Cosa 200 VS1RT - Loch im Kolben / Lohnt sich das noch...?

  • Hallo,

    mein Restaurationsobjekt (siehe Titel) hat nun leider letzten Samstag auf der Autobahn bei Tempo 85-90 "die Löffel" gestreckt. Erste Diagnose: Keine Kompression. Nach Abnahme des Zylinderkopfs: Loch im Kolben.


    Jetzt die Frage an alle, die mit einem ähnlichen Schaden schon einmal konfrontiert waren:


    - Wie hoch ist der Aufwand des Motorausbaus und dessen Spaltung?

    - Welches Spezialwerkzeug wird dazu benötigt?

    - Was benötige ich i.d.R. an Ersatzteile?


    Ich habe innerfamiliär momentan mit "starken Gegenwind" zu kämpfen, dass gute Stück nochmal aufwendig zu reparieren. Man (Frau ;o)) ) sieht vielmehr die Gelegenheit, meinen Motorradbestand nun etwas zu verringern. (Nebeninfo: Ich darf derzeit 3 weitere fahrfähige Motorräder mein eigen nennen)


    Deshalb habe ich natürlich auch schon über einen Verkauf als Teileträger gedacht. Ich habe aber keine Erfahrung, was man dazu aufruft. Mein Bauchgefühl wären dazu 250€. Ist das reell?


    Ich hoffe, dass mir hier das geballte Wissen /Erfahrung des Forum etwas weiterhelfen kann.


    Grüsse

    Herbert

  • Neuer Zylindersatz, Ursache für das Loch herausfinden ( tippe auf Vergaser, zu wenig Spritdurchfluß ) und weiter fahren. Nur für den Umbau brauchst du kein Spezialwerkzeug.

  • Moin.


    Welche Zündkerze?

    Wenn eine 6er oder W4 oder ähnliches bitte unbedingt auf 8er oder W2/W3 wechseln!

    Auf deinem Tank bzw in deinem Heft zum Moppel steht bestimmt Normalbezin bzw ROZ91.

    Mit 98ger ROZ bringst du so eine 6er Kerze im Sommer Ratz fatz zur Glühzündung oder die Elektrode glüht zur Schmelzlanze heran.


    Beste Grüße Mario

  • Bei eBay bekommst Du einen gebrauchten Zylinder, Kolben, Clipse, Ringe zwischen 50 - 100 €.

    Den Motor ablassen. Dazu den hinteren Stossdämpfer unten Schraube lösen, dadurch wird der Zylinder abnehmbar.Auspuff demontieren. Neue Fußdichtung u. Zylinder drauf. Vorher, beim Montieren des Kolbens ,darauf achten, dass der KLEINE PFEIL auf dem Kolbendach in Richtung AUSPUFF montiert wird !!

    Mein Tipp:

    Ölschlauch zum Vergaser abklemmen. Dadurch läuft die Ölpumpe leer mit u. kann nicht mehr Öl liefern (ein Kolbenklemmer weniger) !

    Danach Gemisch 1:50 tanken Eine Sorge weniger.

    Mit diesem kleinen Aufwand wird auch der Haushaltsvorstand zufrieden sein !

    Interessiere mich für Deine Antwort.

    Gruß, Cornelius

  • Hallo,


    danke für die Antworten. Spezialwerkzeug wird nicht benötigt - schon mal gut. Die Notwendigkeit eines neuen Satzes Zylinder/Kolben incl. einer Fußdichtung war mir auch schon klar.


    Was ich mich dennoch Frage, weil es hier nicht angeklungen ist: Eine Spaltung des Motors ist doch notwendig - oder? Ich sehe schon beim nur geöffneten Kopf jede Menge an Aluminium-sonstnochwas-Dreck. Das dürfte doch durch das Loch auch im Kurbelwellenraum anzufinden sein und sollte dann doch dort auch entfernt werden? - Und gelten die vorstehenden Aussagen hinsichtlich Arbeitsaufwand/Spezialwerkzeug und Ersatzteilbedarf dann auch für eine solche radikale Spaltung?


    Zu den möglichen Ursachen: Die Kerze werde ich gleich noch checken. Gleichwohl geht meine Vermutung in Richtung Vergaser/zu mageres Gemisch. Ich hatte im Vorfeld schon einen leichten Klemmer, aufgrund dessen ich nach einer peinlichen Vergaserreinigung die serienmäßige Hauptdüse von einer 92er auf eine 96er umdüste.

    Leider offensichtlich ohne Erfolg ........ Da wäre also auf jeden Fall noch einiges zu tun (ZZP, Vergaser, Benzinversorgung Vergaser, Vergasernebenluft.........)


    Herbert

  • Und noch was nachgefragt, weil ich hierzu noch keine eindeutige Antwort gefunden habe: Wenn eine Spaltung notwendig werden sollte (einige Beiträge hier im forum meine: JA), kann diese Spaltung dann auch bei eingebautem Motor erfolgen?


    Dazu habe ich im Forum leider keine eindeutige Antwort gefunden.....


    Herbert

  • Moin.


    Das müsste man individuell entscheiden je nach dem wie es in real zu sehen ist.

    Ob eine Spülung reicht oder doch volles Programm.

    Sollte deine Frau auch mal öfter mit der Hütte fahren und auch tanken dann besser die Ölpumpe kontrollieren und angeschlossen lassen.

    Schon zu oft gehört....Hab ich doch eigentlich immer gemacht. Ist das eine mal denn so schlimm?.....


    Beste Grüße Mario

  • Warum will eigentlich ständig jemand die Ölpumpe stillegen? Die ist das einzige, das ich an der PK wirklich vermisse. Vor dem Tanken abschätzen, wie viel Sprit reinpassen könnte, dann das Geläpper mit dem Öl beim Tanken und wenn‘s blöd läuft, wird man dabei auch noch von einem freundlichen Menschen auf den „Oldtimer“ angesprochen und vergisst dann das Öl reinzukippen. So ging’s mir die Tage. Mir fiel es noch rechtzeitig ein, als ich vom Hof rollen wollte.


    Mit Ölpumpe tanke ich die PX so wie es mir passt, und wenn ein Bläschen im Schauglas auftaucht, kommt n Liter Öl rein. Total easy...


    Könnte ich die PK mit ner Ölpumpe nachrüsten, wäre die schon lange drin.

    Die schnellste Verbindung zwischen zwei Orten ist eine kurvige Landstraße.

  • Warum will eigentlich ständig jemand die Ölpumpe stillegen?

    Und selbst wenn es die Ölpumpe noch tut, die dazugehörige Peripherie mir dank der von Luigi nicht richtig angezogenen Mutter der Ölleitung an der Ölpumpe meinen Polini misshandelt hat. Bilder davon siehe hier.


    Ich trag mich momentan auch mit dem Gedanken die Ölpumpe zu himmeln.

  • Richtig, eine Sorge weniger !

    Wenn Du es 100 % richtig machen willst:

    Motor ausbauen, spalten, beide Hälften klinisch säubern. Rauf auf die Werkbank und wieder zusammenbauen ! Mit neuen Simmeringen, Schaltkreuz, Schaltbolzen.

    Ich verzichte dann auf die Dichtung u. nehme nur Dichtungsmasse.

    Gruß. Cornelius

  • dank der von Luigi nicht richtig angezogenen Mutter der Ölleitung an der Ölpumpe

    Naja, irgendwann in den 20 Jahren nach Ablauf der Garantie ist nicht mehr Luigi sondern Ludwig, oder Klaus, oder Benjamin oder wie auch immer Du heißt dafür zuständig, die Mechanik mal zu überprüfen.

  • Wieviel man nachtanken muss hat man eigentlich im Gefühl.

    :-2

    Nicht immer, aber dann geht's mit dem Taxi heim.:-4


    Klar muss auch eine Ölpumpe mal geprüft werden, wobei ich das offen gestanden nie wirklich gemacht habe. Nur gelegentlich überschlagen, ob die verbrauchte Ölmenge einigermaßen zur Kilometerleistung passt. Aber zur demnächst fälligen 70.000er Inspektion ist ne Pumpenprüfung sicher interessant.


    Mir ist schon bewusst, dass eine Ölpumpe auch mal den Dienst quittieren kann, wobei ich ich die geölte und ölfördernde Metallkonstruktion schon für sehr robust halte. Allerdings habe ich gelegentlich schon den Eindruck, dass die Ölpumpe zu Unrecht als Sündenbock herhalten muss.

    Vadders PX hat auf freier Strecke nen Kolbenklemmer. "Da stimmt was mit der Ölpumpe nicht!!!" Genaueres Nachfragen ergab Stottern und Ruckeln schon seit Längerem. Noch genaueres Nachfragen förderte zu Tage, dass "Vergaserreinigen" für ihn bedeutet, HD, ND und das Filtersieb zu putzen. "Irgendwann" hat er mal den kompletten Vergaser in Sprit gebadet. Die Vespa hat er seit 1995. Man kann sich den Zustand des Vergasers vorstellen. Aber der Verdacht fiel direkt auf die Ölpumpe.

    Auch wenn ich sehe, dass zwar fleißig Tuningteile zusammengesteckt werden, unbekannte Spritmengen durch den Vergaser laufen, aber die Ölpumpe weiterhin nen "braven, originalen 80er oder 125er" versorgt, kommen mir Zweifel, ob man es der Frischölschmierung anlasten kann, wenn die Konstruktion mangels Schmierung die Grätsche macht.


    Es gibt in manchen Fällen bestimmt Gründe für die Stilllegung der Ölpumpe - seien es technische oder das persönliche Empfinden - aber die Getrenntschmierung generell zu verteufeln halte ich für unangebracht. :tues

    Die schnellste Verbindung zwischen zwei Orten ist eine kurvige Landstraße.

  • Auch wenn das jetzt vollends ins Offtopic geht:

    Ich sehe schon, dass ich hier zu meiner oben gemachten Aussage noch den Kontext hinzufügen muss um meinen Unmut bzgl. des unbekannten Monteurs in Pontedera besser verständlich zu machen und um das ganze im entsprechenden Licht erscheinen zu lassen:


    Der gesamte Motor (VSE1M) hatte gerade mal 2.000 Kilometer runter als der Klemmer stattgefunden hat. Als Ursache konnte zweifelsfrei die Überwurfmutter der Ölleitung an der Ölpumpe ausgemacht werden. Nachdem ich das Aggregat selbst aus der Holzkiste ausgepackt, montiert und seitdem nie an dieser Schraube Hand angelegt habe, kann ich ganz klar sagen, dass hier bei der Montage nicht sorgfältig gearbeitet wurde.


    Nach 2.000 Kilometern sehe ich es noch nicht als notwendig an, hier irgendwelche Schrauben nachzuziehen. Oder macht das wer bei einem Neuwagen?

    Bei einem Alter wie du es PKT5 oben erwähnt hast, bin ich vollkommen deiner Meinung.


    Ich finde das Handling mit Getrenntschmierung schon auch recht angenehm. Immer nur gerade das tanken zu müssen, was gerade in Abhängigkeit des jeweiligen Tankinhaltes benötigt wird, ist eine tolle Sache. Andererseits hätte mir eben durch die Gemischschmierung den o.g. Klemmer in Ermangelung der lockeren Schraube erspart.

    Es gibt in manchen Fällen bestimmt Gründe für die Stilllegung der Ölpumpe - seien es technische oder das persönliche Empfinden - aber die Getrenntschmierung generell zu verteufeln halte ich für unangebracht.

    Hier bin ich ganz deiner Meinung. :thumbup:

  • Richtig ärgerlich, wenn es so läuft. Aber auch hier ist nicht das System Getrenntschmierung selbst die Ursache, sondern dessen fehlerhafte Montage. Wenn Du jetzt den Fehler kennst, kannst Du ihn ja korrigieren - wenn Du magst - und es gibt keinen technischen Grund mehr, die Ölpumpe zu „himmeln“.


    Wie viele Motorschäden wohl auf falsches oder versäumtes Mischen zurückzuführen sind? :/


    Wie auch immer. Mich stört nicht die Diskussion um die Ölpumpe, sondern Pauschalurteile (Pumpe böse - Mischen gut.). Mischen oder Mischenlassen ist auch eine Empfindensfrage wie der richtige Reifen oder das beste Öl, daher werden wir das nie abschließend klären können.

    Die schnellste Verbindung zwischen zwei Orten ist eine kurvige Landstraße.

  • Vielleicht hat es auch ein wenig viel damit zu tun aus welcher Perspektive man das (Luxus)Problem Ölpumpe betrachtet.


    Es gibt die Leute die mit der Ölpumpe noch nie Probleme hatten und aber auch sonst keine anderen Referenzen besitzen.


    Wiederum andere die schon einen kapitalen Schaden dadurch hatten.

    Dann am besten gleich 2x oder 3x bis sie überhaupt das eigentliche Problem war haben wollten. Aber bei den Reparaturen immer auf die Beibehaltung der Ölpumpe verwiesen.


    Dann Leute zu denen ich mich zähle die schon ...... (will nicht übertreiben) Mopeds da hatten und so einen gewissen Überblick über das gewöhnliche Übel eines Mopedfahrers kennen.


    Früher zu Anfangszeiten der Ölpumpe war das was zum Aufpreis.

    Ging eigentlich nur Richtung Deutschland und Schweiz damit.


    So ziemlich alle Mopeds ohne Ölpumpe sind deutlich länger im Dienst wie mit.

    Elektrik wegen Alter ausgeschlossen.

    Natürlich auch Nutzerabhängig.


    Das beste sind noch die Motoren wo der mechamechanische Antrieb auch auf der Kurbelwelle aber im Kurbelgehäuse sitzt mit einer Zapfwelle.


    Aber soll jeder für sich entscheiden.

    Meine Meinung muss nicht eure sein.