Unfall - und nun?

  • Hiho,


    ich bin ja vor ein paar Tagen unsaft mit einem Auto von meiner PX gestoßen worden.
    Die Geschwindigkeit war nicht besonders hoch, für einen eleganten abstieg über Lenker und Motorhaube hat´s aber gelangt. Der Gegner hat Schuld, und bis auf Prellungen an Knie und Bein inkl. Abschürfungen ist mir nix passiert. Der Vespa auch nicht viel, er hat mich seitlich vorne links getroffen.
    Gesehen habe ich ein verbeueltes Handschuhfach, ein abgebrochener Spiegel, zerbrochenes Lenkeroberteil, eine verzogene Backe und Kratzspuren an der Beinschildumrahmung.


    Nun habe ich die Kiste zu meinen lokalen Händler geschoben. Der verkauft mir schon seit 25 Jahren Teile und ist alteingesessen, die betonung liegt auf ALT.
    Heute war ich da, und wollte mich nach dem Kostenvoranschlag erkundigen, der aber noch nicht fertig war. Nachgefragt was drin steht: Lenkeroberteil und Handschuhfach + Lack und Spiegel.
    War etwas erstaunt und bin dann mit der Dame (Chef nicht da) in die Werkstatt gegangen und habe dann auf die Backe gezeigt, die unten so stark verbeult ist, das daß Blech eingerissen ist.
    Der Mechaniker kam gleich an und meinte nur so: Er wisse genau das ich mich jetzt aufregen will, aber der Schaden ist doch max. 300 Euro hoch, das ist doch eine alte Gurke die nach Zeitwert abgewickelt wird und sowieso will ich jetzt nur alte Schäden reparieren lassen, das die Backe schon vorher verbeult war und ich will mich eh nur warm sanieren (wortwörtlich). Auf die zerkratzte Beinschildumrahmung: das fällt doch kaum auf, ist viel zu aufwändig zu machen und sollte man so lassen ??????????????????????


    Ihr könnt euch vorstellen, das ich innerlich gekocht habe, konnte mich aber zurückhalten. Hab die Vespa dann gleich wieder mitgenommen, so einen unprofessionellen Mist brauche ich sicherlich nicht.


    Aber was nun - soll ich gleich einen Gutachter beauftragen? Könnte ja auch gut verzogen sein die Kiste und sehe es sicherlich nicht ein, für die Fehler anderer jetzt gerade stehen zu müssen.


    Wie verhält es sich eigentlich mit dem Helm? Bin ja auch gut auf den Boden geknallt, ob der Helm Bodenkontakt hatte, weiß ich nicht. Da das ganze auf glatten Kopfsteinpflaster statt fand, müssen ja nicht unbedingt Kratzer entstanden sein?

    Go Go Gadget signature!

  • Moin,
    über einen vernünftigen Kostenvoranschlag können wir reden.Den kann ich dir fertig machen.Ein Sachverständiger kommt so oder so.Laß mich raten,hört sich an als warst bei"Uhl..." Kannst dich bei Interesse ja melden.


    Gruß

  • Ich würde die gegnerische Versicherung einmal anrufen. Oder noch besser, Du gehst gleich zum Anwalt. Wenn Du nicht schuld bist must Du den auch nicht bezahlen. Und der weis am besten was Du abrechnen kannst und wie Du an Dein Geld kommst. Und vor allem wie Du Dich nicht selber noch durch ungeschickte Aussagen reinreitest. Denn die Versicherungen drehen einem ja auch gerne mal das Wort im Mund um.

  • Niemals die Versicherung anrufen und bei Anrufen der Versicherung auf nichts eingehen........ GANZ WICHTIG! :+1


    Richtig geh zum Anwalt! Dir steht Schmerzensgeld zu und das weiss der Anwalt, der zieht das Maximalste für dich raus. Gehe zum Arzt, lass dich krankschreiben und Physiotherapie. DU HAST DOCH SCHMERZEN ODER?????? Am Knie- wie Sau, oder? :wacko::whistling::whistling:


    Vom Schmerzensgeld kannste deine Vespa, egal was der Zeitwert ist, der ideelle Wert zählt, wieder schön herrichten lassen. Deine Blessuren zahlt die Krankenkasse (kann es sowas nicht für Fahrzeuge geben zwei- oder vierrädrig, egal). Und selbst die holt sich die Kosten von der gegnerischen Versicherung wieder.


    Du wirst sehen, es werden dir alle 2 Wochen immer Schecks der gegnerischen Versicherung einflattern. Du musst 2mal zum Anwalt: 1. um ihn zu beauftragen und ihm ne Vollmacht zu geben, 2. um den Fall abzuschließen.



    Viel glück :-7:-6

    Wer diskutiert wird intubiert, wer randaliert wird relaxiert!

  • Stell der Versicherung mal zusammen was Du möchtest, Dir steht zu; Schmerzensgeld, Nutzungsausfall, natürlich die Klamotten, Helm, Handschuhe, Hose, Jacke so sie denn beschädigt wurden. Helm auf jeden Fall, denn ein "benutzter" Helm ist nicht mehr zu gebrauchen. Dann frag einen Karosseriebetrieb / Lackierer wegen der Kosten und natürlich die kaputten Teile. Wenn die dann nicht sofort zusagt, den Schaden in der geforderten Höhe zu begleichen, nimmst Du den ganzen Kram und gehst zu einem Anwalt. Ob ein Gutachter beauftragt werden soll, kann der Dir dann sagen, denn bei geringen Schäden ( ich weiß jetzt die Summe nicht, meine aber unter 800 Euro) musst Du den dann eventuell selbst zahlen.

  • ..wie alt ist denn die PX?
    schau wie immer gibt es bei solchen Geschichten mehrere Varianten:


    *Abrechnung nach Zeitwert (eher ungünstig), aber was soll er anderes machen wenn nicht dokumentiert ist, dass das Fahrzeug sichtlich über diesen gelegen ist und damit ist der Zeitwert schnell erreicht.
    *gute Werkstätten holen für Dich und für sich das Optimalste heraus und finden mit den Versicherungsjollys einen Mittelweg der Alle halbwegs zufrieden stellt (damit kann man in der Regel leben)
    *du hast davor ein Wertgutachten bezüglich deines Fahrzeuges anfertigen lassen, dann würdest du Dir jetzt leichter tun
    (Haken, die Sachen kosten halt im Vorfeld wirklich Geld. Meine Gutachten für die historischen Fahrzeuge, von einem gerichtlich anerkannten
    Sachverständiger, die Kleinigkeit von €220/Fahrzeug. Dafür ist der Fahrzeugwert auch mit einer dementsprechenden hohen Summen festgeschrieben)


    ...aber nachdem ich gesehen habe, dass in der PX ein 177 schlummert, wäre ich bei Sachverständigern von Versicherungen eher vorsichtig, wenn da nicht alles legalisiert wurde. Das hat zwar jetzt nicht zwingend für diesen Fall jetzt unbedingt Relevanze, kann dir aber im nachhinein noch Ärger machen. Man muss ja nicht unbedingt schlafende Hunde wecken.


    ....den Weg zum Anwalt kannst immer noch machen, geschickter ist aber sicher im Vorfeld eine vernünftige Lösung zu finden
    die Abgeltung deiner persönlichen Schäden bzw. Schmerzen ist ein anderes Kapitel betrifft jetzt rein dein Fahrzeug.


    lg
    Andreas

  • ..wie alt ist denn die PX?
    schau wie immer gibt es bei solchen Geschichten mehrere Varianten:


    *Abrechnung nach Zeitwert (eher ungünstig), aber was soll er anderes machen wenn nicht dokumentiert ist, dass das Fahrzeug sichtlich über diesen gelegen ist und damit ist der Zeitwert schnell erreicht.
    *gute Werkstätten holen für Dich und für sich das Optimalste heraus und finden mit den Versicherungsjollys einen Mittelweg der Alle halbwegs zufrieden stellt (damit kann man in der Regel leben)
    *du hast davor ein Wertgutachten bezüglich deines Fahrzeuges anfertigen lassen, dann würdest du Dir jetzt leichter tun
    (Haken, die Sachen kosten halt im Vorfeld wirklich Geld. Meine Gutachten für die historischen Fahrzeuge, von einem gerichtlich anerkannten
    Sachverständiger, die Kleinigkeit von €220/Fahrzeug. Dafür ist der Fahrzeugwert auch mit einer dementsprechenden hohen Summen festgeschrieben)


    ...aber nachdem ich gesehen habe, dass in der PX ein 177 schlummert, wäre ich bei Sachverständigern von Versicherungen eher vorsichtig, wenn da nicht alles legalisiert wurde. Das hat zwar jetzt nicht zwingend für diesen Fall jetzt unbedingt Relevanze, kann dir aber im nachhinein noch Ärger machen. Man muss ja nicht unbedingt schlafende Hunde wecken.

    Wenn nicht alles eingetragen ist, dann würde ich ganz kleine Brötchen backen. Die Vespa hat denn dann keine Betriebserlaubnis und ist damit nicht für den Straßenverkehr zugelassen.


    ....den Weg zum Anwalt kannst immer noch machen, geschickter ist aber sicher im Vorfeld eine vernünftige Lösung zu finden

    Ich finde den Weg zum Anwalt jetzt nicht ungeschickt oder unvernünftig. Anwalt heißt ja nicht das man gleich klagen und vor Gericht ziehen will. Ein Anwalt übernimmt ja nur die Abwicklung für einen. Und ein guter Anwalt weis wie man sich vernünftig mit einer Versicherung einigt.


    lg
    Andreas

  • Moin,


    ich hatte so ne ähnliche Kiste vor 3 Jahren, mit dem Motorrad.
    Schmerzensgeld, Klamotten usw. alles ersetzt bekommen, doch einen Anwalt habe ich gleich am Tag nach dem Unfall konsultiert.
    Nutzungsausfall wird schwer, wenn sich ein weiteres Fahrzeug in Deinem besitz befindet, durchzusetzen, so wurde mir das vor Gericht erklärt.
    Nachdem ich aber wahrheitsgemäß mitteilte, dass ich zwar ein Auto habe, dieses aber nicht nutzen kann um zur Arbeit zu kommen, da ich dort keine Abstellmöglichkeit habe. Das leuchtete dem Richter ein und er ließ sich darauf ein.
    Ich hatte halt das Probblem, dass der Unfallgegener, sowie die gerufene Polizei, mich von Anfang als Schuldigen betitelten, der Polizist wörtlich, Motorradfahrer haben prinzipiell immer Schuld, bis sie ihre Unschuld beweisen, was für´n Depp. Leider stand ich zu sehr unter Schock, um mich zu wehren.
    Mein Glück in dem Fall war, dass eine unabhängige Zeugin den Unfall verfolgte und meine Darstellung sher ähnlich wiedergab. 35 EUR mußte ich ned zahlen und nach nem knappen Jahr, erhielt ich mein Geld, nach bösem Rechtsstreit, sowie die Wiederangleichung meiner Prozente rückwirkend.
    Ich wünsche Dir viel Glück und rate definitiv zu nem Anwalt, sicher ist sicher.

    echter Nordhäuser

  • also erstes schon mal gut, dass dir nix passiert ist :thumbup:
    genau diesen fall (1:1) hatte ich vor nem halben jahr auch :pinch: wurde auch seitlich gerammt und über ein auto geschleudert...aua...
    zuerst wollte ich auch alles ohne anwalt über die bühne bringen, aber letzten endes hab ich nen anwalt und nen gutachter eingeschaltet.
    das ende vom lied war, dass ich den wiederbeschaffungswert der vespa, helm, kleidung, nutzungsausfall und schmerzensgeld bekommen hab.
    durch den anwalt dauert die sache zwar länger (letzten monat war das abschließende gespräch), dafür ist man auf der sicheren seite und muss sich um nichts kümmern
    warum sollte man das geld nicht annehmen, wenn man den schaden hatte... ?(

    gesendet von einem meiner 4 ipads.

  • alles richtig, Anwalt ist gut. Aber es ist genau so wichtig, guten Willen zu beweisen um den Schaden so gering wie möglich zu halten, daß macht immer einen guten Eindruck, wenn man dann vor Gericht sagen kann, "ich wollte mich ja gütlich einigen, aber nicht auf dem unverschuldeten Schaden sitzen bleiben. Noch eins, keinen Sachverständigen VON der Versicherung akzeptieren, denn der vertritt sicher nicht Deine Interessen, Dir steht das Recht der Wahl zu.

  • warum sollte man das geld nicht annehmen, wenn man den schaden hatte... ?(

    Natürlich sollst du bekommen was dir zusteht, aber das hier

    Gehe zum Arzt, lass dich krankschreiben und Physiotherapie. DU HAST DOCH SCHMERZEN ODER?????? Am Knie- wie Sau, oder?

    ist definitiv unnötig und in meinen Augen Geldmacherei.
    SonSait: Normalerweise ist bei einem Haftplichtschaden nicht der Zeitwert sondern der Wiederbeschaffungswert entscheidend. D.h. wieviel müßtest du ausgeben um ein, dem vor dem Unfall entsprechenden, gleichwertiges Fahrzeug zu erwerben. Und das dürfte bei einer PX den rechnerischen Zeitwert übersteigen.

    Jeder will alt werden, aber keiner will alt sein.

  • Noch eins, keinen Sachverständigen VON der Versicherung akzeptieren, denn der vertritt sicher nicht Deine Interessen, Dir steht das Recht der Wahl zu.


    ja, diesen punkt sollte man besonders hervor heben. die gegnerische versicherung wollte mir auch nen gutachter "von sich" schicken, den ich aber dankend abgelehnt habe.
    mir war es wichtig, dass mein anwalt die sache schnell und sauber für alle beteiligten über die bühne bringt und nicht unbedingt alles rausholt, was rauszuholen war.

    gesendet von einem meiner 4 ipads.

  • Da meine Vorredner schon fast alles gesagt haben, will ich da nicht genauer drauf eingehen.

    ...
    Wie verhält es sich eigentlich mit dem Helm? Bin ja auch gut auf den Boden geknallt, ob der Helm Bodenkontakt hatte, weiß ich nicht. Da das ganze auf glatten Kopfsteinpflaster statt fand, müssen ja nicht unbedingt Kratzer entstanden sein?


    Ich denke, der Helm sollte schon genauer in Augenschein genommen werden. Ich würde mir eher einen Helm neuen kaufen - wenn es geht den alten per Zeitwert vergüten lassen :whistling: - als mit einem Risiko auf dem Kopf per motorisierten Zweirad am Verkehr teilzunehmen.

    Es ist immer komisch wenn der Satz nicht so endet wie man es Kartoffel.


    Früher hieß es "Iss deinen Teller leer, dann scheint die Sonne!" - Heute kämpfen wir mit Übergewicht und Klimaerwärmung.

  • bingele28


    Hi, untersuchen des Helms? nicht in Augenschein nehmen, benutzter Helm (Sturz mit Aufschlag) immer ersetzen. Denn der kann auch von Aussen nicht sichbar, Schäden im Gefüge haben, und eine Untersuchung wird teurer als ein neuer Helm. Wenn es sich nicht gerade um die Maßanfertigung für Michael Schumacher handelt.


    Ohne wenn und aber, genau wie gebrauchte Sicherheitsgurte, immer neu.

  • SonSait, gehe zu einem Anwalt. Fertig. Und das sage ich nicht nur, weil ich in diesem Metier tätig bin. :whistling:

    Über Spritverbrauch spricht man nicht. Man hat ihn.

  • Hi und Danke für die Antworten. Ich möchte natürlich, das der mir enstandene Schaden beglichen werd, ich möchte aber nicht den letzten Cent rausquetschen, sprich Krank feiern um Kohle zu machen.


    Den Weg zum Anwalt möchte ich mir auch erstmal sparen, die Schuldfrage ist eindeutig, der Unfall wurde polizeilich erfasst. Jetzt in die City fahren, mir einen Anwalt suchen, Termine abgleichen und für diesen Kram meine Zeit aufwenden, das sind mir die Mehreuro nicht wert. Es schließt ja nicht aus, das wenn ich mit dem Ablauf nicht zufrieden bin, immer noch einen Anwalt einzuschalten.


    Für mich ist wichtig, das der Schaden an der Vespa korrekt erfasst wird. Habe deswegen auch die gegnerische Versicherung angerufen, und die wollen auf ein Gutachten - aufgrund des Alters des Fahrzeuges (88er PX).
    Ist mir recht, habe dann die Dekra angerufen und der Gutachter kommt gleich vorbei - das nenne ich mal Service.
    Den Helm ersetzt die Versicherung auch, kein Problem.
    Das Schmerzensgeld wird nach Liste abgerechnet, auch dort sehe ich keine Schwierigkeiten.


    VespasundScooters: Danke für das Angebot, aber die wollen ein Gutachten. Und ja, es war Uhlig ^^

    Go Go Gadget signature!

  • Das Schmerzensgeld wird nach Liste abgerechnet, auch dort sehe ich keine Schwierigkeiten.


    Was für eine Liste? Will ja nicht unken, aber am Telefon erzählen die Versicherungen immer viel, wenn der Tag lang ist. Gerade die Geltendmachung und Höhe von Schmerzensgeldansprüchen ist zumeist sehr streitig. Versprich Dir da nicht zu viel.


    Das der Dekra-Gutachter nach Rücksprache mit der generischen Versicherung kommt, ist schon mal gut und zur Wertermittlung unerlässlich. Versciherungen akzeptieren zumeist keine privat eingeholten Kostenvoranschläge.


    Und ja, wenn´s danach mit der Versicherung nicht laufen sollte, kannste immer noch einen Anwalt einschalten, auch wenn´s dann alles doch noch etwas mehr Zeit kosten wird.

    Über Spritverbrauch spricht man nicht. Man hat ihn.

  • Hedge, tatsächlich haben die Versicherungen Listen, die pro Körperteil Genesungsentgeld gegenrechnen.
    Habe schon an einer Software mitgearbeitet, die bei der Regulierung von Unfallschäden helfen soll. Die Berechnungsgrundlagen sind allerdings so was von schwer zu durchblicken... :wacko:

    Es ist immer komisch wenn der Satz nicht so endet wie man es Kartoffel.


    Früher hieß es "Iss deinen Teller leer, dann scheint die Sonne!" - Heute kämpfen wir mit Übergewicht und Klimaerwärmung.

  • Bingele, hoffe nur für Dich, dass Du, als Du bei der Software mitgearbeitet hast, die Schmerzensgeldbeträge auch schön hoch angesetzt hast.... :D

    Über Spritverbrauch spricht man nicht. Man hat ihn.