PK50XL1 Motor neu Abdichten und Lager tauschen

  • Guten Morgen zusammen,

    ich möchte meinen Motor neu abdichten, da er mittlerweile etwas viel "schwitzt" für meinen geschmack. Bei der Gelegenheit möchte ich natürlich auch gleich alles Tauschen was sinnvoll ist ebenfalls erneuern. Bisher dachte ich eben an alle Dichtungen sowie sämtliche Lager.

    Jetzt stellt sich nur noch die Frage ob ihr mir noch eine Empfehlung geben könnt, was ich sehr wahrscheinlich noch brauchen werde.


    Es handelt sich hier wie gesagt um eine PK50XL1 aus 87 mit der ich im Sommer fast täglich auf die Arbeit fahre sowie die ein oder andere Ausfahrt mach. Ich konnte leider das Typenschild nicht finden, da ich das nach der Restauration weggelassen habe somit habe ich nur den Motorcode "V5XIM 326432"

    Meine bisher zusammengestellte Teileliste habe ich hier angehängt und gleich ein paar Fragen dazu:

    Ich habe ein Paar Teile in meine Liste doppelt (Farbig umrahmt, gleiche Farben gehören zusammen) und bin mir nun nicht sicher welches der beiden ich wirklich benötige. Und wie gesagt falls ihr noch wisst was ich sehr wahrscheinlich noch brauche, dann könnt ihr mir bitte noch einen Tipp geben.

    Der Hauptgrund warum ich den Motor neu abdichten will ist, weil ich vermute dass die Ursache für den Hauptölverlust die Schaltklaue ist und ich dort den O-Ring aufjedenfall tauschen will. Jetzt habe ich von einem Kollegen gehört, dass man diese Führungsbuchsen im Motor einsetzen kann damit die Führung für die Schaltklaue und auch die Abdichtung wieder einwandfrei Funktionieren. Meine Zusatzfrage daher: Hat jmd. damit Erfahrungen gemacht und was muss noch beachtet werden wenn man diesen Weg geht. Ich arbeite in einem Maschinenbau Betrieb, das Ausspindeln der Motorenhälfte sollte also kein Problem sein mir kommt es auf zusätzliche Feinheiten an, die ich noch nicht kenne.


    Vielen Dank schonmal


    MfGodzkilla

  • Deine Liste kannst du vorerst mal knicken und später als Vergleichsliste benutzen...

    Mache zuerst den Motor auf und schaue nach was genau verbaut ist!

    Auf deiner Liste fehlen ! Kupplung, Zahnkranz/Feder und Sicherungsscheiben, Bolzen Schaltarm, frisches ÖL, Kerze usw.! Das sind Teile die du im Vorfeld besorgen kannst, aber bestellen wirst du dann trotzdem noch einmal...

    Alleine bei den ANSCHLAGGUMMIS kannst du schon 3Paar falsche kaufen...

    Also! Öffnen und DANN Liste erstellen...


    :)

  • Das Ausbuchsen der Schaltklaue würde ich nicht pauschal machen. Der Dichtungsring kann schlicht nach all den Jahren fest und unwirksam geworden sein. Genauso ist aber auch möglich, dass die Klaue durch zu feste Schaltzüge das Loch ovalisiert hat. Wenn Du einen 1-Zug-Motor haben solltest, dann hast Du ohnehin einen aussenliegenden Dichtring, der das Ding dicht halten sollte.


    Ich bin ansonsten bei meinem Vorredner. Aufmachen, Teile gründlich prüfen, im Zweifel hochwertig neu ersetzen und bei der Gelegenheit auch die Öffnung der Schaltklaue ansehen. Es gibt auch Übermaßringe...

  • ich würde der Einfachheit halber ein "Rundumsorglos- Motorrevisionskit" bestellen; da ist dann grundsätzlich alles drin und was darüber hinaus gebraucht wird halt einzeln dazu

  • Danke für die schnellen Antworten, ich denke ich werde doch erst den Motor öffnen und dann Bestandsaufnahme machen was gebraucht wird. Nur muss ich meine ganzen Werkzeuge wieder finden. Kolbenstopper und Co.

    --Lieber Sehnenscheidenentzündung vom Schalten, als nen krummen Daumen vom Startknopf!--

  • Wozu brauchst du den Kolbenstopper ? Abzieher für Polrad und Kupplung brauchst du, aber Kolbenstopper ?


    Öffne den Motor und bestell danach etwa fehlende Teile - und wie schon geschrieben: Der neue O-Ring an der Schaltwellenlagerung kann reichen, wenn der Sitz im Gehäuse nicht zu weit verschlissen ist.

  • Ich dachte der Kolbenstopper wird benötigt um überhaupt die Schrauben von Polrad und Kupplung aufzudrehen. Aber wenn nicht gut zu wissen.

    Ich habe jetzt am wochenende mal das Öl abgelassen und den Motor ausgebaut. Anbei ein paar Bilder von der Bestandsaufnahme. Entgegen der Ersten Annahme sieht die Schaltraste sogar verhältnismäßig noch am besten aus....

  • Für Polrad und Kupplung gibt es Halter. Das Kolbendach kann durchaus mal beleidigt sein, wenn man für die Demontage von Kupplung und Polrad einen Kolbenstopper verwendet.


    Du kannst Dir auch aus einer zwei Cent Münze und einem Draht etwas bauen, um die Zahnräder zu blockieren. Loch in die Münze bohren, Draht durch und an einer Schraube am Gehäuse befestigen. Sowas habe ich in den SFs immer im Werkzeug für unterwegs. Münze ohne Draht empfehle ich nicht. Die ist schnell mal im Gehäuse verschwunden.

  • Kolbenstopper als Blockierwerkzeug ist keine gute Idee - kann gut gehen, kann aber auch mit einem zerstörten Kolben enden.


    Wenn ich mir die Fotos anschaue, habe ich Zweifel, dass der O-Ring der Schaltwelle überhaupt die Ursache der Verölung ist, die ich mir auch sehr viel scjlimmer vorgestellt hatte.

  • Ok guter Tipp das wäre micht in den Sinn gekommen mit dem Kolbenstopper. Ich werd dasGehäuse heute mal grob vorreinigen und dann mal weitersehen.

    Kurze Frage noch. Wenn ich das Polrad abnehme und die Zündung ausbaue, kann ich dann den ganzen Motorblock mal mit dem Hochdruckreiniger sauber machen oder sollte ich das lieber nicht machen.

    --Lieber Sehnenscheidenentzündung vom Schalten, als nen krummen Daumen vom Startknopf!--

  • Guten Abend, ich bin nach der grob Reinigung mal wieder dazugekommen entwas weiter zu schrauben.

    Ich habe jetzt so weit ich konnte mal die wichtigsten Sachen abgebaut.

    Das Blockieren des Kolbens habe ich jetzt etwas anders realisiert, da ich meinen Kolbenstopper nicht gefunden haben und mir ja eh davon abgeraten wurde diesen zu benutzen. Auf den Bildern ist auch gut zu erkennen, welchen Schaden ein Kolbenstopper dem Kolben zufügen kann.

    Ich habe mich dafür entschieden, den Zylinder abzunehmen und wollte erst etwas durch das Pleulauge stecken um dann so den Motor zu blockieren um die Schauben zu lösen.

    Mir ist aber wie ihr sehen könnt noch eine etwas einfachere methode eingefallen :D


    Jetzt noch zu meinem Problem: Ich habe zwar einen Polradabzieher hier, nur leider passt dieser nicht auf mein Polradgewinde. Auf dem Abzieher steht M26x1,5 also normales Feingewinde und das Innenmap von dem Polradgewinde hat 26,7mm.

    Könnt Ihr mir sagen welches Feingewinde dann in meinem Polrad ist. Ich wollte jetzt nicht anfangen zu Raten....

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  • Eigentlich sollte man etwas besser erkennen, das mein Abzieher komplett schräg in der Bohrung sitzen kann, was bedeutet, dass er nicht passt. Aber ich gebe zu ist nicht die beste Perspektive um das darzustellen.

    Gemessen habe ich am Polrad ganz normal mit dem Messchieber.


    Jetzt gibt es hier eine schöne Liste mit Feingewindegrößen inkl. deren Außen bzw. Innendurchmesser.

    https://www.hug-technik.com/in…feingewinde_metrisch.html


    Wenn ich da Die Maße vergleiche von KernØ-Mutter abzüglich 2*Gewindetiefe der Mutter um auf den Ø25,7mm zu kommen bleiben laut o.g. Liste nur 4 Größen übrig mit den angenäherten Werten:


    M28x0,5 GewindeinnenØ 26,92mm

    M28x0,75 GewindeinnenØ 26,37mm

    M29x1,0 GewindeinnenØ 26,84mm

    M30x1,5 GewindeinnenØ 26,76mm


    Aber wie gesagt ich will kein Ratespiel daraus machen.


    Mir ist gerade noch eingefallen einfach mal bei sip zu schauen was die da so haben, da haben die meisten Abzieher entweder M27x1 oder M28x1 :D einer davon sollte es dann ja wohl sein.

    --Lieber Sehnenscheidenentzündung vom Schalten, als nen krummen Daumen vom Startknopf!--

    Einmal editiert, zuletzt von Godzkilla ()

  • Ein Gewinde mit einer Steigung von 1.5mm hat eine Flankentiefe von 0.75mm theoretisch.

    Praktisch muss das Loch 1.4mm kleiner wie der Nenndurchmesser gebohrt werden.

    Zum bestimmen der Steigung gibt es auch eine Steigungslehre.

    Nur würdest du mit der nicht da reinkommen wenn das Polrad noch auf der Kurbelwelle sitzt.


    Grüße Mario

  • Nach einigen Telefonaten habe ich noch einen Passenden Abzieher organisieren können.

    Um die Abzieherfrage Abzuschließen mein Polrad hat ein M28x1 Gewinde :D


    Nur ist mir jetzt noch der Tüv Termin von meinem Auto dazwischengekommen und ich durfte mich am Wochenende mal mit Blechschweißen beschäftigen.

    --Lieber Sehnenscheidenentzündung vom Schalten, als nen krummen Daumen vom Startknopf!--

  • Guten Morgen,

    nachdem ich mich ums Auto gekümmert habe, konnte ich gester noch Anfangen, den Motor zu zerlegen.

    Mittlerweile denke ich dass meine Undichte Stelle nicht die Schaltraste ist, sondern eher das Motorgehäuse selbst. Die Verschraubung vom Motorblock genau an der Schaltraste ist wie auf den Bildern zu sehen gebrochen. Vermutlich kommt daher die Undichtigkeit.

    Trotz Alledem werde ich jetzt natürlich alle Dichtungen austauschen. Ich hoffe dass mein Kollege den Riss im Gehäuse schweißen kann damit das Problem auch behoben ist.

    Beim Rausnehmen der Kurbelwelle ist mir aufgefallen, dass das Hauptlager wie auf den Bildern zu sehen mit der Kurbelwelle verbunden ist. Eigentlich bin ich davon ausgegangen dass das Lager fest im Gehäuse sitzt... Bei mir ist das wohl eher anders herum.

    Jetzt muss ich das Lager irgendwie von der Welle bekommen am besten ohne daran rumzuhämmern.

    Habt ihr einen Tipp für mich?

    Dateien

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  • Ich glaube nicht, dass die Undichtigkeit von dem Riss kommt.

    Das Lager auf der Kuwe machst du warm und kannst es dann mit einem Abzieher demontieren.