PINASCO 125ccm Alu auf 50ccm Special-Gehäuse-Fragen über Fragen

  • Hallo zusammen,

    nachdem seit gestern nun alle Teile für den 125ccm Umbau der Special da sind, und ich das mal im Groben zusammengesteckt habe, hab ich doch ein paar Fragen:


    Zylinder geht nicht ganz auf die Dichtfläche, stößt mit einer Kühlrippe am Gehäusekranz, in dem das Polrad läuft; gehört lt beiliegender Beschreibung abgefräst, soweit klar;


    Wenn ich dann aber das Polrad montieren will, sind ja mindestens 1-2 Kühlrippen im Weg;


    Macht es nicht Sinn die unteren beiden Kühlrippen des Zylinder auf der Polradseite zu entfernen?


    Warum , oder deshalb darf lt Beschreibung kein Polrad verwendet werden, das schwerer, als 1400g ist?


    Wie würdet ihr Vorgehen?

  • Würde Menzinger da intuitiv recht geben. Nach dem einlesen ist das die übliche Vorgehensweise gewesen und war bis dato problemlos...


    Die Zauberformel bleibt natürlich:

    So viel wie nötig, so wenig wie möglich...

    In des Daseins stillen Glanz platzt der Mensch mit Ententanz.

    F. Küppersbusch

  • Bist du sicher, das mit den 1400 Gramm nicht auf dem Waschzettel einer Mazzuchelli gelesen zu haben ?


    Dem Zylinder ust das Polradgewicht eigentlich wumpe - da würde ich dann auch Menzinger beiplichten...

  • Zitat

    Dem Zylinder ist das Polradgewicht eigentlich wumpe -

    Ganz richtig, Jungs; aber der Kurbelwelle und ihren Lagern nicht....


    Je leistunggstärker der Zylinder, desto mehr fällt die Polradmasse ins Gewicht. Die muß der Zylinder beschleunigen...und je vehementer er das kann (Drehmoment!), desto mehr wird der Wellenstumpf belastet.


    Das hat auch Piaggio irgendwann kapiert und im Sinne des technischen Fortschritts und der Sicherheit den Kurbelwellenstumpfdurchmesser beim Wechsel von der PK/S zur PK XL1 von 19 auf 20 mm geändert; bei der PK 125 ETS-Kurbelwelle sogar auf 25 mm wie bei der PX.


    Das entspricht von 19 auf 20 mm einer Querschnittssteigerung von 284 mm2 auf 314 mm2 (10,6 % mehr). Bei der PK125 ETS-Kurbelwelle sind es 25 mm (491 mm2) und somit im Vergleich zur 19 mm Welle ein Querschnitts-Plus von 74 %!


    Das machen die nicht aus Jux.

    Auf dem Bild zu sehen ist das schwere V50 Special Unterbrecherzündungs-Polrad. Analog dazu ist dann ja die 19 mm Kurbelwelle verbaut.

    Das empfinde ich erfahrungsgemäß als keine gute Wahl...Ich hätte hier mindestens eine 20 mm Kurbelwelle eingebaut und die elektronische Zündung der PK, wenigstens mit dem leichtesten Original-Polrad (1750 g) - oder eine SIP-Vape Zündung mit 1370 g-Polrad.

    Der Motor wird mit dem leichteren Polrad wesentlich agiler... und Unterbrecherzündungen haben einen weiteren Nachteil: bedingt durch Elektromechanik und Kondensator zünden die pro 100 rpm nicht 100x, sondern wesentlich weniger...man sagt so 85 % seien ein guter Wert.
    Also: Bei jeder Motorumdrehung, bei der nicht gezündet wird, rauscht der Sprit trotzem unverbrannt durch den Auspuff. Das ist ineffizient und Verschwendung...

    Eien gute elektronische Zündung packt eine höhere Zündeffizienz und es wird damit mehr vom eingesetzten Kraftstoff im Leistung umgesetzt...

    2 Mal editiert, zuletzt von Pierre Lavendel ()

  • Danke, schön verständlich erklärt, Kumpel will aber die Unterbrecherzündung beibehalten;


    Der Zylinder wird p&p eingebaut, ohne weitere Maßnahmen, sollte die KW dann doch verkraften, oder?

  • Danke, schön verständlich erklärt, Kumpel will aber die Unterbrecherzündung beibehalten;


    Der Zylinder wird p&p eingebaut, ohne weitere Maßnahmen, sollte die KW dann doch verkraften, oder?

    Das Argument mit der 19er Welle ist schon richtig. Da habe ich nicht genau genug hingesehen.


    Ich kann nachsehen, ob ich noch so ein Polrad für 6V habe, Tom.


    Habe ich nicht, sorry. Dreh es doch etwas ab.

  • Danke nochmals allen für die Antworten, nehme jetzt an der kleinen Gehäusehälfte mal den Gussgrad vom „Polradring“?, dann müsste der Zylinder schon drauf gehen, Polrad drehe ich passend ab, evtl muss ich am Zylinder gar nix machen

  • Also nur mal so,


    ich würde grundsätzlich nur an den Teilen etwas weg machen, die eher die Teile sind, die man so mal eben tauscht. Also am Zylinder und nicht am Gehäuse.

    Auf dem Anleitungsbild wurde am Gehäuse weggemacht. Das halte ich für Blödsinn.

    Ich würde nur am Zylinder bearbeiten und fertig.


    Und warum genau will dein Kumpel die Unterbrecherzündung behalten? Doch nicht aus technischer Sicht, oder?

    Ganz ehrlich, es spricht ja nix dagegen, an der einen oder anderen "alten" Sache festzuhalten, aber an einer 6V Kontaktzündungsanlage....?


    Gruß Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...

  • Zitat

    Ganz ehrlich, es spricht ja nix dagegen, an der einen oder anderen "alten" Sache festzuhalten, aber an einer 6V Kontaktzündungsanlage....?

    Kingt irgendwie nach preisorientierten Stecktuning ingesamt...da einen teuren Aluzylinder auf die 19er Kurbselwelle draufzuklemmen ist Perlen vor die Säue geschmissen...ein DR133 hätt's auch getan...
    das nimmt sich leistungsmäßig nix, wenn der Zylinder auf dem Bild eine Pinasco 121 cm sein sollte...


    wenn's schee macht...

  • Das mag wohl sein.


    Trotzdem find ich's schad' um den hochpreisigen Zylinder.
    nun denn...

  • Genau so ist es, es soll keine Rakete, sondern ein haltbares, alltagstaugliches Setup werden und da spricht doch einiges für den Aluzylinder, oder? Es ist ein 121 Pinasco.

    Unterbrecherzündung sollte ihren Dienst verrichten, wenn nicht, ist sie auch recht schnell getauscht.


    Und nein, es ist kein preisorientiertes Stecktuning, der Roller wird komplett restauriert/aufgearbeitet

  • Das wird eine schöne Kiste, denke ich.


    Wenn es reicht, mach den landwirtschaftlichen Grat am Gehäuse weg. Aber nun misch ich mich in die Polraddiskussion auch noch etwas ein.

    Klar, weniger Gewicht tut der KW und ihren Preßsitzen gut (den Lagern ist das relativ wurscht, die sehen nicht wirklich eine zusätzliche dynamische Belastung durch das Polradgewicht, sondern nur durch schlechte Wuchtung des Polrads. Und ob die besser wird, wenn ein Nicht Profi das Ding abdreht, naja...).

    Nur glaube ich nicht, daß man bei der Kombi von einem Rennmotor reden könnte, wo eine KW an ihre Grenzen kommt, wenn das Polrad ein paar Gramm schwerer ist. Sonst könnte sie den Reaktionsmomenten aus dem Getriebe beim Beschleunigen wohl kaum standhalten, wenn sie schon durch das Hochdrehen des Polrads und dessen Trägheitsmoment an ihre Grenzen kommt.

    Eigentlich glaube ich an die Theorie: "Schweres Polrad schadet einer Kurbelwelle" sowieso nicht, wenn es gut gewuchtet ist. Physikalisch aus dem Gesamtzusammenhang nicht herleitbar, sorry.

    Maximal bei schlagartigem Fressen und keinem Kraftschluß zum Getriebe. Dann vielleicht. Aber auch dann muß erst mal das Moment an der KW überschritten werden, das der Motor beim normalen Beschleunigen ohnehin sieht. Das geht auch über die Passungen. Wegen mir noch das Gänge reinprügeln und die Kupplung fatzen lassen als Wechselbelastung durch schnelle Drehzahländerung.

    Die höchsten Kräfte entstehen bei schlagartiger Drehzahländerung. Ich betone schlagartig.

    Aber das Projekt hört sich nicht gerade nach Grand Prix an... Aber da vertraue ich mal den Entwicklern der KW. Die werden schon wissen, wie ihre KWs mit den Peaks zurecht kommen.

    Mit Kupplung fatzen lassen oder einem Klemmer rechnen die sicher mit in ihrer Auslegung...

    Deshalt rückt das Polrad aus meiner Sicht näher zu den Komponenten, die man mal nicht so eben austauscht und ich würde an dem nix abdrehen.

    Nimm einfach alle Kühlrippen an dem Zylinder sparsam soweit ab, bis alles paßt und gut. Wir reden hier von dem Bereich der Überströmkanäle, da juckt etwas weniger Kühlfläche bei dem Zylinder nicht. Es gibt kaum einen Bereich in einem Zweitaktmotorzylinder, der so kühl ist wie dieser..


    Gruß Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...

    Einmal editiert, zuletzt von Scharnhorst ()

  • Danke auch Dir, Paddy, für die Antwort


    Bau den Motor jetzt mal soweit zusammen, wird aber noch eine Weile dauern, dann sehe ich weiter.


    Ein Rennmotoren soll es wie beschrieben nicht werden, denke aber, dass auch im Alltagsbetrieb ein Aluminiumzylinder nicht schaden wird, da ich auch nicht Lust habe, dass Gerät gleich wieder zu zerlegen, wenn der Gusszylinder wegen Hitzeprobleme klemmt


    Der, der mir das Polrad bei Bedarf abdreht, wüsste schon, was er tut, will es auch wuchten


    Grüsse

    Tom

  • TOMV50 reagierte auf meine Erwähnung von Stecktuning, indem er uns kistenweise Teile des von ihm zerlegten Rollers (wacker wacker!) zeigte. Der Begriff "Stecktuning" hat aber nichts mit dem Neuaufbau des kompletten Rollers zu tun. Ich möchte hier nicht weitererörtern, warum man einen Roller samt Motor komplett zerlegt, aber dann dem Motor nur das eingeschränkte Probeabo verpasst.


    Stecktuning bedeutet, daß man einem Motor eine größeren Zylinder verpasst, ohne den restlichen Motor darauf anzupassen und feinabzustimmen. Dazu müsste man den Motor zerlegen und sachgerecht überarbeiten und auch andere Teile ersetzen...das kostet wesentlich mehr, als nur den von ohne Motorzerlegen zugänglichen Zylinder, Auspuff und Vergaser auszuwechseln (manchmal noch nicht mal das)....
    Aaaaber... Ein abgerundetes ganzheitliches Motorkonzept kann aber wesentlich mehr als zusammengesteckte Teile. Und das tut es in allen Hubraum- und Leistungsklassen.
    Wir merken, was da allein der Zufall bei einem originalen Motor ergeben kann, wenn man von "Serienstreuung" und im entegengestzten Fall von "Montagsroller" spricht.


    Das Thema Kurbelwelle erschließt etliche Aspekte, die auf Realität und Erprobung beruhen und nicht auf Theorien (deren Motivation ich hier auch nicht erörtern will um niemandem was zu unterstellen):

    Siehe Lexikoneintrag: Kurbelwelle (Drehschiebermotor)

  • Wenn du das alles nicht erörtern willst, dann tue es doch auch einfach nicht.

    Wenn der TE für seinen Kumpel etwas fertig macht, dann lass ihn doch machen, ohne zu jedem Post dein Kommentar abzugeben.

    Tom wird schon wissen, warum er dies und das so und so macht.