SIP Scootershop | Vespa Tuning & Scooter Parts
  • Hallo Liebe Community,

    ich bin relativ neu hier und habe eine kleine Frage an euch. Seht mir bitte meine Unwissenheit nach aber ich kenne mich mit Vespas nicht wirklich aus jedoch ist es schon seit langer Zeit ein Traum von mir.

    Folgende Situation.. eine Bekannte von mir möchte Ihre Vespa verkaufen welche damals von einer 50er auf eine 125er umgebaut wurde. Sie hat diese damals von Ihrem Ehemann (mittlerweile geschieden) geschenkt bekommen und es sind einige Informationen verloren gegangen. Aber mal Grundsätzlich da ich mich für den Kauf interessiere:

    Ist so ein Umbau üblich oder in der Kennerscene ein „No-Go“? Sollte man davon die Finger lassen? Das Baujahr der Vespa ist 1979.. anbei ein paar Bilder. Der Preis soll sich auf 6000€ belaufen. Was meint ihr dazu?

    Liebe Grüße aus Würzburg

    Fabian

  • Hallo Fabian,

    der Umbau ist so alt, wie die Vespa alt ist. Das ist ganz normal und kein Ausschlusskriterium. Dennoch rate ich Dir jemand mitzunehmen, der sich damit auskennt.

    Es gibt mehrere Wege für dieses Upgrade und nicht immer ist das verbaut, was im Schein steht. Das würde ich immer anschauen lassen.

    Ansonsten ist sie offensichtlich neu lackiert worden. Die Bilder sind nicht gut genug, um etwas über die Menge des verwendeten Spachtels zu sagen. Was ich insgesamt so sehe, scheint jedoch kein offensichtlicher Pfusch zu sein.

    Ob es Dir 6 wert ist, kannst nur Du entscheiden. In jedem Fall musst Du trotzdem noch ordentlich Geld in der Hinterhand haben. Du weißt nie, wer die Vespa aufgebaut hat.

    Vielleicht findest Du in der Schrauberhilfe jemand der Dich begleitet.

  • Hallo Fabian,

    man kann, wie fast bei allem, nichts verallgemeinern. Ein Umbau von 50 auf 125 ccm ist keine no Go, wenn es vernünftig gemacht ist. Karosse, Bremsen, Fahrwerk waren bei den Smallframe Modellem fast gleich, bis auf Tacho, Bremslicht. Der Umbau fand also am Motor statt. Wurde der Aufbau mit dem Original Motor gemacht, oder mit einem Austauschmotor gemacht? Der

    Roller wurde neu lackiert. Hier ist die Frage, wie wurde hier gearbeitet? Wurde viel gespachtelt, hatte Sie ne Welle usw. Hier würde ich mehr Augenmerk drauf legen, als rein auf den Motor.

    Ich bin auch aus Würzburg, viele,Grüße aus dem Frauenland, Jochen

  • Wenn kein Herzblut dran hängt würde ich mir für die Summe lieber eine richtige 125er kaufen, vielleicht sogar im O-Lack.
    Wer weiß schon, wie der Umbau durchgeführt wurde.
    Der Tacho ist auf alle Fälle schon mal ein billiger Repro. Das muss für den Rest nichts heissen, kann aber auch auf die grundsätzliche Mentalität beim Kauf der benötigten Teile hinweisen.

    Ich halte 6k für sehr deutlich zu teuer für ne Fuffi mit großem Motor und Neulack.

  • Du scheinst in der Gunst nicht all zu hoch bei deiner Bekannten zu stehen ;) ,

    sonst wäre der Preis deutlich niederer.

    € 6000.-- ist lachhaft für solch eine Verkaufs-Restauration in British-Racing-Green und brauner Sitzbank.

    Ich würde mir die nicht mal anschauen und frühestens bei € 3.500.-- langsam das Gespräch suchen.

  • Hallo Fabian,

    da Du noch ganz am Anfang Deiner Vespakarriere stehst, möchte ich Dir kurz beschreiben, welchen Aufwand so ein Umbau mit sich bringt. Nur so ungefähr, damit Du Dir ein Bild machen kannst.

    Ich habe das zwei Mal an einer PK, dem Nachfolger der V50 gemacht. Die Fahrzeuge sind im Prinzip gleich aufgebaut, der Ablauf und Aufwand sind vergleichbar.

    Zutaten: Eine 50er Vespa, ein geprüfter, ggf. instandgesetzter oder neu aufgebauter 125er Motor, ein Tachometer bis 120 km/h (bzw. mit einer Scala bis über die Höchstgeschwindigkeit hinaus), ein „großer“ Vergaser nebst passender Bedüsung und Ansaugrohr. Dazu kommen noch Dichtungen, Getriebeöl und idealerweise neue Kleinteile und Schrauben. Nicht zuletzt ein Gutachten über die Unbedenklichkeit des Umbaus oder vergleichbares.

    Man entnehme der Vespa den Motor und Vergaser und lege sie beiseite. Dazu bringt man die Vespa vorsichtig seitwärts in die Horizontale, löst die Seilzüge, Benzinleitung und ein paar Schrauben. Einen recht vollen Tank leere man zuvor, um unliebsame Kleckereien zu vermeiden.

    Sind Fahrzeug und Motor voneinander getrennt, prüfe man das Chassis auf Beschädigungen an sonst kaum zugänglichen Stellen und repariere sie ggf. Ebenso prüfe man die Seilzüge und tausche ausgefranste, geknickte oder gar rostige Exemplare aus.

    Nun gebe man den Motor in das Chassis hinein, befestigt Ansaugrohr und Vergaser und verbinde die Seilzüge an den zu bedienenden Elementen. Man prüfe die Funktion und nehme korrekte Einstellungen vor.

    Zum Schluss tausche man die Kleine gegen die große Geschwindigkeitsuhr aus, fülle das Getriebe mit Öl und eventuell entnommen Treibstoff wieder ein, und befreie die nun entstandene Vespa von Öl und Schmutz. Zuletzt bringe man das Fahrzeug zur technischen Begutachtung.

    Gute Fahrt!

    Das ist mal der grobe Umriss so eines Umbaus. Die Kosten dafür sind variabel, aber für die Variante mit Austauschmotor kannst Du ca. 900 € für Motor, Kleinteile und TÜV-Abnahme abstecken. Das war 1994 beim ersten Umbau, wie beim zweiten Mal 2020 „inflationsbereinigt“ ungefähr gleich teuer.

    Also wie realistisch da 6000 € für nen 125er Umbau mit zwei Dellen im Kotflügel sind, kannst Du Dir nun vielleicht vorstellen. :-3

    Die schnellste Verbindung zwischen zwei Orten ist eine kurvige Landstraße.