Standardkomponenten für normale Smallframe in einem PK 50 XL Automatikmotor...

  • Hallo liebe Kollegen,


    da der Winter lang wird und man ohnehin zuhause bleiben soll, habe ich mir mal ein Projekt vorgenommen, das mir schon lange im Kopf rum geht.

    Meine geliebte Automatik läuft perfekt mit dem 75er Sinalco und meinem selbstgeschnitzten FHBB 22.18, aber mir macht es Sorgen, daß auf Dauer die üblichen Verschleißteile für den Motor einfach immer dünner vertreten sind und das, was es noch gibt, ja eigentlich mehr oder weniger das gleiche Alter hat wie das, was bei mir verbaut ist.

    Jetzt könnte ich auf Verdacht das Sammeln anfangen, was sicher kein Fehler ist, aber dann hast du irgendwann das doppelt, was nicht kaputt geht und das was kaputt geht, hast du nicht.


    Folgender Plan:


    Ich will einen zweiten Automatikmotor aufbauen, der bei:


    -Zylinder plus Kolben

    -Variomatik

    -Wandler plus Kupplung

    -Kurbelwelle

    -Membran

    -Vergaser


    mit handelsübliche Smallframeteilen bzw. Piaggio Massenware (Vario, Wandler, Membran) auskommt. Wer den Motor kennt, weiß, daß das ein absolut psychopathisches Unterfangen ist. Besonders, weil ich ihn 1:1 kompatibel gestalten will (nur Züge aushängen).


    Mario hat mir freundlicherweise 2 alte Motoren ohne Zylinder, eine Kurbelwelle und ein Polrad zur Verfügung gestellt.

    Zu Beginn habe ich erstmal viel gemessen und daraus mal so Ideen generiert, wie ich das umsetzen könnte.


    Soweit mal der Stand:


    -Motor gestrahlt und die interessanten Geometrien vermessen

    -Lagerdummies, damit ich eine Apekurbellwelle (Drehschieberbund abgefräst und Gehäusehälfte schon auf 88mm ausgespindelt) einsetzen kann zum Messen

    -Diverse Polräder am Start für Messerei und als Ausgangsmaterial für ein speziell angefertigtes Polrad


    Nächste Schritte sind die Aufspannvorrichtung für meine Fräsmaschine bauen, Material zum Aufschweißen alles schon da.

    Es wird wohl eine Vollwange 51 Hub werden mit 105er Pleuel, damit ich die Zylinderfläche nur 5 mm zurücksetzen muß.


    Jetzt machen wir das mal, setzen neue Überströmer, damit ich die axiale Position der ZGP festlegen kann und dann geht es weiter.


    Ich fange bewußt jetzt schon mit berichten an, damit der Interessierte mitlesen kann und sehen, ob es klappt oder nicht.

    Kann ja jederzeit sein, daß noch ein No-Go-Kriterium sich einschleicht, das ich bisher übersehen habe und das ganze Projekt kippt.

    Bis dahin gebe ich nur schrittweise Geld aus, damit das Ganze überschaubar bleibt.


    Zeithorizont praktisch egal, weil meine Wespe ja perfekt läuft. Ich habe keinen Druck.


    Viel Spaß,


    Gruß Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...

  • Natürlich lese ich mit 😉


    Bei 51mm Hub mußt du denke ich auf mindestens 47mm Kolbendurchmesser gehen.

    Da sonst das Pleul am Zylinderfuß keinen Platz hat.

    Langes Pleul auf jeden Fall. Vielleicht besser ein längeres als wie den Block abzufräsen.


    Nur paar Gehirngespenste 😁😉😆

  • Danke für das Interesse!


    mario: Den Block werde ich in jedem Fall absetzen müssen. Ich muß nochmal genau messen, wenn der Block auf der Maschine ist, aber bei Standard-Kurzhub ist die Dichtfläche ca. 13mm zu hoch.

    Eigentlich wollte ich tatsächlich den Motor zu Kurzhub Standard kompatibel machen, dann könnte man alles drauf setzen, auch Langhub 51 mit 97er Pleuellänge.


    Aber die 13mm sind schlicht zuviel für den Block, ergo bleibt praktisch nur 51/105 übrig, was aber immer noch eine große Auswahl an KWs bedeutet, wenn das Kurbelgehäuse auf 88 ausgespindelt ist.

    Die 8 mm Pleuellänge "benutze" ich nur, um das tiefersetzen zu minimieren.


    Als "Massenware" an Zylindern landet man dann bei den üblichen Verdächtigen.

    Da ich für meine Ape einen moderaten Drehmomentmotor gebaut habe mit dem Hauptaugenmerk auf hohem Liefergrad bei niedrigen Drehzahlen, bin ich schon gespannt, wie sich der DR da drauf macht mit einer Massenmembran von Sfera 50 bis Runner 180, nachdem er ganz unauffällig in der Ape mit dem Drehschieber so rumwerkelt...:-). Vermutlich läuft die Kiste dann eine 25 prozentige Steigung gleich schnell rauf wie runter, das wird lustig, wenn das Ding je funktioniert...:-)


    Die größte Herrausforderung wird halt der Bereich polradseitig:


    1.: wird es in jedem Fall axial etwas mehr aufbauen als Original, was bedeutet, daß ich sehr wahrscheinlich nicht die originale Riemenabdeckung fahren kann. Hauptaufgabe ist zunächst mal, diese Zunahme so klein wie möglich zu halten. Zumal der Variator einer 125er Piaggio auch etwas länger sein wird. Das wird knifflig. Aber ich muß ihn vielleicht nicht komplett auseinander fahren, da der DR Druck von unten bringt. Am Ende zählen Millimeter. Der verdrehte Zylinderfuß an der Automatik bringt an der Stelle schonmal ca. 5 mm. Das fange ich vielleicht mit dem kleineren Hub der Vario und mit dünner Wandung an dem Überströmer wieder ein.

    Baut das zu sehr auf, wäre das das erste mögliche Exit-Szenario.


    2.: wird die lösbare Verbindung der Variatoraufnahme zum selber umgestrickten Polrad-Konus, weil ich ja eine normale Smallframe-KW fahren will und ich an der Stelle abziehen können muß.

    Die muß natürlich gleichzeitig sehr präzise zentriert sein und die Last abkönnen.

    Auch das wird knifflig. Ein paar Ideen habe ich schon, aber für eine Ausdetaillierung muß erst die ZGP, die mit einer ausgeklinkten Grundplatte auch aus dem normalen Baukasten kommen soll, an Ort und Stelle sitzen. Der Überströmer an der Stelle wird sehr dünnwandig werden müssen und auch nicht zu ausladend, damit der axiale Aufbau moderat bleibt. Maximal angepaßt an den DR, nicht mehr.

    Die Kombination aus 2 und 1 ist dann das zweite mögliche Exit-Szenario.


    Wenn die Kopplung der Vario an die normale Smallframe-KW bei moderatem axialen Aufbau bis zu den beiden Schritten geklappt haben sollte, denke ich, ist der Rest zwar immer noch sehr aufwendig, aber machbar.

    Dann kommen eher Standard-Dinge wie Wellen ändern, Drehteile fertigen, etc.

    Natürlich den ganzen Scheiß im Anschluß noch verkleiden, eine Hebellage bauen, damit eine SHB angesteuert werden kann. Ansaugstutzen würde dann ein Prototypenteil wohl werden aus Alu-SLS.


    Ich hoffe, ich konnte meine bisherigen Überlegungen einigermaßen verständlich rüberbringen.


    Wie ihr seht, steckt bis jetzt schon der eine oder andere tiefere Gedanke drin und die Reihenfolge ist einigermaßen festgelegt.

    Schlimmstenfalls werden wohl ein paar hundert Euro weg sein, wenn ich nach 2. aussteigen muß, aber der Versuch ist es mir wert.

    Reiße ich Punkt 2 erfolgreich, kommt zwar noch eine Summe Geld dazu, die Erfolgsaussichten würden dann aber zunehmends besser.


    Und zuweilen neige ich zu einer gewissen Unbelehrbarkeit und einer großen Ausdauer, was Herrausforderungen angeht, die ich noch nie gesehen habe. Da kann ich sehr hartnäckig sein und auch Schleifen drehen, wenn ich noch eine Chance sehe.


    Schauen wir mal, ich freu mich drauf.


    Gruß Paddy.


    P.S.: Jetzt lösen wir erst mal das Problem hier. Ich habe zur groben Orientierung mal eine alte 112er Malossi-Fußdichtung drauf gelegt. Einen Standard-Piaggio-Membranblock muß ich noch organisieren, weil auch da aufgeschweißt werden muß...


    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...