Startprobleme Vespa 50N Special

  • Mahlzeit miteinander, ich "darf" aktuell die 50N einer Verwandten richten, die zuvor 15 Jahre am selben Fleck stand. Die hatte wirklich einiges bereitgehalten.


    Nach ein paar kleineren Reparaturen, Reinigen und neu Abdichten des Vergasers und Austausch der Kabel an der Zündgrundplatte, sowie des Zündkabels und der Zündkerze lief der Bock aber ganz kurz für drei Runden in der Auffahrt. Paar Minuten später war er dann ohne, dass ich nochmal irgendwas gemacht hätte, nicht mehr anzubekommen.


    Funken habe ich weiterhin einen bombastischen. Am Sprit liegts auch nicht, denke ich, da die Mühle auch nicht mit dem Sprit direkt in den Zylinder gespritzt, anspringt. In der Folge hab ich dann also noch den Kolben erneuert, da der alte üble Riefen zentral am Auslass hatte. Den Zylinder habe ich geätzt und neu kreuzgeschliffen. Die Dichtflächen geplant. Danach aber weiter kein erfolgreicher Start.


    Eine weitere Beobachtung: Jedes Mal wenn ich die Kerze rausgedreht hatte und dann (mit wiedereingedrehter Kerze) versuche anzutreten, klingt es beim ersten Mal noch als würde sie fast kommen, nur um dann immer mehr abzuebben, bis schließlich beim vierten Kick kein Muckser mehr zu hören ist. Das ganze lässt sich beliebig oft wiederholen.


    Kann jemand die einzelnen Bruchstücke zusammenfügen und mir sagen, wieso dat Dingen nicht so will, wie ich will?


    Danke vorab

  • Mit "bombastischem" Funken an der Kerze verbinde ich aufgrund meiner Erfahrung bei normalen Mopeds mit Unterbrecherzündung geistig mit einen kaputten Kondensator.

    Sieht nach Zündinferno an der Kerze aus, Motor läuft aber nicht. Dann war der immer durch.


    Hat das Ding Unterbrecherzündung mit Kondensator?


    Gruß Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...


    Übrigens, wenn man den sogenannten "O-Lack" aufbereitet (abschmirgeln und in Wachs ersäufen), muß man vorher den "O-Dreck" entfernen und den "O-Rost" owatrolisieren.

  • Paddy, also mit bombastisch meinte ich halt nen schönen blauen, kräftigen Funken. Unterbrecherzündung, ja. Hab mit sowas keine Erfahrung. Ich muss gerade gestehen, dass ich noch nicht geprüft hab, ob die denn richtig eingestellt ist. Ich mach mich später mal dran.


    Volker, die Kerze war es nicht. Selbes Spiel mit nagelneuer Kerze.

  • Habe mir mal die Zündung genauer angesehen. Der Unterbrecher ist das Teil, das öffnet und schließt, richtig? Mir fiel auf, dass da die Hälfte von der einen Seite an der anderen hängt. Schwierig zu beschreiben. Siehe Bild.


    Spielt das eine Rolle? Mir ist die Funktionsweise dieser Zündung noch nicht ganz klar.


    Unabhängig davon frage ich mich bei allem wieso die Reuse gleich mal tadellos lief und dann schlagartig nicht mehr. Ohne, dass ich sonst irgendwas verändert hätte. Auch dieser Unterbrecher sah ja vermutlich schon so aus, als sie gleich mal lief 🤔

  • Da hab auch ich selber den Lötkolben geschwungen. Und geschwungen ist in dem Fall echt wörtlich zu nehmen. Hätte mich dann auch gewundert, wenn nach meiner "Reparatur" Mal was besser funktioniert hätte als vorher.


    Naja, neuer Kondensator und Unterbrecher sind aufm Weg. Nächstes Mal einfach besser machen.


    Nur aus Neugierde und wenn du Zeit hast rassmo: Wie hat meine Lötstelle den Kondensator ruiniert? Also was ist da nacheinander passiert?

  • Den Kondensator zu überprüfen wäre für mich interessant.

    Ein eher zu starker Zündfunke ließ mich ja auf das schließen, wobei ich natürlich den Zündfunke nicht gesehen habe.

    Aber landwirtschaftliche Unterbrecherkontakte machen zunächst mal keinen zu starken Zündfunken...


    Ist ja auch egal, hauptsache die Kiste läuft nachher wieder...


    Gruß Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...


    Übrigens, wenn man den sogenannten "O-Lack" aufbereitet (abschmirgeln und in Wachs ersäufen), muß man vorher den "O-Dreck" entfernen und den "O-Rost" owatrolisieren.

  • Hab mir die Anleitung durchgelesen Kawitzi. Hätte ich momentan nicht noch en Haufen anderes Zeug, dann würde ich mich dir Mühe wohl machen. So hab ich mich aufgrund des Preises für "direkt neu machen" entschieden.


    Über das Ergebnis werde ich berichten.


    Den ausgebauten Kondensator behalte ich in jedem Fall. Kann ich dann ja immer mal noch durchmessen und eventuell als Ersatzteil behalten, wenn es daran dann gar nicht lag.


    Danke euch.

  • Abschließend: Der Hobel lief dann mit neuem Kondensator und Unterbrecher.


    Merkwürdigerweise trotzdem erst nachdem ich einmalig Sprit direkt in den Zylinder gegeben habe. Danach sprang sie dann drei Mal direkt wieder an.


    Während der Probefahrt ging sie dann nach 1,5 Kilometern trotzdem einfach wieder aus. Funke war weiterhin da, aber auch mit Sprit direkt in den Zylinder ging nix mehr. Hab sie heimgeschoben und abgestellt. Seither nicht mehr angerührt.

  • dann würde ich mal deinen vergaser überprüfen. sehe da keinen grund warum sie nach 1.5 KM ausgehen sollte. evtl klemmt der schwimmer?

    Kauf dir ambesten für 5-10€ so ein Vergaser reinigungs set. machst alles schön sauber, düsen mal durchbürsten und gut is. Oder wie ich komplett zerlegen und 2 Std ultraschallbad.