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Mehr Gußeisen für die Keksdose

  • JayKuDo Ja klar...

    Nicht viel passiert. Habe gestern noch eine kleine Aufnahme gemacht, damit ich den vor 5 Jahren gelaserten Krümmerflansch, der die Verbindung zum Sito geben wird, ebenfalls auf die 32 ausdrehen kann und kurz auf der Diskus überschliffen:

    Wenn der Krümmer fertig ist, müssen ja die Dichtflächen nochmal abgezogen werden, weil das sicher nicht eben bleiben wird nach dem Schweißen. Aber so sieht es besser aus. Spielerei halt...

    Ja, und dann habe ich gerade mal die Hauptwelle zerlegt und die DRT-Klaue montiert. Witzigerweise habe ich mit den der DRT beigelegten Scheiben ein strenges Zehntel Luft. Das werde ich so lassen und muß jetzt nicht dickere Seegerringe auf Maß schleifen.

    Das Ape-Getriebe ist sehr gut erhalten, die Kanten sind praktisch nur etwas glänzend. Das geht ins Lager, es gibt ja noch den aktuellen Motor mit Ape-Getriebe und wer weiß, was ich mit dem nochmal mache. Ersatzteile hat es ja. Es blieb ja noch eine nagelneue Schaltklaue ebenfalls übrig, die beim PK-Getriebesatz dabei war.

    So, darf ich vorstellen, eine Ape-Hauptwelle mit einem nagelneuen PK-Getriebe plus nagelneuer Nebenwelle und nagelneuer DRT-Schaltklaue:

    Prinzipiell jetzt für euch wahrscheinlich nix außergewöhnliches, aber für mich ist es schon etwas besonderes.

    Ich habe abendelang mit dem Ape-Getrieberechner alle möglichen Szenarien durchgespielt, teils mit viel Spekulation bzw. versuchter Extrapolation des aktuellen Setups.

    So kam dann letztlich diese Kombi gepaart mit der 2.34er Primär heraus. Und letztlich wäre ja dann auch die Weiterverwendung des Ape-Getriebes nicht so einfach geworden gepaart mit der 53/105er Fabbri. Irgendwie wäre es gegangen, indem ich nur einen Teil im Getriebe aufgedoppelt hätte, aber ich glaube, die Entscheidung war jetzt letztlich kein Fehler.

    Ob das dann bis ins Detail sinnhaft war, werden wir sehen. Ich rechne mal damit, mit DRT-Ritzeln noch etwas zu spielen.

    Morgen bin ich vormittags mit der Tochter unterwegs, wenn ich noch Lust habe, stecke ich den kompletten Motor mal zusammen und prüfe auf Kollisionen.

    Und ggf. montiere ich mal den Zylinder inklusive Dichtungen und messe dann am Sonntag mal die Quetschzone.

    Dann kann ich die Kupfer-Kopfdichtung auf Endmaß schleifen und dann wäre der Motor glaube ich dann weitestgehend montagefertig, wenn ich nix vergessen habe. Aber das werde ich dann schon merken. Es eilt ja nicht...

    Die Bohrung, wo das Messingröhrchen als Ablauf im Einlaß war, möchte ich noch von außen zugießen, aber das ist mehr so Kür. Von innen ist es ja mit Alu abgestopft und bereits bearbeitet.


    Gruß Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...

    Übrigens, wenn man den sogenannten "O-Lack" aufbereitet (abschmirgeln und in Wachs ersäufen), muß man vorher den "O-Dreck" entfernen und den "O-Rost" owatrolisieren.

  • Hallo Kollegen,

    danke für die Rückmeldung!

    So, die Fabbri hat halt auf der Kulu-Seite keinen Schiebesitz. Zuerst wollte ich sie mit etwas Leinwand auf der Maschine bearbeiten, aber dann fiel mir der Preis wieder ein...^^

    Dann habe ich gedacht, warum eigentlich nicht das deutlich günstigere Gegenstück anpassen?

    Also eine Vorrichtung gemacht. Außen wird das Lager über den Außenring fixiert, der Innenring wird über O-Ringe gehalten und mit einem ebenfalls auf 47 ausgedrehtem Deckel kann ich das spannen.

    Dann etwas Meßwerkzeug gerichtet und gehont:

    Die Vorrichtung ist so ausgedreht, daß das Lager mit ihr zur Probe gesteckt werden kann:

    Das war jetzt ein altes Lager zur Probe. Ich habe auch mein neues Ausschußlager ausgehont, das eigenlich auf die Limaseite soll. Das 12er.

    Das wurde zwar irgendwann vorm Verpacken "electronically tested", aber irgendwie gingen die tiefen Schleifspuren da durchs Netz...lmao

    SC ist da ja völlig unkompliziert. Da machst du ein Bild und schickst es denen per Mail, dann entschuldigen die sich vielmals und stecken sofort ein Neues in den Briefumschlag ohne Umschweife. Finde ich top.

    Wobei ich das neue wohl eher nicht honen werde, sondern tatsächlich einziehen, wie vorgesehen. Der Motor wird ja hoffentlich etwas kräftiger wie meine anderen und da ist es vielleicht besser, wenn das kein Schiebesitz wird Richtung Polrad. Vor allem bei dem schmäleren Lager.

    Ich mach mir wohl ein Einzugswerkzeug.

    Morgen hone ich dann das neue Kulu-seitige Lager auf Schiebesitz und dann kommt die Vorrichtung zu den ganzen anderen. 17er Durchmesser kann ich auch damit machen, habe den O-Ringdurchmesser extra so ausgewählt.

    Durch die O-Ringe bleibt der Dreck weg von den Kugeln und kann einfach mit Bremsenreiniger ausgespült werden.

    Das Kulu-seitige Lager habe ich aus Versehen mit Polyamidkäfig gekauft. Ich denke mal, das sollte kein Problem sein.

    Bei der Probemontage am Samstag habe ich noch gemerkt, daß die Schaltwelle unten einen ziemlich rauen Sitz hat, den habe ich noch etwas abgezogen:

    Im Apeforum hatte einer Probleme mit dem Lösen einer ausgenudelten Kupplung. Durch das Differential kann man keinen Schlagschrauber ansetzen. Er hat es dann so gelöst, daß er den Sicherungsring runtergedengelt hat, damit die Kupplung auseinander springt.

    Das war dann für mich der Weckruf.

    Deshalb habe ich mir mein ein Haltewerkzeug gekauft und so modifiziert, daß es auch in den Motor paßt und mit den inneren Klauen den Kupplungskorb halten kann.

    Wegen dem Ölleitblech brauchte es eine Fase und zwei äußere Lappen mußten weg, weil die sonst an den Bolzenköpfen für das Differential angestanden hätten:

    Fase:

    Lappen weg:

    Ergebnis:

    Jetzt paßt es sowohl für Primär, als auch für Kupplungskorb:

    Es werden immer mehr Vorrichtungen und Spezialwerkzeuge...Ich muß den ganzen Scheiß endlich mal sauber zusammenfassen und ordentlich verstauen. Momentan liegt in und an jeder Ecke etwas, zuhause und im Geschäft...


    Gruß Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...

    Übrigens, wenn man den sogenannten "O-Lack" aufbereitet (abschmirgeln und in Wachs ersäufen), muß man vorher den "O-Dreck" entfernen und den "O-Rost" owatrolisieren.

  • Jetzt bin ich verwirrt, Paddy.

    Schiebesitz habe ich auf der Kulu-seite bisher auf den Sitz des Lagers auf dem KW-zapfen bezogen, da das Lager im Gehäuse mit einem Segerring fixiert wird. Wenn du jetzt auf der LiMa-seite ein zweigeteiltes Lager und auf der Kulu-seite ein Lager mit Schiebesitz verwendest, hat die FABRI keine axiale Führung, oder ?

  • Fantine Nee, ist im Prinzip alles wie gewohnt.

    Normalerweise haben die SF-Kurbelwellen ja auf der Primärseite einen Schiebesitz auf der Kurbelwelle zum Innenring des Lagers.

    Die Fabbri hat an der Stelle keinen 17er Sitz, sondern einen 20er Sitz. Und nicht Untermaß, sondern ein halbes Hundertstel Übermaß.

    Genau gleich wie auf der Limaseite. In dem Zustand müßte man die Fabbri quasi auf beiden Seiten einziehen.

    Mit dem Aufhonen des Primärseitigen Lagers habe ich jetzt mal den gewohnten Zustand hergestellt. Kurbelwelle hat Schiebesitz im Kugellager auf der Primärseite und wird durch das festgeschraubte Ritzel gesichert.

    Das Zündungsseitige Lager habe ich auch mal aufgehont, aber nur das Ausschußlager. EInfach mal zum Testen meiner Hinvorrichtung.

    Ich bin momentan noch am Überlegen, ob ich das Zündungsseitige Lager ebenfalls aufhone und dort einen Schiebesitz auf der Losalagerseite realisiere (habe ich bisher bei meinen Vespas so gemacht), oder ob ich die Kurbelwelle mit einziehe Zündungsseitig.

    Es gibt für beides ein Für und ein Wider...

    Meine Kurbelwelle sieht ganz normal aus. Ich konnte jetzt beide Lager aufstecken, Limaseitig das Ausschußlager, Primärseitig das finale Lager mit dem Polyamidkäfig:

    Man sieht jetzt auch das um 2 Millimeter schmälere Lager auf der Polradseite. Das neue Lager für die Polradseite ist heute von SC gekommen, diesmal ohne Schleifspuren:

    Ob ich das jetzt aushone oder ich die Kurbelwelle einziehe, weiß ich noch nicht. Es bleibt erstmal so. Ich hoffe, es ist jetzt etwas verständlicher.


    Am Samstag habe ich ja probe montiert. Männer, ich habe keine Ahnung, wie ich meinen aktuell verbauten Ape-Motor damals zusammengebaut habe, ohne Amok zu laufen....

    Ich hatte keinen Montageständer, keine Lagerdummys, weniger Hilfsmittel und der Motor lag ständig auf irgendwelchen Holzklötzen rum.

    Jetzt alles bella mit meinem Montageständer. Dachte ich.

    Ihr müßt wissen, zu Beginn hatte die Ape eine kurze Hauptwelle wie eine Vespa und auch ein Kugellager im Gehäuse an der Stelle, wo das Differential sitzt, bzw. bei einer Vespa die Bremsankerplatte.

    Diese Hauptwelle wurde dann mit einer kurzen Welle verlängert, damit die Kraft ins Differential übertragen wird.

    Bei den moderneren Api ist die Hauptwelle am Stück (hab ich euch ja schon abgelichtet). Nur daß das zweite Lager der Hauptwelle neben der Nadelhülse in der kleinen Hälfte ein vollnadeliges Lager im Diffgehäuse ist.

    Heißt, bei der Montage des Motors fädelst du die Schaltwelle in die Schaltklaue und dann hängt die Hauptwelle in einem großen Loch schräg drin:

    Da wirst du wahnsinnig, weil die Hauptwelle überhaupt keine Ausrichtung hat. Die hängt halt da und stößt überall an. Da reichen irgendwie zwei Hände nicht...

    Ich habe mich dann an meinen ETS-Conversion-Lagerdummy mit 25x47x12 erinnert, der ohne die DRT-Kurbelwelle ja obsolet ist, und den dann eingesetzt. Damit ging es dann, nur kriegst du den Dummy nicht mehr aus dem Loch, wenn die kleine Hälfte montiert ist.

    Deshalb habe ich mir heute eine Mischung aus Lagerdummy und Montagehilfe gemacht:

    Außen 47, innen 25 und hinreichend lang, daß ich ihn gezogen kriege, wenn die Motorhälften zusammen sind und es an die Montage des Differentials geht.

    So sieht es dann aus:

    Mit Hauptwelle:

    An dem Einstich und dem Rändel dann bequem zu entfernen und durch seine Länge eine schöne Führung der Hauptwelle, solange die kleine Hälfte noch nicht montiert ist. Und man kann noch bequem an der Hauptwelle drehen, damit die Räder ineinander greifen.

    Ich werde echt alt, das sind so Details, die wußte ich überhaupt nicht mehr. Vermutlich habe ich damals ohne Ende geflucht...

    Schon alles etwas speziell im Vergleich zu einem normalen Vespa-Motor...

    Gruß Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...

    Übrigens, wenn man den sogenannten "O-Lack" aufbereitet (abschmirgeln und in Wachs ersäufen), muß man vorher den "O-Dreck" entfernen und den "O-Rost" owatrolisieren.

  • :)

    Ja, Jürgen. Der Motor ist fast fertig. Es fehlt ja nicht mehr viel.

    Und es ist der erste Schaltmotor, den ich ohne selbstauferlegten Zeitdruck zusammenbaue. Da mache ich mir viel mehr Gedanken dazu, was alles sinnvolles dazu notwendig ist.

    Es macht einfach voll die Laune...klatschen-)

    Und das ganze Ape-spezifische Werkzeug kann man nicht kaufen. Da macht es umso mehr Spaß, so Zeug zu basteln...

    Morgen wird denke ich meine Kurbelwelleneinziehwerkzeug fertig. Das könnte man zwar kaufen, aber ich hatte Lust drauf.

    Aber es neigt sich tatsächlich dem Ende zu und es ist noch kalt. Da die Ape nicht durch die Tür in meine beheizte Werkstatt paßt, fällt der Motortausch gerade flach.

    Also kann ich die Zeit mit edlem Gebastel überbrücken und mir viel zuviele Gedanken machen über die sinnvollste Art der Kurbelwellenlagerung und die Montage derer...lmao


    Gruß Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...

    Übrigens, wenn man den sogenannten "O-Lack" aufbereitet (abschmirgeln und in Wachs ersäufen), muß man vorher den "O-Dreck" entfernen und den "O-Rost" owatrolisieren.

  • Also kann ich die Zeit mit edlem Gebastel überbrücken und mir viel zuviele Gedanken machen über die sinnvollste Art der Kurbelwellenlagerung und die Montage derer...

    Und/Oder Dir überlegen, wie Du die Tür zu Deiner beheizten Werkstatt änderst, so daß die Ape reinpasst... 😉

    Dir fällt schon was ein, aber nicht einfach nur ein zweiter Flügel..

    So mit Funkverbedienung, vlt nen 2Takt-Motor als Antrieb o.ä 😆😂

  • Glaubt mir, ich hätte zuweilen gerne meine Ape im Stall.

    Aber der Stall, den ich dann letztlich zu meinem zweiten Wohnzimmer mit allen Annehmlichkeiten umgebaut hatte, war von Anfang an nur für maximal Zweiräder als Schraubobjekte konzipiert. Selbst wenn ich wöllte, wäre es bautechnisch mittlerweile schlecht realisierbar...

    Aber man soll ja niemals nie sagen....

    Aber zurück zum Thema Kurbelwelle. Ich habe etwas gegoogelt, wollte es ursprünglich komplizierter machen, habe mich dann aber für die verhältnismäßig simple Version eines Kurbelwelleneinziehwerkzeug entschieden, die man so unter dem Markennamen Egig kaufen kann.

    Natürlich wurde meines schöner und natürlich komplett aus Edelstahl und natürlich technisch besser. Bei dem käuflichen Teil (offenbar nur verzinkt, wie popelig...) baut man den Zug über eine Mutter auf. Meine Variante kann natürlich sowohl (SW 27) als auch betrieben werden.

    Dazu habe ich einen 8 mm Schwengel aus VA mit VA-Schrauben quer in die Zughülse verschieblich eingesetzt. Weiter habe ich ein feines Gewinde mit 20x1 und kann bei Bedarf die Reibung zwischen Zug- und Druckhülse minimieren mit einem Axialdrucklager, das einfach eingesetzt werden kann.

    Mit dem Lager sollte dann auch eine größere Überdeckung allein mit dem Schwengel gezogen werden können, ohne einen Schlüssel nehmen zu müssen.

    Der Gewindedorn hat wie bei dem käuflichen Werkzeug an jedem Ende eine Schlüsselweite, damit er auf das Polradgewinde geschraubt werden kann und an den Enden ist jeweils einmal M12x1,5 für 20er Konus und einmal M10 für 19er Konus.

    In Verwendung habe ich in meinem Fuhrpark ja beides:

    Chic, gell? klatschen-)


    So, jetzt muß ich mal vielleicht erklären, warum ich aus dem Lima-Lager so eine Baustelle mache.

    Mein erster Motor war der aktuell verbaute Ape-Motor vor 5 Jahren. Was macht man so, man schaut auf Youtube nach Videos, wie man so einen Motor zerlegt und wieder zusammensetzt, weicht ggf. leicht davon ab, weil man es nicht anders kann oder es einem nicht so ganz gefällt.

    Alles soweit in Ordnung, nur hat mich der Preßsitz an der Limaseite damals kolossal gestört.

    Ich bin Maschinenbauer und technisch gesehen ist das komplett daneben als Loslager, so wie Piaggio das realisiert hat. Zieht man die Welle vorher in die kleine Hälfte, gibt es beim Zusammenbau entweder Zug oder Druck auf die Kurbelwelle, je nach dem, wie weit man die KW ins Lager gezogen hat und wo das Lager liegt. In der Regel kriegt sie Zug.

    Und dieses rund eine Hundertstel Überdeckung ist halt eine Preßpassung, fertig. Technisch ist das einfach scheiße. Da gibte es die tollsten Dinger wie "Setzschlag" und so Zeug, den glaube ich Piaggio sogar selber irgendwo in einer Anleitung mal beschrieben hat. Oder es bleibt halt mit der Spannung so in der Hoffnung, das setzt sich dann irgendwie im Betrieb.

    Es ist halt kein Loslager und die Kurbelwelle ist eigentlich nichts, was man stauchen oder ziehen sollte.

    Deshalb hatte ich bei meinem selber gebastelten Automatikmotor auch eine ETS-Lagerung gemacht. Mag sein, daß das andere Nachteile hat, aber es ist ein vernünftiges Loslager.

    Bei meinen anderen Vespas habe ich durch abziehen des Limaseitigen Sitzes einen Schiebesitz verwirklicht. Auch eine klar definierte Sache.

    Ich kenne halt beruflich einige seltene Ausfälle, bei denen ein Schiebesitz eines Innenrings von einem Rillenkugellager in Mikroschritten mitgedreht und den wellenseitigen Lagersitz beschädigt hat.

    Das Problem ist halt, einen richtigen Schiebesitz, bei dem man von Hand das Lager drauf schieben kann, sind halt mind. 1 Hundertstel Luft im Durchmesser, eher 2.

    Bei den ganzen Wellen, die ich bisher verbaut habe in der Orange, Olive und in der XL2 von meinem Schwager ist das eigentlich egal. Die kosten so knapp 200 Euro oder so.

    Bei diesem Motor wollte ich eigentlich auch eine ETS-Lagerung bzw. irgendeine Zylinderrollenlagerung machen, aber der 20er Stumpf gepaart mit der Reduzierung der Lagerbreite auf 12 mm wegen der Reparaturhülse für den Wedisitz war das nicht mehr möglich ohne weiteres.

    Es gibt keine Lager mit 12 mm Breite und zylinderförmigen Wälzkörpern. Mit einem 25er Stumpf ala DRT- oder SIP-Welle hätte es da Möglichkeiten gehabt.

    Hätte der Lagersitz weiterhin 14 mm, hätte es auch Lösungen gegeben. 12 mm Breite und 20 mm Innendurchmesser gibt es einfach nix...

    So, nun bin ich wieder in dem Dilemma mit einem Rillenkugellager auf der Limaseite und einer teuren Kurbelwelle, deren Lagersitz ich nicht kaputt machen will, ich aber auch kein Lager mit 0,01 Überdeckung auf die Welle machen werde aus den beschriebenen Gründen.

    Ich habe mich nach ewig langem Überlegen nun dafür entschieden, mich an die Empfehlung von Lagerherstellern zu halten für Loslager.

    Die Empfehlen letztlich eine Übergangspassung. Dadurch sitzt der Innenring hinreichend fest und das Durchdrehen ist sehr unwahrscheinlich, aber es können auch Spannungen abgebaut werden.

    Leider kann man eine Übergangspassung nicht so ganz einfach montieren, das stockt halt doch ordentlich und bei der ganzen Montage der kleinen Hälfte mit Dichtung, einfädeln Nebenwelle und Verzahnung und so weiter dann doch etwas hinderlich.

    Also brauche ich nun doch ein Einzugswerkzeug. Und das habe ich jetzt gebastelt.

    Die Kurbelwelle hat 50 Mikrometer Übermaß, das Lager 50 Untermaß. Ich hone das neue Lager nun nächste Woche um ein Hundertstel auf und dann liege ich im Korridor der Lagerhersteller für ein haltbares Loslager. Das kriegst du dann von Hand nicht geschoben.

    Und dann nagel ich den Motor zusammen...lmao

    So, jetzt wisst ihr, warum ich um den limaseitigen Lagersitz mit einem Rillenkugellager so eine Aufriß mache. Das kommt halt raus, wenn ein Ingenieur zuviel Zeit zum Nachdenken hat...Der wird zum Bedenkenträger...lmao


    Gruß Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...

    Übrigens, wenn man den sogenannten "O-Lack" aufbereitet (abschmirgeln und in Wachs ersäufen), muß man vorher den "O-Dreck" entfernen und den "O-Rost" owatrolisieren.

  • Danke Kollegen!

    Es geht ja so langsam in Richtung "Schließen des Gehäuses".

    Ich habe heute mal die ganzen Dummys rausgemacht, den einen etwas zu tief eingeschraubten Stehbolzen rausgemacht und mit Schraubensicherung neu positioniert und mal die Dichtflächen etwas gerichtet.

    Also der Typ, von dem Fantine diesen Motor gekriegt hat, der ist/war glaube ich in der Forstwirtschaft tätig und hat für das Spalten des Motors auf berufstypische Hilfsmittel zurück gegriffen....

    Den raus gebrochenen Wedi-Sitz auf der Zündungsseite kennt ihr ja schon. Was auch immer er da gemacht hat, um das zu bewerkstelligen.

    Vor den ersten Spaltversuchen hat er von den, keine Ahnung, 13 Schrauben oder so nur etwas mehr als die Hälfte entdeckt und dann mal mit Beil und Spaltkeil gestartet...

    Ich habe heute mal die beiden Hälften mit zwei verschiedenen 3-Kant-Ölsteinen und etwas 800er Papier auf der Richtplatte versucht, das Schlimmste auszubügeln. Anbei mal ein paar Impressionen, sofern man es auf den Bildern erkennt, wohl gemerkt nach dem Egalisieren:

    Besser kriege ich das nicht hin. Erst dachte ich, ich benutze wie bei der XL2 so einen chicen Dichtungssatz von BGM mit eingelassener Silikonschnur beidseitig, aber das würde glaube ich nicht reichen.

    Ich werde eine normale Papierdichtung nutzen und beidseitig Dichtmasse verwenden. Wenn ich bei den Flächen auf Dichtmasse verzichten würde, könnte ich gleich ohne Ablaßschraube fahren oder müßte auf Fettschmierung umstellen...lmao

    Ich habe zwar schon gesehen, daß das alles etwas in Mitleidenschaft gezogen ist, so genau hatte ich mir das gar nicht angeschaut.

    Egal, jetzt hone ich nächste Woche mal das Limaseitige Lager und dann setze ich das zusammen.

    Normal hätte ich jetzt meine Dichtmasse benutzt, die schon eine Weile offen ist. Aber ich kaufe besser eine Neue für das Gehäuse hier.

    Wird schon werden.


    Gruß Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...

    Übrigens, wenn man den sogenannten "O-Lack" aufbereitet (abschmirgeln und in Wachs ersäufen), muß man vorher den "O-Dreck" entfernen und den "O-Rost" owatrolisieren.

  • Diese schicken Dichtsätze mit Silikon verwende ich nicht mehr.

    Warum, was ist meine persönliche Erfahrung?

    Zumindest bei der PX steigt die Gefahr, dass die verrutschen und an der Problemstelle des Kurbelgehäuse für Falschluft und/oder Getriebeölsaugerei sorgen und beim Vergaser TYP SI begünstigen sie Verzug.

    Solution in Search for Problem and Customer Money ;)

    Fett und Papierdichtung bei guten Dichtflächen, Dirko (maßvoll, nur so dünn wie nötig) und Papierdichtung bei Problemfällen. Dirko anziehen/antrocknen lassen. Dann ziehe ich von innen nach außen über Kreuz in Spirale die Schrauben mit 5Nm bei und lasse das ne Stunde oder zwei stehen, dann zieh ich nochmal so mit 8-10 nach, lasse nochmal stehen und dann alles auf Nennmoment.

    Ich hab da jetzt keine perfekt wissenschaftliche Abhandlung darüber aber bis dato fahre ich damit immer gut.