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  • Drehmoment ist wichtig, aber gesichert löst sich auch eine zu wenig festgezogene Mutter nicht...

    ein Splint hält keine lose Mutter wie das Beispiel hier zeigt. Vor allem aber fehlt der notwendige Anpressdruck um die Abdichtung Richtung Motor zu gewährleisten. Die Trommel/das Rad fängt das eiern an und die Dichtlippe wird strapaziert, die Verzahnung auf der Antriebswelle leidet etc. etc. etc.

    Die Mutter kann zwar nicht verloren gehen, ihre Aufgabe kann sie aber auch nicht vollständig erfüllen...

  • Doch das vorhandene Spiel wird größer, da die wesentlich härtere Antriebswelle die Verzahnung in der „weichen“ Bremstrommel ausschlägt.
    Sämtliche Belastungen des Hinterrads — Beschleunigen, Bremsen, Gewicht/Traglast, Schräglage — und deren gegenseitige Beeinflussungen laufen über die Verzahnung von Antriebswelle und Bremstrommel. Sobald hier minimales Spiel vorhanden ist, arbeitet sich die Welle in die Trommel ein.
    Das fällt kaum auf, wenn eine 50 kg leichte Person drei mal im Jahr mit der Fuffi zur Eisdiele um die Ecke fährt. Aber bei intensiverer Nutzung ist schon mal rum mit sauberer Radführung oder sogar Vortrieb.

    Die schnellste Verbindung zwischen zwei Orten ist eine kurvige Landstraße.

  • Erst mal Danke, dass so viele an dem Thema beteiligen. Nehme gerade viel mit und lerne dazu. War einfach nur dumm von mir, damals ohne nochmaliges prüfen, weiter zu fahren. Hoffe das jetzt nicht mehr drunter gelitten hat.

    Bin heute ca. 15 km gefahren. Ganz anderes Fahrgefühl und es war danach noch alles feste.


    Generell die Frage, wenn ich alles festgezogen habe, Splitt rein, Probefahrt, Splitt raus und dann nochmal festziehen und neuen Splitt rein? Weil mit Splitt kann ich den Drehmomentschlüssel doch gar ansetzen?

  • Grundsätzlich sammle ich Schrauben und Kleinteile bei der Demontage nach Baugruppen sortiert in Spraydosendeckeln oder kleinen Schachteln. So wird verhindert, dass am Ende etwas übrig bleibt, das man nicht mehr zuordnen kann.

    Also mein Vorgehen bei der Bremstrommelmontage ist folgendes:

    Zuerst baue ich alles wieder mit Sorgfalt zusammen. Trommel drauf, Distanzscheibe, Achsmutter ordentlich handfest mit der Ratsche anziehen. Wenn es nicht an der Trommel verblieben ist, montiere ich das Rad. Auch hier ziehe ich erst mal handfest an. Jetzt sollte kein Spiel mehr zu spüren sein. Ist die Verzahnung der Trommel nicht mehr taufrisch, kann ein ganz feines Spiel jetzt an dieser Stelle noch toleriert werden.
    Nun die Vespa wieder aufs Hinterrad stellen. Mit dem Drehmomentschlüssel ziehe ich nun die Achsmutter an bis der Schlüssel knackt. Das korrekte Drehmoment bitte für den jeweiligen Roller nachschauen. Es hat sich als nützlich erwiesen, wenn dabei jemand auf die Bremse tritt. Ich bekomme es mittlerweile alleine hin. So wird Schrauben zum Sport.
    Jetzt darf allerdings kein Spiel mehr am Rad feststellbar sein. Zum Prüfen Hinterrad anheben/aufbocken.
    Nun das Sicherungsmaterial (Splint, ggf. Sicherungskäfig) montieren. Ist kein Loch für den Splint frei, muss die Achsmutter weiter an(!)gezogen werden, bis man den Splint durchstecken kann. Nun den Splint verstemmen und die Nabenkappe aufsetzen. Radmuttern festziehen.
    Probefahrt. Anschließend prüfen, ob das Rad noch spielfrei ist.

    Dieses Vorgehen hat sich für mich über die Jahre bewährt. Aber es gibt sicher auch andere, vielleicht bessere Methoden.

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  • Bei Drehmoment-Schlüsseln bitte kein Geld "sparen". Ich hab hier ein Prüfgerät für Drehmomente und habe mir mal den "Spaß" gemacht, ungefähr 30 Drehmoment-Schlüssel zu testen. Die Marken-Teile (Gedore, Hazet etc.) waren meist auch nach Jahren noch top (Nachbar hat einen über 40 Jahre alten Gedore meine ich, der war im Bereich von 1,5 - 2% Abweichung - das ist besser als Hersteller-Angabe!).

    Ist ne Anschaffung fürs Leben, wenn man den immer wieder zurückstellt und ist bei einer Motor-Revision aber auch bei allen anderen Arbeiten im Möff absolut Gold wert!

    Moin!

    Ich kann das von Laverdalothar nur bestätigen: ich habe einen Gedore Drehmomentschlüssel von meinem Vater geerbt, den ich schon in den 80er Jahren als Jungspund genutzt hatte. Der ist damals auch nicht immer auf den kleinen Bereich zurückgedreht worden. Dann hatte ich die Gelegenheit, ihn prüfen zu lassen und auch der war noch gut in der Toleranz. Wirklich eine Anschaffung fürs Leben.

    Da der den Bereich 50 - 200 Nm abdeckt, habe ich nun einen kleineren von Proxxon gekauft, ist m.E. ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.

    gruss ricklef

  • Proxxon hab ich noch keinen getestet. Gerade im unteren Bereich sind aber manchmal 2Nm zu viel schon kritisch, daher würde ich gerade im unteren Bereich zu Marken-DMS raten.

    und kleiner Tipp: bald ist wieder Weihnachten... Als Vater von erwachsenen Söhnen der am Ende seines Berufslebens steht, hat man eigentlich ja immer schon alles. Man braucht da weder die 8. Flasche Schnaps im Regal, den eh keiner Trinkt, noch SOS-Geschenke (Schlips, Oberhemd, Socken) etc.

    Die Söhne sind da ganz froh, wenn ich ihnen mal einen Tipp gebe, was ich mir zu Weihnachten wünsche. Ähnlich wird's bei Ehefrau, Eltern etc. sein. Wenn die Unsicher sind, einfach einen Amazon Gutschein schenken lassen (oder halt mehrere von verschiedenen Leuten). Dann kann man selber kaufen, was man will.

    Für den umgekehrten Fall hab ich übrigens noch einen Tipp: Lidl Online bietet einen sehr guten und extrem kräftigen Schlagschrauber an. Motor ist ohne Kohlen => hält länger. Hab den vor einiger Zeit gekauft und bin immer wieder begeistert... Lässt sich sogar per App einstellen aufs gewünschte Drehmoment (oder 3 Stufen am Gerät selber).

    Löst auch die festesten Radmuttern auf Stufe 2, Stufe 3 hab ich noch nie genutzt:

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    Ein Akku reicht, außer, Ihr betreibt ne Profi-Radwechsel-Werkstatt...

  • Proxxon DMS - ich vermute die Micro Click (MC) Serie - sind völlig ok fürs Geld. Den hab ich jetzt 5 Jahre im Einsatz und unregelmäßig in unserer Firma in der Kalibrierung/Prüfung und da war noch keine Justage notwendig.

    Proxxon ist schon ein „Markenhersteller“, wobei ich den Begriff noch nie leiden konnte, weil auch Primark ne sehr bekannte Marke ist aber man da trotzdem aus Gründen nichts kauft.

    Ich mach ja gerne aus vielen Dingen ne Wissenschaft und drücke zB Motoren penibel mit Druck und Unterdruck ab, aber man kann bei unseren Bauernmotoren auch ohne den 300 Euro Hazet DMS mit 2% Genauigkeit arbeiten.

    Radmuttern, Motorbolzen, Polrad und Kupplung vertragen auch mal 10% Abweichung ohne das da gleich das Universum implodiert, kritisch werden eher Stehbolzen bei Aluzylindern mit sehr wenig Wandstärke und die Verschraubungen direkt im Alu, wie Kupplungsdeckel, Vergaserschrauben bei der PX Lusso.

    über gefette, geölte, trockene Gewinde und die notwendige Anpassung des Drehmoments haben wir da auch noch gar nicht im Detail diskutiert, oder?

  • Stimmt, es muss keiner für 300€ sein. Gedore z.B. bietet da recht gute Teile für um die 120 - 150€ an, die auch im Bereich von 2% Abweichung arbeiten. Ja, Stehbolzen in Alu sind ein Problem, vor allem wenn es Sandguss mit Legierungen aus den 60/70er Jahren ist. Die sind "butterweich" und ein Stehbolzen schnell mal gezogen, inklusive Gewinde... Deswegen mein Hinweis, im unteren Bereich möglichst präzise zu arbeiten. Hab selbst schon mir Stehbolzen gezogen, weil ich es nicht besser wusste und versucht hab, mit einem billigen DMS der völlig unpräzise war, Zylinderkopf-Muttern bei einem Motorrad anzuziehen. Ich schwitze jedes mal, wenn ich da dran gehe seit dem und ziehe die immer stufenweise an; die mit dem geringsten Anpressdruck haben 22Nm, die mit dem höchsten 34Nm. 3 Nm zu viel und Du ziehst den Stehbolzen wie gesagt...

    Radmuttern bei der PX haben übrigens auch 24Nm. Ich sag nicht, dass die nicht auch 3 Nm mehr könnten, ich will es aber auch nicht testen.


  • Radmuttern bei der PX haben übrigens auch 24Nm. Ich sag nicht, dass die nicht auch 3 Nm mehr könnten, ich will es aber auch nicht testen.

    Guck Dir mal dazu die Bandbreite der Angaben im Werkstatthandbuch an.

    Für ne Achsmutter vorne stehen da 60-100Nm drin. Den Bereich trifft meine Tochter ohne große Erfahrung immer, ohne DMS ;)

    Radmuttern je nach Literatur mal 20-22, an anderer Stelle auch mal bis 27 Nm. Und jetzt?

    Die Muttern der Felgen selbst auf den Stahlbolzen sind unkritisch, leider sind die anderen 5 wieder Stehbolzen in ner Gusstrommel, da sollte man vorsichtiger sein.

    Zylinderkopf Muttern 16-26Nm, was soll den dieser weite Bereich…

    Da halte ich mich lieber an Erfahrungswerte und ziehe zum Beispiel eine PX Kupplung nach Tausch der Kronenmutter mit deutlich höherem Moment an, außer bei Ölpumpe in Betrieb usw.

    Deswegen sag ich ja, Bauernmotoren. Völlig Hupe ob der DMS 2 oder 4% Streuung hat.
    Wenn’s scheitert, liegt es meistens nicht am Werkzeug, sondern eher am Benutzer.

  • Schlagschrauber nutze ich nur zum lösen, nicht zum Festziehen - logisch, oder? ;)

    Automaticadett Ich glaube wir meinen das gleiche, reden aber etwas aneinander vorbei: 2-4% Abweichung sind sicher kein Problem, immerhin sind 4% bei 20 Nm gerade mal 0,8Nm - vernachlässigbar.

    ich hatte aber DMS, die in dem Bereich mal eben 30 - 40 % Abweichung hatten, also bei 20Nm eingestellt mit weit über 26Nm angezogen haben. Das ist im Zweifel zu viel. Die stärkste Abweichung hatte ich bei einem DMS eines Nachbarn, der über 100Nm abwich.

    Deswegen stell ich persönlich in kritischen Bereichen das Drehmoment ein, prüfe es am Prüfgerät und ziehe dann erst an. Ist bei Stahlschrauben mit 8.8er oder höher weniger kritisch als bei Stehbolzen in weichem Alu-Guss.

    Nach fest kommt manchmal schon lose, nicht erst nach ganz fest... hab genug Stehbolzen oder Gewinde zerstört in meinem Leben, muss nicht mehr sein...

  • Könnte man in der Tat mal messen, zumindest annäherungsweise:

    Drehmoment am Schlagschrauber auf z.B. 50Nm einstellen und eine entsprechende Schraube damit anziehen und Position der Mutter markieren. Dann Mutter lösen und mit ebenfalls 50Nm mit dem DMS festziehen und schauen, ob die Mutter wieder mit der Markierung an der gleichen Stelle rauskommt.

    Wäre aber höchstens was für Radschrauben am PKW, die mit 120Nm oder mehr angezogen werden. Da sind 5% Abweichung kein großes Problem...

  • Gerade habe ich ein bissel in Wikipedia über Drehmomentschlüssel gelesen. Darin steht, dass erste DMS 1938 patentiert wurden. Da man auch zuvor schon so komplexe Maschinen wie Motoren, Getriebe, Fahr- und Flugzeuge etc. konstruiert hat, wird man das Anzugsmoment von Schrauben ursprünglich anders als über Drehmoment, also Anzugskraft, bestimmt haben. Ich vermute über Anzugswinkel, ähnlich wie ich das noch von Zündkerzen kenne: Mit dem Zündkerzenschlüssel handfest anziehen und dann noch eine Viertelumdrehung bzw. 90° mit der Ratsche festziehen.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass die Vespa ursprünglich nach althergebrachter Methode konstruiert wurde. Irgendwann wurde das Prinzip dann in Drehmomentwerte übertragen. Da hier wohl keine 1:1 Übersetzung möglich ist, sind wohl die breiten Streuungen bei den Angaben entstanden.

    Das ist eine Vermutung, bzw. ein Erklärungsversuch für die doch sehr ungewöhnlichen Angaben zu den Anzugsmomenten.

    Die schnellste Verbindung zwischen zwei Orten ist eine kurvige Landstraße.

    Einmal editiert, zuletzt von Se7entySix (August 5, 2026 at 17:43) aus folgendem Grund: Inhaltliche Korrektur.

  • Könnte man in der Tat mal messen, zumindest annäherungsweise:

    Drehmoment am Schlagschrauber auf z.B. 50Nm einstellen und eine entsprechende Schraube damit anziehen und Position der Mutter markieren. Dann Mutter lösen und mit ebenfalls 50Nm mit dem DMS festziehen und schauen, ob die Mutter wieder mit der Markierung an der gleichen Stelle rauskommt.

    Wäre aber höchstens was für Radschrauben am PKW, die mit 120Nm oder mehr angezogen werden. Da sind 5% Abweichung kein großes Problem...

    Zuletzt muss das Anzugsdrehmoment passend zur Schraubengröße & Festigkeitsangabe noch im elastischen Bereich des Materials liegen. Ist die Schraube (der Stehbolzen) vorher schon gedehnt worden hinkt dieser Test auch wieder.

    Aber ich muss Dir auch aus beruflicher Erfahrung zustimmen, ein Drehmomentschlüssel mit zu weitem Bereich kann man nur bedingt bei kleineren Werten einsetzen.

    p.s.: ich war letzten Sommer noch sehr froh darüber, daß ich noch die kleineren Drehmomentschlüssel für meine Radsportschraubereien habe. Das Thermostatgehäuse aus Kunststoff von VAG will mit 6nM angezogen werden. 4,5 & 6 habe ich auch als Festwerte da.

    Gruß Jürgen

  • Sollte man natürlich nur mit einer Mutter und Schraube/Stehbolzen machen, die für mehr als 50Nm ausgelegt sind. Deswegen der Hinweis auf "entsprechende Schraube" (war aber nicht ganz klar, gebe ich zu. Daher danke für Deine Ergänzungen!!)