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Spiel am Hinterrad

  • Hey Leute,


    heute beim Fahren hatte ich ein schwammiges Gefühl auf der Hinterachse. Erst war meine Vermutung, dass mein Reifen hinten platt ist. Aber als ich am Hinterrad gerüttelt habe, hab ich festgestellt, dass das Hinterrad gutes Spiel hat. Also Rad inkl. Trommelbremse. Hab schon selbst nach möglichen Ursachen recherchiert, bin aber nicht so richtig fündig geworden.

    Und bevor jetzt alles auseinander baue, wollte ich fragen, wo fange ich bei der Ursachensuche an?


    Lieben Dank im Vorfeld.

  • Als erstes schaust du mal nach, ob die Kronenmutter sich irgendwie gelöst hat(Splint weg...) Dann ziehst du diese Mutter der Hinterradachse 60 - 100 Nm nach. Sollte sich das Rad immer noch bewegen, dann ist leider das Radlager kaputt (das hört man aber beim drehen) ...

  • Aber schaue zuerst nach den Radmuttern, das wären nicht die ersten, die sich von selbst oder selbständig lösen :D!

  • Eine weitere Möglichkeit wäre da noch die Verzahnung zwischen Bremstrommel und Antriebswelle. Die kann beispielsweise ausschlagen, wenn die Achsmutter nicht richtig angezogen war und die Bremstrommel auf der Antriebswelle (immer mehr) Spiel hat.

    Wenn Du die Achsmutter nachgezogen hast und immer noch Spiel feststellst, ist es der einfachere Weg, erst die Bremstrommel zu tauschen, bevor Du den Motor spaltest und Lager wechselst. Vielleicht kannst Du Dir zu Probe eine Trommel von jemandem leihen.

    Edith möchte noch ergänzen, dass eine gute Trommel satt ohne Spiel auf der Welle sitzt, auch wenn die Achsmutter noch nicht zugezogen ist.

    Die schnellste Verbindung zwischen zwei Orten ist eine kurvige Landstraße.

    Einmal editiert, zuletzt von Se7entySix (July 30, 2026 at 14:56) aus folgendem Grund: Ergänzung

  • Erstmal lieben Dank für eure Rückmeldungen. Haben sehr geholfen.


    Ich hab die alte Dame heute hochgebockt und beide Räder geprüft. Bei beiden Räfern konnte ich die Zentralmutter mit den bloßen Händen drehen. Die Räder hatten gutes Spiel. Hätte gerne Videos hochgeladen, aber das Format wird nicht unterstützt. Ich habe beide wieder festgezogen und neuen Splint rein. Dann war wieder alles feste.


    Ich muss das wirklich regelmäßig prüfen.

  • Wie löst sich das denn, wenn der Sicherungskäfig über der Mutter mit Splint verbaut ist?

    Beide Achsen mit Käfig? Weil, einige Achsen vorn (PX alt zB) werden mit einer speziellen Mutter verschraubt die verstemmt werden muss.
    Ich nutze immer zusätzlich auch Schraubensicherung.

    Das Drehmoment ist wichtig.

    Bei Nachrüstteilen (Trommel) fehlt auch ab und an ein Freistich, auch bei der Scheibendicke unter der Mutter sollte man genau hinsehen.

    Ein weg fliegendes Rad bedeutet meist Krankenhaus, damit ist nicht zu spaßen.

  • Hab ich mir auch gedacht.

    Simmerring heißt Motor spalten, oder?


    Ich muss mir das mal vornehmen und dann eine Motorrevision durchführen. Hab die Vespa jetzt seit 2019. Davor wurde sie komplett überholt. Bis jetzt sah ich es aber nicht als nötig an, weil laufen tut sie top.

  • Dann nochmal kurz zum Drehmoment.


    Einen Drehmomentschlüssel, der mir den richtigen Drehmoment anzeigt, hab ich leider nicht. Hab aber so gut festgezogen. Nur ich hab generell die Herausforderung, dass die Sicherheitsnut für den Splint in der Flucht sein muss. Sonst bekomme ich ja nicht den Splint nicht rein.


    Gibt es da einen Trick?

  • Ja. Man dreht mit 90-100Nm, meinetwegen 98Nm fest und dann das kleine Stück (wenige mm) weiter nach fest.

    Wer sehr viel Gefühl im Arm hat, kann das schon grob abschätzen. Da aber ein blöder Drehmomentschlüssel immer wieder bei Lidl, Aldi und co für 20er zu bekommen ist, wäre das schon sinnvoll investiertes Geld. Es muss nicht immer der Hazet für 4stellige Kohle sein.

    Mir wäre wichtig, zu ergründen, warum das lose ist. Vorbesitzer? Arbeitet sich die Trommel ein, gibt es Abrieb?

    Wenn Du da ran gehst und das Fest ist, bitte nach einigen Kilometern und dann regelmäßig kontrollieren.

    Zum Simmering, wenn da ein aussenliegender verbaut ist, geht das ohne Spalten des Motors sehr schnell und einfach.

  • Warum sich die Mutter gelöst hat, kann ich selbst beantworten bzw. hab ich es selbst verschuldet. 2022 hab ich die Bremsbacken vorne/hinten getauscht und die Bremszüge & Co. gemacht. Wahrscheinlich habe ich hier die Mutter nicht mit dem richtigen Drehmoment festgedreht.


    Ich werde das jetzt mal beobachten und regelmäßig kontrollieren.

  • Dann nochmal kurz zum Drehmoment.


    Einen Drehmomentschlüssel, der mir den richtigen Drehmoment anzeigt, hab ich leider nicht. Hab aber so gut festgezogen. Nur ich hab generell die Herausforderung, dass die Sicherheitsnut für den Splint in der Flucht sein muss. Sonst bekomme ich ja nicht den Splint nicht rein.


    Gibt es da einen Trick?

    Bei Drehmoment-Schlüsseln bitte kein Geld "sparen". Ich hab hier ein Prüfgerät für Drehmomente und habe mir mal den "Spaß" gemacht, ungefähr 30 Drehmoment-Schlüssel zu testen. Die Marken-Teile (Gedore, Hazet etc.) waren meist auch nach Jahren noch top (Nachbar hat einen über 40 Jahre alten Gedore meine ich, der war im Bereich von 1,5 - 2% Abweichung - das ist besser als Hersteller-Angabe!).

    Ist ne Anschaffung fürs Leben, wenn man den immer wieder zurückstellt und ist bei einer Motor-Revision aber auch bei allen anderen Arbeiten im Möff absolut Gold wert!

    Bitte keine Drehmomentschlüssel (DMS) mit riesiger Spannbreite nehmen, die taugen meist nichts (so dinger von 10 - 300Nm oder so...). Besser 2-3 verschiedene. Hab einen, der geht von 5 - 50Nm, einen von 40 - 120Nm und einen für Radmuttern am Auto, der geht von 50 - 200Nm oder so. Für's Fahrrad wollte ich mir mal einen anschaffen, der noch weiter unten anfängt (so 2 - 20Nm oder so)

    Wegen des Splints musst Du Dir keine Sorgen machen, die Hinterrad-Mutter wird mit einer Bandbreite von 65 - 75Nm angezogen. Fang mit 65Nm an, schau wo Du raus kommst und dreh entsprechend weiter, bis der Splint passt. Das sind ja meist nur mm und in dem Bereich bedeutet das, ca. 5Nm mehr ggf. - also völlig in der Toleranz

    Bezüglich Simmerring gibt es wie oben schon geschrieben 2 Varianten, einen Innenliegenden und einen außenliegenden. Der außen liegende geht relativ simpel zu wechseln, Einfach Bremstrommel runter, dann siehst Du ihn schon. kann man mit nem Schraubenzieher raushebeln. Neuen gut einölen und wieder reindrücken - fettisch.

  • Noch ergänzend wegen Drehmomentschlüssel (DMS): Die Gründe, warum ein 10-300Nm nicht wirklich funktionieren kann, sind relativ einfach:

    - zum einen ist - damit man die 300Nm noch angezogen bekommt - der Hebel relativ lang. Das macht ihn im unteren Bereich nutzlos, weil die Sensibilität fehlt, um einzelne Nm anzuziehen. Selbst wenn er der beste DMS der Welt wäre, würden bei 300Nm 3% Toleranz halt 9Nm sein. im unteren Bereich wären es dann zwar "theoretisch" nur 0,3Nm - so genau kann man aber mit so einem langen Hebel nicht arbeiten und zieht dann zwangsläufig zu fest an. Deswegen sind die DMS unterschiedlich lang, passend für ihren Anzugsbereich

    -DMS funktionieren - zumindest die billigen - über eine Feder. Keine Feder der Welt ist so präziese, dass sie über den gesamten Bereich 100% gleichmäßig funktioniert. Daher sind diese DMS für einen bestimmten - meist mittleren - Wert eingestellt, alles darüber und alles darunter streuen sie. Je näher man den jeweiligen Endbereichen (10 oder 300Nm) kommt, desto heftiger.

    -Baumarkt Qualitäten sind zu meiden, speziell alles unter 60 - 80€ für den mittleren Bereich. Die Streuung hier ist teils gigantisch...

    Der Nachbar mit dem Gedore bis 40 Nm hatte noch einen DMS bis 300Nm, denn er zum Anziehen der Zentralmutter an seiner BMW genutzt hat. Bei eingestellten 140Nm löste er erst bei über 230Nm aus. Bei 180Nm eingestellt löste er gar nicht mehr aus (bzw. ich war nicht kräftig/schwer genug...). Wir konnten ihn dann so einstellen, dass er im Bereich der Radmuttern-Einstellung einigermaßen OK war, dann war aber die Abweichung darunter und darüber jeweils wiederum gigantisch...

    Biete gerne an, euren zu überprüfen und ggf. einzustellen gegen Zusendung inklusive Rückporto. Oder wer in Köln/Bergisch Gladbach bzw in der Nähe ist, gerne mal vorbeikommen. Cappucchino oder Kaffe gibt es kostenfrei dazu ;)

  • Warum sich die Mutter gelöst hat, kann ich selbst beantworten bzw. hab ich es selbst verschuldet. 2022 hab ich die Bremsbacken vorne/hinten getauscht und die Bremszüge & Co. gemacht. Wahrscheinlich habe ich hier die Mutter nicht mit dem richtigen Drehmoment festgedreht.


    Ich werde das jetzt mal beobachten und regelmäßig kontrollieren.

    Drehmoment ist wichtig, aber gesichert löst sich auch eine zu wenig festgezogene Mutter nicht...

  • Drehmoment ist wichtig, aber gesichert löst sich auch eine zu wenig festgezogene Mutter nicht...

    Doch! Wenn ich mit einer Muskelkraft eines unterernährten Frettchens die Radachse anziehe , dann passiert das schon ;0) ! Nach der erneuerung der Bremsbacken und anschrauben, hat sich das Lager/Rad nochmals gesetzt und dann habe ich Spiel dazwischen... Wenn ich es nach einer Probefahrt dann nicht mehr prüfe, fällt es zunächst erst einmal nicht auf! Es wäre also empfehlenswert, nach einer Probefahrt (was ja selbstverständlich ist) noch mal seine Arbeit zu überprüfen... Für dich ist es Selbstverständlich, aber leider nicht für alle, wie du siehst...! Das Lager wird jetzt einen weg haben !?! Aber das kommt ja bald in einem anderen Fred ;0))...