• Hallo Gemeinde,


    ich finde meine Bremsen vorne nicht so doll...


    Wenn ich bremse, drückt sich erst der Dämpfer zusammen, bevor man mal eine Verzögerung merkt. Leider ziehe ich hier dann schon den Hebel komplett durch.


    Bremsbacken sind neu, eingestellt sind sich auch, so dass man ein leichtes Schleifgeräusch hört. Bremsseil ist auch neu. Bremsstrommel ist angeschliffen und entfettet worden.


    Nun bin ich erst nochmal Besitzer einer zweiten V50 (ähnliches Baujahr geworden.


    Hier verzögert die Bremse deutlich besser und der Dämpfer fällt nicht so tief...


    Beide Dämpfer sind aber neu.


    Gibt es da unterschiedliche Härtegrade der Dämpfer, oder hat mir jemand einen Tip, wie ich auf der Vorderachse eine bessere Bremswirkung erziele?


    Danke schon mal im Vorraus!



    Schnipp

  • Ja, es gibt Dämpfer verschiedener Preisklassen und somit auch mit härteren und weicheren Federn.

    Eventuell den ganzen Bowdwnzug, also auch die Aussenhülle wechseln, durch die Spiralform der Außenhülle kann das Spiel beim Bremsen mal mehr oder weniger ausfallen

    Außerdem kann der Bremsnocken schon abgenützt sein und verliert die eckige Form, also wird das Spiel größer-Gutes Gelingen

  • Ich glaube, der Link soll zum Anti Dive System führen?!

    Schnell montiert und soll gute Ergebnisse bringen, damit die Bremsnick-Neigung nicht so stark ist.


    Einfach den Begriff mal googeln.


    Liebe Grüße

  • Also mein Link soll eigentlich nur zur Forumssuche führen mit den Suchworten "Bremse vorne" -> das ist ja ein bekanntes Thema.


    Das Anti-Dive verbessert grundsätzlich keine Bremse sondern verhindert nur das Einnicken

  • Eventuell ist die trommel schon etwas verschlissen? Wie sieht die aus wieviel km hat die runter oder wie alt?


    Einfach Mal messen...

    Geht nicht gibt`s nicht!


    Special V 50N 102ccm 19.19 Vergaser
    Px 150 Lusso mit 200er Motor Bj: 86

    Vespa VBB1 Bj 1961mit PX Motor und Parmakit 177ccm


    und ne Zündapp Bella 203 :P

  • Hallo Zusammen,


    Ich hab jetzt die Trommel und den Nocken neu gemacht. Bremsbacken und Seil sind noch keinen 1000km verbaut.


    Leider immer noch keine Besserung...


    Ich habe herausgefunden, dass die Backen nicht gleichmäßig Anliegen.


    Jetzt hab ich mir Heut eine kleine Vorrichtung gebaut, und hab die Bremsbacken "rund" gedreht... (Wenn Bilder gewünscht werden, mach ich gern welche)


    Und Siehe da ein super Ergebnis.


    Bremsen sind kein Vergleich zu vorher.

  • Dieses "Werkzeug" benutzen wir auch bei unseren Oldtimern, allerdings rückt der Drehmeisel da bei jeder Umdrehung ein Stück vor! Jetzt erschließt sich mir nicht wie du mit deiner Konstruktion den ganzen Belag rund gedreht hast? Hast du den Meißel immer wieder neu geklemmt? Dann Hut ab für diese Fummelarbeit...

  • Aufgrund der Konstruktion der Vespabremse als Simplexbremse ist es völlig klar, daß die Bremsbeläge wenn sie neu sind, ungleichmäßig anliegen.

    Auch daß die Bremse bei neuen Belägen noch nicht wirklich gut bremst, ist logisch:

    Neubeläge tragen noch nicht richtig (dass heiß,t die Belagflächen haben noch keinen vollflächigen Kontakt zu der Reibfläche der Trommel) und müssen sich durch fleißigen Gebrauch der Bremse an die Rundung der verbauten Bremstrommel anpassen.


    Im Normalbetrieb laufen sich Neubeläge an der Trommelinnnenseite entsprechend ein und dann funktioniert es irgendwann.
    Um das realitätsnah zu beschleunigen, kann man (wenn man will) auch gut Schleifleinen mit Doppelklebetape in die Trommel kleben...das ganze montieren, Bremse leicht betätigen und fleißig drehen. Vorteil hier: beide Beläge wirken gleichzeitig und eventuelles Radlagerspiel wird durch den beidseitigen Druck der Beläge auf die Trommelinnenseite kompensiert.

    Am Ende ist es trotzdem nötig, dass sich Trommel und Beläge im laufenden Betrieb feinanpassen.


    Die indische Drehmeisselmethode birgt die Gefahr, daß bei nicht perfekt spielfrei laufenden Radlagern und ungeschickten Händen alles krumm wird...



    Ein bissel Hintergrund zu Vespabremsen

    Bitte drauf achten, daß es bei Simplexbremsen einen auf- und einen ablaufenden Belag gibt. Daraus resultiert, dass einer der Beläge weniger verschleisst bzw. weniger wirkt (aus dem Grund haben die PX-Lusso und die PK XL einen nachstellbaren Bremsnocken, mit dem man die Position der Beläge regelmäßig nachjustieren kann.



    Federbeine
    ich selbst verbaue und empfehle keine Billigfederbeine für die SF mehr, da sie schon scheiße sind, wenn sie neu aus der Schachtel fallen. Mit "scheiße" meine ich hier, daß die Federn oft zu hart oder zu weich sind und nicht zum Dämpfer passen und dass die Dämpfer qualitativ so schlecht sind, daß sie schon recht bald versagen. Selbst wenn eine harte Feder verbaut ist, geht das Federbein beim Bremsen in die Knie und auf block - es springt dann nur noch, weil einzig die Feder noch funktioniert und das ist nicht im Sinne des Erfinders.


    Und noch was (für die patentierten Schlauberger unter den Mitlesern, die jetzt meinen:" Scheissegal, dann bremse ich eben vorne nicht):
    Die Vorderbremse hat aus fahrphyskalischer Gesetzmäßigkeit heraus den höheren Anteil an der Gesamtbremsleistung des Rollers. Wer vorne nicht bremst, verschenkt im Notfall 60-70% der möglichen Bremsleistung des Fahrzeugs (aber vorsicht, es gibt Situationen, in denen man die vordere Bremse nur mit Bedacht oder nicht verwenden sollte, auf abschüssigen Kurven und nasser Fahrbahn z.b., oder auf Geröll, Sand etc.)


    Fazit
    Das vordere Federbein soll auch beim Bremsen ja noch Fahrbahnunebenheiten abdämpfen und nicht komplett eintauchen ("auf block gehen") und so die Sturzgefahr beträchtlich erhöhen. Das können bei der SF vorne nur die Federbeine der höheren Preisklassen in befriedigendem Maß, z.B.:
    - SIP-Perfomance
    - BGM pro SC F1 Sport (mit ABE)
    - Bitubo (mit ABE)
    etc.

    Nebel zieht in dichten Schwaden übers Moor von Forest Hill.
    Grün gespenstisch glänzt ein Irrlicht. Es ist Nacht in Baskerville.
    Cindy und Bert, 1970

    5 Mal editiert, zuletzt von jack o'neill ()

  • Dem ist, wie eigentlich immer, nichts mehr hinzuzufügen, außer vielleicht die Lauf bzw Bremsfläche der Trommel zu " Sandstrahlen", beschleunigt das Einbremsen, allerdings auch den Verschleiß...