Paddy.

    Das ist nur die eine Stelle. Denke das liegt daran dass man da so schlecht drankommt. Da war Luigi dann großzügig, damit auch genug Dichtmasse um die Ecke kommt. Ich hab ja noch einen zweiten Rahmen, ich gucke morgen mal darein, ob der auch so aussieht.

  • Und es macht auch Spaß, wenn nicht nur ich detaillierte Berichte schreibe!

    ich lese bei deinem Projekt auch fleißig mit, wenn ich auch zugeben muss, dass das meinen geistigen und handwerklichen Horizont weit überschreitet.

    Aber das ist schon genial, was du da machst.

  • Vielen Dank für die Blumen, ich werde rot...


    Und schön, daß du mitliest. Es freut mich, daß es den einen oder anderen interessiert, auch wenn keine Kommentare kommen.

    Einfach zu wissen, daß es nicht nur ein Monolog ist, bereitet mir Freude.


    Viele Grüße und weiter so mit deinem "großen Rahmen",


    Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...


    Übrigens, wenn man den sogenannten "O-Lack" aufbereitet (abschmirgeln und in Wachs ersäufen), muß man vorher den "O-Dreck" entfernen und den "O-Rost" owatrolisieren.